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Predigten zu Psalm 5,8

"Leite mich, Jehova, in deiner Gerechtigkeit um meiner Feinde willen; ebne vor mir deinen Weg."

Autor: Charles Haddon Spurgeon (* 19.06.1834; † 31.01.1892) englischer Baptistenpastor
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"Herr, leite mich in Deiner Gerechtigkeit, um meiner Feinde willen."

Die Feindschaft der Welt gegen das Volk Christi ist gar bitter. Menschen vergeben einander gern tausend Fehltritte, aber die geringste Beleidigung gegen einen Jünger Jesu verherrlichen und preisen sie. Anstatt uns darüber zu betrüben, wollen wir es uns zur Aufmunterung dienen lassen, und weil so viele über unser Tun und Lassen wachen, so soll es uns ein ganz besonderer Sporn sein, recht sorgfältig in den Wegen Gottes zu wandeln. Wenn wir sorglos dahinleben, so entdeckt es die luchsäugige Welt recht bald, und mit ihren hundert Zungen breitet sie es aus, und die Verleumdung übertreibt und verdreht die Sache mit geschäftigem Eifer. Die Welt frohlockt siegreich: "Seht, so muss es kommen! Ach, wie doch die Christen handeln, sie sind alle Heuchler und alle gleich!" So widerfährt der Sache Christi großer Nachteil und sein heiliger Name wird hart geschmäht. Das Kreuz Christi ist schon an sich der Welt ein Stein des Anstossens; hüten wir uns, dass wir diesen Anstoss nicht aus eigner Schuld vergrössern. Es ist "den Juden ein Ärgernis": erinnern wir uns, dass wir kein Ärgernis geben, wo schon so viel des Argen vorhanden ist. "Den Griechen ist es eine Torheit": wir wollen nicht mit eigner Torheit Anlass geben zum Spott, mit welchem die Weisheit dieser Welt das Evangelium verhöhnt. Wie sorgfältig sollten wir auf unsrer Hut sein! wie strenge unser Gewissen bewahren! In Gegenwart von Widersachern des Kreuzes, welche auch unsre besten Handlungen zum übelsten ausdeuten und uns unlautere Absichten unterschieben, wo die an unsrem Tun nichts zu tadeln finden, können wir nicht vorsichtig genug sein. Die Zionspilger ziehen wie verdächtiges Gesindel durch die Stadt Eitelkeit. Nicht nur stehen wir unter Aufsicht, sondern geheime Kundschafter umgeben uns von allen Seiten. Der Verrat lauert überall auf uns, daheim und draußen. Fallen wir dem Feind in die Hände, so mögen wir ehr von einem Wolf Großmut erwarten, oder Gnade von einem Feind, als irgendwelche Nachsicht mit unseren Schwachheiten von den Menschen, welche ihren Abfall von Gott mit Lästerungen gegen sein Volk zudecken.

O Herr, leite uns in Deiner Hut, damit uns unsre Feinde nicht überfallen!