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Predigten zu Psalm 66,18

"Wenn ich es in meinem Herzen auf Frevel abgesehen hätte, so würde der Herr nicht gehört haben."

Autor: John F. MacArthur (* 19.06.1939) US-amerikanischer Pastor, Prediger, Theologe und Autor
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UNSER SCHUTZMECHANISMUS

Gemäß unserem heutigen Vers ist es unmöglich, mit Gott Gemeinschaft zu pflegen – von geistlichem Wachstum ganz zu schweigen –, solange du in deinem Herzen Sünde verbirgst. Darum ist das Bekennen von Sünde von großer Bedeutung.

Zuallererst musst du bereit sein, Gottes Züchtigung für deine Sünde anzunehmen. Wenn du meinst, er sei zu streng mit dir, dann prüfe dein Leben und finde heraus, ob du sie verdienst. Eltern müssen ihre Kinder züchtigen, wenn sie nicht gehorchen, und bei Gott ist es genauso: Er züchtigt uns, damit wir nicht dieselben Fehler wiederholen.

Gott hat uns auch Schuldgefühle gegeben, die uns zum Schutz dienen sollen. Geistliches Leben ohne Schuld wäre wie physisches Leben ohne Schmerzen. Schuldgefühle sind ein Schutzmechanismus – ein Warnzeichen, das uns dazu bewegen soll, Sünde zu bekennen. Du musst dich dann mit der Sünde auseinander setzen und Gott bekennen, dass Sünde eine Entehrung Gottes, ja sogar ein Angriff auf seine Person ist. Dieses Eingestehen ist enorm wichtig, wenn du geistlich wachsen willst, und muss verinnerlicht werden. Nur so kannst du die Sünde, die dein Wachstum hemmt, ausmerzen.


Autor: Carl Olof Rosenius (* 03.02.1816; † 24.02.1868) schwedischer Laienprediger und Initiator einer neuevangelischen schwedischen Erweckungsbewegung

"Wo ich Unrechtes in meinem Herzen vorhätte, so würde der Herr nicht hören."

Wenn es dir schwer wird, deine Kindschaft bei Gott zu glauben, ja, wenn es dir um dieses oder jenes Umstandes willen vielleicht ganz unmöglich ist, dann beachte folgendes: Liegt der Grund deiner Trostlosigkeit darin, dass du dir einer vorsätzlichen Sünde bewusst bist, die du nicht fahren lassen willst, z. B. ein unversöhnlicher Hass gegen einen Mitmenschen, eine fleischliche Lust oder eine Unehrlichkeit im Handel oder in deiner Arbeit, eine offenbar fleischliche Tat also, in der du fortzufahren gedenkst, mit der du einen Bund geschlossen hast, - dann versuche nicht, durch das Evangelium die Widersprüche zu übertäuben und zum Schweigen zu bringen und dir einzureden, dennoch in der Gnade zu stehen. Das ganze Wort Gottes streitet viel zu klar dagegen, und der Geist des Herrn, der dir die Gewissheit des Glaubens und das Zeugnis deiner Kindschaft geben sollte, ist "der Geist der Wahrheit", ein reiner, heiliger Geist. Er kann dir kein Zeugnis geben, das gegen die Wahrheit streitet. Du wirst immer auf die Worte des Apostels stossen, die er zum Zauberer sprach: "Du wirst weder Teil noch Anrecht haben an diesem Wort; denn dein Herz ist nicht rechtschaffen vor Gott." Er sagt nicht: "Denn deine Sünden sind zu schwer und zu zahlreich", sondern er sagt: "Dein Herz ist nicht rechtschaffen vor Gott." Aber freue dich darüber, dass er auch nicht sagt: "Darum musst du für immer verloren sein", sondern: "Tue Buße für diese deine Bosheit und bitte Gott, ob dir vergeben werden möchte die Tücke deines Herzens."

Bedenke, dass nicht einmal jener Zauberer, so durchsäuert von Heuchelei, "voll bitterer Galle und verknüpft mit Ungerechtigkeit" er auch war, für verloren erklärt wird, sondern dass er zu Gott kommen und um Vergebung bitten darf! Beachte aber auch, dass der Apostel hier nicht sagt: "Glaube an den Herrn Jesus", sondern: "Tue Buße für diese deine Bosheit!" Und Christus sagt: "So dich dein Auge ärgert (wenn es dir zum Verderben, zum Hindernis für dein Gnadenleben ist), so reiss es aus und wirf es von dir!" Er sagt nicht: "So glaube an Mich, und du brauchst das Auge nicht auszureißen." Der Glaube und ein gutes Gewissen lassen sich nie mit "gehuldigten" Sünden vereinigen. Man wird durch sie immer vom Gnadenthron weggetrieben. Luther sagt, dass es viele gibt, die sich des Sakraments und des Gebets enthalten, weil sie in herrschenden Sünden gefesselt liegen - wie z. B. in unversöhnlichem Hass und dergleichen -, die sie nicht fahren lassen wollen. "Für solche", sagt er, "wäre es gewiss der beste Rat, dass sie die Sünde fahren ließen und dann zu Gott kämen im Sakrament und Gebet. Dies wäre besser, als fortzufahren in der Sünde und Leib und Seele dem Teufel zu geben." Jesus sagt: Es ist viel besser, dass du dir das Leiden des Ausreißens eines Auges machst und zum Leben eingehst, als dass du zwei Augen habest und werdest in das höllische Feuer geworfen. Sei darum weise, fliehe die Sünde! Die Krone der Herrlichkeit lohnt dir herrlich alle deine Leiden während der Kreuzigung des Fleisches. - Durch das Beharren in der Sünde verhinderst du dein Gebet und verlierst den seligen Frieden Gottes in der Zeit und die himmlische Freude in der Ewigkeit.

Aber beachte, dies gilt von Sünden, denen du huldigst, die du also nicht nur liebst - wie ja das Fleisch, auch bei den Heiligen, immer seine alte Liebe zur Sünde hat -, sondern denen du huldigst, d.h., wenn du aufs neue mit der Sünde einen Bund machst, sie entschuldigst und sie behalten willst, obwohl sie dir nicht eine fragwürdige, sondern eine offenbare Sünde ist. Dieses streitet geradezu gegen den Glauben und gegen die Gnade. Ganz anders verhält es sich mit einem Christen, der da spricht: "Ich liebe dich, Sünde, erschrecklich, aber ich hasse und verfluche meine Liebe zu dir", und der zugleich bei dem allmächtigen Gott Hilfe gegen diese Sündenliebe sucht. Ist das bei dir der Fall, dass du deine Sündenliebe so betrachtest und Erlösung davon suchst, dann sollst du sogleich in deines Vaters Arme eilen und mit voller Gewissheit Seine Gnade glauben. Und - beachte! Hüte dich, dass du dir nicht vornimmst, zuerst auf Befreiung von der Sünde zu warten, bevor du die Gnade glauben willst. Gerade dieses Warten wäre die mächtigste Schlinge, in der der Teufel dich fangen könnte. Denn nur durch den Glauben kannst du die Erlösung erwarten. (Siehe 1. Joh. 5, 4 sowie Hebr. Kap. 11) Dass das Fleisch die Sünde liebt, ja, dass uns gewisse angeborene Unarten folgen und plagen, solange wir auf Erden sind, ist eine Tatsache, über die alle Heiligen klagen mussten. "Aber solche Sünden," sagt Luther, "die wir selbst strafen, sind nackte und blosse Sünden, die allezeit das Opfer Christi zwischen sich und Gott haben", die uns darum auch niemals verdammen werden, solange wir in Christus bleiben.

Gegen solche Sünden und alle täglichen Mängel musst du tief und immer wieder aufs neue die ewigen Gründe unserer Begnadigung in dein Herz einprägen und um die Bewahrung deiner Kindeszuversicht wie um das Leben und die Seligkeit kämpfen. Denn du musst wissen, dass es das größte Bestreben des Teufels ist, sie deinem Herzen zu entreißen und dich in Mutlosigkeit und Knechtschaft zu stürzen. Nimm darum hier alles Evangelium Gottes, das Sakrament, das Gebet, den Rat und die Fürbitte der Brüder zu Hilfe, damit das Gewissen nicht in die Knechtschaft hinabgezogen wird, sondern durch den Glauben über die Widersprüche siegt.

Wer sich also selber richtet, Sein Verderben recht erkennt, Alles eigne Tun vernichtet Und sich selbst verloren nennt; Dessen Schade wird durch Gnade Leicht und herrlich weggenommen; Er wird zur Gewissheit kommen.


Autor: Aiden Wilson Tozer (* 21.04.1897; † 12.05.1963) US-amerikanischer evangelischer Pastor und Autor (besser bekannt als A. W. Tozer)
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Im Allgemeinen beten wir nur so gut, wie wir leben

Das Gebet ist bestenfalls der Ausdruck unseres gesamten Lebens. Denn wenn sich auch alles andere entsprechen mag, so sind doch unsere Gebete nur so kraftvoll wie unser Leben. Kurz gesagt: Wir beten nur so gut, wie wir leben! Manche Gebete werden nur in Augenblicken kritischer Dringlichkeit wie ein Feuermelder benutzt. Sie sind niemals freudevoll, sondern sollen nur die Furcht vor einer Katastrophe bannen. Sie spiegeln nicht das gewöhnliche Leben des Beters wider und sind nur ungewöhnliche und ungewohnte Handlungen eines geistlichen Amateurs. Die meisten von uns haben in Stress-Situationen gewünscht, so gelebt zu haben, dass uns das Beten nicht so unnatürlich vorkommt, und haben bedauert, das Gebet nicht in einer Weise kultiviert zu haben, dass es uns genauso leichtfällt wie das Atmen. Kein Christ möchte sein ganzes Leben in einem Notzustand verbringen. Und darum sollen wir damit zu Gott gehen. Wenn wir uns Ihm nahen, werden wir die Vollkommenheit eines Lebens in beständiger Verbindung mit Ihm kennenlernen, in dem alle Gedanken und Handlungen Gebete sind, wodurch das gesamte Leben zu einem heiligen, unter Gebet und Anbetung dargebrachten Opfer wird! Um erhörlich zu beten, haben wir dafür zu sorgen, dass es in unserem Leben keine segenslosen Bereiche, keine Gebiete des Verstands oder der Seele gibt, die nicht vom Heiligen Geist bewohnt werden, sodass keine unreinen Begierden uns beherrschen und kein Missverhältnis zwischen unseren Gebeten und unserem Betragen ist. Ganz ohne Zweifel hat die Erlösung in Christus Jesus genügend moralische Kraft, uns zu einem Leben in Reinheit und Liebe zu befähigen, bei dem unser ganzes Leben zu einem Gebet wird!