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Predigten zu Psalm 69,4

"Mehr als die Haare meines Hauptes sind derer, die ohne Ursache mich hassen; mächtig sind meine Vertilger, die ohne Grund mir feind sind; was ich nicht geraubt habe, muß ich alsdann erstatten."

Autor: William MacDonald (* 07.01.1917; † 25.12.2007) US-amerikanischer Prediger der Brüdergemeinden
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"Was ich nicht geraubt habe, muss ich alsdann erstatten."

Der Sprecher in Psalm 69 ist der Herr Jesus. Im 4. Vers sagt Er, dass Er in Seinem herrlichen Werk der Erlösung Gott die Wiedergutmachung anbietet für die Verluste, die durch die Sünde des Menschen entstanden sind. Ohne Zweifel sieht Er sich hier als das wahre Sündopfer. Wenn ein Jude einem anderen Juden etwas gestohlen hatte, verlangte das Gesetz des Sündopfers von ihm, dem Geschädigten die Summe zurückzuzahlen, die er genommen hatte, und noch ein Fünftel des Wertes hinzuzufügen. Nun wurde auch Gott bestohlen durch die Sünde des Menschen. Man hat Ihm den Dienst, die Anbetung, den Gehorsam und die Ehre geraubt. Den Dienst, weil der Mensch sich von Ihm abgewendet und sich selbst, der Sünde und dem Satan gedient hat. Die Anbetung, weil der Mensch sich vor selbstgemachten Götzenbildern verneigt hat. Den Gehorsam, weil der Mensch die Autorität Gottes abgelehnt hat. Die Ehre, weil der Mensch Gott nicht die Ehre gegeben hat, die Ihm zukam. Aber der Herr Jesus kam, um zurückzuerstatten, was Er nicht geraubt hat.

Er tat die Pracht der Gottheit ganz beiseite Und kleidet irdisch sich in Erd' und Staub. So wurde sichtbar Seine große Liebe, Die Gott zurückgibt, was wir Ihm geraubt.

Aber Er gab nicht nur wieder zurück, was durch die Sünde des Menschen gestohlen worden war, sondern Er fügte auch noch etwas hinzu. Denn Gott hat durch das vollbrachte Werk Christi mehr Ehre empfangen als Er durch die Sünde Adams verloren hatte. "Durch die Sünde hat Er Seine Geschöpfe verloren; doch durch die Gnade hat Er Söhne gewonnen." Wir können sogar soweit gehen, dass wir sagen: Gott ist durch das Werk des Heilandes mehr verherrlicht worden, als Er jemals in Ewigkeit durch Menschen nach der Art Adams, die aber nicht in Sünde gefallen wären, hätte verherrlicht werden können. Vielleicht liegt hier auch die Antwort auf die Frage: "Warum hat Gott es zugelassen, dass die Sünde in die Welt kam?" Wir wissen wohl, dass Gott den Menschen ohne die Macht der freien sittlichen Entscheidung hätte erschaffen können. Aber es hat Ihm gefallen, die Menschen als Geschöpfe zu machen, die Ihn aus ihrer eigenen Willensentscheidung heraus lieben und anbeten können. Und das bedeutet natürlich auch, dass sie ebenfalls die Fähigkeit haben, Ihm ungehorsam zu sein, Ihn abzulehnen, sich von Ihm abzuwenden. Der Mensch entschied sich für den Ungehorsam und brachte so die große Katastrophe der Sünde in die Welt. Aber Gott erleidet durch die Sünde Seiner Geschöpfe keine Niederlage. Der Herr Jesus Christus hat durch Seinen Tod, Sein Begräbnis, Seine Auferstehung und Himmelfahrt über Sünde, Hölle und Satan triumphiert. Durch Sein Werk hat Gott viel grössere Herrlichkeit erlangt und der erlöste Mensch viel reicheren Segen erhalten als wenn die Sünde niemals in unsere Welt hineingekommen wäre.