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Predigten zu Psalm 74,1

"{Ein Maskil; von Asaph.} Gott, warum hast du verworfen für immer, raucht dein Zorn wider die Herde deiner Weide?"

Autor: Charles Haddon Spurgeon (* 19.06.1834; † 31.01.1892) englischer Baptistenpastor
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Wenn Gott Sein Angesicht verbirgt, ist gewöhnlich Sünde der Grund dafür; wir sollten den Herrn bitten, uns unsere spezifischen Sünden aufzudecken, damit wir Buße dafür tun, sie überwinden und sie hinfort unterlassen können. Ist eine Gemeinde in einem elenden Zustand, so braucht sie nicht apathisch dazusitzen, sondern sollte sich der Hand zuwenden, die sie geschlagen hat, und demütig anfragen, warum es so weit gekommen ist.

Das Verderben war dem Beter schon lange ein großes Problem, und es schien keine Hoffnung auf Erneuerung zu geben. Nicht erst seit einem Tag oder Jahr herrschte das Unheil, sondern es bedrückte ihn mit anhaltender Gewalt. Würde der HERR still zuschauen, wie Sein Land zur Wüste wurde und Seine Stadt in Trümmern lag? Bis Er aufsteht und herbeikommt, wird die Verwüstung anhalten, nur Seine Gegenwart könnte das Übel heilen. Darum wird Er angefleht, sich zu beeilen, Sein Volk zu erlösen. Jeder Stein in dem zerstörten Tempel appellierte an den Herrn, waren doch überall die Zeichen der gottlosen Verwüster zu sehen. Die heiligsten Orte zeugten von ihrer bösartigen Schlechtigkeit. Sollte der Herr das für immer dulden? Sollte Er nicht eilen, die Feinde zu vernichten, die ihm ins Angesicht trotzten und den Thron Seiner Herrlichkeit entweiht hatten? Der Glaube findet in den schlimmsten Umständen Anknüpfungspunkte; er benutzt sogar die umherliegenden Steine seiner verödeten Paläste, um die Tore des Himmels damit zu belästigen, indem er sie mit der großen Energie des Gebets hinaufwirft. Aberglaube, Unglaube und fleischliche Weisheit haben es gewagt, die Stelle des gekreuzigten Christus einzuneh- men und die Gemeinde Gottes in Trauer zu stürzen. Die Feinde von außen schaden uns wenig; aber die von innen kommen, fügen der Gemeinde ernsten Schaden zu. Indem sie die Wahrheit ausreißen und Irrtum an ihre Stelle pflanzen, betrügen sie die Menschen und führen große Scharen ins Verderben. Wie ein Jude heiligen Schrecken empfand, wenn er die heidnischen Zeichen an heiliger Stätte erblickte, so geht es uns, wenn wir in einer protestantischen Gemeinde die Torheiten Roms sehen und wenn wir von den Kanzeln, auf denen früher Männer Gottes standen, Philosophie und leeren Betrug vernehmen. Bis zum heutigen Tag ist die Feindschaft des menschlichen Herzens so groß wie eh und je, und griffe die Vorsehung nicht ein, würden die Heiligen immer noch den Flammen zum Fraß gegeben werden. Die Feinde machten den Tempel zum Steinhaufen, wobei kein Stein auf dem anderen blieb. Könnten die Mächte der Finsternis tun, was sie wollen, ginge es der Gemeinde Christi genauso. Verunreinigung bedeutet für die Gemeinde ihren Untergang; und ihre Feinde würden sie so lange verunreinigen, bis nichts von ihrer Reinheit, das heißt, von ihrer wahren Existenz, übrig ist. Doch selbst wenn sie nach ihrem Willen mit der Sache Christi verfahren würden, wären sie nicht in der Lage, sie zu zerstören; die Gemeinde würde ihre Schläge und Brände überleben. Der Herr würde alle Feinde wie Hunde an der Leine halten und am Ende ihre Pläne vereiteln.