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Predigten zu Psalm 86,8

"Keiner ist wie du, Herr, unter den Göttern, und nichts gleich deinen Werken."

Autor: Charles Haddon Spurgeon (* 19.06.1834; † 31.01.1892) englischer Baptistenpastor
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Es ist etwas Wunderbares, wenn Größe und Güte vereint sind; doch nur in Gottes Wesen finden sich beide in Vollkommenheit. Welch Glück ist es für uns, dass in dem Herrn beides in gleichem Maß vorhanden ist! Groß, aber nicht gut zu sein, kann einen König zu einem Tyrannen machen; und gut, aber nicht groß zu sein, bringt unzählige Übel über seine Untertanen vonseiten ihrer auswärtigen Feinde. Somit wären beide Möglichkeiten schrecklich. Beide zusammen aber ergeben einen Herrscher, der seinem Volk Ruhe gibt und über den es sich freuen kann. Weil Er gut ist, sagt man, dass Er zum Vergeben bereit ist; und weil Er groß ist, wirkt Er Wunder. Und wir können beides miteinander verbinden; denn kein Wunder ist so wunderbar wie die Vergebung unserer Übertretungen. Alles, was Gott tut oder schafft, ist voller Wunder; Er atmet aus, und den Wind umgibt Geheimnis; Er spricht, und der Donner setzt uns in Schrecken, selbst das gewöhnlichste Gänseblümchen ist staunenswert, und jeder Kieselstein zeigt Seine Weisheit. Nur für den Toren ist alles, was Gott gemacht hat, uninteressant. Für uns ist die Welt eine Welt voller Wunder.

»Du bist Gott, Du allein.« Einzig warst Du da, bevor Deine Geschöpfe waren; noch immer bist Du in Deiner Gottheit einzigartig; jetzt, wo Du Unmengen lebendiger Wesen geschaffen hast, und ewig wirst Du einzigartig bleiben; denn niemand kann sich mit Dir vergleichen. Wahre Frömmigkeit macht keine Kompromisse; sie erkennt weder Baal noch Dagon als Götter an; sie ist exklusiv und gibt dem Herrn alle Ehre; der HERR bedeutet ihr nicht weniger als alles. Die Liberalität, der sich gewisse Professoren moderner Denkungsart brüsten, sollte bei Menschen, die der Wahrheit glauben, nicht kultiviert werden. »Philosophische Breite« zielt auf den Bau eines Pantheons (wörtl.: »allen Göttern«), doch wird es nur ein Pandämonium (wörtl.: »allen Dämonen«). Es ist nicht unsere Sache, bei solchem bösen Werk mitzumachen. Wir wollen zum Nutzen der Menschen wie auch zur Ehre Gottes ganz uneigennützig intolerant sein und die Menschheit nicht im Unklaren darüber lassen, was ihre Kompromisse wert sind: Nichts als Verrat an der Wahrheit! Unseren Gott kann man nicht als eins von vielen guten und wahren Dingen anbeten, sondern einzig als Gott. Und Sein Evangelium darf nicht als eins von mehreren Rettungssystemen gepredigt werden, sondern als der einzige Weg zur Seligkeit. Lügen passen viele in einen normalen Dom; aber im Tempel der Wahrheit gibt es nur eine, unteilbare Anbetung. Aus dem schrecklichsten Tod und aus der tiefsten Entehrung hatte Gott David gerettet; denn seine Feinde hätten ihm noch mehr angetan, als ihn in die Hölle zu bringen, wären sie dazu in der Lage gewesen. Sein Sündenbewusstsein ließ ihn ebenfalls empfinden, dass der furchtbarste Untergang sein Teil geworden wäre, hätte nicht die Gnade eingegriffen; darum spricht er von der Errettung »aus dem Totenreich«. Der Psalmist hatte vor, bei den Lautesten mitzusingen, weil sein Bedarf an göttlicher Gnade zu den größten gehörte.