10.800 biblische Andachten und Predigten von Spurgeon, MacArthur, MacDonald, Christlieb, Eichhorn, Hofacker, Zinzendorf, Luther uvm.

Predigten zu Psalm 91,1

"Wer im Schirm des Höchsten sitzt, wird bleiben im Schatten des Allmächtigen."

Autor: Charles Haddon Spurgeon (* 19.06.1834; † 31.01.1892) englischer Baptistenpastor
Zitate von Charles Haddon Spurgeon anzeigen

Der allmächtige HERR will alle beschützen, die bei Ihm wohnen, sie stehen unter Seiner Fürsorge, wie die Gäste unter dem Schutz des Hausherrn stehen. Im Allerheiligsten waren die Flügel der Cherubim die am deutlichsten sichtbaren Gegenstände, und an sie musste der Psalmist wahrscheinlich denken, als er diesen ersten Vers schrieb. Alle, die mit Gott Gemeinschaft haben, sind bei Ihm in Sicherheit. Sie kann kein Übel erreichen, denn die ausgestreckten Flügel Seiner Macht und Liebe beschützen sie vor allem Schaden. Dieser Schutz besteht immer, sie »bleiben« darunter, und er ist allgenugsam; denn es ist der »Schatten des Allmächtigen«, dessen Allmacht sie sicherlich vor jedem Angriff beschirmen wird. Kein Schutz kann jemals mit der Bewahrung verglichen werden, den der Schatten des HERRN bietet. Der Allmächtige ist selbst dort, wo Sein Schatten ist, und darum werden solche, die in Seinem Schatten wohnen, auch von Ihm bewahrt werden. Gemeinschaft mit Gott bedeutet Sicherheit. Je enger wir uns an den allmächtigen Vater anklammern, umso zuversichtlicher dürfen wir sein. Wer in einer uneinnehmbaren Burg wohnt, vertraut natürlich auf sie. Sollten nicht alle, die in Gott wohnen, völlig gelassen sein und sich in tiefster Seele sicher fühlen? Ach, dass wir so klar entschieden wären wie der Psalmist! Wir haben schon auf Gott vertraut, lasst uns weiter auf Ihn vertrauen! Er hat uns nie im Stich gelassen, warum sollten wir Ihm nun misstrauen? Auf Menschen zu zählen, ist normal für die gefallene Natur. Weil alle Gründe für den Glauben sprechen, sollten wir unser Vertrauen ohne Zögern oder Schwanken auf den Herrn setzen. Lieber Leser, bitte um die Gnade, sagen zu können: »Ich vertraue auf Ihn.«

Ganz gewiss wird kein noch so schlauer Plan gegen solche gelingen, auf denen Gottes Augen ruhen, um sie zu beschützen. Wir sind töricht und schwach wie arme kleine Vögel und neigen sehr dazu, zu unserem Untergang von listigen Feinden geködert zu werden; doch wenn wir bei Gott wohnen, wird Er aufpassen, dass selbst der schlaueste Verführer uns nicht in die Falle lockt. Er, der Geist ist, kann uns vor bösen Geistern bewahren, Er, der geheimnisvoll ist, kann uns aus geheimen Gefahren retten, und Er, der unsterblich ist, kann uns erlösen, wenn wir sterbenskrank sind. Es gibt die tödliche Seuche des Irrtums; doch sind wir davor sicher, wenn wir in Gemeinschaft mit dem Gott der Wahrheit leben. Es gibt die todbringende Pest der Sünde; doch sie wird uns nicht infizieren, wenn wir nahe bei dem dreimal heiligen Gott bleiben. Auch gibt es die Seuche des Schwachseins, und sogar diesem Elend gegenüber kann unser Glaube immun werden, wenn er von jener erhabenen Art ist, welche in Gott ruht, in ruhiger Gelassenheit ihren Weg geht und alles um der Pflicht willen wagt. Der Glaube macht das Herz froh und bewahrt es dadurch vor Furcht, die in Seuchenzeiten mehr Menschen umbringt als die Epidemie selbst.


Autor: Watchman Nee (* 04.11.1903; † 30.05.1972) chinesischer Prediger
Zitate von Watchman Nee anzeigen

"Wer im Schirm des Höchsten sitzt, wird bleiben im Schatten des Allmächtigen."

Versuchung zielt immer darauf ab, uns dahin zu bringen, dass wir etwas tun. In den ersten Monaten des Krieges mit Japan verloren wir in China viele Panzer. Wir waren den Panzertruppen der Japaner unterlegen - bis jemand folgendes System erfand. Aus dem Hinterhalt wurde von einem unserer Scharfschützen ein einzelner Schuss auf einen japanischen Panzer abgegeben; nach längerer Zeit ein zweiter, nach einer weiteren Pause wieder einer - so lange, bis der Panzerfahrer seinen Kopf herausstreckte, um sich umzusehen, woher die Störung kam. Der nächste Schuss, gut gezielt, machte ihm ein Ende. Solange er in Deckung blieb, konnte ihm nichts geschehen. Das System war darauf angelegt, ihn hervorzulocken. Genauso wollen die Versuchungen des Satans uns dazu verleiten, uns zu exponieren. Er weiss genau: sobald wir aus unserem Versteck hervorkommen, sobald wir aus der Deckung durch Christus heraustreten und eigenmächtig handeln, in demselben Augenblick hat er, der Satan, einen Sieg errungen.