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Predigten zu Psalm 92,1

"Es ist gut, Jehova zu preisen, und Psalmen zu singen deinem Namen, o Höchster!"

Autor: Charles Haddon Spurgeon (* 19.06.1834; † 31.01.1892) englischer Baptistenpastor
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Wenn Pflicht und Vergnügen zusammenfallen, wer wollte sich da zurückhalten? Gott zu danken, ist nur eine schwache Erwiderung auf all die großen Wohltaten, mit denen Er uns täglich überschüttet; doch wenn Er es durch Seinen Geist etwas Gutes nennt, dürfen wir es nicht verachten oder vernachlässigen. Wir danken Menschen, wenn sie uns einen Gefallen taten; wie viel mehr sollten wir den Herrn preisen, wenn Er uns wohlgetan hat! Demütiges Lob ist immer gut, es kommt nie zur falschen Zeit, ist niemals überflüssig und passt am allerbesten für den Sabbat. Ein Sabbat ohne Danksagung ist ein entweihter Sabbat. Der Tag sollte mit Lob beginnen; keine Uhrzeit ist für ein heiliges Lied zu früh. Gottes Gnade ist ein passendes Thema für solche taufrischen Stunden, wenn der Morgen die Erde wie mit orientalischen Perlen bestreut. Wir sollten den Herrn eifrig und ohne Aufschub verherrlichen. Unangenehme Pflichten lassen wir gern so lange wie möglich liegen; aber weil es unseren Herzen so sehr um die Anbetung Gottes geht, stehen wir natürlich rechtzeitig auf, um uns ihr hinzugeben. Es liegt eine besondere Frische, ein großer Charme über diesen morgendlichen Lobpreisungen. Der Tag ist am angenehmsten, wenn er gerade die Augen aufgeschlagen hat; denn es scheint dann, als teile Gott selbst das tägliche Manna aus, das besonders süß schmeckt, wenn man es sammelt, bevor die Sonne heiß wird. Auch scheint es höchst angebracht, dass wenn Herzen und Harfen während der Schatten der Nacht geschwiegen haben, wir uns beeilen, unseren Platz im Chor der Auserwählten wieder einzunehmen, der ohne Unterlass anbetend den Ewigen besingt. Aber es ist auch keine Stunde zu spät zum Lobsingen; das Ende des Tages muss nicht das Ende der Dankbarkeit bedeuten. Wenn die Natur den Schöpfer in schweigender Betrachtung zu bewundern scheint, geziemt es sich dringend für die Kinder Gottes, das Danken fortzuführen. Der Abend ist die Zeit des Rückblicks; das Gedächtnis beschäftigt sich mit den Erfahrungen des Tages. Darum ist das passende Thema für unser Lied die göttliche »Treue«, für die wieder ein Tag Beweise geliefert hat.

Es war selbstverständlich für den Psalmisten, dass er sang, weil er froh war, und dass er dem HERRN sang, weil seine Freude aus der Betrachtung des göttlichen Tuns entsprungen war. Ob wir die Natur betrachten oder Gottes Vorsehung, immer finden wir überreiche Ursache zur Freude; doch wenn wir auf das Werk der Erlösung zurückblicken, kennt unsere Freude keine Grenzen, sondern bringt uns dazu, den Herrn mit aller Kraft zu preisen. Es gibt Zeiten, in denen wir bei der Betrachtung der erlösenden Liebe das Empfinden haben, dass wenn wir nicht singen, wir sterben müssen; zu schweigen wäre für uns so schrecklich wie eine Knebelung durch die Inquisition oder von Mördern erdrosselt zu werden. Im ersten Satz des fünften Verses betrachtet der Psalmist das »Tun« Gottes in seiner Gesamtheit, und im zweiten denkt er über die Verschiedenheit Seiner vielen »Werke« nach. Beides ist ein Grund zum Freuen und Rühmen. Wenn Gott Sein Tun einem Menschen offenbart und ein Werk an dessen Seele tut, macht Er sein Herz wahrhaft froh; und die natürliche Folge ist ein beständiges Lob.


Autor: Dora Rappard (* 01.09.1842; † 10.10.1923) Schweizer Missionarin und evangelische Kirchenlieddichterin

"Das ist ein köstliches Ding, dem Herrn danken und lobsingen Deinem Namen, Du Höchster."

"Niemals verstumme der Lobgesang in euren Herzen!" Dies Wort schrieb ein edler Gottesmann einem jungen Ehepaar ins Gesangbuch am Tage der Hochzeit. O, es ist nicht schwer, zu danken, wenn die Sonne der Freude lacht und alles nach Wunsch geht. Aber wenn es um uns her dunkelt und die Prüfungsstunden kommen, wie steht es dann um diesen heiligen, nie verstummenden Lobgesang? Unser Gott verlangt nichts Unmögliches. Er verfährt göttlich natürlich mit seinen Kindern. "Leidet jemand, der bete!" ruft sein Wort uns zu. "Ist jemand fröhlich, der singe Psalmen." Und dennoch hat es seine Richtigkeit mit jener Aufforderung zum steten Lob Gottes. Denn es liegt darin eine wunderbare Kraft. Es würde nicht köstlich genannt werden, wenn es etwas Selbstverständliches wäre. Es ist köstlich, weil es von Gott gewirkt wird.

Bist du heute fröhlich, so lass dein Dankeslied zum Himmel steigen. Bist du aber durch irgend etwas gedrückt, so besinne dich auf das, was du an deinem Gott hast, und lobe ihn dafür. Du wirst's erfahren, dass das Danken in der Tat köstlich und der Weg zu neuem Heil ist.

Ich will Dir danken bis zum Grabe, So lang ich atme, leb' und bin, Für Deine teuer werte Gabe, Dass ich durch Dich erlöset bin.