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Predigten zu Psalm 92,11

"Und mein Auge wird seine Lust sehen an meinen Feinden, meine Ohren werden ihre Lust hören an den Übeltätern, die wider mich aufstehen."

Autor: Charles Haddon Spurgeon (* 19.06.1834; † 31.01.1892) englischer Baptistenpastor
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Der Gläubige jubelt, dass er nicht untergehen wird, sondern mit Gottes Hilfe stark werden und über seine Feinde triumphieren wird. Der Glaube freut sich darüber, die Gnade des Herrn vorauszusehen, und besingt sowohl das, was Er tun wird, als auch das, was Er bereits getan hat.

In die Höfe orientalischer Häuser pflanzte man Bäume, und wenn man sie gut versorgte, pflegten sie auch in schwierigen Zeiten vollkommene Früchte zu tragen. So werden auch alle, die durch die Gnade in Gemeinschaft mit Gott gebracht sind, jenen im Hause Gottes gepflanzten Bäumen gleichen, und ihre Seelen werden sich dort wohlfühlen. Nirgends hat ein Herz mehr Freude, als wenn es in dem Herrn Jesus bleibt. Gemeinschaft mit dem Stamm gibt den Zweigen Fruchtbarkeit. Wenn jemand in Christus bleibt, bringt er viel Frucht. Jene, die nur Bekenner sind und in der Welt wurzeln, werden nicht gedeihen; wer seine Wurzeln in den Morast frivoler Vergnügungen senkt, kann niemals kraftvoll sein; wer aber in gewohnheitsmäßiger Gemeinschaft mit Gott lebt, wird ein erwachsener Christ werden, reich an Gnade, mit glücklichen Erfahrungen, großem Einfluss, geehrt und ehrenwert. Viel hängt von dem Boden ab, in den der Baum gepflanzt wurde. In unserem Fall hängt alles von unserem Bleiben in dem Herrn Jesus ab und davon, dass man alles nur von Ihm empfängt. Wenn wir wirklich in den Vorhöfen des HERRN wachsen wollen, müssen wir dorthin gepflanzt sein; denn kein Baum wächst von sich aus in Gottes Garten. Sind wir aber einmal dorthin gepflanzt, werden wir nie wieder ausgerissen werden, sondern in Seinen Höfen unsere Wurzeln in den Boden senken und ewig zu Seiner Ehre Frucht tragen. Das Natürliche vergeht; aber die Gnade gedeiht. Frucht gibt es – soweit es die Natur betrifft – nur in den Tagen der Kraft; im Garten der Gnade werden auch Pflanzen, die in sich schwach sind, stark im Herrn werden und reiche Frucht tragen, die Gott gefällt. Wie gut sind alle dran, die diesen Sabbatpsalm singen und die Ruhe genießen können, die jeden Vers durchzieht! Keine Zukunftsangst kann sie bedrücken; denn ihre bösen Tage, wenn starke Männer hinfallen, sind für sie der Gegenstand einer gnädigen Verheißung, und darum erwarten sie diese in ruiger Gelassenheit.

Gott ist unser Fels. Er ist unser Schutz, unsere Verteidigung; wir wohnen in Ihm und gründen uns auf Ihm. Bis heute ist Er für uns alles gewesen, was Er zu sein versprochen hat, und wir können doppelt versichert sein, dass Er derselbe auch bis zum Ende sein wird. Er hat uns geprüft, aber niemals erlaubt, dass wir über unser Vermögen versucht wurden. Er hat unseren Lohn hinausgezögert; aber Er ist nie ungerecht gewesen, dass Er unser Werk des Glaubens und unsere Arbeit der Liebe vergessen hätte. Er ist ein Freund ohne Fehler, ein Helfer, der nie versagt. Was Er auch mit uns tun mag, Er hat immer Recht; was Er uns zuteilt, enthält keinen Fehler, nein, nicht den geringsten. Er ist ganz und gar treu und gerecht.


Autor: Frederick Brotherton Meyer (* 08.04.1847; † 28.03.1929) englischer Baptistenpastor

Ich werde gesalbet mit frischem Öle

Unverwüstliche Frische finden wir in Gott – in seinen Werken der Natur, in seiner Liebe, in seiner Arbeit der Erneuerung unserer Seelen. Wird das Auge je müde, die Schönheit der wechselnden Wolkengebilde zu betrachten? Obgleich von unserer Kindheit an, bis zu den Tagen des Alters, stets dieselbe Landschaft sich vor uns ausbreitete, so würde unser Auge doch stets etwas Frisches entdecken. Erinnere dich der unerschöpflichen Liebe zwischen Mann und Frau, zwischen Mutter und Kind. Erinnere dich der Frische jedes neu anbrechenden Tages, der Erde in ihrem Frühlingskleide, der Myriaden süßer Kinder, deren Lachen so fröhlich klingt, deren Augen funkeln, als ob die Erde noch jung wäre, nicht alt und abgemattet. Wenn Gott die Werke seiner Hände also erhält, kann dann der Frische eine Grenze gesetzt werden, die Er seinen Kindern mitteilen will?

Neiget euere Häupter jeden Morgen, ihr Priester des Allerhöchsten, um frisch gesalbt zu werden für die neuen Aufgaben, die euer warten. Die früher erfahrene Gnade und Kraft wird euch nicht genügen; bekannte Schriftworte müssen verjüngt und neu eingeprägt, frühere Gelübde wiederholt werden; das Erfülltwerden mit dem heiligen Geiste muss ebenso lebendig und kann ebenso deutlich zu empfinden sein, wie beim ersten Male. Sehet zu, dass ihr euch nicht von eueren Knien erhebet, bis ihr sprechen könnt: „Ich bin gesalbt worden mit frischem Öle!“ Und die Salbung, die ihr von Ihm empfangen habt, wird bei euch bleiben und euch lehren in Ihm bleiben. Also werdet ihr bis ins Alter Frucht bringen und noch im Winter des Lebens voll Saft und Triebkraft dastehen.

Pastor Harms pflegte zu sagen: „Betet eifrig! Ich meine damit nicht nur das gewöhnliche Gebet; sondern betet täglich, eifrig, in euerm Kämmerlein um den heiligen Geist. Wie leuchtet doch das Angesicht derer, die diese tägliche Salbung empfangen!“