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Predigten zu Psalm 94,16

"Wer wird für mich aufstehen wider die Übeltäter? Wer wird für mich auftreten wider die, welche Frevel tun?"

Autor: Charles Haddon Spurgeon (* 19.06.1834; † 31.01.1892) englischer Baptistenpastor
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Obwohl der Psalmist überzeugt ist, dass am Ende alles gut sein wird, konnte er im Augenblick niemanden erkennen, der ihm gegen das Böse beistand. Nirgends war ein Held für das Recht zu erblicken, die Treuen fehlten unter den Menschen. Das ist auch ein bitteres Leid und ein schlimmes Übel unter der Sonne; doch es hat seinen Sinn; denn es treibt das Herz immer völliger zu dem Herrn und zwingt es, nur in Ihm zu ruhen. Könnten wir woanders Freunde finden, würde uns Gott nicht so wertvoll sein; aber wenn wir erst Himmel und Erde um Hilfe angefleht haben und keinen anderen Beistand fanden als den, der von den ewigen Armen kommt, bringt uns das zum Lob Gottes, und wir setzen unser Vertrauen ungeteilt auf Ihn. Nie ist die Seele sicherer und in größerer Ruhe, als wenn sie sich, nachdem alle anderen Helfer versagten, allein auf den Herrn stützt.

Gott geht keine Verbindung mit ungerechter Herrschaft ein und sanktioniert keine unrechtmäßige Gesetzgebung. Nichts als unparteiisches Recht kann für immer Bestand haben. Ungerechtigkeit wird nicht dauerhaft sein; denn Gott wird ihr weder Sein Siegel aufdrücken noch Gemeinschaft mit ihr haben, und darum muss sie zugrunde gehen, und man wird den Tag preisen, an dem sie fällt. Mögen sich die Gottlosen zusammenrotten, wie sie wollen, der Psalmist fürchtet sich nicht, sondern singt in aller Ruhe. Des HERRN Liebe ist felsenfest, und dahin bringen wir uns in Sicherheit. In Ihm, ja, in Ihm allein, finden wir Schutz, mag die Welt toben, wie sie will; wir bitten nicht den Menschen um Hilfe, sondern sind damit zufrieden, in den Schoß der Allmacht zu fliehen. Das natürliche Ergebnis seiner Unterdrückung ist der Untergang des Despoten; seine eigenen Ungerechtigkeiten zermalmen ihn schon bald. Die Vorsehung sorgt für Vergeltung, die gleichermaßen beeindruckend und gerecht ist. Schwere Verbrechen ziehen schweres Gericht nach sich, damit die bösen Menschen vom Antlitz der Erde weggefegt werden. Wahrlich, Gott selbst greift auf besondere Weise ein und beendet den Lauf der Tyrannen mitten in ihrem verbrecherischen Tun. Gottlose Menschen werden oft auf frischer Tat von der verfolgenden göttlichen Justiz ertappt, während sie die Beweise ihrer Schuld noch in der Hand halten. Das gestohlene Brot ist noch zwischen ihren Zähnen, wenn der Zorn sie erschlägt; der durch Unrecht gewonnene Goldbarren ist noch in ihrem Zelt, wenn das Gericht sie ereilt. Gott selbst sucht sie ganz offensichtlich heim und erweist an ihnen Seine Macht, indem Er sie vertilgt. Damit schließt die Geschichte ab; der Glaube liest die Gegenwart im Licht der Zukunft und beendet sein Lied ohne eine zitternde Note.