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Predigten zu Römer 14,9

"Denn hierzu ist Christus gestorben und wieder lebendig geworden, auf dass er herrsche sowohl über Tote als über Lebendige."

Autor: Watchman Nee (* 04.11.1903; † 30.05.1972) chinesischer Prediger
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"Dazu ist Christus gestorben und wieder lebendig geworden, damit er sowohl über Tote als über Lebendige Herr sei."

In Vers 4 hat Paulus mit Nachdruck gefragt: "Wer bist du, dass du einen fremden Knecht richtest?" (Die Setzung des persönlichen Fürwortes - "du" - bedeutet im Griechischen Betonung.) Welche Anmassung von uns, des Herrn Diener zu richten, der doch nur ihm verantwortlich ist! Es ist nicht an mir oder dir, als Herr der Heiligen aufzutreten und sie zurechtbringen zu wollen, als wenn Gott mit seinen eigenen Dienern nicht auch ohne uns fertig würde. Nicht wir sind für sie gestorben. Ich bin weder Herr der Toten noch der Lebendigen. Werde ich mich also vermessen, anderen Menschen Vorschriften zu machen? Lieber will ich Geduld mit ihnen haben, so wie Gott auch mit mir geduldig gewesen ist. Denn ich vertraue doch auf das Wirken des Heiligen Geistes in meinem eigenen Herzen. Soll ich nicht ebenso darauf vertrauen, dass er im Herzen meines Bruders in Christus wirkt?


Autor: Carl Olof Rosenius (* 03.02.1816; † 24.02.1868) schwedischer Laienprediger und Initiator einer neuevangelischen schwedischen Erweckungsbewegung

"Denn dazu ist Christus gestorben und auferstanden und wieder lebendig geworden, dass Er über Tote und Lebendige Herr sei."

Dieses selige Verhältnis, dass die Gläubigen, sie leben oder sterben, immer dem Herrn angehören, ist die Frucht des Erlösungswerkes Christi, Seines Todes, Seiner Auferstehung und Seines ewigen Lebens als unser Hoherpriester und König. Das war der eigentliche Zweck Seiner Versöhnung, dass Er uns von der Gewalt der Sünde, des Todes und des Teufels erkaufen und sich das Recht erwerben sollte, uns zu begnadigen, selig zu machen und uns für Zeit und Ewigkeit als Seine Untertanen zu eigen zu haben, "über uns Herr zu sein", nicht nur, während wir auf Erden leben, sondern auch nach unserem Tod, im ewigen Leben. Das ist die Bedeutung der Worte: "Christus ist dazu gestorben und wieder lebendig geworden, dass Er über Tote und Lebendige Herr sei." Ohne Frage erkennen wir hier eine Übereinstimmung darin, dass Christus sowohl gestorben als auch wieder lebendig geworden ist, und dass Lebendige und Tote in Seiner Gewalt sind. Es bedurfte Seines Todes und Seiner Auferstehung, um einen Menschen zu erlösen; und derjenige, der erlöst und begnadigt wurde, gehört dem Herrn; beides auf Grund desselben Versöhnungswerkes, des Todes und der Auferstehung Christi.

Der Apostel hat uns durch seine Ausdrucksweise den Weg gezeigt, den zuerst das Haupt und nachher die Glieder gehen sollten. Christus sollte zunächst auf Erden leben, sodann sterben und schließlich auferstehen und ewig leben. Den gleichen Weg sollen auch wir gehen und bei jedem Schritt dem Herrn angehören, zunächst während unseres Erdenlebens, sodann in unserem Tod und schließlich im ewigen Leben. Und wenn der Apostel hier sagt, dass Christus es erwarb, "unser Herr zu sein" oder über uns zu "herrschen", so hat er damit erklärt, weshalb die Gläubigen nie mehr "sich selbst leben", sondern in ihrem ganzen Leben und Wandel sich als Sein Eigentum und Seine Knechte betrachten sollen. Er ist unser rechter Herr, unser Erlöser und Besitzer. Darum soll Er auch über uns herrschen, und zwar nicht nur in diesem Leben, sondern auch in unserem Tod und in aller Ewigkeit. So haben wir schon unser Glaubensbekenntnis von Christus früh verstehen und aussprechen gelernt: "Ich glaube, dass Jesus Christus, wahrhaftiger Gott und wahrhaftiger Mensch, sei mein Herr, der mich verlorenen und verdammten Menschen erlöst hat, erworben, gewonnen von allen Sünden, vom Tod und von der Gewalt des Teufels; auf dass ich Sein eigen sei und in Seinem Reiche unter Ihm lebe und Ihm diene in ewiger Gerechtigkeit, Unschuld und Seligkeit; gleichwie Er ist auferstanden von den Toten, lebt und regiert in Ewigkeit". Das ist genau die Meinung unseres heutigen Spruches und die Summe des ganzen Evangeliums Gottes. Und hierauf gründet sich nun unsere heilige Verpflichtung und die innige Lust aller Gläubigen, in allen Dingen auf das Wohlgefallen des Herrn und die Ehre Seines Namens zu blicken - kurz, Ihm zu leben.

Darum sagt der Apostel auch: "Er ist darum für alle gestorben, auf dass die, so da leben, hinfort nicht sich selbst leben, sondern dem, der für sie gestorben und auferstanden ist". Da nun Christus an aller Statt gestorben ist, so müssen auch alle diejenigen, für die Er gestorben ist, sich nicht mehr als von Ihm getrennte, unabhängige und selbständige Geschöpfe, sondern stets als Seine Glieder, als Ihm angehörende und dienstschuldige Untertanen betrachten. Er ist darum für alle gestorben. Möchte Gott unser aller Sinne für diese Wahrheit öffnen! Ist es wahr, dass Gottes Sohn um unsertwillen Mensch wurde und unter starkem Geschrei und Tränen für uns Sein Leben geopfert hat, auf dass wir durch Ihn leben, um Seinetwillen trotz all unserer Sünden eine ewige Gnade haben und schließlich die Seligkeit des ewigen Lebens erben werden, - sollten wir dann nicht unser ganzes Leben in allem, was wir tun oder lassen, Ihm, Seiner Ehre, Seinem Dienst und Wohlgefallen weihen?!

Kein Mensch hat das Recht, hier auf Erden zu leben, ohne Ihm zu leben, der uns vom ewigen Tod und von der Verdammnis erkauft hat. Es ist schon traurig genug, wenn selbst Gläubige, die sich wirklich mit ganzem Ernst dem Herrn heiligen, doch nicht vollkommener in Seinem Dienst und zu Seiner Ehre leben können; wieviel schrecklicher aber ist es, das Leben gar nicht Seiner Ehre zu weihen, sondern ganz frei sich selbst zu leben! Das ist ein ganz unseliges Leben, über das Luther die starken Worte äußerte: "Verdammt zur untersten Hölle ist das Leben, welches ein Mensch sich selbst lebt." Und wie die Kinder der Welt ein solches verdammtes Leben führen, indem sie ganz frei von der Fürsorge um die Ehre und das Wohlgefallen des Herrn sind, indem sie vielmehr in ihrem ganzen Leben mit Gedanken, Worten und Werken nur ihrem eigenen Gefallen folgen, das liegt offenbar vor aller Augen. Sie verleugnen den Herrn, der sie erkauft hat, wenn sie Ihn auch mit dem Mund bekennen. Anders kann es mit den geistlich Toten auch nicht sein. Dass ein Mensch wirklich dem Herrn lebt, ist allein ein Wunderwerk Seiner Gnade in der Neugeburt. Diejenigen, die der sie zur Buße und zur Bekehrung rufenden Gnade widerstehen, müssen unter der Gewalt der gefallenen Natur verbleiben und nur sich selbst und für ihre eigene Rechnung leben; und so bitter es sein mag, - die für ihre Rechnung leben, müssen auch für ihre eigene Rechnung sterben und sich im Tod und im Gericht selbst helfen. Nur diejenigen, die "dem Herrn leben", werden auch "dem Herrn sterben".

O, dass kein einziger bleiben möchte Auf falschem Grund!