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Predigten zu Römer 14,8

"Denn sei es, dass wir leben, wir leben dem Herrn; sei es, dass wir sterben, wir sterben dem Herrn. Sei es nun, dass wir leben, sei es, dass wir sterben, wir sind des Herrn."

Autor: Charles Haddon Spurgeon (* 19.06.1834; † 31.01.1892) englischer Baptistenpastor
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"Leben wir, so leben wir dem Herrn."

Wenn es Gott recht gewesen wäre, so wäre jedes von uns am liebsten im Augenblick seiner Bekehrung sogleich in den Himmel gegangen. Es war nicht unumgänglich notwendig für unsre Zubereitung zum ewigen Leben, dass wir sollten länger hienieden verweilen. Es ist gar wohl möglich, dass ein Mensch in den Himmel aufgenommen und tüchtig erfunden wird, ein Mitgenosse am Erbteil der Heiligen im Licht zu sein, obgleich er gerade erst zum Glauben an Jesum gekommen ist. Zwar ist unsre Heiligung eine lange und ununterbrochen fortgehende Arbeit, und wir werden nicht vollendet, bis dass wir unsern Leib ablegen und ins innere Heiligtum eingehen; dennoch hätte uns der Herr, wenn es sein gnädiger Wille gewesen wäre, verwandeln können aus der Unvollkommenheit in die Vollkommenheit, und hätte uns plötzlich in den Himmel nehmen können. Warum denn sind wir noch hier? Wollte etwa Gott seine lieben Kinder auch nur einen einzigen Augenblick länger als notwendig von seinem Paradiese fern halten? Warum steht das Heer des lebendigen Gottes noch auf dem Schlachtfeld, wenn ein einziger Angriff ihm den Sieg verleihen könnte? Warum irrt sein Volk noch immer in der Wüste hin und her, während ein einziges Wort von seinem Mund sie mitten in das ersehnte Land der Verheißung im Himmel versetzen könnte? Die Antwort lautet: Sie sind hier, damit sie sollen "dem Herrn leben", und auch andre mit seiner Liebe bekannt machen. Wir bleiben auf Erden als Sähmänner, die guten Samen streuen, als Ackerleute, die das Brachfeld pflügen, als Heilsboten, die da Frieden und Heil verkündigen. Wir sind hier als das "Salz der Erde," um der Welt zum Segen zu werden. Wir sind hier, um Christum mit unserm Wandel zu verherrlichen. Wir sind hier als seine Werkleute, und als seine "Mitarbeiter". Möge unser Leben seinem Zweck entsprechen. Lasset uns ein ernstes, tätiges, heiliges Leben führen, "zu Lobe seiner herrlichen Gnade." Bis dahin sehnen wir uns, bei Ihm zu sein, und singen täglich: "Ich will in Jesu sterben, Ich will in Jesu erben, In Jesu aufersteh'n, In Ihm gen Himmel fahren, Und mit den sel'gen Scharen In seinem Licht Ihn ewig seh'n."


Autor: John F. MacArthur (* 19.06.1939) US-amerikanischer Pastor, Prediger, Theologe und Autor
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FÜHLEN, WIE GOT T FÜHLT

Ich erinnere mich an eine junge Frau, die es gelernt hatte, mitzuleiden, wenn Gott entehrt wurde. Sie verließ ihr kleines Dorf in West Virginia, um mit einem jungen Mann, der an der Universität von Los Angeles studierte, zu leben. Nach einer Weile hatte er sie einfach auf die Straße gesetzt. Sie irrte umher und versuchte wiederholte Male sich das Leben zu nehmen – ohne Erfolg. Meine Schwester und ich lernten sie kennen und hatten die Möglichkeit, sie zu Christus zu führen. Kurze Zeit später entschied sie sich dann, in ihr Heimatdorf zurückzukehren, um ihrer Mutter und ihren Freunden von Jesus zu erzählen. Einige Monate später schrieb sie mir einen Brief. Hier einige Auszüge daraus: „Ich kann die unerträgliche Traurigkeit Gottes, die er fühlt, wenn jemand ihn ablehnt und nicht ehrt, in gewissem Sinne nachempfinden. Er ist Gott! Er hat uns gemacht. Er hat uns alles gegeben, und wir zweifeln an ihm und lehnen ihn ab. Es ist schrecklich! Wenn ich an den Schmerz denke, den ich ihm zufüge, bleibt nur noch die Hoffnung, dass ich eines Tages etwas davon wieder gutmachen kann. Es ist mir absolut klar, dass Gott verherrlicht werden muss. Ich kann es kaum erwarten, Jesus, und dadurch indirekt auch Gott, zu erzählen, wie sehr ich ihn liebe. Ich will, dass Gott seinen rechtmäßigen Platz bekommt, und werde alles daran setzen, dass dieses Ziel erreicht wird. Ich bin es leid zu sehen, wie die Menschen ihn behandeln und ihm keinerlei Beachtung schenken.“


Autor: Watchman Nee (* 04.11.1903; † 30.05.1972) chinesischer Prediger
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"Ob wir nun leben oder sterben, wir sind des Herrn."

Lege den Nachdruck nie auf die technische Seite des Christseins, sondern stets auf die grundlegende Tatsache, dass wir Christus gehören und dass alles, was wir tun, für ihn geschieht. Wir leben "dem Herrn" , und wir sterben "dem Herrn" . Nie dürfen wir die, deren Ansichten von den unsrigen abweichen, dazu zu überreden suchen, so zu denken und zu handeln wie wir. Unser einziges Ziel muss sein, sie näher zu ihm zu führen. Denn nicht dafür arbeiten wir, dass Menschen sich äußerlich richtig verhalten oder sich bestimmte, an sich gute Ansichten zu eigen machen, sondern dass sie in eine engere Verbindung zu Gott selbst kommen. Hat ein Bruder Ansichten, die sich von den meinigen stark unterscheiden? Vor allem anderen muss ich darauf sinnen, dass sowohl er als ich, was wir tun, für den Herrn tun. Wenn das unser Ziel ist, steht alles gut zwischen uns, auch bei äußeren Meinungsverschiedenheiten. Der zentrale Punkt des Christseins ist die Oberherrschaft Jesu Christi. Wenn er in Wahrheit dein Herr und auch mein Herr ist, dann bringt er selbst alles andere in Ordnung.


Autor: Carl Olof Rosenius (* 03.02.1816; † 24.02.1868) schwedischer Laienprediger und Initiator einer neuevangelischen schwedischen Erweckungsbewegung

"Wir leben oder sterben, so sind wir des Herrn."

Dies ist das Geheimnis und die Höhe des Lebens der Gläubigen hier auf Erden. Mit ihrem ganzen Leben, ihrem Dasein und auch mit ihrem Sterben sind sie des Herrn, der sie erschuf, erlöste und heiligte. Sie sind Sein, nicht nur wegen des Bundes mit Ihm, sondern auch ihrem Geist und ihrer ganzen Lebensrichtung nach.

"Denn unser keiner lebt sich selbst." Die geistlich Toten können nichts anderes tun, als "sich selbst zu leben" , für ihre eigene Rechnung und nach ihren eigenen Lüsten, "frei von der Gerechtigkeit." Dass dagegen die Gläubigen in ihrem Geist und in ihrer ganzen Lebensrichtung wirklich dem Herrn leben, kommt daher, dass die Neugeburt und das geistliche Leben nicht nur Gedanken und Vorstellungen, sondern eine Wirklichkeit sind, die sich in Kräften und Eigenschaften beweisen, die nicht in der Natur vorhanden sind. Unter diesen ist die auszeichnendste die, dass wir nicht mehr uns selbst leben, sondern jetzt im Herrn, in Seiner Sache, Seiner Ehre und Seinem Wohlgefallen unser höchstes Lebensziel haben, wie gut oder wie schlecht es uns auch gelingen mag, das, was wir innigst wünschen und dem wir nachstreben, im Werk und in der Tat auszuführen. Geht es nicht vollkommen im Wandel, sondern fangen wir in irgendeiner Sache an, uns selbst zu leben, dann ist dies ein Abweichen von unserm innersten Willen, das wir dann selbst strafen.

Und keiner stirbt sich selbst. Auch hinsichtlich seines Sterbens ist der Christ nicht mehr sein eigen, sondern des Herrn und Ihm ergeben. Er hat weder das Recht noch den Willen, nach eigenem Belieben etwa wegen seiner Ehre sein Leben aufs Spiel zu setzen. Wenn er es opfern muss, dann soll es nach des Herrn Befehl geschehen. Der Apostel sagt: "Ihr seid nicht euer selbst, ihr seid teuer erkauft." Nur wenn der Herr es will, sollen wir willig sein, unser Leben zu opfern, dann aber auch in jeder Weise oder zu jeder Zeit, die dem Herrn gefällt. Ein gläubiger Christ darf in bezug auf sich selbst weder zu leben noch zu sterben wünschen. Er muss immer so sprechen: "Wenn Gott will, dass ich noch länger hier auf Erden bleiben soll, dann will ich es auch; wenn Er mich dagegen heimnehmen will, dann will ich nicht mehr auf Erden sein." Wir versündigen uns das eine Mal mit dem Wunsch auf ein verlängertes Leben, das andere Mal dadurch, dass wir uns selbstsüchtig den Tod wünschen. Alles, was wir sind und haben, auch unser Leben, ist des Herrn und muss Ihm überlassen sein.

Leben wir, so leben wir dem Herrn! Dass wir dem Herrn leben sollen, bedeutet, dass wir unser Leben, unser ganzes Dasein als des Herrn Eigentum betrachten und deshalb auch in allen Fällen als Seine Knechte handeln. Es bedeutet, dass wir in allen Dingen auf Seinen Willen als auf die alleinige Richtschnur alles dessen blicken, was wir tun oder uns vornehmen, so dass Seine Ehre und Sein Wohlgefallen unser alleiniges Augenmerk sind. Es bedeutet auch, dass wir in allem, was wir hier im Leben erfahren, uns Seiner Leitung überlassen, in der Freude wie in der Not was immer es auch sei, das Er uns geben oder nehmen mag -, und dass wir Ihm alle unsere Gaben und Kräfte opfern wollen.

Sterben wir, so sterben wir dem Herrn! Wie unser ganzes Leben des Herrn und Ihm geheiligt ist, so auch unser Sterben. Wenn wir darum eines natürlichen Todes sterben, dann geschieht es in dem Bewusstsein, dass wir des Herrn sind. Darum wollen wir auch zufrieden sein, wann und wie es Ihm gefällt, uns abzurufen. In gewissen Fällen hängt unser Tod aber auch von unserer eigenen Wahl ab, wie etwa, wenn der Märtyrer unter einer blutigen Verfolgung dem Tod entgehen könnte, indem er das Evangelium verleugnete; oder wenn der Missionar bei einem gewissen Unternehmen zur Rettung der Seelen eine bestimmte ihm drohende Todesgefahr vor Augen hat; oder wenn der Krieger, der Ordnung Gottes gemäss, sein Leben wagen sollte, dasselbe aber durch die Flucht retten könnte. In allen solchen Fällen ist ein Christ sowohl dem Geist nach willig, als auch verpflichtet, lieber sein Leben zu opfern, als seine Treue gegen Gott und Seine Sache oder Ordnung zu brechen. Und wenn er so um des Herrn willen sein Leben opfert, dann heißt dies auch, dass er "dem Herrn stirbt".

Darum - wir leben oder sterben, so sind wir des Herrn Wir sind sowohl im Leben als auch im Tod Sein Eigentum und Seine Knechte. Einen solchen Trost und Vorzug haben nur die Gläubigen. Wo sie auch sind, im Leben, im Tod oder nach dem Tode, so sind sie des Herrn Eigentum und Gegenstand Seiner vollen Liebe und treusten Fürsorge. Sie sind immer in den Händen dessen, dem "alle Gewalt im Himmel und auf Erden gegeben ist". Während wir auf Erden leben, sind wir doch Seine Kinder und Knechte, in Seiner unsichtbaren Gemeinschaft; und wenn wir abgerufen werden, dann werden wir "daheim bei dem Herrn" sein, um Ihn auf ewig zu sehen, wie Er ist. Hier sind wir des Herrn, zunächst dem Glauben und dem Gewissen nach, ferner der Liebe und dem Dienen nach. Und sterben wir, dann sind wir auch des Herrn Eigentum, und Leib und Seele sind in Seiner Obhut. Der Leib ist in seiner geheimnisvollen, aber sicheren Verwahrung verborgen bis auf den Tag der Auferstehung, um dann unverweslich zum ewigen Leben wiederhergestellt zu werden; die Seele ist im Paradiese Gottes, in der Gemeinschaft Christi und Seiner Heiligen, bis an jenen großen Tag, an dem sie wieder mit dem "geistlichen Leib" bekleidet wird, der dem verklärten Leib Christi ähnlich ist. Wer hier des Herrn ist, wird auch im Tod und in der Ewigkeit Ihm angehören. Es ist darum ein über alles Verstehen seliger Gedanke, dass "wir leben oder sterben, so sind wir des Herrn".