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Predigten zu Römer 1,16

"Denn ich schäme mich des Evangeliums nicht, denn es ist Gottes Kraft zum Heil jedem Glaubenden, sowohl dem Juden zuerst als auch dem Griechen."

Autor: Alfred Christlieb (* 26.02.1866; † 21.01.1934) deutscher Theologe
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"Ich schäme mich des Evangeliums von Christus nicht."

Wir haben die Aufgabe, das Evangelium zu verbreiten. Darin ist Paulus unser Vorgänger. Von ihm wollen wir immer wieder lernen und zu seiner einfachen, klaren Art zurückkehren. - Worin bestand die Botschaft von Paulus? Es war die beglückende Kunde unserer Errettung durch die unverdiente Güte Gottes in dem Herrn Jesus. Diese Botschaft war und blieb allezeit das Thema des Paulus. Von dieser Gnade unseres Herrn Jesu Christi predigte er sofort nach seiner Bekehrung in Damaskus. Mit diesem Zeugnis trat er auf in Jerusalem und Antiochien und trug es durch Asien und Europa. Sein Wort aber hatte stets etwas Helfendes, Erfreuendes, Beglückendes. Man kann über Jesus und das Evangelium Worte machen und dabei den Hörern ein hartes, schweres Gesetzesjoch auflegen. Des Paulus Predigt war immer eine gute Botschaft. - Als zu Elias Zeiten das belagerte Samaria fast ausgehungert war (2. Kön. 6), erschienen eines Morgens vier Aussätzige vor dem Tor und riefen: "Wir sind zum Lager der Syrer gekommen, und siehe, es ist da keine Menschenseele mehr zu sehen. Die Rosse und Maultiere und Zelte stehen verlassen umher." Das war ein Tag beglückender Botschaft! - Als die Brüder Josephs ihrem alten Vater Jakob verkündigten: "Joseph lebt noch und ist ein Herr über ganz Ägyptenland", war das frohe Botschaft für den schwergeprüften Vater. - Lasst uns den Heiland so predigen, dass die verhungerten Seelen merken: Ich darf hinauseilen und Speise nehmen. Der Feind ist geschlagen! Den Tiefbekümmerten wollen wir zurufen: Jesus lebt! Er ist der Herr, dem alle Gewalt gegeben ist im Himmel und auf Erden. Den Sklaven der Sünde wollen wir zurufen: Jesus ist gekommen, die Werke des Teufels zu zerstören. Wen er frei macht, der ist recht frei! Das ist frohe Botschaft mitten in der Zeit, wo so viel Lastendes und Niederdrückendes laut wird. - Sind wir Boten der Freude?


Autor: John F. MacArthur (* 19.06.1939) US-amerikanischer Pastor, Prediger, Theologe und Autor
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DIE KRAFT DES EVANGELIUMS

Die Menschen suchen dauernd nach Veränderungen. Voraussetzung für die ganze Werbeflut der heutigen Zeit ist, dass die Menschen immer alles anders haben wollen, als es gerade ist. Sie wollen besser aussehen, sich besser fühlen, besser denken und besser leben. Sie möchten ihr eigenes Leben umgestalten. Dazu sind sie jedoch unfähig, abgesehen von äußerlichen Veränderungen. Nur das Evangelium Jesu Christi hat die Kraft, Menschen wirklich umzugestalten, sie von Sünde, Satan, Gericht, Tod und Hölle zu befreien. In Apg. 4,12 heißt es: „Und es ist in keinem andern das Heil; denn es ist auch kein anderer Name unter dem Himmel den Menschen gegeben, in welchem wir sollen gerettet werden!“ Dieser Name ist Jesus Christus. Was wir selbst nicht tun können, das kann Gottes Wort, das uns v.a. über Jesus Christus berichtet, bewirken. Wir sind Sünder und haben kein Heilmittel, das uns kurieren könnte. Die unbegreifliche und unbegrenzte Kraft, die es vermag, uns umzugestalten, hat ihren Ursprung in Gott.


Autor: John F. MacArthur (* 19.06.1939) US-amerikanischer Pastor, Prediger, Theologe und Autor
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DEN WECHSEL GEWÄHLT

Bevor Gott seinen Sohn auf die Erde sandte, beabsichtigte er, die Welt durch Israel, das leider ungläubig war, zu erreichen. Ihr Unglaube wird anhand eines Gleichnisses geschildert: Ein König bereitete ein Hochzeitsmahl für seinen Sohn vor und lud Gäste (Israel) ein. Als sie die Einladung ausschlugen – einige waren gleichgültig, andere feindselig –, sprach der König zu seinen Knechten: „So geht nun hin auf die Kreuzwege der Landstraßen, und so viele immer ihr finden werdet, ladet zur Hochzeit ein“ (Mt 22,9). Jesus benutzte dieses Gleichnis als Beschreibung für das abgefallene Israel, das seinen Messias ablehnte und dadurch die Teilnahme am geplanten Fest verspielte.

Infolgedessen richtet Gott seine Einladung an eine andere Gruppe: die Heiden. Gott erwählte sich eine kleine Gruppe von Männern aus den Bergen Galiläas und einige aus Jerusalem, um die verlorene Welt zu erreichen. Sie gebrauchte er, um das Werk zu vollbringen, das die Nation Israel nicht tun wollte. Wir nun sind dazu berufen, diese Arbeit weiterzuführen.


Autor: Carl Eichhorn (* 11.07.1810; † 08.02.1890) deutscher lutherischer Pastor
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Das Christentum nicht Kopfsache, sondern eine Lebensmacht

"Das Evangelium ist eine Kraft Gottes, die da selig macht alle, die daran glauben."

Im Religionsunterricht und auf der theologischen Hochschule merkt man leider meist nicht viel davon, dass das Evangelium eine Gotteskraft ist. Jahraus, jahrein werden die Köpfe mit Wissen gefüllt, die Herzen aber bleiben leer. Vielen jungen Seelen wird das Christentum durch diesen kopfmässigen Betrieb verekelt. Der Wissensstoff bleibt ihnen innerlich fremd und geht darum schwer ins Gedächtnis hinein, er wird nur widerwillig eingeprägt. Man sollte den religiösen Lernstoff auf ein Mindestmass beschränken. Wenn jemand zum geistlichen Leben erweckt wird, lernt er Lieder und Bibelsprüche mit Lust, weil Kopf und Herz nun einstimmig sind.

Einer, der viele Jahre ganz gottfremd war, keine Kirche besuchte, keine Bibel zur Hand nahm, wurde von der Gnade ergriffen. Er lernte nicht nur einzelne Sprüche, sondern ganze biblische Bücher auswendig und konnte, als er auf seinem letzten Krankenlager nicht mehr zu lesen imstande war, sich den ganzen Hebräerbrief vorsagen. - Kein Wunder, wenn ein nur gelernter Glaube unter den Stürmen des Lebens wie Spreu verfliegt oder viele den Glauben an die Bibel sich schnell rauben lassen! Fehlt doch die eigentliche Glaubenserfahrung. Es sollten aber nur solche Gottes Wort in den Mund nehmen und lehren, die das Wort an ihrer eigenen Person zur Kraft werden ließen. Dann ist kein klaffender Riss zwischen Lehre und Leben. Die Hörer und Schüler haben ein deutliches Empfinden dafür, ob einer auch wirklich glaubt, was er lehrt, und es auslebt. Wenn das Christentum in der Person seines Verkündigers verkörpert ist und es sich nicht nur in Worten, sondern als Geist und Leben kundgibt, dann wird sein Leben wieder Leben wecken. Die Gottesworte in der Bibel sind nach Luther nicht "Leseworte", sondern "Lebeworte". - "Das Wissen bläht auf", sagt der Apostel. Die Pharisäer und Schriftgelehrten waren sehr wissensstolz und sahen auf das unwissende Volk mit Verachtung herab. "Das Volk, das vom Gesetz nichts weiss, ist verflucht." So gibt es auch unter uns Menschen, die sich auf ihre Bibelkenntnis etwas zugute tun. Sie haben viel religiösen Stoff in sich aufgespeichert, sich auch in die christlichen Wahrheiten bis zu einem gewissen Grad hineingedacht, ohne doch in die Geheimnisse Gottes einzudringen.

- Nicht das Wissen, sondern das Gewissen entscheidet, das Gewissen, an welches das Evangelium sich wendet, um von diesem Punkt aus das ganze Wesen zu erneuern. "Das Reich Gottes besteht nicht in Worten, sondern in Kraft." Das Christentum ist eine Lebensmacht. Es will nicht nur die Köpfe aufhellen, sondern eine Wiedergeburt des ganzen Menschen bewirken nach Verstand, Willen und Gefühl. Das Evangelium ist eine Kraft, die neue Menschen schafft, deren Denken, Wollen und Fühlen ganz anders geartet ist denn zuvor. Wer sich mit dem Hören, Lesen und Wissen begnügt, befindet sich in einem gefährlichen Selbstbetrug.


Autor: Carl Olof Rosenius (* 03.02.1816; † 24.02.1868) schwedischer Laienprediger und Initiator einer neuevangelischen schwedischen Erweckungsbewegung

"Ich schäme mich des Evangeliums von Christus nicht."

Man könnte hier fragen, weshalb der Apostel eigentlich diese Bemerkung macht, da doch das Evangelium nicht etwas ist, dessen man sich zu schämen braucht. Gott hat es uns vom Himmel herab gegeben, es ist also das Ehrenvollste, was es auf Erden gibt. Weshalb sagt der Apostel dann, dass er sich nicht schäme? Ohne Zweifel deshalb, weil Menschen sich desselben doch zu schämen pflegen. "


Hier werden gewiss viele meinen, dass dies nur zur Zeit des Apostels der Fall sein konnte, wo die ungläubigen Juden und die Heiden die Herrlichkeit des Evangeliums nicht kannten und deshalb auch in ihrer falschen Weisheit verachteten. Es ist gewiss wahr, dass es sich zur Zeit des Apostels so verhielt, dass das Evangelium Gottes "den Juden ein Ärgernis und den Griechen eine Torheit war", weil die Juden Zeichen forderten und die Griechen nach Weisheit fragten. Ganz ebenso aber geht es auch jetzt zu. Das Evangelium Christi ist auch heute ein Ärgernis und eine Torheit sogar für viele von denen, die auf Seinen Namen getauft sind.

Die menschliche Natur ist zu allen Zeiten und an allen Orten dieselbe, trotz aller äußeren Veränderungen. Darum lässt das ganze Wort Gottes sich auch zu allen Zeiten und auf alle Völker anwenden, sie seien Juden oder Heiden, Mohammedaner oder Namenchristen. Es trifft überall zu, was der Apostel sagt: "Der natürliche Mensch vernimmt nichts vom Geiste Gottes; es ist ihm eine Torheit und kann es nicht erkennen." Und nicht nur das, sondern das Evangelium Christi ist in jeder Beziehung auch im schärfsten Kampf gegen alles in unserer Natur Liegende. Im Evangelium wird das angegriffen, was der Mensch am meisten liebt, nämlich seine Unabhängigkeit. Da wird eine unbedingte Unterwerfung des Verstandes und des Willens unter das Wort Christi gefordert. Da werden jede Hochmutseinbildung und alles Selbstvertrauen gründlich zu Boden geschlagen. Da wird Gott allein groß und der Mensch nur ein armer Bettler. Das kann der Menschennatur nie gefallen, sondern bedeutet ihr nur Pein und Tod. Hier liegt darum auch der Grund, weshalb Jesu Worte und Seine wahren Zeugen stets von allem gehasst sein müssen, was nicht aus Gott geboren ist. Darum sagte der Herr auch so oft zu Seinen Jüngern, dass sie sich darauf vorbereiten sollten, um Seines Namens willen von allen Menschen gehasst zu werden; und Er erklärte, dass es nicht wohl um sie stände und dass sie nicht Seine wahren Jünger seien, wenn sie nicht dieses Zeichen hätten, dass es ihnen wie dem Meister erginge. Es ist nicht das wahrhaftige und das reine Evangelium Christi, wenn die Welt es lieben kann und wenn es nicht verspottet und angetastet wird.

Da nun aber ein Feind des Evangeliums nie dafür gehalten sein will, das Gute und Richtige zu hassen, so muss die Feindschaft sich immer mit dem Schein des Eifers für die Wahrheit umgeben und deshalb auch Christi Sache als Torheit oder als etwas Falsches und Böses schmähen, das getadelt und verabscheut zu werden verdient. Da Jesu Jünger und Freunde immer die kleine Schar, nur einige wenige Verachtete sind, während die Welt, die sie schmäht, die große tonangebende und angesehene Schar ist, so kann man leicht verstehen, dass es immer zu einer schweren Versuchung wird, sich Seiner und Seines Wortes zu schämen. Ach, es wird für manchen Christen ein unaussprechlich harter Kampf, um Christi willen der Achtung der ganzen Welt zu entsagen, ein Tor zu werden und sich von seinen Nächsten und Freunden und der ganzen bürgerlichen Gesellschaft verachtet und aufs ärgste geschildert zu sehen. Wir haben doch auf Erden nichts Kostbareres als die Achtung, die Freundschaft und das Vertrauen der Menschen. Jetzt sollen wir allem entsagen. Um solches immerfort zu ertragen, ist ein göttliches Werk an der Seele erforderlich. Wir reden hier nicht von jener Frömmigkeit, die von der Welt gebilligt und geachtet werden kann, sondern von der wahren, echten Nachfolge Christi, die unbedingt der Welt ein Ärgernis und eine Torheit sein muss, so wahr Christus gesagt hat: "Der Knecht ist nicht grösser als sein Herr. Haben sie Mich verfolgt, so werden sie auch euch verfolgen;" als wollte Er sagen: Geben sie vor, dass sie euch wegen eines Fehlers, z. B. wegen eines Mangels an Demut, Sanftmut usw. hassen, so wisst, dass Ich "sanftmütig und von Herzen demütig" war, und dennoch haben sie Mich gehasst.

Schämest du dich deines Heilands, Seines Kreuzes, Seiner Schmach? Ach, Er schämte sich nicht deiner, Als Sein Herz für dich einst brach.

Wagst du nicht, dass andre merken, Dass dir Jesu Name lieb? Er am Kreuz hat mehr gewaget, Als die Lieb' in Tod Ihn trieb.

Fürchtest du der Welt Gespötte? Ach, dein Heiland, Herr und Gott Hat viel Spott und Hohn ertragen, Als er litt für deine Not. Willst du deiner selbst hier schonen, Ruh zu haben kurze Zeit? Ach, dein Heiland sich nicht schonte Einst für dich im heißen Streit.

"Wer sich Mein und Meiner Worte Schämet", also Jesus spricht, "Dessen werd' Ich Mich auch schämen, Wenn Ich komme zum Gericht."

Lass dich warnen, der du schämest Dich des Heilands, der so gut; Schäm' dich nicht, dich zu bekehren! Lass dich retten durch Sein Blut!