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Predigten zu Römer 5,15

"Ist nicht aber wie die Übertretung also auch die Gnadengabe? Denn wenn durch des Einen Übertretung die Vielen gestorben sind, so ist vielmehr die Gnade Gottes und die Gabe in Gnade, die durch einen Menschen, Jesum Christum, ist, gegen die Vielen überströmend geworden."

Autor: William MacDonald (* 07.01.1917; † 25.12.2007) US-amerikanischer Prediger der Brüdergemeinden
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"Mit der Übertretung ist es aber nicht so wie mit der Gnadengabe."

In Römer 5,15-21 stellt Paulus die zwei Ersten in der Geschichte, bzw. der Heilsgeschichte der Menschheit einander gegenüber: Adam und Christus. Adam war der Erste in der ersten Schöpfung; Christus der Erste, das Haupt der neuen Schöpfung. Adam war der natürliche Mensch; Christus ist der geistliche. Dreimal gebraucht Paulus in diesem Abschnitt die Worte "viel mehr" , um zu betonen, dass der Segen, der aus der Tat Christi kommt, unendlich viel grösser ist als der Verlust, den Adams Sünde herbeigeführt hat. Er sagt damit, dass "die Söhne Adams in Christus mehr Segen haben als ihr Vater verwirkt hat" . Gläubige haben es in Christus besser als sie es jemals in einem Adam, der nicht in Sünde gefallen wäre, gehabt hätten. Nehmen wir für einen Augenblick einmal an, dass Adam nicht gesündigt hätte, dass er und seine Frau sich entschieden hätten, Gott zu gehorchen, anstatt von der verbotenen Frucht zu essen. Welche Auswirkungen hätte das für ihr Leben gehabt? Soviel wir wissen, hätten sie dann unbegrenzt lange im Garten Eden weitergelebt. Ihr Lohn wäre ein langes Leben auf Erden gewesen. Und das hätte auch für ihre Nachkommen gegolten. Auch sie hätten für unbestimmte Zeit im Garten Eden leben können, solange sie ohne Sünde waren. Sie wären nicht gestorben. Aber in diesem Zustand der Unschuld hätten sie doch keine Aussicht gehabt, je in den Himmel zu kommen. Sie hätten nie die Verheißung bekommen, dass der Heilige Geist in ihnen wohnen und sie mit ihm versiegelt würden. Sie wären nie Erben Gottes und Miterben Jesu Christi geworden. Sie hätten niemals die Hoffnung gehabt, in das Bild des Gottessohnes umgestaltet zu werden. Und immer hätte die furchtbare Möglichkeit bestanden, dass sie doch noch sündigen könnten und damit die irdischen Segnungen verwirken würden, an denen sie sich im Garten Eden freuen konnten. Denken wir dann im Gegensatz dazu an die unendlich bessere Stellung, die Jesus Christus für uns durch Sein Erlösungswerk errungen hat. Wir sind gesegnet mit allen geistlichen Segnungen durch Ihn. Wir sind bei dem liebenden Gott angenommen, vollkommen in Christus, erlöst, versöhnt, mit Vergebung beschenkt worden, wir sind gerechtfertigt, geheiligt, verherrlicht und zu Gliedern am Leib Christi geworden. Der Heilige Geist wohnt in uns und hat uns versiegelt, und er ist das Unterpfand unseres Erbes. Wir sind für alle Ewigkeit geborgen in Christus. Wir sind Kinder Gottes und Erben Gottes und Miterben Jesu Christi. Wir sind Gott so nahe und so lieb wie Sein eigener geliebter Sohn. Und es gibt noch viele, viele andere Dinge. Aber das ist schon genug, um uns zu zeigen, dass Gläubige es heute in dem Herrn Jesus Christus viel besser haben als sie es je hätten haben können, wenn Adam ohne Sünde geblieben wäre.


Autor: Aiden Wilson Tozer (* 21.04.1897; † 12.05.1963) US-amerikanischer evangelischer Pastor und Autor (besser bekannt als A. W. Tozer)
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Gottes Gnade währt ewig

Eine typische Lehrmeinung, die unter Christen weithin akzeptiert wird, lautet: Mose und das Alte Testament kannten nur Gottes Gesetz, und Christus und das Neue Testament kennen nur Gottes Gnade. Ich wiederhole: Das ist eine Lehrmeinung, die heute weithin »akzeptiert« wird - doch ich füge gleich hinzu, dass das eine irrtümliche Vorstellung ist und dass das nie von den Kirchenvätern der frühen Christenheit vertreten worden ist.

Gott war immer der Gott aller Gnade, und Er ändert sich nicht. Seine Unwandelbarkeit ist eine Seiner Eigenschaften. Deshalb handelt Gott zu allen Zeiten und überall wie Er selbst!

Er ist der Gott aller Gnade, und deshalb verhält sich Gottes Gnade nicht so wie das Wasser bei Ebbe und Flut. Immer war die Fülle der Gnade in Gottes Herzen. Darin ist jetzt nicht mehr Gnade als früher, und darin wird nie mehr Gnade sein als jetzt!

Gottes Gnade floss nicht erst, als Christus kam, um für uns zu sterben. Gnade war Teil von Gottes uraltem Erlösungsplan, und sie wurde offenbart im Blut, in den Tränen, in dem Leid und dem Tod am Kreuz von Golgatha!