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Predigten zu Römer 5,4

"das Ausharren aber Erfahrung, die Erfahrung aber Hoffnung;"

Autor: Charles Haddon Spurgeon (* 19.06.1834; † 31.01.1892) englischer Baptistenpastor
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"Alles dient zum Heil."

Christus gibt den Entscheid in allem, was geschieht; Sein Einfluss ist überall und allezeit überwiegend, und Er macht diese Seine Gewalt zum Erbauung Seiner Gemeine geltend. Er spinnt den Faden der Führungen und regiert den Webstuhl der Geschicke, und lässt nicht zu, dass diese Fäden anders verkettet werden, als wie es das von Seiner ewigen Liebesweisheit bestimmt Muster vorschreibt. Er gestattet nicht, dass sich die geheimnisvolle Welle der Ereignisse irgendwie anders dreht, als dass alles Seinen Auserwählten zum Heil dienen muss. Das Allerschwerste macht Er ihnen zum Segen, und das Beste heiligt Er. In den Zeiten der Fülle fördert Er ihr Gedeihen, in den Zeiten der Not sorgt Er für alle ihre Bedürfnisse. Gleichwie alles zu Seiner Ehre dienen muss, so dient alles zu ihrem Heil.


Autor: Elias Schrenk (* 19.09.1831; † 21.10.1913) deutscher Theologe und Erweckungsprediger des Pietismus

Geduld aber bringet Erfahrung.

Es ist eine sehr ernste Sache, wenn ein Eisenbahnzug aus dem Geleise kommt; noch viel ernster ist es, wenn ein Mensch aus dem Geleise kommt, in das Gott ihn gestellt hatte. Nur dann, wenn er in diesem göttlichen Geleise, auf dem ihm von Gott vorgezeichneten Wege bleibt, erreicht er das ihm vorgesteckte Ziel. Es ist oft sehr schwer, einen Menschen auf den rechten Weg zu bringen, weil er so gern eigene Wege geht; aber nicht sehr schwer ist es, vom rechten Wege abzukommen. Wie oft geschieht dieses durch Ungeduld! Besonders jüngere Christen kommen gar leicht in Ungeduld, laufen dadurch dem Herrn aus der Schule, geben Ärgernis und verderben vieles. Auch an der Ungeduld älterer Christen sieht man, wie viel Leidensscheu im Menschenherzen steckt. Oft ist die Ungeduld ein·Zeichen von Mangel an Verständnis der Wege Gottes. Petrus sagt in 2. Petri 3,15: die Geduld unseres Herrn achtet für eure Seligkeit. Ohne die Geduld Gottes würde kein Mensch selig. Wollen wir auf Gottes Wegen gehen, so müssen wir auch Gottes Weise lernen. Ohne Geduld können wir nicht Gottes Mitarbeiter sein. Gegenüber der Trägheit so vieler Menschen, der süßen Gewohnheit nach väterlicher Weise, ist Energie, tatkräftiges und unter Umständen rasches Handeln oft eine sehr notwendige und herrliche Sache. So wichtig aber die Tatkraft bei einem Menschen ist, so ist doch Geduld, Ausharren auf Gottes Wegen, Druntenbleiben unter dem, was der Herr auflegt, ein sichereres Zeichen eines gereiften christlichen Charakters, als Tatkraft, weil bei letzterer oft viel Naturfeuer ist, das bei der Geduld weniger Raum hat. So sagt ja auch Paulus: Geduld aber bringet Erfahrung, oder wörtlich: Bewährung. Ein ungeduldiger Mensch ist kein bewährter und darum kein zuverlässiger Mensch. Harrt jemand in seines Gottes Schule aus, auch unter allerlei Widerwärtigkeiten, so beweist er, dass er gelernt hat, seinen Willen unter Gottes Willen zu beugen, und sich die Kraft schenken zu lassen zum Tragen. Er ist bewährt.

Herr, vergib mir, wenn ich ungeduldig war. Wirke durch Deinen Geist in mir, die geistliche Armut, Demut und Beugung, die ich brauche zum Ausharren bis an's Ende. Amen


Autor: Elias Schrenk (* 19.09.1831; † 21.10.1913) deutscher Theologe und Erweckungsprediger des Pietismus

Erfahrung aber bringet Hoffnung.

Von Hoffnung hört man sehr viel reden; vielleicht am meisten von zu Wasser gewordener Hoffnung. Wir wundern uns nicht darüber. Wer ohne Gott hofft, baut seine Hoffnung auf Sand. Christen haben Hoffnung, die nicht auf Sand gebaut ist. Doch kann sie sehr der Läuterung bedürfen, wie wir bei den Jüngern des Herrn vor seinem Leiden und Sterben sehen; wie fleischlich war damals ihre Hoffnung, wie musste sie vernichtet werden! So ist auch jetzt bei jungen Christen oft noch viel Gemisch in ihrer Hoffnung und abgesehen davon, muss es sich bei manchem erst zeigen, ob er bei Jesu bleibt, ob er auf dem Grunde der Hoffnung bleibt. Durch Ausharren unter Gottes erziehender Hand in Trübsalen und Nöten, und durch gleichzeitiges Festhalten an seinem Wort, seinen Verheißungen, klärt sich unsere Gemeinschaft mit Gott immer mehr ab; sein Beistand, seine Durchhilfe in der Not, die Erfahrung seiner Treue, die wachsende Einsicht in seine Heils- und Reichsgedanken, machen das innere Auge immer klarer zum Ausblick in die Herrlichkeit. So meint es der Apostel, wenn er sagt: Erfahrung, Bewährung wirket Hoffnung. Wir verdanken die Hoffnung nicht unserer Bewährung, sondern der Wiedergeburt; wir sind wiedergeboren zu einer lebendigen Hoffnung 1. Petri 1,3, so dass der Schächer von dem Augenblick an, als Jesu Wort zu ihm gesprochen war: heute noch wirst du mit mir im Paradiese sein, ganz sichere Hoffnung hatte. Haben wir aber mit dieser Hoffnung, die wir bei der Wiedergeburt empfangen haben, in der Nachfolge Jesu uns bewährt, so sind wir einem Reisenden gleich, der erst einen Hügel besteigt und von diesem aus schon eine ganz liebliche Aussicht auf die Landschaft genießt; aber gerade dieser Genuss weckt die Lust, noch mehr zu sehen. Er besteigt die Bergeshöhe und wenn das auch mühsam ist, und im Schweiß des Angesichtes geschieht, so lohnt es sich doch sehr, weil die Aussicht auf der Höhe unvergleichlich herrlicher ist, als die auf dem Hügel. Welchen Genuss haben doch bewährte Christen hier schon! Ihre Hoffnung ist durch das Feuer bewährt, sie ist lebendig. Lass dich bewähren.

Dir meinem auferstandenen Heiland danke ich von Herzen, dass ich durch Dich eine lebendige Hoffnung habe. Lehre mich immer mehr wandeln im Ausblick auf die selige Ewigkeit. Amen