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Predigten zu Römer 6,2

"Das sei ferne! Wir, die wir der Sünde gestorben sind, wie sollen wir noch in derselben leben?"

Autor: Hermann Friedrich Kohlbrügge (* 15.08.1803; † 05.03.1875) niederländischer reformierter Theologe

Was bedeutet hier das Wort Sünde? Die beklagenswerte Gewohnheit, die uns eigen ist, unsere Begriffe und Gefühle beim Lesen der Schrift in die Schrift hineinzutragen, macht, dass wir das Wort Gottes immerdar deuten nach dem engen Gesichtskreise, in welchem wir mit unserer Kurzsichtigkeit uns befinden. So verstehen denn viele unter Sünde das äußerliche Werk am Leibe. Wir sollen das Wort Sünde bei dem Apostel nicht so verstehen, als denke er dabei an ein gewisses Laster, auch meint er damit nicht Sinnlichkeit oder Selbstsucht, sondern er hat das ganze des menschlichen Elendes großartig nach der Geschichte und sodann nach Geist vor sich. Und da meint er also: Sünde ist das Abgetretensein von dem lebendigen Gott, aus Vorwitz und Misstrauen gegen Gott und dass sich dem Teufel anheimgegeben haben, dessen Willen zu tun, anstatt dass man bei dem Worte geblieben wäre, welches aus Gottes Mund gegangen.

Wie ist man aber der Sünde gestorben? Ich lege euch den Spruch vor: Was Christus gestorben ist, das ist er der Sünde gestorben ein für allemal. Christus ist der Sünde durch Gehorsam und Glauben an das Wort gestorben. Und nun wir? Wie wir? Wir sind mit Christo gestorben, schreibt der Apostel Vers 8. Wem gestorben? Der Sünde mit ihm, da er am Holz des Kreuzes, da er sich für uns an Gott, seinen Gott, gehalten, obwohl alle Zornesschalen über ihn ausgegossen wurden, obgleich alle Teufel sich an ihn heranmachten. So ist er der Sünde gestorben und wir mit ihm.

Zieh' durch deines Todes Kräfte
mich in deinen Tod hinein;
lass mein Fleisch und sein Geschäfte
mit dir angenagelt sein,
dass mein Wille sanft und stille
und die Liebe werde rein.


Autor: Hermann Friedrich Kohlbrügge (* 15.08.1803; † 05.03.1875) niederländischer reformierter Theologe

Wenn wir verstanden haben, dass und wie wir mit Christo gestorben sind, werden wir da noch in dem alten Wesen leben können, in dem Wesen, wie wir weiland waren? Wo eine solche Wahrheit bekannt wird, da hat diese Wahrheit auch einen allmächtigen, unwiderstehlichen Einfluss auf den Menschen, der sie bekennt. Nein, der wird nicht mehr darin leben können, dass er von dem lebendigen Gott sollte abgetreten sein aus Vorwitz und Misstrauen, nicht darin leben können, dass er sich dem Teufel anheim gebe, dessen Willen zu tun, der kann mitnichten in dem alten Wesen stecken bleiben. Er, der die Schlüssel trägt der Hölle und des Todes, wird wohl fein dafür zu sorgen wissen, dass diejenigen, die er in seinem Tode solcher Auflehnung wider den lebendigen Vater hat sterben lassen, sich mit ihm hinübergesetzt finden in sein ewiges Leben, und dass sie nicht der Sünde, sondern Gott leben in ihm, wie er, was er lebt, Gott lebt. Das verbürgt uns seine Auferstehung. Ist es uns gegeben zu glauben, dass wir mit ihm gestorben sind, so wird es uns auch gegeben zu glauben, dass an seinem Kreuze mit ihm unser alter Mensch gekreuzigt ist und wir deshalb mit ihm leben werden.

Es soll aber eine wahrhaftige, schwere und große Not bei uns gewesen sein, um diese Dinge zu verstehen, wie sie Wahrheit in Jesu sind.

Ach mein Herr Jesu, der du bist
von Toten auferstanden,
rett' uns aus Satans Macht und List
und aus des Todes Banden,
dass wir zusammen insgemein
zum neuen Leben gehen ein,
das du uns hast erworben.


Autor: Hermann Friedrich Kohlbrügge (* 15.08.1803; † 05.03.1875) niederländischer reformierter Theologe

Was bedeutet hier das Wort Sünde? Die beklagenswerte Gewohnheit, die uns eigen ist, unsere Begriffe und Gefühle beim Lesen der Schrift in die Schrift hineinzutragen, macht, dass wir das Wort Gottes immerdar deuten nach dem engen Gesichtskreise, in welchem wir mit unserer Kurzsichtigkeit uns befinden. So verstehen denn viele unter Sünde das äußerliche Werk am Leibe. Wir sollen das Wort Sünde bei dem Apostel nicht so verstehen, als denke er dabei an ein gewisses Laster, auch meint er damit nicht Sinnlichkeit oder Selbstsucht, sondern er hat das ganze des menschlichen Elendes großartig nach der Geschichte und sodann nach Geist vor sich. Und da meint er also: Sünde ist das Abgetretensein von dem lebendigen Gott, aus Vorwitz und Misstrauen gegen Gott und dass sich dem Teufel anheimgegeben haben, dessen Willen zu tun, anstatt dass man bei dem Worte geblieben wäre, welches aus Gottes Mund gegangen. Wie ist man aber der Sünde gestorben? Ich lege euch den Spruch vor: Was Christus gestorben ist, das ist er der Sünde gestorben ein für allemal. Christus ist der Sünde durch Gehorsam und Glauben an das Wort gestorben. Und nun wir? Wie wir? Wir sind mit Christo gestorben, schreibt der Apostel Vers 8. Wem gestorben? Der Sünde mit ihm, da er am Holz des Kreuzes, da er sich für uns an Gott, seinen Gott, gehalten, obwohl alle Zornesschalen über ihn ausgegossen wurden, obgleich alle Teufel sich an ihn heranmachten. So ist er der Sünde gestorben und wir mit ihm.

Zieh' durch deines Todes Kräfte
mich in deinen Tod hinein;
lass mein Fleisch und sein Geschäfte
mit dir angenagelt sein,
dass mein Wille sanft und stille
und die Liebe werde rein.


Autor: Hermann Friedrich Kohlbrügge (* 15.08.1803; † 05.03.1875) niederländischer reformierter Theologe

Wenn wir verstanden haben, dass und wie wir mit Christo gestorben sind, werden wir da noch in dem alten Wesen leben können, in dem Wesen, wie wir weiland waren? Wo eine solche Wahrheit bekannt wird, da hat diese Wahrheit auch einen allmächtigen, unwiderstehlichen Einfluss auf den Menschen, der sie bekennt. Nein, der wird nicht mehr darin leben können, dass er von dem lebendigen Gott sollte abgetreten sein aus Vorwitz und Misstrauen, nicht darin leben können, dass er sich dem Teufel anheim gebe, dessen Willen zu tun, der kann mitnichten in dem alten Wesen stecken bleiben. Er, der die Schlüssel trägt der Hölle und des Todes, wird wohl fein dafür zu sorgen wissen, dass diejenigen, die er in seinem Tode solcher Auflehnung wider den lebendigen Vater hat sterben lassen, sich mit ihm hinübergesetzt finden in sein ewiges Leben, und dass sie nicht der Sünde, sondern Gott leben in ihm, wie er, was er lebt, Gott lebt. Das verbürgt uns seine Auferstehung. Ist es uns gegeben zu glauben, dass wir mit ihm gestorben sind, so wird es uns auch gegeben zu glauben, dass an seinem Kreuze mit ihm unser alter Mensch gekreuzigt ist und wir deshalb mit ihm leben werden. Es soll aber eine wahrhaftige, schwere und große Not bei uns gewesen sein, um diese Dinge zu verstehen, wie sie Wahrheit in Jesu sind.

Ach mein Herr Jesu, der du bist
von Toten auferstanden,
rett' uns aus Satans Macht und List
und aus des Todes Banden,
dass wir zusammen insgemein
zum neuen Leben gehen ein,
das du uns hast erworben.


Autor: Carl Olof Rosenius (* 03.02.1816; † 24.02.1868) schwedischer Laienprediger und Initiator einer neuevangelischen schwedischen Erweckungsbewegung

"Wie sollten wir in der Sünde leben wollen, der wir abgestorben sind?"

Dass wir der Sünde abgestorben sind, erklärt der Apostel V. 3-11 so, dass wir in der Taufe zur Gemeinschaft und Gleichheit des Todes und des Lebens Christi geweiht sind. Wir sind "samt Christus gepflanzt," sagt er, zu gleichem Tod wie der Seinige, der ein "der Sünde Sterben" war. Gleichwie Christus in Seinem Tod Abschied nahm von unseren Sünden, die Er nicht mehr tragen wird, so sind alle Gläubigen in der Taufe "gepflanzt zu gleichem Tode", haben Abschied genommen von ihrem alten Sündenleben, so dass sie hinfort der Sünde nicht dienen werden.

Wenn wir dies aber so verstehen würden, wie es von denen verstanden wird, die nichts von einer neuen Geburt wissen, nämlich, dass es nur ein Bund, ein Gelübde in der Taufe ist, wodurch wir verpflichtet werden, der Sünde abzusterben und Gott zu leben, dann haben wir wahrlich noch nicht die Meinung des Apostels in den Worten "der Sünde abgestorben" verstanden. Gewiss ist es auch ein Bund, aber damit ist nicht die ganze Sache ausgesprochen. Gleichwie die Trauung und das Gelöbnis noch nicht einen guten Ehegatten machen, sondern dazu auch ein inneres Werk, das der Liebe, vonnöten ist, und gleichwie die Predigerweihe und der Eid nicht einen wahren Seelsorger machen, sondern dazu noch ein für die Seelen sorgender Geist notwendig ist, so bewirken auch die blosse Taufe und der blosse Bund nicht, dass man "der Sünde abgestorben ist", wenn nicht ein göttliches Werk in der Seele hinzukommt. Christus redet von einer Geburt aus dem Wasser und dem Geist. Der Apostel redet von dem Bad der Wiedergeburt und der Erneuerung des Heiligen Geistes. Solche Worte erklären uns das Geheimnis und die volle Bedeutung der Worte "wir, die wir der Sünde abgestorben sind". Der Apostel redet hier nicht von falschen Christen, von einigen Ungläubigen, die getauft waren, sondern er bezieht sich auf diejenigen, die wahrhaftig "empfangen die Fülle der Gnade und der Gabe zur Gerechtigkeit". In diesen ist ein göttliches Leben, ein Geist, der die Sünde nicht dulden kann; und hier wird es Wahrheit und Wirklichkeit, dass sie "der Sünde abgestorben sind".

Dies ist die zweite herrliche Gabe, die uns mit dem Glauben gegeben wird, nämlich dieses Werk des Geistes in der Seele, dass wir aus Gott geboren sind, ein neues Herz, einen neuen Sinn und einen neuen Geist haben, der nicht in der Sünde leben kann. Das ist es, was am besten durch die Erfahrung erklärt wird. Während ich nämlich unter dem Gesetz vergeblich kämpfte, um einen heiligen Sinn zu erhalten, aber immer erfuhr, dass in demselben Grade, wie die Sünde gehemmt wurde, die innere Bosheit zunahm, durfte ich dagegen, als ich an aller eigenen Arbeit verzweifelte, erfahren, wie ich durch den Glauben mit einem Male aus lauter Gnade selig wurde; und jetzt sah ich

mich von allen Sünden und den Urteilen des Gesetzes allein durch Christus befreit. Zugleich empfing ich eine ganz neue, mir zuvor unbekannte heilige Gesinnung und Lust in meinem Herzen, einen neuen, willigen, heiligen Sinn, der jetzt das Gesetz Gottes herzlich liebte und das Böse hasste, dass ich in mir fühlte. Derselbe weltliche, sündliche Lebenswandel, der zuvor meine Lust und mein Leben war, wurde jetzt meine Plage. Dieses wunderbare Werk in der Seele erwähnt Johannes: "Wer aus Gott geboren ist, der tut nicht Sünde, denn der Same Gottes bleibt bei ihm; er kann nicht sündigen."Er kann nicht sündigen,"sagt der Apostel. Das ist die merkwürdigste Erfahrung, dass ein Christ, wenn auch die grässlichsten Versuchungen ihn plagen oder auch übereilen und zu Boden werfen, doch nicht in der Sünde verbleiben kann, solange"der Same Gottes"bei ihm bleibt. Er kann nicht Sünde tun, d. h., er kann nicht freiwillig die Sünde ausüben, was Paulus hier"in derselben leben zu wollen"nennt; sondern, ob er auch von derselben zu Boden geworfen wird, so fällt er doch wie ins Feuer oder ins Wasser, worin man nicht leben kann, sondern woraus man stets herauszukommen eilt. So ergeht es dem, der"aus Gott geboren ist". Ein Fall bewirkt nur eine neue, grössere Angst und Furcht vor der Sünde, so dass er aufs neue, nur noch wachsamer und gottesfürchtiger, den guten Weg zu wandeln anfängt, solange der Same Gottes bei ihm bleibt.

Ein Christ ist so beschaffen, dass ihm wohl und er in seinem rechten Lebenselement ist, wenn er vor der Sünde in Frieden sein und den Weg der Gebote Gottes wandeln kann. Wenn er aber von der Sünde angefochten wird, dann wird er erschrekken, geplagt und unruhig sein, als ob er von einem Feinde angefallen würde. Daraus merkt man sehr wohl, dass sein rechtes Leben Heiligkeit ist, dass er "der Sünde abgestorben ist". Hierüber lauten Luthers bekannte Worte: "Es ist unmöglich, dass nicht der ein heiliger Mensch sei, welcher von der Sünde (davon, dass er gegen seinen Gott sündigt) leidet; denn der eine Teufel treibt nicht den andern aus." Das ist dieses göttliche Werk in der Seele, welches bewirkt - was sogar die Welt sieht und wovor sie erschrickt -, dass diejenigen, die im Evangelium Christi zu leben anfangen, auch von dem Wesen der Welt und von dem ganzen früheren Sündenleben Abschied nehmen und hinfort einen ganz anderen Weg durch das Leben wandeln. Diese Tatsache erklärt gewiss die Worte des Apostels: "Wir, die wir der Sünde abgestorben sind."

Ich bin getauft auf Deinen Namen Gott-Vater, Sohn und Heil'ger Geist; Ich bin gezählt zu Deinem Samen, Zum Volk, das Dir geheiligt heißt; Ich bin in Christi Tod versenkt Und bin mit Seinem Geist beschenkt.


Autor: Adolf Schlatter (* 16.08.1852; † 19.05.1938) schweizer evangelischer Theologe und Professor fürs Neues Testament
Zitate von Adolf Schlatter anzeigen

Nun juble, Herz! Kannst du dir Herrlicheres denken oder Größeres begehren? Abgestorben sein für deine Sünde, tot, also unerreichbar und unberührbar sein für deinen gottlosen und boshaften Willen und unbeweglich für die an dir zerrende Zuckung deiner falschen Begehrung, welch ein Geschenk ist das, welche Erweisung der göttlichen Gnade, so groß, dass du nie genugsam danken kannst! Schon das war ein großes Geschenk, als das Gesetz Gottes zu dir kam und dich von deiner Sünde schied, so dass du sagen durftest: was ich nicht will, das tue ich, und vollbringe, was ich hasse. Aber das war nach ein schwerer Stand, ein Elend, die Lage des ermüdeten Wanderers, der nach einem fernen Ziel strebt. Nun aber tot sein für das Böse, das ist Erlösung, das ist Freiheit und Neuheit des Lebens an Stelle deiner Erstorbenheit. Gibt es das? Wenn ich mich selbst studiere, kann ich das nicht finden. Meine Sünde ist nicht tot, weder die alte, die einst geschah, deren Folgen nachwirken, noch die kommende, die mich heut und morgen in Gedanken, Worten und Werken schuldig macht. Allein davon, dass meine Sünde gestorben sei, sagt das Wort des Paulus nichts. Er kann mir nicht sagen: deine Sünde ist tot, weil er den Zusammenhang zwischen der Sünde und der Natur nicht verhüllt. Was er uns dadurch sagt, dass er uns „Fleisch“ nennt, kann ich nicht von mir wegschütteln. Das bin ich und mit dem Fleisch ist jene Begehrlichkeit in mir vorhanden, die das Gesetz verdammt, weil sie nur nah dem greift, was mir selber schmeckt und nützt und nicht nach Gottes Willen fragt. Du, sagt mir Paulus, bist der Sünde gestorben. Denn Christus ist gestorben und sein Kreuz ist das Ende nicht nur der Strafe, nicht nur der Hölle, nicht nur des Zorns, sondern des Sündigens. Du kannst nicht von der Strafe frei werden, wenn du nicht vom Sündigen loskommst. Soll ich sagen, das sei eine Verheißung? O nimm es auch als Verheißung in deine Seele hinein. Eine Verheißung zu haben und erst noch eine solche, die dir den Tod für deine Sünde verspricht, ist eine große Sache. Aber ganz habe ich das Wort des Paulus noch nicht gefasst, wenn ich es nur in die Zukunft lege, etwa erst in jene Stunde, da mir der Tod den Leib zerbricht und das Leben an einem neuen Ort den neuen Anfang bekommt. Denn Paulus beschreibt mir Christus und sein Werk nicht nur als zukünftig. Er ist auch gegenwärtig und er ist dies in der Kraft seines Kreuzes mit seiner Heilandsmacht, durch die er für unsere Sünde gestorben ist. Indem der mich zu sich nimmt und mir das gibt, was er wirkt, tritt sein Tod mit seiner Segensmacht in mein Leben hinein und die selige Frucht dieses meines Anteils an seinem Tod ist, dass ich für die Sünde tot geworden bin. Nun habe ich mich an Christus angeschlossen und bin von ihm gehalten und bewegt, und weil das etwas ganz anderes ist als meine Natur und etwas ganz anderes als mein natürliches Begehren, darum steht nun zwischen mir und meiner Sünde eine starke, sichere Scheidewand.

Was ich bin, darf nicht bleiben; es muss sterben und es wurde in den Tod gegeben, als Du, Herr Christus, Dein Kreuz getragen hast. Von Dir her kommt der neue Anfang meines Lebens auf Grund der gerichteten Sünde, auf Grund der vergebenen Schuld, auf Grund der ins Grab gelegten Natur. Neu ist dieser Anfang, durch Dich bewirkt, in Deiner Gemeinschaft mit mir begründet, im Glauben empfangen. Amen.