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Predigten zu Römer 6,3

"oder wisset ihr nicht, dass wir, so viele auf Christum Jesum getauft worden, auf seinen Tod getauft worden sind?"

Autor: Carl Eichhorn (* 11.07.1810; † 08.02.1890) deutscher lutherischer Pastor
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"Die Gnadentat in der Taufe So viele euer getauft sind, die sind in Christi Tod getauft."

Die Taufe ist nicht nur eine sinnbildliche Handlung, eine sinnreiche Zeremonie. Es geschieht in ihr und durch sie eine Gottestat. "Ihr seid in Jesu Tod hineingetauft." Es wird also der Täufling mit Christo in eine tatsächliche Verbindung gesetzt, er wird in ihn hineinverpflanzt, und zwar speziell in seinen Tod. Er wird am Sterben Christi beteiligt, er stirbt mit ihm. Das alte Leben findet seinen Abschluss. Das Ägypten der Welt liegt hinter dem, der auf Jesum getauft ist. Nun geht der Weg mach Kanaan (1. Kor. 10, 1.2). Das zeigt auch der Taufbefehl. Wörtlich heißt es: "Taufet sie hinein in den Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes!" Der Name darf von der Person nicht getrennt werden. Also wird durch die Taufe eine wesentliche Verbindung geschlossen. "So viele euer getauft sind, die haben Christum angezogen" (Gal. 3, 27). Wie die heilige Taufe mit Christus vereinigt, so werden auch die Getauften untereinander zu einem Leib getauft. - Das Wasser in der Taufe bedeutet Reinigung vom alten Sündenwesen. Die Taufe ist aber nicht nur das Abbild der Reinigung, sondern sie bringt sie. "Christus reinigt durch das Wasserbad, und zwar vermöge oder vermittels eines Wortes." Dies Wort ist nicht das Einsetzungswort der Taufe, sonst hiesse es vermöge des Wortes. Vielmehr spricht Christus, der bei der Taufe der unsichtbar Gegenwärtige und Wirkende ist, ein Gnaden- und Machtwort, etwa so wie er einst bei der Heilung des Aussätzigen sprach: Sei rein!, und er wurde rein (Eph. 5, 26). Wie Christus reden muss, wenn wir das Wort verkünden - sonst ist es nur ein armseliges Menschenwort -, so muss auch er im Grunde die Taufe vollziehen. Petrus nennt darum die Taufe unser Rettungsmittel. Sie ist nicht nur eine äußerlich-leibliche Reinigung, sondern sie befreit vom Schmutz der Sünde. Wer sich ihr unterzieht, spricht das Begehren nach einem guten Gewissen aus. - Diese großen und herrlichen Aussagen von der Taufe können nicht ohne weiteres Anwendung finden auf die Kindertaufe. Die Apostel hatten es bei ihrer Arbeit mit erwachsenen Täuflingen zu tun. Sie tauften allermeist solche, die auf Grund einer persönlichen Entscheidung für Jesum diesen Schritt taten, wie auch jetzt die Missionare unter den Heiden. Von unmündigen Kindern kann man nicht sagen: "Ihr habt Christum angezogen." Sie treten nicht vor Gott mit dem Verlangen nach einem guten Gewissen. Sie verhalten sich nicht tätig, sondern rein passiv. Man kann auf sie nicht das Wort anwenden: "Ihr seid zu einem Leibe getauft." Denn sie sind keine Glieder der Gemeinde.


Autor: Carl Olof Rosenius (* 03.02.1816; † 24.02.1868) schwedischer Laienprediger und Initiator einer neuevangelischen schwedischen Erweckungsbewegung

"Wisset ihr nicht, dass alle, die wir in Jesus Christus getauft sind, die sind in Seinen Tod getauft?"

Der Apostel will sagen: Denkt doch an das zurück, was euch zu Christen gemacht hat! Ihr seid ja in Christus getauft. Diese Taufe bedeutet zugleich, dass ihr durch die Vergebung der Sünden nicht nur gewaschen und gereinigt seid, sondern dass auch das sündliche Fleisch dadurch zum Tod verurteilt und dem Tod überantwortet wurde und ganz ersäuft werden soll. Euer ferneres Leben auf Erden soll ein beständiges Töten der Sünde sein! Das ist der Bund mit Christus: "Wir sind in seinen Tod getauft - und sein Tod war ein Sterben der Sünde."

Dies aber dürfen nicht nur Worte und Gedanken sein, sondern es muss Wahrheit, es muss Wirklichkeit sein. Möchte darum jeder ernste Christ dies bedenken! Wenn jemand, der sich zu Christus bekennt, aber noch nicht wirklich den neuen Sinn hat, der in allen Dingen den Willen seines Herrn tun will, sondern der einen oder der anderen Schosssünde noch huldigen und sie verteidigen oder noch in vertrautem Verhältnis zu etwas offenbar gegen den Willen und die Gebote des Herrn Streitenden stehen kann, dann betrügt er sich mit einem toten Wahnglauben. In unserer Bekehrung kommen wir zu dem Bund mit Christus, in den wir getauft wurden, zurück. Aber wir sind in Seinen Tod getauft, - und Sein Tod war ein Sterben der Sünde. Da ist z. B. ein Sklave des Geizes, dem das Gewinnen und das Zusammenscharren dieses Irdischen die Hauptsache sind. Oder da ist ein Sklave der Lustsünden, der Unzucht oder der Völlerei oder der Zornsünden, des Hasses, des Neides, der Lüge und der Verleumdung. Oder da ist einer, der unredlich im Handel oder in der Arbeit ist. Wenn solche sich zur Religion, zum Wort Gottes und zum Volke Gottes wenden und jetzt den Glauben an die Gnade bekennen, in ihrem früheren Verhältnis zur Schosssünde aber verbleiben - höre nochmals! -, dann betrügen sie sich mit einem falschen Wahnglauben. Ihre Religion, ihr Kirchen- und Abendmahlsbesuch sind unter solchen Umständen nur schnöde Heuchelei. Der Bund mit Christus ist ein heiliger Bund. "Wir sind in Seinen Tod getauft."

Gewiss gibt es in Christi Reich viel Sünde und Jammer - und wir reden nicht davon, dass nicht auch du alles Böse in deinem Herzen und in den Lüsten und Begierden des Fleisches fühlen wirst, oder dass nicht auch du fallen und dich vergehen kannst -, es gehört dem Reiche Christi aber nicht an, wollten wir im alten Verhältnis zur Sünde bleiben. "Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur." Alle Kinder Gottes haben einen heiligen Sinn, der sich gegen die Sünde empört. Dass du noch in ruhigem, vertrautem Verhältnis zu deinem Geiz oder deiner Ehrsucht, deinem Neid oder deiner Unzucht, deinem Zorn, deiner Zanksucht oder deinem Hass stehen, demselben huldigen und es verteidigen kannst, das ist gerade das, was ganz entschieden gegen dich zeugt. Unglücklich zu fallen und sich zu vergehen, heißt noch nicht, den Bund mit Christus zu brechen. Der Sünde aber Freiheit zu geben, ihr zu huldigen und sie zu verteidigen, das heißt, den Bund zu brechen. Wir sind in Seinen Tod getauft.

Um die Sünde wahrhaftig zu töten, musst du einen willigen Geist haben, auch wenn es dem Fleische bitter ist. Christi menschliche Natur bebte zwar vor der Bitterkeit des Todes, doch dem Geist nach war Er willig, den Kelch aus Seines Vaters Hand zu nehmen. So sagte Er auch von Seinen Gläubigen: "Der Geist ist willig, aber das Fleisch ist schwach". Wenn der willige Geist aus deinem Herzen entwichen ist, dann ist jeder Kampf mit der Sünde eine gesetzlich erzwungene Arbeit, ist also Heuchelei, weil er nicht aus dem Herzen hervorgeht. Wenn der willige Geist jedoch bewahrt werden soll, dann musst du im Glauben leben, in diesem seligen Trost und dieser seligen Gewissheit, dass Gott dir alle deine Sünden vergibt. Dazu musst du wissen: Wie es dir auch im Streite ergehen mag und wie dir das Bekämpfen der Sünde besser oder schlechter gelingt, steht der Gnadenbund bei Gott doch allezeit unerschütterlich fest, und du lebst in diesem Bund, solange du in dieser Übung bleibst und dich in Christi Gerechtigkeit einhüllst; denn auf sie allein gründet sich das über alle Sünden herrschende Gnadenreich. Wenn du die Gnade glaubst und die Sünde tötest, hast du das sicherste Zeugnis, dass du, wie übel es auch oft außehen mag, doch in der wahren Gnade lebst. Und solange du von Herzen an eine solche Gnade glaubst, wirst du stets aufs neue belebt werden, deinem treuen Heiland zu folgen und die Sünde zu töten. Dem Fleische aber wird dieser Weg bitter. Das kannst du auch daraus schließen, dass es heißt: "In Seinen Tod getauft"; denn der Tod Christi war ein bitterer Tod. Er hat unter starkem Geschrei Seinen Geist aufgegeben. Die Kreuzigung des Fleisches wird dir oft so bitter werden, dass auch du zu schreien gezwungen wirst, wenn du in Not und Angst den Herrn anrufst. Dann gilt es, nicht zu ermüden, sondern tief zu bedenken, dass du, weil du ein Christ bist und mit Gott im Bund stehst, ein unermesslich großes Glück erlebt hast - du gehst einer ewigen Herrlichkeit entgegen. Darum magst du gern etwas dafür leiden. Die Krone ist der schöne Lohn für alle redlich ausharrenden Kämpfer. Das ist gewisslich wahr: "Sterben wir mit, so werden wir mit leben; dulden wir mit, so werden wir mit herrschen."

Die ihr Geduld getragen und mitgestorben seid, Sollt einst nach Kreuz und Plagen In Freuden sonder Leid Mitleben und regieren, Und vor des Lammes Thron Mit Jauchzen triumphieren Und in der Siegeskron.


Autor: Adolf Schlatter (* 16.08.1852; † 19.05.1938) schweizer evangelischer Theologe und Professor fürs Neues Testament
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Entsteht nicht banges Zagen an der großen Verheißung, die in die Taufe eingefasst ist? Am Anfang meines Lebens steht das göttliche Wort: deine Sünden sind dir vergeben. Sie kommen aber erst noch in jedem Kindlein, das wir taufen, und die Dunkelheit, in der ein solches Kindlein sein Leben beginnt, ist oft mit Händen zu greifen. Die ganze Last der Vererbung liegt auf ihm, nicht nur, was seine ihm am nächsten stehenden Ahnen angerichtet haben, sondern die berghohe Masse der Erbschuld, die unser Volk auf sich hat, alles, was die früheren Generationen an den Kommenden gesündigt haben, sondern die berghohe Masse der Erbschuld, die unser Volk auf sich hat, alles, was die früheren Generationen an den Kommenden gesündigt haben, und in all dem wirkt allgewaltig jener Zwang, der aus dem Natürlichen das Sündliche entstehen lässt. Dennoch taufen wir und verkünden beim Beginn eines jeden Lebens: deine Sünden sind dir vergeben; sei versöhnt mit Gott. Woher nehme ich den Mut, an meine Taufe und an die Taufe meines Volkes zu glauben? Wir sind auf Jesu Tod getauft. Die Taufe hat ihren Grund nicht nur in einem Wort, das nur Verheißung wäre, sondern stellt mich auf eine Geschichte und diese Geschichte ist die von Golgatha. Dort erhalte ich nicht nur einen Unterricht über Gottes Gesinnung, der mir eine Güte beschriebe, die nicht sichtbar wird, weil sie in dieser Welt noch nicht zum Wirken kommt. Dort hat Gottes gnädige Gerechtigkeit ihr Werk vollbracht und ist dadurch offenbar geworden, jene Gerechtigkeit, die der Sünde dadurch das Ende bereitet, dass sie sie verzeiht. Die Taufe, die wir allen geben, spricht aus: Christus ist für alle gestorben. Sie bezeugt: Jesus hat auch mir und uns allen sein Blut geschenkt; wir alle stehen unter dem, der für uns zur Sünde gemacht wurde, damit Gottes heilsame Gerechtigkeit uns die Gerechtigkeit des Glaubens gebe. Weil es ein Lamm Gottes gibt, das die Sünde der Welt trug, darum gibt es eine Taufe für die Welt. Unsere Taufhandlung hat deshalb denselben Schluss wie die Taufpredigt der Apostel. Das Ziel ihrer Taufpredigt war die Begründung des Glaubens. Unser Taufen setzt neben die menschliche Sündhaftigkeit Gottes Vergeben. Wie kann der, der vor Gott schuldig geworden ist, die Vergebung besitzen? Dadurch, dass er der göttlichen Gnade glaubt.

Ich merke bei jedem Verkehr mit den Menschen, wie gering und schwächlich mein Glaube ist. Ich kann es nicht festhalten, dass sie in Deiner Vergebung leben, sondern sehe nur, was die Natur aus ihnen macht und sie selbst in ihrer Verkehrtheit anrichten. Ich muss und will das sehen mit ganz klarem Blick; denn vor Dir besteht keine Lüge und gilt kein Schein. Ich soll aber auch deine Gnade sehen, die uns die Vergebung bereitet hat. Mehre mit meinen Glauben so, wie Du ihn uns vermehrst und stärkst, so nämlich, dass wir mit beleuchteten Augen in die Herrlichkeit Deiner Gnade schauen. Amen.


Autor: Elias Schrenk (* 19.09.1831; † 21.10.1913) deutscher Theologe und Erweckungsprediger des Pietismus

Wisset ihr nicht, dass alle, die wir in Jesum Christ getauft sind, die sind in seinen Tod getauft?

Diese Frage stellt Paulus an die Römer, um ihnen aus ihrer Taufe zu beweisen, dass Menschen, die in Christum getauft sind, selbstverständlich nicht mehr in der Sünde leben dürfen. Wir sind ja in der Taufe in den ganzen Christus eingetaucht, eingesenkt, also auch in den Gekreuzigten, der für unsere Sünden gestorben ist, so dass wir uns als mit ihm gekreuzigt, mit ihm begraben und mit ihm auferstanden betrachten sollen durch den Glauben. Diese Stellung soll jeder Getaufte einnehmen. In dieser Glaubensstellung bekommen wir die Kraft aus Christo, uns mit ihm für die Sünde als Gestorbene zu betrachten, und mit ihm im Auferstehungsleben zu wandeln. Diese Glaubensstellung ist Gnadenstellung, die uns Gott in der heiligen Taufe schenkt und nur in dieser Gnadenstellung erlangen wir Sieg über die Sünde, wie Paulus in Vers 14 sagt. Wenn wir unser Volk in diesem Sinne anschauen, so muss tiefes Weh unser Herz erfüllen, über den Missbrauch der heiligen Taufe. Wie viele sehen wir doch, denen wir die Frage des Apostels zurufen müssen: wisset ihr nicht, dass ihr in Jesu Tod getauft seid? Leben sie doch in Sünde und Schande, als wären sie nicht getauft, als ständen sie in keinem Zusammenhang mit Christo; so dass wir sagen müssen: die Taufe ist der größte Märtyrer in der Christenheit geworden. Solchen Leuten ist dann nichts heilig: die Konfirmation ist ihnen leere Form, und das heilige Abendmahl genießen sie vielfach nur ein Mal in ihrem Leben. Welche Mahnung an alle, die in Wahrheit Christo angehören wollen, auch so zu leben, dass man es ihnen anmerkt, sie sind mit Christo der Sünde in Wahrheit gekreuzigt und sie ziehen aus dem Auferstandenen in Wahrheit Lebenskräfte an, um dem Herrn auch zur Herrlichkeit nachfolgen zu können. Die Sakramente und die Gnadenmittel überhaupt, sind ja für uns die Kanäle ewigen Lebens, durch die wir wieder durch Christum mit dem Vater in Lebensgemeinschaft kommen sollen. Danken wir dem Herrn täglich dafür durch die Tat.

Vater unseres Herrn Jesu Christi! Ich danke Dir für die unaussprechliche Gnade, dass Du auch mir begegnet bist in der heiligen Taufe. Hilf mir, derselben würdiglich zu wandeln, als Jünger dessen, der für mich gestorben und auferstanden ist. Amen