Buch-Rezension: Was nun, Kirche? - Ein großes Schiff in Gefahr

Was nun, Kirche?

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Der Autor, Theologe und Evangelist möchte Mut in schwierigen Zeiten machen. Er ist in den letzten Jahren besonders durch „ProChrist“ bekannt geworden. 2016 begründete er mit 65 Personen aus evangelischen Kirchen, Landeskirchlichen Gemeinschaften und Freikirchen das Netzwerk „Bibel und Bekenntnis“, das derzeit 1493 Mitglieder hat. Er sieht schon lange, wie gerade engagierte Christen die evangelischen Kirchen verlassen, und kann das durchaus verstehen, denn in diesen Kirchen werden die Grundlagen des Glaubens zunehmend demontiert. In dem Buch begründet er, warum er nicht aus der Kirche ausgetreten ist. Er schreibt gegen Resignation an, auch gegen seine eigene.

In fünf Kapiteln macht Parzany deutlich, woran er glaubt, woran die evangelischen Kirchen kranken, wo er brauchbare „Baugerüste“ in den Kirchen erkennt und zeigt, wie die Kirche voller Hoffnung sein kann, wenn sie auf das Kommen von Jesus Christus zur Vollendung der Weltgeschichte wartet. Die Christen dürfen sich gerade angesichts eines Islam, der alle westlichen Einflüsse bekämpft, nicht aus der Öffentlichkeit zurückziehen. Es ist bedauerlich, wie sich die Landeskirchen in Beteuerungen überschlugen, „dass sie gerade nicht missionieren wollten und dass in allen Religionen das Heil oder wenigstens etwas Ähnliches zu finden sei“ (S. 174). Sehr gut die Erklärung des Autors, was Toleranz entgegen dem derzeitigen Verständnis wirklich ist.

Parzany erkennt in der Bibelkritik den Krebsschaden der Kirche und zeigt, wie dadurch die Grundlagen unseres Glaubens demontiert werden. Wenn Pastoren nicht mehr an den stellvertretenden Sühnetod unseres Herrn Jesus Christus glauben, verlieren sie den Kern des Evangeliums. Auch durch die Auflösung des Doppelgebots der Liebe (zuerst sollst du dich selbst lieben) gerät der gekreuzigte und auferstandene Retter Jesus Christus aus dem Blickfeld und es bleibt nur noch eine psychologische Selbstrettung.

Auf die Frage „Was wird aus denen, die nicht an Jesus Christus glauben“ lautet die Antwort der EKD: „Es ist nicht die Aufgabe christlicher Verkündigung, mit dem Ausschluss von dem ewigen Leben zu drohen“ (S.90). Im deutlichen Gegensatz zu biblischen Aussagen wird außerdem behauptet, dass das allumfassende Liebesgebot die Berechtigung gäbe zu einer „ethisch verantwortlichen Gestaltung einer homosexuellen Beziehung“ (S. 93).

Der Autor ist sehr deutlich, wenn er schreibt: „Eine Taufwiedergeburtslehre, die die Leute glauben macht, dass sie durch die Taufe das Heil geschenkt bekommen, auch wenn sie nicht umkehren und Jesus nachfolgen, ist Betäubungsgift für die Gewissen. Und es ist eine Irrlehre.“ (S. 103).

Trotzdem will der Autor in der evangelischen Kirche bleiben, denn er sieht das als Gottes Platzanweisung für sich selbst an und kann immer noch Lebensund Arbeitsmöglichkeiten in den Kirchen erkennen, zum Beispiel Gottesdienste und Hauskreise, allerdings nur, wenn sie von Hirten und nicht von Mietlingen geleitet werden. Manchmal gibt es noch geistliche Gemeindeleitungen, und auch die Landeskirchlichen Gemeinschaften sind eine Chance.

Es wäre zu wünschen, dass dieses mit brennendem Herzen geschriebene Buch, das bereits ein christlicher Bestseller ist, als Weckruf für die Christen wirkt, die es nur noch dem Namen nach sind.

 Die Rezension/Kritik stammt von: Karl-Heinz Vanheiden
 Kategorie: Geschichte, Kirchengeschichte

    Verlag: SCM Hänssler
    Jahr: 2017
    ISBN: 978-3-7751-5792-6
    Seiten: 208
    Preis: 16,95 Euro

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