Christliche Liederdatenbank    

O Traurigkeit, o Herzeleid

1) O Traurigkeit,
o Herzeleid!
Ist das nicht zu beklagen?
Gott des Vaters einigs Kind
wird ins Grab getragen.

2) O große Not!
Gotts Sohn liegt tot.
Am Kreuz ist er gestorben;
hat dadurch das Himmelreich
uns aus Lieb erworben.

3) O Menschenkind,
nur deine Sünd
hat dieses angerichtet,
da du durch die Missetat
warest ganz vernichtet.

4) O selig ist
zu aller Frist,
der dieses recht bedenket,
wie der Herr der Herrlichkeit
wird ins Grab versenket.

5) O Jesu, du
mein Hilf und Ruh,
ich bitte dich mit Tränen:
Hilf, dass ich mich bis ins Grab
nach dir möge sehnen.

Das Lied zur Grablegung Jesu ist eine Art gesungener „Pietà“. Kunstvoll verknappt ist seine ungewöhnliche Form, dichterisch übersteigert sein Affekt – bis hin zur Übertreibung „Gott selbst liegt tot“: theologisch-dogmatisch strenggenommen falsch, aber als Figur der „Hyperbel“ ein bezeichnender Kunstgriff barocker Rhetorik. Die Kleingliedrigkeit, schon fast Kurzatmigkeit der Melodie ist ein musikalisches Abbild des Seufzens in der Trauer. (Andreas Marti)

Text: (1628), (1641)
Melodie: (1628)
CCLI-Nr.: 5227134

Den Liedtext und Noten findet man in folgenden Liederbüchern:

  Cover Nummer Noten
Evangelisch-reformiertes Gesangbuch (RG) 442 Bestellen
Evangelisches Gesangbuch 80 Bestellen
Frau Musica spricht... 123 Bestellen
Friedrich Spee 33 Bestellen
Gotteslob 295 Bestellen