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Predigten zu 2. Korinther 5,17

"Daher, wenn jemand in Christo ist, da ist eine neue Schöpfung; das Alte ist vergangen, siehe, alles ist neu geworden."

Autor: John F. MacArthur (* 19.06.1939) US-amerikanischer Pastor, Prediger, Theologe und Autor
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EINE AUSGETAUSCHTE NATUR

In dem Moment, wo du Jesus annimmst, wiedergeboren wirst und in das Reich Gottes eintrittst, wirst du ein komplett neuartiger Mensch. Die Veränderung bei deiner Errettung ist einschneidender als diejenige bei deinem Tod, denn du besitzt schon die neue Natur und bist bereits ein Bürger des Reiches Gottes. Der Tod begleitet dich in dem Sinne nur noch in die Gegenwart Gottes.

Der Apostel Paulus schreibt in seinen Briefen, dass Gott, als er uns umgestaltete, uns einen neuen Willen, einen neuen Verstand, eine neue Erkenntnis, eine neue Weisheit, ein neues Leben, ein neues Erbe, eine neue Beziehung, eine neue Gerechtigkeit, eine neue Liebe, ein neues Verlangen und ein neues Bürgerrecht gab. Er nannte es „Neuheit des Lebens“ (Röm 6,4). Einige lehren, dass Gott uns bei der Wiedergeburt etwas zusätzlich zu unserer alten Sündennatur gibt. Gemäß der Schrift bekommen wir aber nicht etwas Neues – sondern wir selbst werden neu!


Autor: Jakob Kroeker (* 1872; † 12.12.1948) wichtigster Vertreter des freikirchlichen russländischen Protestantismus
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"Ist jemand in Christo, so ist er eine neue Schöpfung. Das Alte ist vergangen, siehe, es ist alles neu geworden. Das alles aber von Gott, der uns mit Ihm versöhnt hat durch Jesus Christus."

Es geht gegenwärtig durch die ganze Welt ein gewaltiges Ringen. Wer z.B. den russischen Kulturbolschewismus in seinem innersten Wesen und damit in seinem Geist erfasst hat, der weiss, dass es demselben von Anfang an darum ging, einen neuen Menschen zu schaffen. Durch seinen neuen Kollektivmenschen hoffte er, in Zukunft eine völlig neue Kulturwelt auferbauen zu können.

Aber auch abgesehen davon steht man unter dem Eindruck, als ob heute die Welt als Welt ganz instinktiv das Empfinden hat: Die Vergangenheit hat versagt, und der gegenwärtige Mensch sei nicht mehr fähig, eine neue Zukunft, ein lichteres Zeitalter und erträglichere Verhältnisse zu schaffen. Daher das große Ringen, nicht nur hier und da, sondern in der ganzen Welt, um einen neuen Menschen.

Wer vom Evangelium und der Reichsgotteswelt her kommt, dem ist beides nichts Neues. Wir kennen etwas von der Sünde, an der immer wieder auch das edelste Wollen des Menschen zerbricht. Jene Sünde, die sich als königliche Macht in jedem Zeitalter stärker erwies als alles Ringen und Schaffen des Menschen innerhalb der Geschichte.

Uns ist aber nicht nur dieses Versagen des Menschen und sein Ringen um eine neue Zukunft bekannt. Wir wissen auch von jener Botschaft, dass ein neuer Mensch geschaffen werden kann: Ein Mensch aber, der in Christus Jesus ist. Ein Mensch, der geschaffen wird durch eine schöpferische Tat des lebendigen Gottes, durch den Eintritt der göttlichen Offenbarung in unser geknechtetes Leben. Daher atmet der neue Mensch in Christus den Geist seines Ursprungs. Christus ist ihm die Quelle seines Lebens, das Geheimnis seiner Kraft, der Inhalt seiner Sehnsucht.

Dieser wirklich neue Mensch wird uns erst verständlich, wenn wir ihn von Gott aus zu sehen vermögen. In ihm handelt es sich nicht etwa um ein Ringen von uns aus. Gott ringt um einen neuen Menschen! Erst in dieser Aktivität Gottes liegt das Geheimnis, dass wir überhaupt von einem neuen Menschen in Christus reden dürfen. Wir würden immer wieder vergeblich diese Frage nach einem neuen Menschen stellen, wüssten wir nicht, dass vom Handeln Gottes her die Möglichkeit besteht, dass innerhalb der Geschichte ein neuer Mensch entstehen kann.

Paulus fasst diese Aktivität, dieses Handeln Gottes im Galaterbrief in die wunderbaren Worte zusammen: "Da kam die Fülle der Zeit, indem Gott seinen Sohn sandte, von einer Frau geboren, unter das Gesetz gestellt, damit Er die dem Gesetz Unterworfenen loskaufe, auf dass uns die Einsetzung in die Sohnschaft würde."


Autor: Carl Olof Rosenius (* 03.02.1816; † 24.02.1868) schwedischer Laienprediger und Initiator einer neuevangelischen schwedischen Erweckungsbewegung

"Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, es ist alles neu geworden."

Die erste Schöpfung wurde durch den Sündenfall verdorben, und das, was dem Herzen Gottes eine Lust und eine Freude war, wurde einer so schmählichen Zerstörung unterworfen, dass der Herr in menschlicher Weise von einer "Reue" darüber sprach, dass Er den Menschen erschaffen habe. Da gab Gott uns aber das ewige "Wort", "den Anfang der Kreatur Gottes". Er sollte eine neue Schöpfung auf Erden bewirken, den neuen Menschen, der nach Ihm geschaffen ist in wahrer Gerechtigkeit und Heiligkeit, geschaffen in Christus Jesus zu guten Werken, zu welchen Er uns zuvor bereitet hat.

"Ist jemand in Christus," sagt der Apostel. Was das besagen will und wie das zugeht, haben wir oft betrachtet. Der Geist straft alles, was in uns ist, Sünde, Unglaube, Eigengerechtigkeit, so dass wir schließlich nur in Christus und Seiner Gerechtigkeit Ruhe finden. Wenn die Seele, gejagt und getrieben von den beständigen Bestrafungen des Geistes, sich schließlich ganz in die Gerechtigkeit Christi flüchten und nur in Ihm alles, sowohl ihre Gerechtigkeit als auch ihre Stärke, haben muss, dann heißt es: "Sie ist in Christus". Und dann, sagt Paulus, ist sie auch eine neue Kreatur, das Alte ist vergangen und alles ist neu geworden.

Solches erweist sich in der Erfahrung als die offenbarste Wahrheit. Jeder Christ bezeugt, dass in demselben Augenblick, in dem er Leben in Christus, Licht und Frieden in Seiner Gerechtigkeit erhielt, zugleich in seinem Innern auch ein ganz neues Wesen, ein neues Herz, ein neuer Sinn entstand, so dass er jetzt alles ganz anders ansah. Er bekam einen neuen Verstand in allen geistlichen Dingen, ein neues Gesicht und Gehör, neue Lust ins Herz, neue Freuden und neue Sorgen, neue Aussichten und neue Bestrebungen, kurz, er hat ein neues Leben, eine ganz neue Welt vor sich, "alles ist neu geworden"! Dies äußert sich bei ihm auch in einer neuen Zunge, in neuer Rede und neuem Wandel. Und was das Alte betrifft, das sich noch bei ihm findet, so ist er in eine neue Stellung zu demselben gekommen. Die Sünden, die Lüste, die früher sein Vergnügen waren, sind jetzt seine Plage und Angst. Das Geistliche und Himmlische, das ihm früher langweilig und fremd war, sind jetzt sein Leben und seine Lust. Sein Sinn ist neu, obwohl das Fleisch oder das alte adamitische Verderben sich immer gleichbleibt.

Dieses neue Innere ist der stärkste Beweis einer neuen Geburt; denn Geburt deutet ja die Umwandlung des inneren Wesens an. Christus sagt: "Es sei denn, dass jemand von neuem geboren werde, kann er das Reich Gottes nicht sehen." Und Johannes sagt: "Gottes Kinder, welche nicht von dem Geblüt, noch von dem Willen des Fleisches, noch von dem Willen eines Mannes, sondern von Gott geboren sind." Durch diese Neugeburt aus Gott, diese neue Schöpfung, wird das im Sündenfall verlorene Bild Gottes im Menschen wiederhergestellt, nämlich in dem Sinn und dem Geist der Gläubigen. Weil wir jetzt noch im Fleische leben, das voller Sünde ist und gegen den Geist streitet, so ist dieses neue Bild noch nicht offenbar und vollkommen. Der neue Mensch aber, der nach Gott geschaffen ist in wahrer Gerechtigkeit und Heiligkeit, wird einst von diesem Leibe des Todes erlöst werden, wenn Christus offenbart wird; und "dann werden wir Ihm gleich sein."

Hier muss nun ein jeder sich selbst prüfen. Der Apostel sagt bestimmt: "Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur." Wenn du dich bekehrt und gläubig wähnst, aber keinen neuen Sinn, kein neues Herz erhalten hast und in deinem Innern nicht eine neue Kreatur geworden bist, dann weißt du noch nicht, was der rechte Glaube, was die Seligkeit in Christus besagen will. Die Schrift bezeugt überall, dass der wahre Glaube einen neuen Sinn, ein neues Herz, Freundschaft und Bekanntschaft mit Gott, Lust zu Seinem Gesetz und Sieg über die Welt mit sich bringt. So unmöglich es ist, dass das Feuer ohne Wärme ist, so unmöglich können auch der Glaube und die Neugeburt aus dem Geist Gottes ohne Leben und Kraft sein! "Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur." Dies wird kurz und einfach, aber bestimmt und entscheidend von dem Apostel bekundet. Flattre an dieser prüfenden Wahrheit nicht vorbei, halte vielmehr still und sei aufrichtig gegen dich! Das ganze Wort Gottes muss ehrfurchtsvoll und mit Ernst betrachtet werden. Du kannst dich ja selbst prüfen, ob du durch deinen Glauben zu dieser hier genannten inneren Umwandlung gekommen bist. Ist Christus dein A und O, dein Erstes und Letztes, dein einziger Trost, dein tägliches Bedürfnis geworden, so dass du am liebsten etwas von Ihm und Seinem Verdienst hören magst? Hast du infolgedessen eine neue Lust und Liebe zu dem Gesetz Gottes und Seinen Wegen erhalten und sind dadurch deine Sünden zu deiner ärgsten Plage geworden? Sieh, wenn deine Sünden und Mängel dann auch noch so schwer wären, so ist dieses neue Wesen doch der sicherste Beweis dafür, dass du von Gott geboren bist. Die törichten Jungfrauen können wohl religiös sein, das Wort im allgemeinen lieben und ihre gewissen heiligen Werke üben, ihre Lust aber und ihr Leben in Christus und in Seiner Gnade zu haben und am liebsten von Ihm und der Vergebung der Sünden zu reden, das findest du nicht bei ihnen.

So hat, O Herr, Dein bittrer Tod Das Leben mir gegeben Und Trost in meiner Sündennot Und Heiligung im Leben. Der Glaub' an Jesum macht mich frei, Frei von der Sünde Sklaverei; Denn Jesus ist mein König.


Autor: Aiden Wilson Tozer (* 21.04.1897; † 12.05.1963) US-amerikanischer evangelischer Pastor und Autor (besser bekannt als A. W. Tozer)
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Das Alte vergeht

Das Neue Testament ist - neben anderem - ein Bericht davon, wie Menschen, die zweimal geboren wurden, in einer Welt leben und kämpfen müssen, die von Menschen bestimmt wird, die nur einmal geboren wurden! Das macht deutlich, dass wir denen, die neu Christen geworden sind, nicht helfen, wenn wir ihnen verschweigen, was unser Herr seinen Jüngern sagte: »In dieser Welt habt ihr Bedrängnis.« Der Apostel Paulus wusste, wovon er sprach, als er zu gläubigen Christen meinte: »Alle, die fromm leben wollen in Christus Jesus, müssen Verfolgung leiden.«

Nimm dir als Beispiel einen Menschen, der vor kurzem zu Christus bekehrt wurde. Sein inneres Zeugnis ist klar, und er beginnt - gemäß dem Licht, das er empfing - so zu leben, wie er es als Christ sollte. Doch diese neue Welt, zu der er jetzt gehört, ist ganz anders als die, die er soeben erst verlassen hat. Maßstäbe, Werte, Ziele, Methoden - alles ist anders. Vieles, worauf er sich früher fraglos verlassen hatte, ist jetzt brüchig und beginnt zu bröckeln. Da werden Tränen geweint, aber es gibt auch Freude und Frieden, wenn er immer mehr entdeckt, dass in Christus »das Alte vergangen« und »Neues geworden« ist.


Autor: Adolf Schlatter (* 16.08.1852; † 19.05.1938) schweizer evangelischer Theologe und Professor fürs Neues Testament
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Eine schöpferische Tat Gottes ist an mir geschehen; das steht in heller Deutlichkeit vor meinem Blick. Habe ich selbst die Erinnerung an Gott in mir erweckt? Habe ich selbst mir meine Bibel aufgeschlossen, so dass sie mir Gottes Willen zeigt? Habe ich selbst aus dem Kreuz Jesu das Licht hervorgelockt, dass es vor mir als das Herrlichste strahlt, was ich sehen kann, im Glanz des vollkommenen Gehorsams, der Gott als Gott ehrt, und in der Herrlichkeit des vollkommenen Versöhnens, das uns Menschen in den Frieden Gottes emporhebt? Habe ich selbst je etwas anderes in mir erweckt als den eigensüchtigen Willen, der an meinen eigenen Vorteil gebunden ist? Was ich habe, ist Schöpfung, nicht eigener Erwerb, Empfangenes, nicht Gemachtes. Wieso ist es aber eine neue Schöpfung, mehr als Natur, mehr als Fortsetzung dessen, was die Natur mir gab, und wesentlich verschieden von dem, was auf dem Boden wächst, den die erste Schöpfung für uns hergestellt hat? Auch die Natur zeugt von Gott, stiftet zwischen uns Gemeinschaft und gibt uns den Antrieb zur Liebe. Aber die Natur hat nicht die Vollmacht zu vergeben, sondern führt alles, was geschieht, zu seinem Ende mit vergeltender Gerechtigkeit, und die Natur schafft kein unvergängliches Leben, sondern ist unter das Gesetz des Todes gestellt, und die Natur bringt mir kein Wort Gottes; sie bleibt stumm und ist nicht imstande, mir zu sagen, wie es in Wahrheit mit meinem Verhältnis zu Gott steht. Nun habe ich aber ein Wort Gottes gehört, das zu mir spricht und mir Gott zeigt als meinen Gott, und dieses Wort tilgt alle Schuld und verheißt das ewige Leben. Das ist neue Schöpfung über die ganze Natur hinaus.

Bin ich Dein Geschöpf, so ist es mein Beruf, Dein eigen zu sein mit dem ganzen Herzen, mit fröhlichem Glauben, mit redlicher Liebe. Darum bitte ich Dich; denn so schaffst und vollendest Du in mir Deine neue Kreatur. Amen.