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Predigten zu 2. Petrus 3,12

"Indem ihr erwartet und beschleuniget die Ankunft des Tages Gottes, dessentwegen die Himmel, in Feuer geraten, werden aufgelöst und die Elemente im Brande zerschmelzen werden."

Autor: Ludwig Hofacker (* 15.04.1798; † 18.11.1828) deutscher evangelischer Pfarrer
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"Wartet und eilet zu der Zukunft des Tages des Herrn, in welchem die Himmel vom Feuer zergehen und die Elemente vor Hitze zerschmelzen werden."

Vielleicht fragst du, warum ist denn diese sichtbare Welt zum Feuer aufgespart, warum muss denn alles, was uns umgibt, vergehen? Das kommt daher: Gott hat keine Freude daran; nur der arme sündige Mensch spiegelt sich eine Zeitlang in diesen Dingen und freut sich ihrer und übt seine Augenlust aus; aber Gott hat keine Freude daran. Es hat sich so viele Sünde mit den Dingen dieser Welt vermengt, es klebt so viel Ungerechtigkeit daran; das Blut so mancher Brüder ist auf diese Erde geflossen seit Abels Blut; die Menschen haben so viel Wollust getrieben mit den irdischen Dingen; so manche Seufzer aus diesem Jammertal sind aufgestiegen zu dem Vater der Lichter; die Sünde ist hereingedrungen, und die Erde ist eine Behausung der Teufel, der unreinen Geister geworden; so viele schandbare Worte, so viele Flüche und Lästerungen Gottes, so viele Ärgernisse und so viele Verführungen zum Bösen haben sich in dieser Welt eingenistet. O, denke ich nur an die vielen Bücher, durch welche die Menschen zur Sünde verführt, zur Unreinigkeit gereizt worden sind, durch welche Gott und sein Gesalbter gelästert wurde, so muss ich sagen: wenn sonst nichts wäre, so müsste bloss um dieser willen ein Tag kommen, wo diese unreinen und gottlosen Werke der Menschen durchs Feuer verzehrt werden. Aber es ist nicht nur das; es ist noch so viel Böses, noch so viel Ärgernis, noch so vieles Greuliche, das den Tag scheut und sich in Finsternis verkriecht, und sich in den Schleier der Nacht wickelt, weil es wähnt, dort sicherer bedeckt zu sein, weil es meint, dort ungesehen hausen zu können, wo doch die Augen des allwissenden Gottes darauf gerichtet sind. Um dieser Ärgernisse willen, um des Fluches willen, der schon bei der Sünde des ersten Sünders über diese Erde ausgesprochen wurde, wird ein Tag kommen, wo alle diese Dinge ein Ende nehmen werden; denn es soll anders werden, es soll eine neue Erde werden, die von der Sünde gereinigt ist, von der man sagen kann: "siehe da eine Hütte Gottes bei den Menschen." Nach diesem Ende des irdischen Jammers, nach dem Ende der Jahre der Dienstbarkeit, nach dem Anbruch des Tages der Freiheit seufzt die Kreatur; denn das ängstliche Harren der Kreatur wartet auf die Offenbarung der Kinder Gottes, nicht allein aber sie, sondern auch die, die des Geistes Erstlinge haben, seufzen danach. "Wir warten" spricht Petrus - "eines neuen Himmels und einer neuen Erde nach seiner Verheißung, in welchen Gerechtigkeit wohnt."

O Jesu, meine Wonne, Komm' bald und mach' dich auf! Geh' auf, verlangte Sonne Und fördre deinen Lauf! O Jesu mach ein Ende Und führ' uns aus dem Streit. Wir heben Haupt und Hände Nach der Erlösungszeit.


Autor: Ludwig Hofacker (* 15.04.1798; † 18.11.1828) deutscher evangelischer Pfarrer
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Fragst du, warum ist denn diese sichtbare Welt zum Feuer aufgespart, warum muß denn alles, was uns umgibt, vergehen? Das kommt daher: Gott hat keine Freude daran; nur der arme sündige Mensch spiegelt sich eine Zeitlang an diesen Dingen und freut sich ihrer und übt seine Augenlust aus; aber Gott hat keine Freude daran. Es hat sich so viele Sünde mit den Dingen dieser Welt vermengt, es klebt so viel Ungerechtigkeit daran; das Blut so mancher Brüder ist auf diese Erde geflossen seit Abels Blut; die Menschen haben so viel Wollust getrieben mit den irdischen Dingen; so manche Seufzer aus diesem Jammertal sind aufgestiegen zu dem Vater der Lichter; die Sünde ist hereingedrungen, und die Erde ist eine Behausung der Teufel, der unrei- nen Geister geworden; so viele schandbare Worte, so viele Flüche und Lästerungen Gottes, so viele Ärgernisse und so viele Verführungen zum Bösen haben sich in dieser Welt eingenistet. O denke ich nur an die vielen Bücher, durch welche die Menschen zur Sünde verführt, zur Unreinigkeit gereizt worden sind, durch welche Gott und sein Gesalbter gelästert wurde, so muß ich sagen: Wenn sonst nichts wäre, so müßte bloß um dieser willen ein Tag kommen, wo diese unreinen und gottlosen Werke der Menschen durchs Feuer verzehrt werden. Aber es ist nicht nur das; es ist noch so viel Böses, noch so viel Ärgernis, noch so vieles Greuliche, das den Tag scheut und sich in Finsternis verkriecht und sich in den Schleier der Nacht wickelt, weil es wähnt, dort sicherer bedeckt zu sein, weil es meint, dort ungesehen hausen zu können, da doch die Augen des allwissenden Gottes darauf gerichtet sind. Um dieser Ärgernisse willen, um des Fluches willen, der schon bei der Sünde des ersten Sünders über diese Erde ausgesprochen wurde, wird ein Tag kommen, wo alle diese Dinge ein Ende nehmen werden; denn es soll anders werden, es soll eine neue Erde werden, die von der Sünde gereinigt ist, von der man sagen kann: »Siehe da, die Hütte Gottes bei den Menschen!« Nach diesem Ende des irdischen Jammers, nach dem Ende der Jahre der Dienstbarkeit, nach dem Anbruch des Tages der Freiheit seufzt die Kreatur; denn das ängstliche Harren der Kreatur wartet auf die Offenbarung der Kinder Gottes, nicht allein aber sie, sondern auch die, die des Geistes Erstlinge haben, seufzen danach. »Wir warten aber« - spricht Petrus - »auf einen neuen Himmel und eine neue Erde nach seiner Verheißung, in denen Gerechtigkeit wohnt.« O Jesu, meine Wonne, komm bald und mach dich auf! Geh auf, verlangte Sonne und fördre deinen Lauf! O Jesu, mach ein Ende und führ uns aus dem Streit. Wir heben Haupt und Hände nach der Erlösungszeit.


Autor: Wilhelm Busch (* 27.03.1897; † 20.06.1966) deutscher evangelischer Pfarrer, Prediger und Schriftsteller
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Was ist die Bibel ein paradoxes Buch! Man kann sich doch schwerlich zwei Haltungen vorstellen, die einander mehr entgegengesetzt sind als „warten" und „eilen". „Warten!" Wir haben alle schon gewartet. Etwa im Vorzimmer eines Arztes. Da sitzt man still. Da tut man nichts. Warten – das ist völliges Ruhen und Stillesein.

„Eilen!" Wir sind alle schon geeilt. Etwa zu einem Eisenbahnzug, wenn's spät war. Da spannt man alle Kräfte an, da gibt man aller Ruhe den Abschied. Da stürmt man an allem vorüber; was einen aufhalten will.

Warten. und Eilen sind also zwei völlig gegensätzliche Verhaltungsweisen. Und doch: So:. gegensätzlich die Worte „warten" und „eilen" sind – so gehören sie doch beide zum Christenstand. Der ist tatsächlich so paradox. Ein rechter Christ „wartet" auf die Zukunft des Tages des Herrn. Er wartet darauf in großer Stille und Gelassenheit und Sammlung. Oberfallen ihn Leiden und Nöte, trifft ihn Ungerechtigkeit, begegnen ihm Hass und Feindschaft: Er hebt den Blick darüber hinaus und freut sich der zukünftigen Herrlichkeit des Reiches Gottes und seiner Kinder. Das Licht dieser großen Erwartung macht ihm die schweren Nöte leicht und gering. Er wartet der Zukunft. „Wir freuen uns in Gelassenheit der großen Offenbarung …", singt Zinzendorf.

Und doch – zugleich „eilt" ein rechter Jünger Jesu dieser Zukunft entgegen. Er weiß, dass man die Gnade versäumen kann. Darum spannt er alle, seine Kräfte an. „Er umgürtet seine Lenden", wie die Bibel sagt. Und wenn ihn etwas in seinem Glaubenslauf aufhalten will, dann überhört er es und übersieht es. Er hat ein Ziel. Und das Ziel ruft. So eilt er auf die Zukunft des Tages des Herrn. Amen.