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Predigten zu 2. Timotheus 1,12

"Um welcher Ursache willen ich dies auch leide; aber ich schäme mich nicht, denn ich weiß, wem ich geglaubt habe, und bin überzeugt, daß er mächtig ist, das ihm von mir anvertraute Gut auf jenen Tag zu bewahren."

Autor: Charles Haddon Spurgeon (* 19.06.1834; † 31.01.1892) englischer Baptistenpastor
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"Ich weiss, an wen ich glaube, und bin gewiss, er kann mir bewahren, was mir beigelegt ist, bis an jenen Tag."

Wir, die wir den Herrn Jesum seit einigen Jahren angezogen haben, wissen es gewiss, dass man eine untrügliche Gewissheit der Gotteskindschaft haben kann; wir wissen, dass man diesbezüglich allerdings auch vermessen sein kann. Aber es gibt einen Unterschied zwischen diesen beiden Dingen, den ein Christ leicht wahrnehmen kann. Die Vermessenheit spricht: "Ich bin ein Kind Gottes und darum kann ich leben, wie ich will. Ich weiss, ich werde selig, ich brauche daher nicht gegenwärtig in inniger Gemeinschaft mit Christus zu leben." Aber die freudige Zuversicht spricht: "Ich weiss, an wen ich glaube und bin gewiss, dass er mir meine Beilage bewahren kann bis an jenen Tag." Und dann neigt sie ihr Haupt demütig und spricht: "Stütze Du mich, so werde ich sicher sein; halte mich, so werde ich erhalten bleiben; ziehe mich, so laufe ich nach Dir."

O, meine Lieben, glaubt nie die Lüge des Tages - dass man nicht wissen könne, ob man ein Kind Gottes sei oder nicht. Denn wenn ihr das behauptet, so können wir euch mit tausend Zeugnissen widerlegen. Wir haben arme, geringe und ungebildete Leute gesehen, die dennoch ihres Anteils an Christus gewiss waren. Es ist wahr, wir haben sie auch in Zweifeln gesehen; wir haben sie ächzen und stöhnen hören, wenn sie Christus nicht mehr mit dem Auge des Glaubens erblicken konnten. Ja, wir haben gesehen, dass auch die Größten unter dem Volk Gottes zu Zeiten zitterten und sprachen: "O, wüsste ich doch, wie es mit mir steht! Liebe ich denn den Herrn oder nicht? Bin ich sein Eigentum oder nicht?" Dennoch aber kann das Volk Gottes Gewissheit darüber haben; sie können es durch das Zeugnis des Geistes in ihnen wissen, dass sie aus Gott geboren sind; denn sagt nicht ein Apostel: "Wir wissen, dass wir aus dem Tod in das Leben gekommen sind, denn wir lieben die Brüder?" "Der Geist gibt Zeugnis unserm Geist, dass wir Gottes Kinder sind." So ist denn die Gotteskindschaft etwas, dessen man schon in der Gegenwart gewiss sein kann. Man kann es wissen in diesem Leben, ohne den leisesten Schatten eines Zweifels, dass man angenehm gemacht ist in Christo Jesu.


Autor: Watchman Nee (* 04.11.1903; † 30.05.1972) chinesischer Prediger
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"Ich weiss, wem ich geglaubt habe."

Wenn man eine Reihe von Gläubigen, die in die Fülle des Lebens in Christus eingegangen sind, fragt, wie sie zu dieser Erfahrung gekommen seien, werden die einen sagen, auf diese Weise, die anderen, auf jene. Jeder betont, auf welche besondere Art es bei ihm geschehen ist, und führt Schriftstellen an, um seine Erfahrung zu unterbauen; dabei benutzen leider manche Christen ihre besonderen Erfahrungen und besonderen Schriftstellen dazu, andere Christen zu bekämpfen.

Der springende Punkt ist der: In dieses volle Leben können Christen - vorausgesetzt, dass Christus ihr Mittelpunkt ist - auf verschiedene Weise eingehen; ihre Erfahrungen oder Lehrmeinungen müssen wir nicht als etwas sich gegenseitig Ausschließendes, sondern sich Ergänzendes ansehen. Denn eines ist sicher: jede Erfahrung, die in Gottes Augen Wert haben soll, muss erlangt worden sein dadurch, dass man die Bedeutung der Person und des Heilswerkes Jesu tiefer erkannt hat. Einen anderen Weg gibt es nicht. Dies ist ein sicherer und entscheidender Prüfstein.


Autor: Aiden Wilson Tozer (* 21.04.1897; † 12.05.1963) US-amerikanischer evangelischer Pastor und Autor (besser bekannt als A. W. Tozer)
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Wie lernen wir Ihn kennen?

Ich muss diese Frage stellen angesichts unserer modernen Christenheit: Stimmt es nicht, dass es für die meisten von uns, die sich als Chisten bezeichnen, keine echte Erfahrung gibt?

Wir haben eine atemberaubende Begegnung durch theologische Gedanken ersetzt; wir sind voll religiösen Wissens, doch unsere große Schwäche ist es, dass wir nichts für unser Herz haben!

Was auch immer sonst noch dazugehört, zu echter christlicher Erfahrung gehört immer eine wahre Begegnung mit Gott. Ohne diese würde Religion zu einem Schatten, einem Spiegelbild der Wirklichkeit, zur billigen Kopie eines Originals, das früher jemand besaß, von dem wir gehört haben.

Es kann nur eine große Tragödie im Leben eines Menschen geben, der das Leben lang, von der Kindheit an bis ins hohe Alter, eine Gemeinde besucht: dass er nichts anderes kennt als einen künstlichen Gott, zusammengemischt aus Elementen der Theologie und der Logik - ohne Augen, um zu sehen, und Ohren, um zu hören, und ohne ein liebendes Herz!


Autor: Aiden Wilson Tozer (* 21.04.1897; † 12.05.1963) US-amerikanischer evangelischer Pastor und Autor (besser bekannt als A. W. Tozer)
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Kein Raum für Fantasie

Lassen Sie mich ein wenig über den wahren Christen sprechen, den biblischen Christen, und darüber, wie er diese unruhige, unbeständige Welt sieht, in der er lebt. Er ist kein weltkluger, lächelnder Optimist, der so sein kann, weil er die Fakten leugnet, oder der seine Hoffnungen auf die unrealistische Erwartung gründet, die Völker der Welt würden einem Weltfrieden näherkommen. Er ist vielmehr der wahre Realist unter allen Menschen. Er möchte nicht fantasieren - er möchte die Fakten kennen, und er zögert nicht, sich jeder Wahrheit zu stellen, die ihm begegnet.

Er weiß, dass die Welt ganz und gar verloren ist und dass ein Christ allein den Weg zu dem ersehnten Himmel kennt. Denn in der Bibel - und nur dort! - finden wir die Karte, die uns zeigt, wo wir uns auf diesem rauen und unbekannten Ozean befinden. Er weiß, dass die Zeit vorbei ist, in der Christen ihren Glauben sanft verteidigen konnten und dass sie die Aufmerksamkeit der Welt nicht auf sich ziehen, wenn sie kompromissbereit und nett sind. Das geht vielmehr nur dadurch, dass Christen kühn und mutig die Wahrheit der Offenbarung Gottes bezeugen und eindrücklich unterstreichen: »So spricht der Herr!«


Autor: Frederick Brotherton Meyer (* 08.04.1847; † 28.03.1929) englischer Baptistenpastor

Bewahre das schöne, dir anvertraute Gut

Von zweierlei anvertrautem Gut ist hier die Rede, wie es nach dem Grundtext sehr klar zum Ausdruck kommt. Wenn wir unseren wertvollsten Schatz der Hut Jesu übergeben, so vertraut Er uns wiederum seinen Schatz an. O dass wir so fleißig wären, das zu bewahren, was Er uns anvertraut, wie Er es ist, unser Ihm übergebenes Gut zu bewahren, – so dass Er von uns sagen könnte: „Ich weiß, wem ich vertraut habe, und bin gewiss, dass sie nichts versäumen werden, was zur Verherrlichung meines Namens notwendig ist.

1. Unsere Beilage bei Christo

Was ist die wahre Lebensklugheit? Wie kann ich meine wenigen Erdenjahre am nutzbringendsten verwerten? Was gibt es hernach, jenseits? Solche Fragen beschäftigen alle ernsten Menschen und beunruhigen sie sehr, bis sie die Bewahrung ihrer Seele und die Führung ihres Lebens den Händen des treuen Heilands anbefehlen, dem alle Gewalt gegeben ist im Himmel und auf Erden. Zuerst erscheint es wie ein Wagnis – aber wir vertrauen Ihm; dann kommt die Erfahrung seiner Treue – und wir kennen Ihn; schließlich folgt die starke Zuversicht – wir sind dessen gewiss, dass Er uns bewahren kann.

2. Christi Beilage bei uns

Worin besteht diese? – Die Antwort geht aus verschiedenen Stellen der apostolischen Bücher hervor. Jedem Gläubigen übergibt Jesus die Bewahrung seines Namens, seines Evangeliums, seines Vaters Ehre, seines heiligen Tages, der Verordnungen, die Er seiner Kirche hinterlassen hat. Wie Esra den Priestern anbefahl, die heiligen Tempelgefäße sicher durch die Wüste zu tragen, so erwartet unser Heerführer von uns dasselbe, und durch die ganze Bibel klingt die Ermahnung hindurch: „Reiniget euch, die ihr des HERRN Geräte traget!