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Predigten zu Epheser 3,20

"Dem aber, der über alles hinaus zu tun vermag, über die Maßen mehr, als was wir erbitten oder erdenken, nach der Kraft, die in uns wirkt,"

Autor: Carl Eichhorn (* 11.07.1810; † 08.02.1890) deutscher lutherischer Pastor
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Erwarte Großes von Gott!

"Gott kann überschwenglich tun nach der Kraft, die in uns wirkt."

Ein Beter wird nur dann zuversichtlich Gott um etwas angehen, wenn er in der Erfahrung der Wunderkraft Gottes steht. Ein Apostel Paulus hat diese Kraft erfahren. Durch sie ward er aus einem Verfolger ein Bekenner des Namens Jesu. Was kein Mensch für möglich gehalten hätte, was Paulus selbst für gänzlich ausgeschlossen hielt, das tat Gott. Und diese Kraft wirkte beständig in ihm, so dass er ausrufen konnte: "Ich vermag alles durch den, der mich mächtig macht, Christus", und: "Wir überwinden weit durch den, der uns geliebt hat." Darum traute er auch seinem Gott alles zu. "Er kann machen" (2. Kor. 9, 8), das steht dem Apostel felsenfest. Wie eine leuchtende Krone steht über seinem Beten diese lobpreisende Anbetung Gottes. Für ihn kann Gott "über alles", nämlich über alles bisher Dagewesene tun.

Stehen wir wohl auch in der Erfahrung dieser Wunderkraft der Gnade Gottes, die neue Menschen schafft? Hat diese Kraft den Strom unseres Lebens in ein ganz anderes Bett gelenkt? Ist jene große Umwandlung auch an uns geschehen, die Paulus in die Worte fasst: "Das Alte ist vergangen, siehe, es ist alles neu geworden"? Was keine menschliche Überredungskunst vermag, was alle Vorsätze, die ein Mensch fasst, nicht zustande bringen, das vollführt die Macht Gottes. Er nimmt das steinerne Herz aus dem Busen und gibt dafür ein neues Herz, das seinem Leiten willig folgt. Und dann wirkt er täglich wieder neue Überwindung des Bösen, gibt Tragkraft und neuen Mut.

Nur wenn wir diese Gotteskraft erlebt haben und immer neu erleben, haben wir die rechte Gebetszuversicht. Entsprechend dem, was in uns wirkt und schafft, kann er auch sonst Großes tun. Das größte Wunder ist und bleibt die Erneuerung eines Menschenherzens. Wer sie erlebt hat, für den ist die Frage entschieden, ob es Wunder gibt oder nicht. Er ist sich selbst der stärkste Beweis der Wundermacht Gottes. Er zweifelt nicht, dass Gott in den Lauf der Dinge helfend und heilend eingreifen kann. Seine zum Tod kranke Seele hat wunderbare Genesung erlangt und lebt täglich aus den Heilskräften Gottes. Der das Größte getan, kann auch das Kleinere vollführen. Und wie er meine Seele gerettet hat, kann er auch die anderer zum Leben führen. Unsere bisherigen Erfahrungen dürfen nicht den Maßstab bilden für das, was Gott zu tun imstande ist. Er kann noch Grösseres tun. - Auch geht es bei der Erfüllung des Gebets oft weit hinaus über das, was wir bitten oder denken. Die Kraft Gottes, die in uns wirksam ist, die wir erfahren und spüren, durch die er uns aufrechterhält und durchbringt, gibt uns eine Vorstellung und einen Begriff davon, wie diese Macht keine Grenzen hat. Er kann und wird alles zur Erreichung seines seligen Zieles in unserem Leben lenken. "Ihm sei Ehre jetzt in der Gemeinde und in Christus Jesus in alle Ewigkeit!" (Eph. 3, 21 wörtlich).


Autor: Martin Luther (* 10.11.1483; † 18.02.1546) theologischer Urheber der Reformation
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Mehr als wir bitten oder verstehen können

»Lieber Herr, ich habe Dein Wort und stehe in dem Beruf, der Dir gefällt. Das weiß ich sicher, aber nun siehst Du, dass es allenthalben mangelt und dass ich keine Hilfe weiß außer bei Dir. Darum hilf Du, weil Du gesagt und befohlen hast, dass wir bitten, suchen und anklopfen sollen, denn dann sollen wir auch gewiss empfangen, finden und erfahren, dass uns aufgetan wird. Amen.« Wenn du so gläubig bittest und nichts empfängst, dann komm und strafe mich Lügen. Gibt er dir vielleicht auch nicht gleich im Augenblick, so wird er dir doch so viel geben, dass dein Herz getröstet wird und Kraft erfährt bis zu der Zeit, wenn er viel reichlicher geben wird, als du es erwartet hast. Denn das Gute am Gebet ist ja auch darin: Wenn man es übt und betreibt und dabei an das Wort denkt, das er verheißen hat, wird dadurch das Herz immer stärker, und es hält sich fester an ihn, um endlich viel mehr zu bekommen, als man sonst empfangen hätte.


Autor: Martin Luther (* 10.11.1483; † 18.02.1546) theologischer Urheber der Reformation
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Die Mutter des Augustinus

Für die überschwängliche Erhörung von Gebeten sehen wir ein wunderschönes Vorbild in Monika, der Mutter des Augustinus, die für ihren Sohn nichts anderes von Gott erbat, als dass er ihn aus der unsinnigen Ketzerei der Manichäer29 befreite und dass ihr Sohn sich taufen ließe. Als besorgte Mutter dachte sie bald danach auch an ein frommes Mädchen, das sie ihm antrauen könnte, um ihn auf diese Weise wieder zurechtzubringen. Aber je fleißiger und ernster sie bat, umso halsstarriger hielt ihr Sohn an seinen sündigen Gewohnheiten fest. Und es schien, als führte ihr Gebet nur zu weiteren Sünden. Dann aber kam die Zeit, in der Gott das anhaltende und eifrige Gebet erhören wollte, denn Gott lässt oft mit der Hilfe auf sich warten. Dann aber wurde Augustinus nicht nur bekehrt und getauft, sondern gab sich auch gänzlich der Gottesgelehrsamkeit hin, und wurde ein solcher Lehrer, dass er bis zum heutigen Tag in der Kirche leuchtet und sie durch seine Bücher lehrt. Darum hatte Monika nie gebetet. Sie wäre schon zufrieden gewesen, wenn ihr Sohn – von seinem Irrweg befreit – ein Christ geworden wäre. Gott will uns viel mehr und viel größere Dinge geben, als wir erbitten oder erdenken können, allerdings nur, wenn wir mit dem Beten nicht aufhören.


Autor: Ludwig Hofacker (* 15.04.1798; † 18.11.1828) deutscher evangelischer Pfarrer
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Wenn heute ein Mensch etwas Herrliches, etwas Großes und Köstliches an seinem inwendigen Menschen erfährt, so darf er nicht denken und glauben: Das ist der Gipfel von allem, was mir der Herr schenken kann; weiter kann er mir nicht geben, nicht größere Seligkeit, nicht mehr Kraft, nicht mehr Glauben, nicht mehr Liebe. O nein! Seine Schätze sind unerschöpflich. Allezeit kann er etwas noch Herrlicheres, etwas noch Edleres, etwas noch Anbetungswürdigeres schenken; die ewige Weisheit kann sich in ihren Kindern immer noch mehr verherrlichen, und es ist auch ihr Wille, den Reichtum ihrer Schätze immer mehr und mehr an den schnöden Sündern, an denen, die doch so arg sind, zu offenbaren, daß sie verklärt werden von einer Klarheit in die andere, von einer Herrlichkeit in die andere. Dieser Reichtum ist in Christo aufgetan! Er ist der Pfleger der herrlichen himmlischen Güter, er ist der Herr der Schätze Gottes, und wer da will, der kann von ihm nehmen, was er auf allen seinen Wegen bedarf. Hier wird kein Gutes je vermißt, dieweil der Hirt ein Herr der Schätze Gottes ist. Wie viele sind, die von diesem Reichtum seiner Herrlichkeit noch gar nichts wissen, noch gar nichts geschmeckt haben! Und welchen Ersatz für den Reichtum jener Herrlichkeit gibt denn der Reichtum und die Güter und die Dinge dieser Welt? Sehet an die Geldquellen - können sie nicht versiegen? Sehet an die Wollustquellen, können sie nicht vertrocknen? Sehet an die Freudenquellen, können sie nicht ausbleiben? Wenn man den Weg allen Fleisches gehen muß, so versiegen alle jene Quellen. Ja es sind erst noch trübe Wasserquellen: Ekel, Überdruß, Langeweile, Schmerz, Reue, das ist die Erquickung, die man aus ihnen schöpfen kann; den Tod, den ewigen Tod kann man aus ihnen in sich hineintrinken. O Sünder! Lüstet es dich nicht, aus der Quelle der göttlichen Gnade zu schöpfen; - aus dem Reichtum Dessen dich zu erquicken, der gesprochen hat: »Ich bin gekommen, daß sie das Leben und volles Genüge haben sollen«?

Zeuch uns hin, erhöhter Freund! Zeuch uns an dein Herz der Liebe! Deine Triebe führen mich, du Siegesheld durch die Welt, daß ich deine Seele bleibe und so lange an dich glaube, bis ich lieb im innern Zelt.