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Predigten zu Epheser 5,25

"Ihr Männer, liebet eure Weiber, gleichwie auch der Christus die Versammlung geliebt und sich selbst für sie hingegeben hat,"

Autor: Charles Haddon Spurgeon (* 19.06.1834; † 31.01.1892) englischer Baptistenpastor
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"Ihr Männer, liebt eure Frauen, gleichwie Christus auch geliebt hat die Gemeinde."

Welches köstliche Vorbild gibt doch Christus seinen Jüngern! Wenige Lehrer dürfen wohl sagen: "Wollt ihr tun nach meiner Lehre, so folgt meinem Wandel nach." Weil aber das Leben Jesu eine genaue Ausprägung aller vollkommenen Tugend ist, so darf Er auf sein eignes Leben hinweisen als auf das Urbild der Heiligkeit, während Er zugleich als Lehrer der Tugend ein Muster der Vollkommenheit ist. Der Christ sollte sich kein geringeres Vorbild zur Nachahmung wählen, als Christum selber. Als Haupt seiner Frau und seiner Familie hat der Christ sein Augenmerk auf das Vorbild Jesu Christi zu richten, und dasselbe getreu nachzumalen. Der wahrhafte Christ soll seiner Frau das sein, was Christus seiner Gemeinde ist. Die Liebe des Mannes ist derart, dass er seine Frau allem andern vorzieht. Der Herr Jesus hegt für seine Gemeinde eine ganz besondere Zuneigung, die Er ihr vor der übrigen Menschheit zuwendet: "Ich bitte für sie, und bitte nicht für die Welt." Die auserwählte Gemeinde ist der Liebling des Himmels, der Schatz Christi, die Krone seines Hauptes, die goldne Spange um seinen Arm, das Brustschildlein auf seinem Herzen, der Mittelpunkt und das Herzblatt seiner Liebe. Der Mann sollte seine Frau lieben mit einer beständigen Liebe, denn also liebt auch der Herr Jesus seine Gemeinde. Er ist nicht wandelbar in seiner Zuneigung; Er äußert wohl dieses Wohlwollen in verschiedener Weise, aber die Liebe selber bleibt unverwandt dieselbe. Der Mann soll seine Frau lieben mit einer dauernden Liebe, denn nichts "mag uns scheiden von der Liebe Gottes, die in Christo Jesu ist, unserm Herrn." Ein treuer Ehemann liebt seine Frau mit einer herzlichen, inbrünstigen und starken Liebe. Die Liebe darf kein blosser Lippendienst sein. O Geliebte, was hätte Christus wohl mehr tun können, um seine Liebe zu beweisen, als was Er getan hat? Der Herr Jesus hat eine wonnigliche Liebe gegen seine Schwester-Braut; Er schätzt ihre Liebe hoch und freut sich darob mit liebendem Wohlgefallen. Gläubige Seele, bewunderst du die Liebe Jesu? Herrscht in deinem Hause das Gesetz der Liebe nach dem Wort: "Gleichwie Christus auch geliebt hat die Gemeinde?"


Autor: William MacDonald (* 07.01.1917; † 25.12.2007) US-amerikanischer Prediger der Brüdergemeinden
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"Ihr Männer, liebet eure Frauen, gleichwie auch der Christus die Versammlung geliebt und sich selbst für sie hingegeben hat."

Was erwartet eine christliche Frau von ihrem Ehemann? Sie sollte zuerst auf sein geistliches Leben bedacht sein, nicht auf seine äußere Erscheinung. Er sollte ein Mann Gottes sein, der zuerst nach dem Reich Gottes und Seiner Gerechtigkeit trachtet. Sein Lebensziel ist es, dem Herrn zu dienen und in der örtlichen Gemeinde Verantwortung zu tragen. Zu Hause sollte er als "Hauspriester" Gebet und Bibelstudium in der Familie aufrechterhalten und das Muster eines Gläubigen sein.

Dieser Mann nimmt seine gottgegebene Stellung als Haupt des Hauses ein, ist aber kein Tyrann.

Er liebt seine Frau und erlangt dadurch ihre bereitwillige Unterwerfung, ohne sie von ihr fordern zu müssen. Er ist ihr gegenüber rücksichtsvoll und behandelt sie jederzeit mit Respekt. Er ist treu, verständnisvoll, langmütig, freundlich, aufmerksam, zuvorkommend und fröhlich.

Der ideale Ehemann ist ein guter Ernährer, der in seinem Beruf fleißig und sorgfältig arbeitet. Aber Geld ist nicht seine erste Priorität. Er ist nicht geldgierig oder habsüchtig.

Er liebt seine Kinder, erzieht sie, verbringt Zeit mit ihnen, plant mit ihnen gemeinsame Unternehmungen, ist ein gutes Vorbild für sie und widmet jedem einzelnen besondere Aufmerksamkeit.

Er liebt Gastfreundschaft. Sein Haus ist offen für die Diener des Herrn, für alle Christen, und auch für die Unbekehrten.

Er hat immer einen guten Draht zu seiner Frau und seiner Familie. Er versteht und akzeptiert ihre Begrenzungen und kann über ihre Fehler verständnisvoll lächeln. Er hat mit ihnen Gemeinschaft auf menschlicher und geistiger Ebene. Wenn er etwas Falsches tut oder sagt, gibt er seinen Fehler sofort zu und entschuldigt sich. Er ist immer offen für Vorschläge und Wünsche seiner Familie. Es ist äußerst wichtig, dass er sein geistliches und seelisches Gleichgewicht halten kann, wenn seine Frau niedergeschlagen ist. Andere wünschenswerte Züge sind, dass er sauber und ordentlich in seinem Äußeren ist, selbstlos, ehrlich, sanft, zuverlässig, freigebig und verständnisvoll. Er sollte humorvoll sein und nicht nörglerisch und unzufrieden. Wenige Männer - wenn nicht keiner - verkörpern alle diese Eigenschaften, und es ist unrealistisch, alle auf einmal zu erwarten. Eine Frau sollte dankbar sein für die, welche vorhanden sind, und ihrem Mann eine liebevolle Hilfe bei der Entwicklung weiterer positiver Charakterzüge sein.


Autor: William MacDonald (* 07.01.1917; † 25.12.2007) US-amerikanischer Prediger der Brüdergemeinden
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"... wie auch der Christus die Gemeinde geliebt und sich selbst für sie hingegeben hat."

Die Gemeinde nimmt einen Platz von hervorragender Wichtigkeit im Denken Jesu Christi ein, und sie sollte für uns genauso wichtig sein.

Diese Wichtigkeit zeigt sich an dem ausgedehnten Raum, den das Thema Gemeinde im Neuen Testament einnimmt. Es beansprucht auch einen bedeutenden Platz im Dienst der Apostel. Paulus beispielsweise sprach von seinem zweifachen Dienst, nämlich das Evangelium zu predigen und die Geheimnisse Gottes zu verwalten (s. Epheser 3, 8-10). Die Apostel redeten von der Gemeinde mit einer Begeisterung, die uns heute seltsamerweise meist fehlt. Überall, wo sie hinkamen, gründeten sie Gemeinden, während heute eher die Tendenz dahin geht, christliche Organisationen zu gründen.

Die Wahrheit wurde dem Apostel nach der Verwaltung Gottes gegeben, um das Wort Gottes zu vollenden (Kolosser 1,25.26). Es war die letzte große Lehre, die den Menschen offenbart werden sollte.

Ja, durch die Gemeinde sollen sogar himmlische Gewalten und Mächte etwas lernen (s. Epheser 3,10). Sie lernen durch sie mehr von der mannigfaltigen Weisheit Gottes kennen.

Die Gemeinde ist die Gruppe von Menschen auf der Erde, durch die Gott nach Seinem Willen den Glauben verbreiten und verteidigen will. Er nennt sie den "Pfeiler und die Grundfeste der Wahrheit" (s. 1. Timotheus 3,15). Wir sind wohl dankbar für alle Einrichtungen, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, das Evangelium zu verbreiten und die Gläubigen weiter zu unterweisen, aber es ist ein Fehler, wenn solche Gruppen im Leben ihrer Mitglieder den Stellenwert einer Ortsgemeinde haben. Gott hat zugesagt, dass "des Hades Pforten die Gemeinde nicht überwältigen werden" (s. Matthäus 16,18), aber dieses Versprechen hat Er niemals für christliche Organisationen gegeben.

Paulus nennt die Gemeinde den Leib Christi, die "Fülle dessen, der alles in allen erfüllt" (s. Epheser 1,23). In Seiner wunderbaren Gnade betrachtet sich das Haupt als nicht vollständig ohne Seine Glieder.

Doch die Kirche ist nicht nur der Leib Christi (s.1.Korinther 12,12.13), sie ist auch seine Braut (s. Epheser 5,25-27; 31.32). Als Sein Leib ist die Gemeinde das Mittel, durch das Er reden will zu dieser Welt in diesem Zeitalter. Als Seine Braut ist die Gemeinde das besondere Ziel Seiner Zuneigung, und Er rüstet sie dafür zu, Seine Herrschaft und Seine Herrlichkeit mit Ihm zu teilen.

Aus all dem Gesagten müssen wir schließen, dass die kleinste Versammlung von Gläubigen für Christus immer noch mehr bedeutet als das größte Königreich auf der Welt. Er redet von der Gemeinde in Worten der zärtlichen Zuneigung und einer einzigartigen Würde. Wir können daraus auch schließen, dass ein Ältester in einer Ortsgemeinde für Gott mehr Bedeutung hat als ein Präsident oder ein König. Im Neuen Testament gibt es nur wenige Hinweise darauf, wie man ein guter Regent sein kann, aber die Anweisungen für die Arbeit eines Gemeindeältesten nehmen einen beträchtlichen Raum ein.

Wenn wir einmal gelernt haben, die Gemeinde so anzusehen, wie der Herr sie sieht, dann wird das unser Leben und unseren Dienst von Grund auf verändern.