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Predigten zu Jakobus 1,27

"Ein reiner und unbefleckter Gottesdienst vor Gott und dem Vater ist dieser: Waisen und Witwen in ihrer Drangsal besuchen, sich selbst von der Welt unbefleckt erhalten."

Autor: John F. MacArthur (* 19.06.1939) US-amerikanischer Pastor, Prediger, Theologe und Autor
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Wahre Frömmigkeit bringt Heiligkeit und aufopfernde Liebe hervor.

"Ein reiner und unbefleckter Gottesdienst vor Gott, dem Vater, ist dieser: Waisen und Witwen in ihrer Bedrängnis besuchen, sich selbst von der Welt unbefleckt erhalten"

In diesem Vers setzt Jakobus seine praktischen und unter die Haut gehenden Beschreibungen wahren Glaubens fort. Bisher sagte er dem Sinn nach: "Lest nicht nur die Bibel - gehorcht ihr! Haltet euch nicht mit äußerlicher Frömmigkeit auf - haltet eure Rede rein!" Jetzt fügt er hinzu: "Sagt nicht nur, ihr wäret fromm - zeigt es durch aufopfernde Liebe! Behauptet nicht nur, Gott zu lieben - führt ein reines Leben!" Leeres Prahlen, ein Christ zu sein, bedeutet ihm nichts. Er will gottesfürchtiges Verhalten und gerechte Taten sehen.

Der Apostel Johannes geht genauso an die Sache heran, wenn er schreibt: "Wer sagt, dass er in ihm bleibe, ist auch schuldig, so zu wandeln, wie er gewandelt ist ... Wer seinen Bruder liebt, bleibt im Licht und nichts Anstössiges ist in ihm. Wer aber seinen Bruder hasst, ist in der Finsternis und wandelt in der Finsternis und weiss nicht, wohin er geht, weil die Finsternis seine Augen verblendet hat" (1. Joh. 2,6.10.11). "Licht" bedeutet in diesem Abschnitt Wahrheit und Gerechtigkeit; "Finsternis" spricht von Irrtum und Sünde. Wenn du wirklich gerettet bist, bist du im Licht, und das wird sich in deiner Liebe zu anderen zeigen.

In unserer Gesellschaft wird der Begriff "Frömmigkeit" sehr weit gefasst. Beinahe jedes Glaubenssystem passt da hinein. Aber für Gott ist jede Religiosität, die nicht Heiligkeit und hingebende Liebe hervorbringt, keine wahre Frömmigkeit. Das engt das Feld bemerkenswert ein, weil alle, die nicht durch den Glauben an Jesus Christus errettet sind, in den Fesseln der Sünde verhaftet bleiben und kein heiliges und selbstloses Leben führen können.

Wie steht's mit dir? Fliehst du vor der Sünde und reichst du den Notleidenden deine Hand? Wenn ja, bist du wahrhaft fromm. Wenn nicht, nimm Christus jetzt an. Er allein ist die Quelle von Heiligkeit und Liebe.


Autor: John F. MacArthur (* 19.06.1939) US-amerikanischer Pastor, Prediger, Theologe und Autor
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Aufopfernde Liebe ist das Kennzeichen wahren Christentums.

"Ein reiner und unbefleckter Gottesdienst vor Gott, dem Vater, ist dieser: Waisen und Witwen in ihrer Bedrängnis besuchen"

Kürzlich berichtete eine Lokalzeitung die Geschichte von einer jungen Frau, die brutal geschlagen, sexuell missbraucht, mit einem Messer verwundet und dann einen Hügel hinabgerollt worden war, damit sie dort sterben sollte. Wunderbarerweise überlebte sie den Angriff. Sie kletterte den Hügel hinauf und gelangte an eine Stelle, wo mehrere Wagen hielten, deren Insassen den Panoramablick auf die Stadt genossen.

Blutverschmiert von Kopf bis Fuß ging sie von einem Auto zum anderen und bat um Hilfe, aber alle Fahrer kurbelten ihre Fenster nach oben und fuhren davon. Niemand wollte sich damit abgeben. Schließlich kam ihr einer zur Hilfe und brachte sie ins Krankenhaus, wo man sich ihrer Verletzungen annahm. Der Artikel fuhr fort, den Zorn des Retters zu beschreiben über all jene, die trotz des Hilfeschreis der Frau ihr nur die kalte Schulter gezeigt hatten.

Die traurige Geschichte zeigt den so verbreiteten Mangel an Mitgefühl in unserer Gesellschaft. Viele kümmern sich nicht um andere - selbst wenn deren Leben auf dem Spiel steht. Sie sind unwillig, persönliche Nachteile oder Unbequemlichkeiten auf sich zu nehmen; vielleicht sind sie auch nur selbstsüchtig und gefühllos.

Das sollte bei Christen niemals so sein! Der Herr Jesus zeigte stärkstes Mitempfinden mit denen, die in Not waren, und Er erwartet dasselbe von uns.

Genauso wie Jakobus die Zunge zum Beweis eines reinen Herzens nahm (Vers 26), so benutzt er hier Witwen und Waisen als Anzeiger wahrer Liebe. "Besuchen" heißt, ihnen Liebe, Mitgefühl und Fürsorge entgegenbringen. Witwen und Waisen sind ein besonders bedürftiger Teil innerhalb der Gemeinde. Als solche repräsentieren sie alle Bedürftigen und alle, die unsere Freundlichkeit nicht vergelten können.

Habe opferbereite Liebe! Gib ohne die Erwartung, etwas dafür zu bekommen. Setze deine Zeit und Mittel großzügig zum Dienst an denen ein, die sich selbst nicht helfen können. Darin liegt das Wesen wahrer Frömmigkeit!


Autor: John F. MacArthur (* 19.06.1939) US-amerikanischer Pastor, Prediger, Theologe und Autor
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Gott toleriert keine Kompromisse mit der Welt.

"Ein reiner und unbefleckter Gottesdienst vor Gott, dem Vater, ist dieser: ... sich selbst von der Welt unbefleckt erhalten"

Ein wichtiger Test für unseren geistlichen Zustand liegt darin, in wieweit wir uns "von der Welt unbefleckt erhalten". Der Apostel Johannes sagt: "Liebt nicht die Welt, noch was in der Welt ist! Wenn jemand die Welt liebt, ist die Liebe des Vaters nicht in ihm" (1. Joh. 2,15). Auf den ersten Blick mag das widersprüchlich klingen, hat doch Gott selbst die Welt so geliebt, dass Er seinen eigenen Sohn für sie dahingab (Joh. 3,16). Aber Johannes 3,16 bezieht sich auf die Bewohner der Erde - die Menschen, für die Christus starb. Der Text aus 1. Johannes 2,15 redet von dem bösen Weltsystem, in dem wir leben, zu dem der Lebensstil, die Philosophien, die Moral und die Ethik unserer sündenbeladenen Kultur gehören. Diese Welt vergeht mitsamt allem, was zu ihr gehört (1. Joh. 2,16-17).

In Jakobus 4,4 steht: "Ihr Ehebrecherinnen, wisst ihr nicht, dass die Freundschaft der Welt Feindschaft gegen Gott ist? Wer nun ein Freund der Welt sein will, erweist sich als Feind Gottes." Das sind starke Worte; aber Gott will sich keine Kompromisse gefallen lassen. Du kannst nicht gleichzeitig ein Freund Gottes und ein Freund der Welt sein!

Trennung von der Welt ist das letzte Element wahrer Frömmigkeit, das in Jakobus 1 aufgezählt wird. Bevor wir zu Kapitel zwei übergehen, nimm noch einmal eine geistliche Inventur nach der Checkliste in den Versen 26 - 27 vor: Hast du deine Zunge unter Kontrolle? Unterziehe deine Unterhaltungen einer häufigen Untersuchung. Was sagt dir das Ergebnis über deinen Herzenszustand? Musst du manches Sprechverhalten ändern? 2. Zeigst du Liebe zu anderen? Geht es dir ernsthaft darum, deren Not zu lindern? Wenn du hilfst, sind dann deine Motive sauber, oder willst du damit nur dein Gewissen beschwichtigen, oder sollen andere hoch von dir denken? 3. Hältst du dich von der Welt unbefleckt? Wie bist du der Welt gegenüber eingestellt? Willst du sie für Christus gewinnen und selbst vor ihren üblen Einflüssen bewahrt bleiben, oder möchtest du so viel wie möglich von ihr profitieren?


Autor: William MacDonald (* 07.01.1917; † 25.12.2007) US-amerikanischer Prediger der Brüdergemeinden
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"Ein reiner und unbefleckter Gottesdienst vor Gott und dem Vater ist dieser: Waisen und Witwen in ihrer Drangsal besuchen, sich selbst von der Welt unbefleckt erhalten."

Als Jakobus diese Worte schrieb, wollte er damit nicht sagen, dass ein Gläubiger, wenn er diese Dinge praktizierte, damit schon alles getan hatte, was von ihm verlangt wird. Er wollte damit vielmehr sagen, dass zwei herausragende Beispiele wahrhaftigen Gottesdienstes das Besuchen von Witwen und Waisen und das Reinerhalten der eigenen Person sind. Wir hätten vielleicht gedacht, dass er besonders Bibelauslegung oder Missionsarbeit oder persönliche Evangelisation herausgegriffen hätte. Aber nein! Er denkt zuallererst daran, dass die Bedürftigen besucht werden müssen.

Der Apostel Paulus erinnerte die Ältesten von Ephesus daran, wie er sie "in den Häusern" besucht hatte (Apostelgeschichte 20,20). J.N. Darby betrachtete den Besuchsdienst als "den wichtigsten Teil des Werkes" . Er schrieb: "Die Uhr schlägt die Stunden, und die Vorübergehenden hören es, aber das Uhrwerk im Inneren lässt die Uhr gehen und sorgt für die richtigen Schläge und die genaue Zeigerstellung. Ich denke, dass der Besuchsdienst deine eigentliche Arbeit sein sollte, alles andere nimm, wie es kommt. Ich fürchte zuviel öffentliches Zeugnis; und besonders dann, wenn kein privates Wirken vorhanden ist" (aus einem Brief an G.V. Wigram vom 2. August 1839).

Eine ältere alleinstehende Witwe kam in einen Zustand, wo sie auf Hilfe von ihren Nachbarn und Bekannten angewiesen war. Da sie viel Zeit hatte, führte sie ein Tagebuch über alles und jedes, was während des Tages geschah - besonders über Kontakte mit der Außenwelt. Eines Tages fiel es den Nachbarn auf, dass sie schon einige Tage lang kein Lebenszeichen mehr in ihrem Haus bemerkt hatten. Man rief die Polizei, und es stellte sich heraus, dass sie schon einige Tage tot war. Die letzten drei Tage vor ihrem Tod waren die einzigen Einträge in ihrem Tagebuch: "Niemand ist gekommen", "Niemand ist gekommen", "Niemand ist gekommen" .

In der Geschäftigkeit unseres alltäglichen Lebens vergessen wir allzuleicht die Einsamen, die Bedürftigen und die Kranken. Wir geben anderen Dingen Priorität, und zwar oft solchen Formen des Dienstes, die sich mehr in der Öffentlichkeit abspielen und mehr Aufmerksamkeit erregen. Aber wenn unser Gottesdienst rein und unbefleckt sein soll, dann dürfen wir die Witwen und Waisen, die Gebrechlichen und Alten, die ans Haus oder Bett Gefesselten nicht vernachlässigen. Der Herr hat ein besonderes Anliegen für die Hilfsbedürftigen und eine besondere Belohnung für die, welche sich daranwagen, dieses Bedürfnis zu stillen.


Autor: Frederick Brotherton Meyer (* 08.04.1847; † 28.03.1929) englischer Baptistenpastor

Von der Welt unbefleckt

Die Ansicht des Jakobus über einen reinen und unbefleckten Gottesdienst ist bezeichnend für ihn, der den Beinamen „der Gerechte“ trug, der selbst von den Juden um seiner strengen Frömmigkeit willen, verehrt wurde. Was auch unsere Ansichten sein mögen über das Christentum, so müssen wir hauptsächlich darauf achten, dass ihr Ergebnis ein reiner, heiliger Wandel sei. Rechtgläubige Anschauungen sind gänzlich wertlos, wenn sie nicht mit rechtgläubigem Leben verbunden sind. Das war diejenige Seite der Wahrheit, auf die Jakobus abstellte.

Welch schönes Bild tritt uns hier entgegen! Ein unbeflecktes Leben! Kein Buch kommt der Bibel gleich in ihrer Auffassung der Sünde; ja, von ihr stammt überhaupt der Begriff der Sünde, wie Gott sie beurteilt. Aber kein Buch bietet uns auch ein so erhabenes Ideal davon, was wir durch die Gnade Gottes werden können, wenn wir uns ihr unbedingt hingeben. Es steht uns da in Aussicht ein gereinigtes Herz und ein unbeflecktes Kleid; keine Sünde wird mehr gestattet, keine böse Gewohnheit darf das Leben mehr beherrschen.

Wie sollen wir aber dazu gelangen?

  1. Stelle den Tod Jesu zwischen dich und dein vergangenes Leben, und halte dafür, dass du gestorben seiest allen den Neigungen, die dich dazu bewegen möchten, noch den Lüsten und Leidenschaften zu leben, wovon die übrigen Heiden beherrscht sind.
  2. Trachte darnach, dass deine Sinne durch Übung geschärft werden, sodass du schon die leiseste Annäherung einer Versuchung erkennest, und sie dich in deinem auferstandenen, lebendigen Heiland geborgen, finde.
  3. Lass dich sofort reinigen durch das Blut Jesu, wenn auch nur der kleinste Flecken dein Gewand besudelt hat.
  4. Wende deine Augen, deine Ohren, deine Füße ab von allem, was verunreinigend auf dich einwirken könnte.