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Predigten zu Jakobus 1,6

"Er bitte aber im Glauben, ohne irgend zu zweifeln; denn der Zweifelnde ist gleich einer Meereswoge, die vom Winde bewegt und hin und her getrieben wird."

Autor: Charles Haddon Spurgeon (* 19.06.1834; † 31.01.1892) englischer Baptistenpastor
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Anklopfen und Weglaufen.

Wachet im Gebet, um zu sehen, was kommt. Törichte Knaben, die aus Mutwillen an eine Tür klopfen, bleiben nicht, bis jemand kommt, um ihnen zu öffnen; aber ein Mann, der Geschäfte hat, klopft an und wieder an, bis er Antwort erhält.

Beten und nach keiner Erhörung außehen, beweist entweder eine blosse Formalität des Gebets, und diese macht das Gebet zu einem toten; oder sonst Unglauben an die Wahrheit Gottes, und dies macht das Gebet zu einem verdorbenen. Wer einem Bankier einen Wechsel präsentiert, will Geld dafür haben; wenn nicht, so ist er kein Geschäftsmann, sondern ein Possenreißer. So erwarten wir, wenn wir die göttliche Verheißung geltend machen, eine Erfüllung, sonst treiben wir nur unser Spiel mit Gott. Wie oft klopfen wir an die Gnadentür an und laufen dann weg! Lasst uns solche kindische Dinge abtun, und das Gebet als etwas Wirkliches behandeln; dann werden wir in Wahrheit erhört werden. "Ich will mein Gebet zu Dir richten und will aufsehen." Der diese Zeilen schreibt, legt sein Zeugnis dafür ab, dass er nie vergeblich an des Herrn Tür angeklopft hat, und er bittet den Leser, das zu versuchen, was er so wirksam gefunden. "Klopfet an, so wird euch aufgetan werden." (Th.Manton)


Autor: John F. MacArthur (* 19.06.1939) US-amerikanischer Pastor, Prediger, Theologe und Autor
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IM GLAUBEN BITTEN

Ein Gläubiger sollte voller Vertrauen und Zuversicht Weisheit von Gott erbitten. Wenn dir Weisheit mangelt, so ist das nicht Gottes Schuld. Wenn du den Grund deines Geprüftwerdens nicht verstehst – den Tod deines Ehepartners, gesundheitliche Probleme, finanzielles Chaos, Probleme mit deinem Auto, deiner Arbeit oder deinen Kindern – dann liegt das vielleicht daran, dass du Gott nicht im Glauben um Weisheit gebeten hast.

Vielleicht waren deine Gebete unaufrichtig und deine Motive schlecht. Jakobus verurteilt es, wenn jemand bittet, um es dann in seinen Lüsten zu vergeuden (Jak 4,3). Vielleicht sind deine Gebete auch nicht im Einklang mit Paulus’ Worten aus 1Tim 2,8: „Ich will nun, dass die Männer an jedem Ort beten, indem sie heilige Hände aufheben, ohne Zorn und zweifelnde Überlegung.“ Zweifelst du an Gottes Fähigkeit und Bereitschaft zu helfen?

Fester Glaube ist völlig davon überzeugt, dass Gott, der souverän und voller Liebe ist, dafür sorgen wird, dass wir sowohl den Anlass der Bedrängnis verstehen als auch standhaft bleiben können. Egal worin du erprobt wirst: Du kannst gewiss sein, dass alles Gottes Absichten entspricht und deinem Reiferwerden dient.


Autor: John F. MacArthur (* 19.06.1939) US-amerikanischer Pastor, Prediger, Theologe und Autor
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OHNE ZWEIFEL

Ein zweifelnder Mensch, der nicht glaubt, dass Gott Weisheit schenken kann, gleicht der ständig wechselnden See, wo Wellen kommen und gehen und die nie zur Ruhe kommt. Ein solcher Mensch glaubt nicht im Geringsten daran, irgendetwas von Gott zu empfangen.

Ein Ungläubiger, der vorgibt, Christus zu kennen, wird in Zeiten der Erprobung auf Gott zornig werden und sich von der Gemeinde distanzieren. Ein echter Christ, der jedoch noch unreif ist, kann unter Umständen ähnlich reagieren. Seine Reaktion wird von seinen Gefühlen bestimmt, und er vertraut Gott nicht 100%ig. Er wird die Erfahrung nicht kennen, dass man inmitten von schweren Prüfungen eine freudige Haltung einnimmt, einsichtig ist, Unterordnung praktiziert und ein Herz voller Glauben hat. Es erscheint ihm unmöglich, Gott um Weisheit zu bitten und auf seine Ressourcen zurückzugreifen. Er wird nie um die Lösungen, die Gott für ihn bereithält, wissen, weil er nicht ausharrt und treu zu Gott betet.


Autor: Martin Luther (* 10.11.1483; † 18.02.1546) theologischer Urheber der Reformation
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Eine Meereswoge

Wenn also jemand betet, obwohl er an der Erhörung zweifelt und nur auf gut Glück bittet – einerlei, ob es geschieht oder nicht –, der begeht zwei böse Sachen. Die erste ist, dass er sein Gebet selbst zunichtemacht und sich umsonst müht. Denn Jakobus sagt (1,6-7): Wer von Gott etwas erbittet, der »bitte … im Glauben und zweifle nicht; denn wer da zweifelt, der ist wie die Meereswoge, die vom Winde getrieben und gewebt wird. Solcher Mensch denke nicht, dass er etwas von dem Herrn empfangen werde.« Damit ist gesagt, dass eines solchen Menschen Herz nicht still hält. Darum kann Gott auch nichts hineintun. Der Glaube aber hält das Herz still und macht es so empfänglich für die göttlichen Gaben. Die zweite böse Sache besteht darin, dass der Zweifler den getreuesten und wahrhaftigsten Gott für einen Lügner und unzuverlässigen Mann hält – für einen, der seine Zusagen nicht einhalten mag oder kann. Durch seinen Zweifel beraubt er Gott der Ehre und des guten Namens, dass er treu und wahrhaftig ist. Hierdurch wird daher so schwer gesündigt, dass ein Christ dadurch praktisch zum Heiden wird und seinen eigenen Gott verleugnet. Dann muss er Buße tun, denn auch diese Sünde vergibt Gott, wenn man ihn darum bittet.