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Predigten zu Johannes 8,12

"Wiederum nun redete Jesus zu ihnen und sprach: Ich bin das Licht der Welt; wer mir nachfolgt, wird nicht in der Finsternis wandeln, sondern wird das Licht des Lebens haben."

Autor: Thomas von Kempen (* um 1380; † 25.07.1471) Augustiner-Chorherr, Mystiker und geistlicher Schriftsteller
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"Wer mir nachfolgt, der wandelt nicht im Finstern, sondern wird das Licht des Lebens haben."

Dies sind Worte Christi, die uns auffordern, seinem Leben uns seinem Wandel nachzufolgen, wenn wir wahrhaft erleuchtet und von aller Blindheit des Herzens geheilt werden wollen. Unsere erste Angelegenheit sei daher, das Leben Jesu Christi beständig im Auge zu haben. Die Lehre Christi ist unvergleichbar besser als alle Lehren der Heiligen, und wer den Geist Christi hätte, der würde in ihr ein verborgenes Himmelsbrot finden. Doch viele, so oft sie auch das Evangelium hören, bleiben dennoch dabei ohne Rührung; weil sie den Geist Christi nicht haben. Wer die Lehre Christi vollkommen verstehen und die rechte Freude daran haben will, der muss mit ganzem Ernst erstreben, dass sein ganzes Leben Jesus Christus gleichförmig werde. Was hilft es Dir, wenn Du über die Dreieinigkeit hochgelehrt zu diskutieren verstehst, Dir dabei aber die Demut fehlt, ohne die Du der Dreieinigkeit nicht gefallen kannst? Wahrhaftig! hochgelehrte Worte machen den Menschen weder heilig noch gerecht; aber ein christliches Leben macht uns Gott angenehm. Hätte man die ganze Bibel und alle Weisheit der Philosophen im Kopf, aber dabei keine Liebe und Gnade Gottes, was würde all jenes helfen? So trachte Du lieber danach, die Reue und Zerknirschung des Herzens zu empfinden, als sie schulgerecht erklären zu können.


Autor: Aiden Wilson Tozer (* 21.04.1897; † 12.05.1963) US-amerikanischer evangelischer Pastor und Autor (besser bekannt als A. W. Tozer)
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Die Wahrheit teilt sich einem Rebellen nicht mit

Allzu viele betrachten Jesus Christus als »etwas Nützliches«. Wir machen Ihn zum Rettungsboot, das uns ans Ufer bringt, zum Führer, der uns zurückbringt, wenn wir uns verlaufen haben. Wir reduzieren Ihn zu einem »großen Freund«, der uns hilft, wenn wir in Schwierigkeiten stecken. Das ist kein biblisches Christentum! Jesus Christus ist der Herr, und wenn ein Mensch bereit ist, Seinem Willen zu entsprechen, wird er Buße tun, und das Licht strömt herein. Zum ersten Mal in seinem Leben findet er sich bereit zu sagen: »Ich will den Willen des Herrn tun – und wenn ich dabei sterben sollte!« Die Erleuchtung beginnt im Herzen. Das ist Umkehr – denn bisher ist er seinem Willen gefolgt, und nun entscheidet er sich, den Willen Gottes zu tun. Bevor mir das Wort irgendetwas bedeuten kann, muss ich dem Wort gehorsam werden. Die Wahrheit teilt sich einem Rebellen nicht mit. Die Wahrheit wird niemandem Leben geben, der dem Licht nicht gehorchen will. Wenn man Jesus Christus ungehorsam ist, kann man keine geistliche Erleuchtung erwarten. Niemand kann den Sohn erkennen, außer wenn der Vater Ihn offenbart. Niemand kann den Vater erkennen, außer wenn der Sohn Ihn offenbart. Ich kann etwas über Gott wissen – das ist der Inhalt der Wahrheit. Aber ich kann Gott nicht erkennen – das ist das Wesen der Wahrheit –, bevor ich nicht zum Gehorsam bereit bin. Wahre Jüngerschaft ist: Jesus Christus gehorchen, Ihm nachfolgen und tun, was Er uns zu tun heißt, um Seinen Willen auszuführen. Ein solcher Mensch ist ein Christ – und niemand sonst!


Autor: Wilhelm Busch (* 27.03.1897; † 20.06.1966) deutscher evangelischer Pfarrer, Prediger und Schriftsteller
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Wie tröstlich kann ein Licht sein! Wer einmal so recht durch die Nacht geirrt ist, der weiß es, wie das Herz neuen Mut gewinnt, wenn man irgendwo ein Licht sieht. Auch wenn man noch gar nicht weiß, was das für ein Licht ist – man glaubt doch: Da muss Hilfe sein und Wegleitung und das Ende aller Not und allen Verirrtseins.

Wenn der Herr Jesus hier nun ruft: „Ich bin das Licht der Welt", dann will Er uns damit Vertrauen erwecken und Mut machen, doch zu Ihm zu kommen, auch wenn wir Ihn noch gar nicht kennen und wenig von Ihm wissen und verstehen. Ehe einer den Reichtum Seines Heiles und die Tiefen Seiner Erlösung begreift, darf er glauben: Bei Jesus ist Hilfe und Wegleitung und das Ende aller Not und allen Verirrtseins. So ist dies Wort Jesu ein freudenvolles Wort, gefüllt mit Trost.

Aber es ist auch ein hartes Wort. Ein Gerichtswort für die Welt. Ein Licht brauchen wir nur, wenn es finster ist. Wenn Gott Seinen eingeborenen Sohn als „Licht" in die Welt gesandt hat, dann spricht Er damit aus, dass in der Welt die Nacht hereingebrochen ist. Die Welt ist eine Welt der Finsternis und Sünde. Dies harte Urteil Gottes will unserm stolzen Sinn nicht passen. Aber wer nun leugnet, dass die Welt voll Finsternis sei, der lästert Gott und sagt, Gott sei ein Narr, weil Er am hellen Tag ein Licht gegeben habe. –

Wir müssen auch darauf achten, dass der Herr Jesus nicht sagt: „Ich bin ein Licht in der Welt." Er sagt: „Ich bin das Licht." Damit sind wir in die letzte Entscheidung gedrängt. Entweder bleiben wir in der Nacht, oder wir laufen zu Jesus. Amen.


Autor: Hermann Bezzel (*18.05.1861; † 08.06.1917) deutscher lutherischer Theologe
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Ich bin das Licht der Welt.

Alle andern Lichter werfen einen unsicheren Schein in uns hinein, hinter dem sich noch eine Menge von Unrechtem verbergen kann. Treue Seelsorge geht auch nur bis zu einem gewissen Punkt deines Innenlebens, soweit du dich ihr eben zu erkennen gibst, oder sie dich nach ihren Erfahrungen erforschen kann. Aber Jesu Seelsorge, weil er das Licht ist, zeigt sich am meisten in der Dunkelheit deines Wesens, in den verborgenen Falten deines Charakters, gibt dir im Innersten ein ganz anderes Bild. Deine Nachtmahlsgänge waren regelmäßig, deine Gewissensprüfungen ernstlich, du hast dir alt- und neutestamentliche Gewissensspiegel vorgehalten. Das ist löblich, aber Gewohnheit. Das ist die echte Beichte, dass man Jesum, das Licht der Welt, hinein in sein Innere; fallen lässt. Wir haben nicht mehr viel Zeit, wir sterben sonst an der Unkenntnis unserer selbst.


Autor: Hermann Bezzel (*18.05.1861; † 08.06.1917) deutscher lutherischer Theologe
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Ich bin das Licht der Welt.

Diese Erleuchtung ist zugleich Erwärmung. Auch die treueste Menschenseelsorge hat etwas Erkältendes. Hinter dem strengen, mahnenden, strafenden Wort, auch hinter dem aufrichtenden und tröstenden, liegt die Gefahr des Sichzurückziehens. Man spürt es, indem ein Mensch mir meine Fehler sagt, hält er von dem Fehlenden sich leicht zurück. Dadurch hat die menschliche Seelsorge etwas Befremdendes. Man gewinnt einen Berater und verliert einen Freund; man gewinnt die Wahrheit und verliert die Liebe. Bei Jesus ist es anders. Indem er in die tiefsten Verliese unseres Wesens blickt und leuchtet und die geheimsten Flecken unseres Temperamentes enthüllt und die letzte Entschuldigung, die wir bisher stolz einhertrugen, zerreißt, spricht er: Darum bricht mir das Herz über dir, dass ich mich deiner erbarmen muss. Das ist die erwärmende Art des Lichtes. Mondlicht hat etwas Fröstelndes, Kühles und Erkältendes, man zieht sich von ihm zurück, man hüllt sich vor ihm in sein Gewand ein. Wenn aber die Sonne leuchtet und Berg und Tal mit ihrem Licht erfüllt, wenn sie dann höher steigt und selbst im tiefsten Dunkel des Waldes auch Frühling und Freude erwachen heißt, dann wird auch die Menschenseele wieder froh und es wird uns leicht ums Herz, es wird in uns so warm. Das wolle der Herr Christus an dir und mir tun!


Autor: Hermann Bezzel (*18.05.1861; † 08.06.1917) deutscher lutherischer Theologe
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Ich bin das Licht der Welt.

Ich bin das Licht und darum verneuere ich nicht bloß die einzelne Seele, sondern auch Völker. Wir haben ja die große Sorge, ob nach diesem in unsern Gemeinden, in unserm Volk eingekehrten religiösen Leben, ob nach diesen so mächtig angelaufenen Ziffern der Nachtmahlsgäste, nach diesem Reichtum an Gottesdiensten und ihrer Besucher nicht wieder das Alte kommt, die alte Lauheit, Trägheit, Gottvergessenheit, der unserm Volk zur Natur gewordene Charakter. Von uns aus ist keine Hoffnung. Ich bin das Licht. Er, der mit schneidender Wahrheit die geheimsten Sünden unseres Volkes jetzt ins Licht vor seinem Angesicht stellt, die Sattheit, die Trägheit, das Selbstbewusstsein, die Oberflächlichkeit, all diesen Dünkel, dieses Ausruhen auf Dingen, die er doch geschenkt und die niemand erarbeitet hat, derselbe Heiland wolle doch auch wieder unser ganzes armes Volk mit seiner leuchtenden, wärmenden, verneuenden Treue umgeben, pflegen, hegen, es noch einmal an sich aus lauter Liebe ziehen, einen Reformationsgruß ihm gönnen: Friede sei mit dir! Er möge nicht in Revolutionsstürmen ein edles Gotteswerk untergehen lassen, sondern in Verneuerung des Sinnes einen Völkerfrühling heraufführen. Wir wissen, die Zeit des Abfalls kommt, aber es muss doch nicht unser Volk im Abfalle vorangehen. Wir wissen, die Entscheidung kommt, aber es muss doch nicht gerade unser Volk zur Linken stehen.