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Predigten zu Kolosser 2,9

"Denn in ihm wohnt die ganze Fülle der Gottheit leibhaftig;"

Autor: Charles Haddon Spurgeon (* 19.06.1834; † 31.01.1892) englischer Baptistenpastor
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"In Ihm wohnt die ganze Fülle der Gottheit leibhaftig. Und ihr seid vollkommen in Ihm."

Alle Eigenschaften Christi, seine göttlichen wie seine menschlichen, sind uns zum Dienst geschenkt. Die ganze Fülle der Gottheit, wie weit dieser wunderbare Ausdruck nur immer mag gefasst werden, gehört uns zu, um uns vollkommen zu machen. Er kann uns nicht ausstatten mit dem Wesen der Gottheit; was Er aber tun kann, das hat Er alles getan, denn Er hat seine göttliche Macht und Würde um unsrer Erlösung willen uns zum Dienste dargeboten. Seine Allmacht, seine Allwissenheit, seine Allgegenwart, seine Unwandelbarkeit und Unfehlbarkeit, alles muss zu unserm Heil zusammenwirken. Auf, gläubige Seele, und betrachte, wie der Herr Jesus seine ganze erhabene Gottesnatur an den Siegeswagen der Erlösung ins Joch spannt. Wie unbegrenzt ist seine Gnade, wie fest seine Treue, wie unerschütterlich seine Unwandelbarkeit, wie unermesslich seine Macht, wie endlos seine Weisheit! Sie alle hat der Herr Jesus zu Pfeilern im Tempel der Erlösung gemacht; und sie sind uns alle ohne Beeinträchtigung ihrer Unendlichkeit zum ewigen Erbteil zugesichert. Die unergründliche Liebe des Heilandsherzens ist in jedem ihrer Tropfen unser eigen; jeder Nerv im Arm der Allmacht, jedes Juwel in der Krone der Majestät, die Unermesslichkeit der göttlichen Erkenntnis und die Strenge der göttlichen Gerechtigkeit: alles gehört uns und wird zu unserm Besten verwendet. Alles, was in und an Christo ist, alles in seinem anbetungswürdigen Wesen als Sohn Gottes hat Er selbst uns übermacht, um uns aufs reichste zu erfreuen. Seine Weisheit ist unsre Leitung, seine Erkenntnis unsre Lehre, seine Macht unser Schutz, seine Gerechtigkeit unsre Bürgschaft, seine Liebe unser Trost, seine Gnade unsre Erquickung, und seine Unwandelbarkeit unsre feste Burg. Bei Ihm ist kein Rückhalt, sondern Er öffnet uns die geheimen Kammern des Berges Gottes und heißt uns in seinen Schachten graben nach den verborgenen Schätzen. "Alles, alles, alles ist euer," spricht Er, "ihr sollt Gutes die Fülle haben und voll werden der Gnade des Herrn." O, wie lieblich ist's doch, Jesum anzuschauen, und sich auf Ihn zu verlassen mit der gewissen Zuversicht, dass, wenn wir die Vermittelung seiner Liebe und Macht bedürfen, wir nichts andres verlangen, als was Er uns schon in seiner Treue verheißen hat.


Autor: John F. MacArthur (* 19.06.1939) US-amerikanischer Pastor, Prediger, Theologe und Autor
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DER MENSCH IN SEINER KISTE

Bestünde diese Welt nur aus Raum und Zeit, so könnten wir sie uns als Kiste vorstellen, und Gott wäre außerhalb dieser Kiste. Dem Menschen ist es unmöglich, seine Kiste zu verlassen, denn: „Das Natürliche kann nicht in die übernatürliche Dimension vordringen.“ Was an Zeit und Raum gebunden ist, kann unmöglich in den Bereich des Ewigen und Unendlichen eingehen. Weil sich im Inneren des Menschen etwas regt, das gerne über den Kistenrand schauen möchte, erfindet er Götter. Aufgrund dieser Tatsache stoßen verschiedene Religionen auf Akzeptanz und breiten sich aus. Die diversen Religionen zeugen von der Sehnsucht, die Kiste verlassen zu wollen, obwohl dies für den Menschen, aufgrund seiner Natur, ein utopisches Unterfangen darstellt. Gibt es einen Ausweg aus der Kiste? Ja, es gibt Hoffnung. Sie heißt Jesus Christus. Die Botschaft der Bibel lautet: „Du kannst zwar nicht aus deiner Kiste entfliehen, aber Gott ist stattdessen zu dir in die Kiste gekommen.“ Jesus Christus ist dir nahe gekommen, um dir zu zeigen, wie du für immer und ewig in Gemeinschaft mit Gott leben kannst. Willst du seine Einladung nicht annehmen?


Autor: Aiden Wilson Tozer (* 21.04.1897; † 12.05.1963) US-amerikanischer evangelischer Pastor und Autor (besser bekannt als A. W. Tozer)
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Der Duft der Segnungen, an die wir erinnert werden

Christus ist so wunderbar vieles für Sein Volk und bringt ihm solche Reichtümer und Segnungen, dass der Verstand sie nicht erfassen und das Herz sie nicht in Worte kleiden kann! Ein weiser Mann sprach in seinen Schriften von einem »Duft, der sich aus den Segnungen Gottes zusammensetzt, an die man sich erinnert«. Dieser Duft ist leider sehr selten! Jeder Christ sollte nach diesem Parfüm duften – denn haben wir nicht alle mehr von Gottes Freundlichkeit erfahren, als wir uns je hätten vorstellen können, bevor wir Ihn kennenlernten und selbst entdeckten, wie reich und großzügig Er ist? Dass wir aus Seiner Fülle Gnade um Gnade empfangen haben, wird niemand leugnen mögen, doch kommt der Duft nicht vom Empfangen, sondern von der Erinnerung daran. Zehn Aussätzige wurden gesund – das war die Wohltat. Einer kehrte um und dankte dem Wohltäter – das war der duftende Wohlgeruch! Wohltaten, an die sich keiner erinnert, gleichen toten Fliegen, die das Öl des Salbenmischers stinkend machen. Erinnerte Segnungen, Dankbarkeit für gegenwärtige Gunst und Lobpreis für verheißene Gnade sind wie eine Mischung aus Myrrhe, Aloe und Kassia, die den Kleidern der Heiligen einen Duft verleihen, der leider nur selten wahrgenommen wird. Mit dieser Mischung salbte auch David seine Harfe, und der Wohlgeruch seiner Lieder hat durch die Jahrtausende nicht abgenommen.


Autor: Aiden Wilson Tozer (* 21.04.1897; † 12.05.1963) US-amerikanischer evangelischer Pastor und Autor (besser bekannt als A. W. Tozer)
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Das Wunder der Erlösung

Wir Christen müssen stark zusammenstehen, um eine grundlegende Lehre zu verteidigen: Der lebendige Gott degradierte sich in Jesu Menschwerdung nicht. Als das Wort Fleisch wurde, war das von Gott her gesehen kein Kompromiss!

Aus jenem alten Glaubensbekenntnis, das man »Athanasium « nennt, ist klar ersichtlich, dass die Kirchenväter der Alten Kirche mit dieser Lehre sehr behutsam umgegangen sind. Sie würden es nicht zulassen, dass wir glaubten, dass sich Gott, als Er sich aus der Gottheit herabließ, um durch die Menschwerdung »Fleisch« zu werden, Sein göttliches Wesen verlor. Vielmehr nahm Er dadurch die Menschheit zu Gott hinauf. Das ist das Wunder der Erlösung! Wie sich immer wieder in der Vergangenheit zeigte, waren die Götter in den Mythen keine Gegner von Kompromissen. Aber der heilige Gott, der in Wahrheit Gott ist, unser himmlischer Vater, konnte keinen Kompromiss mit sich selbst eingehen!

Er blieb immer Gott, und alles außer Ihm war nie göttlich. Diese tiefe Kluft blieb auch bestehen, nachdem Jesus Christus Mensch geworden war und unter uns gewohnt hatte. Soviel können wir über Gottes Tun wissen: Er kann sich nie selbst betrügen! Die erstaunliche Gemeinschaft des Menschen mit Gott bleibt in alle Ewigkeit!


Autor: Hugh E. Alexanders (* 1884; † 1957) englischer Evangelist, der Anfang des 20. Jahrhunderts in der französischen Schweiz wirkte

Der Vater hat sich durch den Sohn geoffenbart, und der Sohn hat uns in eine vollendete Herzensverbindung mit Gott eingeführt. Wir rufen nicht nur «Abba, Vater», sondern der Vater erschließt uns auch Sein Herz und überschüttet uns mit Seiner Güte. Wir waren blind, uns selbst überlassen, in der Nichtigkeit eines aus Traditionen und Unwirklichkeit zusammengesetzten Lebens. Aber als der Vater sich uns schenkte, zog Er uns nahe zu sich, damit wir das Leben erhielten, das in Ihm selbst ist. Er ließ uns Seine vollkommene Liebe, Seine Kraft, Seine Treue und Wahrheit erkennen – alles, was das Wort «Vater» in sich schließt. Christus ist unser Leben, und Sein Leben ist in uns. Es füllt unsere Herzen und Gedanken aus, heiligt Geist, Seele und Leib. Dieses Leben ist ewig, und zwar nicht nur in bezug auf die zukünftige Ewigkeit, sondern auch auf die vergangene.

Laßt uns diese gewaltige Tatsache erfassen, daß Gott uns schenkt, was der Ewigkeit, der Unendlichkeit angehört! Wir, deren Leben nur ein Dunst ist, der aufsteigt und sich verflüchtigt; wir, die wir in einer Welt leben, in der sich alles verändert – bis auf ihre Verdorbenheit und zunehmende Gottlosigkeit –, wir, die wir in Sünden geboren sind, gerade wir dürfen diesen Hauch der Ewigkeit, der Gott selbst ist, um uns her verbreiten. Was für eine Belohnung für unseren schlichten Gehorsam, wenn wir Ihm folgen, wohin Er uns führt! Wenn Gott mit uns machen kann, was Er will, dann dürfen wir bitten, um was wir wollen, und es wird uns gegeben.

Wir sind in Ihm zur Fülle gebracht; wir haben alles völlig in Ihm, und etwas von dieser Fülle soll von uns auf andere übergehen. Gott möchte uns ein Leben schenken, das Ihn widerspiegelt und alles abweist, was nicht von Ihm ist, ein Leben, das sich Ihm zum Dienst weiht, um den Mitmenschen Rettung zu bringen, ein Leben, das kein ermüdendes Bemühen ist, sondern durch das sich einfach zeigt, was Er ist. Dann wird an die Stelle unseres Lebens in der Unwirklichkeit das wirkliche Leben treten, ein Leben in Liebe und Wahrheit, in lebensvoller, mannhafter Ähnlichkeit mit Jesus Christus selbst. Er hat gesagt: «Ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es im Überfluß haben» (Johannes 10,10).