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Predigten zu Matthäus 18,20

"Denn wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich in ihrer Mitte."

Autor: Watchman Nee (* 04.11.1903; † 30.05.1972) chinesischer Prediger
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"Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen."

Dieser Vers gibt uns eine wundervolle Verheißung der Gebetserhörung, aber sie ist an eine Voraussetzung gebunden. Es müssen mindestens zwei beieinander sein, und zwar einmütig. Warum wird ihr Gebet erhört? Weil diese zwei oder drei "in meinem Namen versammelt sind" . Das heißt, sie kommen nicht einfach zusammen, sondern sie werden versammelt (das Verb steht im Passiv). Das ist etwas anderes, als wenn Menschen von sich aus zusammenkommen; es bedeutet, dass sie vom Heiligen Geist geführt werden. Und sie kommen nicht in eigenen Angelegenheiten, sondern aus gemeinsamem Interesse für diejenigen Gottes. Das ist es, was sie in seinem Namen vereint. Und wenn dies der Fall ist, sagt Jesus: "Ich bin mitten unter ihnen" und führt, offenbart und erleuchtet. Gottlob, dass das nicht nur eine Verheißung ist; es ist die Feststellung einer Tatsache!


Autor: William MacDonald (* 07.01.1917; † 25.12.2007) US-amerikanischer Prediger der Brüdergemeinden
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"Denn wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich in ihrer Mitte."

Als der Herr Jesus diese Worte sprach, bezog Er sich auf eine Gemeindeversammlung, die zusammengekommen ist, um mit einem in der Sünde lebenden unbussfertigen Glied der Gemeinde zu handeln. Alle anderen Versuche, den Sünder zur Einsicht zu bringen, sind fehlgeschlagen, so dass er schließlich vor die Gemeinde gebracht wird. Wenn er immer noch nicht Buße tun will, muss er aus der Gemeinschaft ausgeschlossen werden. Der Herr Jesus verheißt Seine Gegenwart bei einem solchen Zusammenkommen, wo es um eine Frage der Gemeindezucht geht. Aber der Vers hat sicherlich eine breitere Anwendung. Er ist wahr, wo immer und wann immer zwei oder drei in Seinem Namen versammelt sind. Sich in Seinem Namen zu versammeln heißt, als eine christliche Versammlung zusammenzukommen. Es heißt, kraft Seiner Autorität zusammenzukommen und in Seinem Namen zu handeln. Es heißt, sich zu Ihm als dem alleinigen Anziehungspunkt zu versammeln. Es heißt, in Übereinstimmung mit der Praxis der ersten Christen sich zur "Lehre der Apostel, der Gemeinschaft, dem Brechen des Brotes und den Gebeten" zu versammeln (s. Apostelgeschichte 2,42). Es heißt, mit Christus als Mittelpunkt zusammenzukommen, sich zu Ihm hin zu versammeln (s. Psalm 50,5; 1. Mose 49,10). Wo immer Gläubige auf diese Weise zur Person des Herrn Jesus hin versammelt sind, verheißt Er Seine Gegenwart. Nun fragt vielleicht jemand: "Aber ist Er nicht überall gegenwärtig? Ist Er als der allgegenwärtige Gott nicht an allen Orten gleichzeitig?" Nun, die Antwort darauf ist natürlich "Ja" . Doch Er verheißt in ganz besonderer Weise Seine Gegenwart, wenn sich die Heiligen in Seinem Namen versammeln. "... da bin ich in ihrer Mitte." Das ist in sich selbst das stärkste Einzelargument, warum wir treu alle Zusammenkünfte der örtlichen Versammlung besuchen sollten. Der Herr Jesus ist dort auf besondere Weise gegenwärtig. Oft sind wir uns Seiner verheißenen Gegenwart vielleicht gar nicht bewusst. In solchen Zeiten ergreifen wir die Tatsache im Glauben, indem wir uns auf Seine Verheißung stützen. Aber es gibt andere Zeiten, wo Er sich uns auf ungewöhnliche Weise offenbart. Zeiten, wo der Himmel sich anscheinend tief herniederneigt. Zeiten, wo sich alle Herzen unter dem spürbaren Einfluss des Wortes beugen. Zeiten, wo die Herrlichkeit des Herrn so den Ort erfüllt, dass ein Gefühl tiefer Ehrfurcht die Menschen ergreift und die Tränen ungehindert fließen. Zeiten, in denen unsere Herzen in uns brennen. Wir kennen die Zeiten dieser heiligen Heimsuchungen nicht im voraus. Sie kommen ohne Ankündigung und unerwartet. Wenn wir nicht anwesend sind, versäumen wir sie. Dann erfahren wir einen Verlust ähnlich dem von Thomas. Er war nicht anwesend, als der auferstandene, verherrlichte Herr Jesus den Jüngern am Abend Seiner Auferstehung erschien (Johannes 20,24). Es war ein einzigartiger Augenblick der Herrlichkeit. Wenn wir wirklich glauben, dass Christus gegenwärtig ist, wenn sich die Seinen in Seinem Namen versammeln, ist es uns noch wichtiger, keine Versammlung zu versäumen, als wenn der Bundespräsident persönlich dort wäre. Nichts weniger als der Tod oder eine tödliche Krankheit würde unsere Anwesenheit verhindern.


Autor: Adolf Schlatter (* 16.08.1852; † 19.05.1938) schweizer evangelischer Theologe und Professor fürs Neues Testament
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Mit großer Zuversicht verspricht uns Jesus: „Ich bin immer bei euch, wenn mein Name euch zusammenführt, und überall, wo ihr euch zum Gebet vereinigt.“ Diese Verheißung lässt das menschliche Maß ganz und gar hinter sich. Wer kann sich über den Raum und die Zeit erheben? So wirkt Gott, der Schöpfer des Raumes und der Zeit. Darum, weil dies die Weise ist, wie Gott wirkt, weiß sich Jesus zu dieser Verheißung ermächtigt, mit der er den Jüngern versprach: Der Tod trennt mich nicht von euch; keine räumliche und zeitliche Entfernung scheidet euch von mir; ich bin bei euch, denn alles, was der Vater hat, ist mein, und seine Allgegenwärtigkeit gibt auch mir die Gegenwart bei euch. Denen hat er dies versprochen, die sein Name zusammenführt. Ihre Gemeinschaft verbindet sie nicht nur miteinander; denn sie sind deshalb verbunden, weil Er sie zusammenbrachte. Darum vollendet Er ihre Gemeinschaft dadurch, dass auch Er bei ihnen ist. Sie sollen nicht meinen, diese Verheißung trete erst dann in Kraft, wenn sie eine große Schar sind, an der sichtbar wird, wie reich ihr Herr ist, und wie mächtig Er regiert. Sie ziehen ihn nicht durch die Größe ihres Verbands zu sich hinab. Seien es nur zwei oder drei, so sind sie eine Gemeinde, die nicht von Jesus, ihrem Haupt, geschieden ist, der vielmehr Jesus dadurch die Vollendung gibt, dass er bei ihnen ist. Nun sind sie in den Stand gesetzt, das zu tun, was eine christliche Gemeinde tun soll. Nun können sie beten. Weil er bei ihnen ist, wird ihrem Gebet die Erhörung geschenkt. Weil er bei ihnen ist, können sie lösen und binden, können vergeben, so dass im Himmel vergeben ist, und Sünde richten, so dass sie im Himmel gerichtet ist. Weil er bei ihnen ist, bekommt ihr Wort die Kraft des Zeugnisses; nun können sie so reden, dass ihr Wort Glauben schafft. Weil er bei ihnen ist, können sie tun, was der Hirt dem entlaufenen Schaf tut. Nun können sie barmherzig sein mit heilsamer Kraft. Das könnten sie nicht, wären sie allein, auch nicht, wenn sie eine große Schar wären mit vielen hervorragenden Kräften. Nun aber können sie es, und wären sie nur zwei oder drei, weil da, wo sein Name ist, auch er bei ihnen ist. Diese Verheißung kann er ihnen deshalb geben, weil der Vater den Sohn lieb hat und ihm alles zeigt, was er tut. Darum empfängt auch er durch Gottes Allgegenwart die Allgegenwart.

Nun, Herr, endet jede Sorge, Frage und Angst. Gehe es mit uns, wie es gehen mag, bist Du dabei, so hat es keine Not. Du bist bei uns wohl auf dem Plan mit Deinem Geist und Gaben. Nun ist das Eine notwendig, dass wir Deinem Gebot gehorchen: bleibt bei Mir. Amen.