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Predigten zu Philipper 2,8

"und, in seiner Gestalt wie ein Mensch erfunden, sich selbst erniedrigte, indem er gehorsam ward bis zum Tode, ja, zum Tode am Kreuze."

Autor: Charles Haddon Spurgeon (* 19.06.1834; † 31.01.1892) englischer Baptistenpastor
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"Er erniedrigte sich selbst."

Jesus ist der große Lehrer der Demut des Herzens. Täglich haben wir von Ihm zu lernen. Siehe, wie der Meister einen Schurz nimmt und seinen Jüngern die Füße wäscht. Nachfolger in Christi Fußstapfen, willst du dich nicht auch selbst erniedrigen? Siehe, Er ist ein Knecht der Knechte, gewiss, da kannst du nicht stolz bleiben! In diesem einen Satz lässt sich seine ganze Lebensgeschichte zusammenfassen: "Er erniedrigte sich selbst." Hat Er sich auf Erden nicht ein Kleid der Ehren nach dem andern ausziehen lassen, bis Er endlich nackt ans Kreuz geschlagen ward? und hat Er nicht hier noch sein Letztes geopfert und sein Herzblut vergossen und sich für uns dargegeben, bis man Ihn endlich, den Ärmsten, in ein erborgtes Grab legte? Wie tief ward unser Erlöser erniedrigt! Wie können wir daher stolz sein? Stelle dich unter das Kreuz und zähle die Purpurtropfen, durch welche du bist versöhnt und gereinigt worden; siehe die Dornenkrone; schaue seinen zerschlagenen Rücken, aus dessen weitgeöffneten Wunden die geronnenen Ströme purpurnen Blutes herabhängen; siehe, wie seine Hände und Füße vom rauhen Eisen der Nägel zerrissen sind, und wie seine ganze Leidensgestalt dem Hohn und Spott blossgestellt ist; betrachte den Kummer, die Todesangst und die Schmerzen unsäglicher innerer Leiden, die sich in seinen Zügen ausprägen; höre seinen durchdringenden Schrei: "Mein Gott, mein Gott, warum hast Du mich verlassen?" Und wenn du dich vor diesem Kreuz nicht überwältigt niederwerfen musst, so hast du es nie erblickt; wenn du nicht erniedrigt wirst in der Gegenwart des Herrn Jesu, so hast du Ihn noch nicht erkannt. Du warst so ganz und gar verloren, dass dich nichts andres mehr erretten konnte, als das Opfer des eingebornen Sohnes Gottes. Darum beuge dich in Demut zu seinen Füßen. Ein Gefühl der erstaunlichen Liebe Christi zu uns hat mehr Kraft, uns zu demütigen, als selbst das Bewusstsein unsrer Schuld. Möge der Herr uns dahin bringen, dass wir sein Kreuz auf Golgatha betrachten, dann werden wir uns nicht ferner in prahlerischem Stolz an uns selber weiden, sondern uns demütig zu seinen Füßen legen, als solche, die viel lieben, weil ihnen viel vergeben ist. Der Stolz kann nicht unter dem Kreuz leben; wir aber wollen darunter sitzen und lernen und das Gelernte im Leben üben.


Autor: Hermann Bezzel (*18.05.1861; † 08.06.1917) deutscher lutherischer Theologe
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Er erniedrigte sich selbst und ward gehorsam bis zum Tode, ja zum Tode am Kreuz.

Er erniedrigte sich selbst: das war wohl das Allertiefste. Ob ihm gleich die Freude und Ehre nahe war und die Majestät der väterlichen Treue gewiss, hat er sich Schritt um Schritt erniedrigt, bis die Wellen über seinem heiligen Haupte zusammenschlugen und die Ströme gegen ihn erbrausten und am Kreuzesstamme seine verzweifelte Seele rief: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ Er erniedrigte sich selbst. Und er war das alles zu tun fähig, weil er gehorsam war bis zum Tode, ja zum Tod am Kreuz . Weil er gehorsam war nicht allein dem Vater, dem zu gehorchen eitel Freude und Lust ihm gewesen, sondern auch dir und mir. Du hast ihm gesagt: Nimm meine Last auf deinen Rücken! Und ich habe ihn gebeten: Trage meine Sünde bis an das Ende! Du bist ihm auf dem Weg entgegengekommen: Hilf mir mein Leid bezwingen! Und ich habe ihn angelaufen: Er möge mein ganzes Wesen und all seine Schaden und Schatten auf sich nehmen. Und er ward gehorsam bis zum Tode.