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Predigten zu Psalm 111,1

"{Lobet Jehova! } Preisen will ich Jehova von ganzem Herzen im Kreise der Aufrichtigen und in der Gemeinde."

Autor: Charles Haddon Spurgeon (* 19.06.1834; † 31.01.1892) englischer Baptistenpastor
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Nach Plan, Ausdehnung, Anzahl und Vollkommenheit sind alle Werke des HERRN großartig. Selbst Seine kleinen Geschöpfe sind wunderbar. Alle, die ihren Schöpfer lieben, freuen sich Seiner Werke. Sie begreifen, dass mehr darin steckt, als man oberflächlich sehen kann; darum ist ihr Geist darauf gerichtet, sie zu untersuchen und zu verstehen. Der fleißige Naturkundler untersucht die Natur, der ernste Geschichtsforscher jagt verborgenen Fakten und dunklen Berichten nach, und der Mann Gottes gräbt in den Minen des Wortes Gottes und bewahrt jedes Körnchen goldener Wahrheit. Gottes Werke sind unseres Forschens würdig. Sie bieten uns eine wunderbare Mischung aus Belehrung und Vergnügen und erscheinen nach der Untersuchung viel großartiger als vorher und werden viel bedeutsamer. Die Werke der Menschen sehen nur aus der Ferne prächtig aus; Gottes Werke sind auch großartig, wenn man sie intensiv aus der Nähe betrachtet.

In Gottes großen Werken ist die Gnade genauso deutlich zu erkennen wie die Gerechtigkeit, wahrlich, eine Fülle an zarter Liebe kann man in allem sehen, was Er gemacht hat. Bei all Seinem Tun berücksichtigt Er in starkem Maß, dass Sein Volk schwach und gebrechlich ist, und hat dasselbe Mitgefühl wie ein Vater für seine Kinder. Sollten wir Ihn dafür nicht preisen? Alles, was Gott schafft an Rettung und Bewahrung, wird von dem Silberfaden Seiner Barmherzigkeit durchzogen, der wirklich nirgends fehlt. Möchten doch die Heiligen mit dankbarer Freude davon Zeugnis geben! Keine Verheißung des Herrn wird zu Boden fallen, noch wird irgendein Teil des großen Bündnisses ewiger Liebe zurückgenommen oder in die Vergessen- heit sinken. Der Gnadenbund ist Plan und Grundlage des großen Werkes, das Gott an Seinem Volk tut, und beide werden nie voneinander getrennt werden. Der Herr hat Unterschrift und Siegel darunter gesetzt; nun sind Seine Herrlichkeit und Ehre darin verwickelt, ja, Sein göttlicher Ruf hängt daran, und darum wird Er auch niemals aufhören, auch des kleinsten Jotas oder Versprechens zu gedenken. Sein göttlicher Beschluss hat Seinen Bund der Gnade zu einer festen, ewigen Einrichtung gemacht. Das zur Erlösung vergossene Blut zeigt, dass der Bund nicht abgeändert werden kann, weil er dadurch unwiderruflich bestätigt und befestigt wurde. Auch das ist Grund zu lautestem Jubel.

»Die Furcht des HERRN ist der Weisheit Anfang.« Sie ist ihr erster

Grundsatz, aber gleichzeitig auch ihr höchstes Ziel. Das Wort »Anfang« bedeutet in der Heiligen Schrift manchmal auch »Oberster«. Und wahre Gottesfurcht ist zugleich das oberste Element der Weisheit und ihre wichtigste Frucht. Gott so zu kennen, dass man gerecht vor Ihm wandelt, ist die vornehmste aller angewandten Wissenschaften. Heilige Ehrfurcht vor Gott lässt uns Ihn preisen, und darum geht es in diesem Psalm; denn das heißt, seinem Schöpfer gegenüber weise zu handeln.


Autor: Martin Luther (* 10.11.1483; † 18.02.1546) theologischer Urheber der Reformation
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Von ganzem Herzen

Darum fordert der Psalmsänger gleich zu Anfang auf, man solle »von ganzem Herzen« danken, damit es ein inniger, gründlicher Dank sei, den man nicht nur mit dem Mund ausspricht, wie wenn man leichthin »Gott sei Dank!« sagt und mit dem Herzen meint, es gebe gar keinen Gott. Das ist eine Kunst, die Kunst des Heiligen Geistes, von Herzen Dank zu sagen. Und wer es von Herzen sagen kann, um den brauchst du dir keine Sorgen zu machen, dass er stolz, widersetzlich, wüst und wild sei oder die empfangenen Gaben gegen Gott verwenden würde. Tut es jemand nur obenhin, so wisse, dass er lügt, wenn er »Gott sei Dank!« sagt. Das ist eine doppelte Undankbarkeit. Er spottet wie ein Lehnsmann, der zu seinem Herrn sagt: »Ich danke Euch, und ich weiß, dass Ihr das Gut mir geliehen habt«, und verwendet zu gleicher Zeit das Gut nach Kräften zum Schaden seines Herrn. Mit dem Mund nennt er es eine Gabe des Herrn, und in seinen Taten verfährt er, als sei er der Oberherr über seinen Herrn und derjenige, dem alles gehöre. Er gleicht einem Dieb oder Räuber, der sich auch nicht bei dem Bestohlenen bedankt. Und das wäre nichts anderes, als dass er zum Schaden auch noch spottet!