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Predigten zu Psalm 145,17

"Jehova ist gerecht in allen seinen Wegen und gütig in allen seinen Taten. "

Autor: Charles Haddon Spurgeon (* 19.06.1834; † 31.01.1892) englischer Baptistenpastor
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In diesen Versen sehen wir unseren Gott, wie Er auf der Ebene der freien Gnade Seinem gläubigen Volk wohltut. Seine Wege und Seine Werke sind es beide wert, gepriesen zu werden. Der HERR kann nicht ungerecht, kann nicht unrein sein. Mag Er tun, was Er will, in jedem Fall ist Er gerecht und heilig. So bekennt es der Fromme, der Seinen Wegen folgt, und der Begnadigte, der Sein Werk betrachtet. Was immer Gott ist oder tut, es muss gerecht sein. In der Errettung Seines Volkes ist Er genauso gerecht und heilig wie in jedem anderen Seiner Wege und Werke. Nie hat Er Gnade auf Kosten von Gerechtigkeit erzeigt, vielmehr hat Er durch den Tod Seines Sohnes Seine Gerechtigkeit vermehrt. Er lässt Beter und solche, die Seinen Namen bekennen, nicht allein mit der Welt kämpfen, sondern steht ihnen allezeit zur Seite. Diese Gunst gilt nicht nur einigen wenigen, die Ihn anrufen, sondern Seiner ganzen frommen Schar. Alle, die sich hinter dem Schild Seines herrlichen Namens bergen, indem sie sich nach Ihm benennen und sich flehend zu Ihm wenden, werden erfahren, dass Er eine Hilfe ist, »reichlich gefunden in Drangsalen«.

Gottlosigkeit ist eine Beleidigung aller heiligen Wesen, und darum müssen alle, die sich entschieden haben, darin zu verharren, vertilgt werden. Wie gute Hygienegesetze alles entfernen, was Pest oder andere Seuchen hervorruft, so hat die moralische Regierung Gottes alles Böse zur Vernichtung bestimmt; es kann in der Gegenwart eines vollkommen heiligen Gottes nicht geduldet werden. Was für Jammergestalten werden die Gottlosen häufig schon in diesem Leben! Welche Denkmale des Zorns werden sie in der zukünftigen sein! Wie Ninive und Babylon und andere zerstörte Orte werden sie nur weiterexistieren, um deutlich zu machen, wie gründlich Gott Seine Drohungen erfüllt. Alle Menschen aller Rassen, aller Stände, aller Generationen sollten sich zusammentun, um Gott zu verherrlichen. Niemand braucht zu meinen, er werde abgewiesen, wenn er mit seinem persönlichen Lob zu Gott kommt. Alle sind zugelassen, eingeladen, ja, ermuntert, den Herrn zu erheben. Seine Heiligkeit sollte vor allem bewundert werden; denn sie ist Seine Krone und in gewisser Weise die Zusammenfassung aller Seiner Eigenschaften. Nur heilige Herzen werden den heiligen Namen und das Wesen des Herrn preisen. Ach, wäre doch alles Fleisch geheiligt, dann wäre auch die Heiligkeit Gottes die Freude aller! Wenn einmal der Gesang begonnen hat, wird er kein Ende mehr finden. Gäbe es zwei Ewigkeiten oder zwanzig, sie würden alle gebraucht, um den ewig lebenden, ewig segnenden, ewig gepriesenen HERRN zu erheben. Ja, ewig sei der HERR dafür gepriesen, dass er uns Seinen Namen offenbart hat, und gepriesen sei dieser Name, wie Er ihn so offenbarte. Wahrlich, Er sei gepriesen, weit mehr, als wir wissen, denken oder aussprechen können. Unsere Herzen jubeln vor Freude, Ihn zu preisen. Unser Mund, unser Geist, unsere Lippen und unser ganzes Leben, alles soll dem HERRN gehören, jetzt, in dieser sterblichen Hülle, und auch, wenn es keine Zeit mehr gibt.


Autor: Christoph Blumhardt (* 01.06.1842; † 02.08.1919) deutscher evangelischer Theologe, Pfarrer und Kirchenlieddichter
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Die Gerechtigkeit und Heiligkeit Gottes in Seinen Wegen und Werken wird sehr häufig von den Menschen nicht angesehen. An dem, was ihnen widerfährt, sehen sie nur das Traurige und Schmerzliche; denn sie fühlen nur die Wunde, die es macht, aber nicht die Schuld, die irgendwo stecken kann, oder den verborgenen Plan, den Gott haben könnte. Daher klagen die Menschen über Unbegreiflichkeit der Wege Gottes in einem Tone, als wollten sie sagen, recht sei es doch eigentlich nicht, daß Gott es so oder so mache; und das warum? steht ihnen ferner, als es geziemt. Sie fragen wohl: „Warum hast Du, HErr, das getan?“ aber mit dem stillen Vorwurf, der sagt: „Es ist kein Grund da gewesen, um dessentwillen Du's tun solltest, und hättest es deswegen anders machen sollen.“ Das ist die gewöhnliche Stimmung vieler bei dem Traurigen, das ihnen widerfährt.

Am meisten sind die Menschen gewohnt, bei Sterbefällen also zu denken und zu fühlen. Da sich zu ergeben und zufrieden zu stellen, fällt ihnen schwer. Dem Herzen geht's freilich zu nahe, und es ist ein Riß in's Gemüt hinein, wenn man Liebendes und Geliebtes so schnell auf immer missen muß, weswegen sich die erwähnte Stimmung ein wenig entschuldigt. Aber erwägen sollten wir's doch alle, wenigstens es uns aus dem Worte Gottes sagen lassen, daß es einmal offenbar werden wird, wie unter allem Gerechtigkeit und Heiligkeit in besonderem Sinne mitgespielt habe. Hienieden ist's unsern Augen meist verborgen, aber nicht immer ohne eigene Schuld, weil wir eben noch so harthörig sind und hartfühlig in dem, worin der liebe Gott uns heimsucht. Unerforschliche Ratschlüsse liegen freilich oft wirklich zu Grund.

Denken wir nur z.B., wie das Sonntagsgesetz sei, das der liebe Gott gegeben hat. Da giebt es aber Leute, die fragen nach, und machen am Sonntag fort wie am Werktag. Nun sterben oft die gesündesten, kräftigsten, tätigsten Menschen, Familienhäupter, von einer Schar von Kindern schnell hinweg. Da ruft alles: „Unbegreiflich, rätselhaft!“ Wer weiß aber, ob's nicht doch begreiflicher wäre, wenn man alles dächte und alles wüßte, was an Ursache vor Gott etwa da liegt. Hätte man etwa eben die Wohltat geschätzt, die Gott mit dem Sonntag geben wollte, wer weiß, ob nicht wäre, wenn man es auch nur natürlich betrachten wollte. So kann's noch anderes geben, das aber nicht beachtet wird, obgleich es Wort Gottes und Vernunft nahe legt. Nichts hat der HErr umsonst gesagt, befohlen und angedeutet. Wahrlich, Er bleibt gerecht und heilig in allen Seinen Wegen und in allen Seinen Werken; wir aber sind ein wenig dumm und einfältig, auch unartig dazu.

Wie werden wir einmal erstaunen, wie gerecht Gott in allen Seinen Wegen und heilig in allen Seinen Werken gewesen ist! Darum muß man, wo Er befiehlt, folgen, wo er rät, nicht widersprechen, wo wir Weisungen von Ihm bekommen, wie sie auch das tägliche Leben giebt, sich belehren lassen. Wollen wir aber mit unsrem Kopf nur so durchfahren, so haben wir's eben zu nehmen, wie's kommt, bis in's Unbegreifliche hinein. Wenn Gott uns etwas zeigt, und lehrt und unterweist oder befiehlt, warum tut Er's? Nicht um hinzuzusetzen. „Es ist aber Einerlei, wie ihr's machet.“ Gewiß nicht so; vielmehr will Er uns vor Schaden bewahren, vor Unglück behüten, ein gutes und gar ein langes Leben bereiten, unser Bestes, unser Heil schaffen für Zeit und Ewigkeit.

Mel. Alle Menschen müssen. Heilig ist in alten Werken Und gerecht in Seinem Tun Unser HErr, - die können's merken, Die in Seinem Willen ruh'n, - Allen nah', die Ihn anrufen, Nah'n mit Ernst zu Seinen Stufen. Was die Gottesfürcht'gen fleh'n Und begehr'n, läßt Er gescheh'n.


Autor: Wilhelm Busch (* 27.03.1897; † 20.06.1966) deutscher evangelischer Pfarrer, Prediger und Schriftsteller
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An diesem Wort scheiden sich Unglaube und Glaube. Der ungläubige Mensch sieht sich die Werke des Herrn an und prüft sie am Maßstab seiner Vernunft. Dann wirft er sich in die Brust und bestreitet nachdrücklich unser Textwort. „Wie?! Der Herr soll in all seinen Wegen gerecht sein? Ich sehe, daß es Gottlosen wohl geht und guten und frommen Leuten schlecht! Ich sehe, daß unschuldige Kinder leiden müssen! Ich sehe, daß redliche Leute nicht vorankommen und daß Betrüger obenauf sind! Ich sehe Ich sehe !" Und so bestreitet der Unglaube den Satz, den David hier sagt. Der Glaube aber macht's anders. Er nimmt diesen Satz: „Der Herr ist gerecht in allen seinen Wegen . . . " und klammert sich daran.

Ja, und dann kommen all die Eindrücke, von denen der Unglaube so laut spricht. Ach, der Glaube sieht das alles wohl auch. Er leidet selbst darunter. Aber all diesen Eindrücken gegenüber hält der Glaube sich diesen Satz wie einen Schild vor die Brust: „Der Herr ist gerecht in allen seinen Wegen! Audi wenn's tausendmal anders zu sein scheint. Auch wenn meine blinde Vernunft es nicht fassen kann! Er ist gerecht in allen seinen Wegen — und die Ewigkeit wird es offenbar machen." Dies Letzte ist wichtig. Man kann an solchem Satz nicht festhalten ohne die Hoffnung: „Es wird einmal alles Dunkle klar werden, wenn der Herr Jesus wiederkommen wird in Herrlichkeit." Dies deutet David in seinem Psalm ah: „Es wird den Menschenkindern deine Gewalt kund werden und die herrliche Pracht deines Königreichs." Amen.