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Predigten zu Psalm 32,8

"Ich will dich unterweisen und dich lehren den Weg, den du wandeln sollst; mein Auge auf dich richtend, will ich dir raten."

Autor: Charles Haddon Spurgeon (* 19.06.1834; † 31.01.1892) englischer Baptistenpastor
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"Ich will dich unterweisen und dir den Weg zeigen, den du wandeln sollst; ich will dich beraten, mein Auge auf dich (richtend)." Psalm 32,8

Der Herr ist es, dessen Stimme wir in diesen Worten vernehmen. Und was der Herr hier David zusagt, war gerade das, was er nötig hatte. Er, der unser Heiland ist, will auch unser Lehrer sein. Er lässt sich herab, selbst seine Kinder zu unterweisen, wie sie in den Wegen der Gerechtigkeit wandeln können; sein heiliges Wort und die Mahnungen seines Geistes sind die Führer der Gläubigen in ihrem täglichen Wandel.

Die göttliche Erziehung ist eine Segnung, die uns aufgrund unserer Kindesstellung zugesichert ist. Unterweisung durch Erfahrung ist die beste Lehrmethode. Das sind glückliche Menschen, die, obwohl sie nie zu den Füßen Gamaliels gesessen haben und von Aristoteles nichts wissen und auch in der scholastischen Moral ganz unbewandert sind, doch gelernt haben, dem Lamme zu folgen, wohin irgend es geht.

Der Herr möchte uns mit seinen Augen leiten. Wie einem treuen Diener ein Blick oder Wink seines Herrn genügt, so sollten wir den leisesten Andeutungen unseres Meisters folgen und keine Donnerschläge brauchen, die uns aus unserer Trägheit aufrütteln müssen. Ein freundlicher Blick und ein leises Flüstern des Herrn sollten uns genügen.

Leider ähneln wir sehr oft den Tieren, denen man Zaum und Zügel ins Maul legen muss. Ist es nicht traurig, dass wir oft erst sehr gezüchtigt werden müssen, bevor wir gehorsam sind? Wir sollten uns wie eine Feder im Wind von dem Hauch des Heiligen Geistes willig hin und her bewegen lassen. Aber ach, die Zügel, mit denen Gott oft unsere Kraft binden und uns zu schwachen, ohnmächtigen Geschöpfen machen muss, sind ein Zeugnis dafür, wie störrisch und zügellos unser Wille ist. Wir würden nicht wie Maultiere behandelt werden, wenn nicht soviel Eselsart an uns festzustellen wäre! Wollen wir durchaus widerspenstig sein, so müssen wir uns darauf gefasst machen, dass Gott die Zügel straff anzieht und uns kürzer hält, als uns lieb ist.


Autor: Martin Luther (* 10.11.1483; † 18.02.1546) theologischer Urheber der Reformation
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Zeige mir den Weg

»Ich will dich unterweisen und dir den Weg zeigen, den du wandeln sollst.« Es ist, als ob Gott sagte: »Du bittest, ich soll dich erlösen. Lass das meine Sorge sein! Belehre mich nicht, belehre dich selber nicht, lass mich dich belehren! Ich vermag, dich zu leiten und dich den Weg zu führen, auf dem du mir wohlgefällig wandelst. Du meinst, dass es verkehrt läuft, wenn es nicht nach deinem Denken geht, aber solch ein Denken ist dir schädlich und hindert mich. Es muss nicht nach deinem Verstand gehen, sondern über deinen Verstand hinaus. Beuge dich wegen deines Unverstands, und ich gebe dir von meiner Weisheit und leite dich. So verließ Abraham sein Heimatland und wusste nicht, wohin es ging. Er überließ sich meinem Wissen und ließ seinen Verstand fahren, und so hat er auf dem richtigen Weg das richtige Ziel erreicht. Sieh, das ist der Weg des Kreuzes. Den kannst du nicht finden, aber ich werde dich wie einen Blinden leiten. Darum: Nicht du, nicht ein Mensch, nicht ein Geschöpf, sondern ich, ich selbst will dich unterweisen den Weg, den du wandeln sollst. Es geht nicht um das Werk, das du dir vornimmst, nicht um das Leiden, das du erdenkst, sondern um etwas, was sich gegen dein Streben, Denken und Begehren richtet. Dem folge, dahin rufe ich dich, dort sei mein Schüler, dort ist deine Zeit, und dort findest du auch deinen Meister.«


Autor: Dora Rappard (* 01.09.1842; † 10.10.1923) Schweizer Missionarin und evangelische Kirchenlieddichterin

"Ich will dich unterweisen, und dir den Weg zeigen, den du wandeln sollst; ich will dich mit meinen Angen leiten."

Ein neues Jahr, ja das ganze Leben liegt vor uns "wie ein fremdes Land". Die Zukunft ist in Dunkel gehüllt. Aber in dieses Dunkel fällt ein helles Licht. Es kommt vom Herzen Gottes. Fürchte dich nicht, spricht er; ich will dir den rechten Weg zeigen. Ich will so nahe bei dir sein, dass ich dich mit meinen Augen leiten kann. Blicke nur stets auf mich! Wenn du in Aufrichtigkeit um meine Führung bittest und nach meinem Wort dich richtest, wirst du es immer inne werden, auf welchen Weg mein Licht fällt. Den sollst du gehen, damit du niemals wandelst in Finsternis.

Das Erdenland, durch das du ziehen musst, birgt mancherlei Gefahren. Leicht kann man abirren vom rechten Pfad und einen Fehltritt tun. Auch gibt es für die Schäflein Christi nicht nur grüne Auen und frische Wasser, sondern auch finstre Todesschattentäler, wo man eines Begleiters dringend bedarf. Aber siehe! er ist da, bereit, auch dich zu führen und dich zum erwünschten Ziele zu bringen. Gib ihm die Hand in vollem Vertrauen. Lass ihn den Weg wählen und folge ihm in willigem, pünktlichem Gehorsam!

Ist auch der Weg verborgen,
Der heim mich führen soll,
Bin dennoch ohne Sorgen;
Den Führer kenn ich wohl.


Autor: Wilhelm Busch (* 27.03.1897; † 20.06.1966) deutscher evangelischer Pfarrer, Prediger und Schriftsteller
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Wenn zwei Menschen sich recht gut verstehen, dann braucht es zwischen ihnen nicht viele Worte. Ein Knecht, der seinem Herrn gern dient und ihn verehrt, versteht den Auftrag, wenn der Herr ihn nur mit den Augen ruft. – Eine Mutter, die ein recht inniges Verhältnis zu ihren Kindern hat, kann mit einem Blick oft mehr erreichen, als eine andere mit vielen Worten. – Und wie gut erst verstehen es zwei Menschen, die sich herzlich lieb haben, mit den Augen sich zu leiten und zu rufen. Und nun sagt unser himmlischer Herr zu den Seinigen: „Ich will dich mit meinen Augen leiten."

So nahe will der große Herr den Seinen in Jesus kommen, so einen innigen und herzlichen Bund will Er mit ihnen eingehen, dass Er sie rufen und leiten kann wie ein Bräutigam die Braut – mit einem Wink Seiner Augen. „Sehet doch da / Gott will so freundlich und nah / zu den Verlornen sich kehren." Dies Wort legt uns aber auch eine große Verantwortung auf. Man muss schon ein Herz haben, das auf den Herrn gerichtet ist, wenn man in einem solchen Bund mit dem Herrn stehen will. Nicht umsonst steht in dem nächsten Vers des 32. Psalms: „Seid nicht wie Rosse und Maultiere, die nicht verständig sind, weichen man Zaum und Gebiss muss ins Maul legen."

Wo man leichtfertig sündigt und sein Gewissen abstumpft, wo man nicht im Gebet und am Worte Gottes bleibt, da kann der Herr nicht mit den Augen leiten. Da redet Er eine andere Sprache. Der Herr schenke uns ein gutes Gewissen und einen feinen Sinn für Ihn. Amen.


Autor: Elias Schrenk (* 19.09.1831; † 21.10.1913) deutscher Theologe und Erweckungsprediger des Pietismus

Ich will dich unterweisen, und dir den Weg zeigen, den du wandeln sollst; ich will dich mit meinen Augen leiten.

Das ist ein Wort der ewigen Liebe an solche, die des Herrn Schüler sein und auf seinen Wegen wandeln wollen. „Weise und Kluge“ verstehen dieses Wort aber nicht, sondern „Unmündige“ Mt. 11,25, die sich zu des Herrn Füßen setzen. Er unterweist uns durch sein Wort, das allein maßgebend ist, und das uns göttliche Autorität sein muss, so dass wir uns demütig und von Herzen darunter beugen. Je mehr Gottes Wort die Quelle unserer Weisheit ist, desto mehr werden unsere geistigen Sinne geschärft, auch die innere Stimme des heiligen Geistes zu verstehen, der als Geist der Wahrheit uns in alle Wahrheit leiten soll. Die Stimme des heiligen Geistes kann aber nur dann klar gehört werden, wenn das Fleisch mit Christo gekreuzigt ist.

Vom Geiste Gottes unterwiesen werden, und im Fleische wandeln wollen ist ein Widerspruch. – Der Herr unterweist uns für seine Nachfolge , diese ist der Weg, den wir gehen sollen. Zu diesem Weg gehört nicht nur der schmale Weg im Allgemeinen, sondern jeder Schritt, den wir tun sollen. Wie ratlos wären wir oft, wenn der Herr uns den Weg nicht zeigen würde! Wir können uns bestimmt darauf verlassen, dass er sein Versprechen hält, wenn wir in Wahrheit bereit sind, jeden Weg zu gehen, den er uns weist, und wenn wir warten, bis er uns den Weg zeigt. Unsere zwei Hauptgefahren sind, nicht ohne weiteres an jedem Weg des Herrn Freude zu haben, oder aber vorzeitig, ohne seinen Wink vorwärts zu gehen. Beides ist verhängnisvoll. Gerade an diesen beiden Gefahren sehen wir, dass unser Texteswort nur für solche sein kann, die in vollem Ernst alle eigenen Wege fürchten.

Das bezeugt besonders das Schlusswort: ich will dich mit meinen Augen leiten. Der Herr kann nicht sehr viele mit seinen Augen leiten, so wenig als wir Menschen ohne weiteres andere mit den Augen leiten können. Wink der Augen setzt zarten Gehorsam voraus. Dieser wächst nur da, wo man beten lernt: "nicht mein, sondern Dein Wille geschehe". Ist noch Eigenwille da, so kann der Herr nicht mit den Augen leiten, sondern muss, wie es im folgenden Vers heißt: Zaum und Gebiss in den Mund legen, oder auch die Peitsche in die Hand nehmen. Wie unaussprechlich gut haben es die, welche der Herr in zarter Weise, ohne die vielen Trübsale mit seinen Augen leiten kann! Wie viel hängt von unserer Willigkeit ab!

Jesu, geh voran auf der Lebensbahn, und wir wollen nicht verweilen, Dir getreulich nachzueilen; führ uns an der Hand bis ins Vaterland. Amen


Autor: Frederick Brotherton Meyer (* 08.04.1847; † 28.03.1929) englischer Baptistenpastor

Ich will dich unterweisen und dir den Weg zeigen, den du wandeln sollst.

"Lernet von mir!“ sagt unser Meister, und wahrlich, es gibt keinen Lehrer, der Ihm gleich käme, keine Schule wie die seinige. Wir stehen vor der Türe des Schulhauses mit der Bitte: „Lehre du uns, was wir nicht wissen,“ und niemals weigert er sich, unser Anliegen zu berücksichtigen. Die Art und Weise seines Unterrichts weicht aber in verschiedenen Punkten von der unsrigen ab. In Jesu Schule gibt es nur einen Lehrer für alle Schüler; diese lernen alle aus derselben Büchern; sie fangen bei den obersten Klassen an und stehen am Schluss in den untersten; die Leistungsfähigsten, die am längsten den Unterricht genossen haben, sind sich ihrer Unwissenheit am meisten bewusst. Es gibt keine Ferientage, wohl aber ist jeder Tag ein Feiertag. Die Schule wird niemals geschlossen; aber die einzelnen Zöglinge verlassen sie, um heimzugehen; ihre Prämien werden ihnen nachgesandt und bei ihrer Ankunft im Vaterhause überreicht.

Doch wir bedürfen noch mehr. Wir reisen durch ein unbekanntes Land und eine Wegleitung ist uns daher sehr notwendig. Auch diese ist vorgesehen; zwar nicht so, wie manche Touristen sie sich verschaffen, die von ihren Bekannten allerlei Erkundigungen einziehen über die Orte, die sie aufsuchen wollen. Nein, wir haben einen Führer, der uns begleitet. Sein Auge ist allezeit auf uns gerichtet; Er entdeckt jeden Abgrund, jede Felsspalte und warnt uns mit einem Winke seiner Augen leitet Er uns.

Wie notwendig ist es daher, dass wir geschärfte Sinne haben! Das Auge muss auf des Herrn Augen gerichtet sein; das Ohr muss sich seinem leisesten Flüstern öffnen, und der Fuß muss gewandt sein, rasch seinen Spuren zu folgen. Rosse und Maultiere bedürfen des Zaums und des Gebisses; aber uns genügt nur eine Andeutung des Willens unsers Meisters. Dieser Wille wird uns gewiss gezeigt werden.