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Predigten zu Psalm 50,16

"Zu dem Gesetzlosen aber spricht Gott: "Was hast du meine Satzungen herzusagen und meinen Bund in deinen Mund zu nehmen?"

Autor: Charles Haddon Spurgeon (* 19.06.1834; † 31.01.1892) englischer Baptistenpastor
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Jetzt redet der Psalmist mit den Übertretern der zweiten Tafel, wie er zuvor zu denen sprach, die die erste Tafel missachteten. »Ihr verletzt öffentlich Meine Moralgesetze, und doch seid ihr große Eiferer für Meine zeremoniellen Anordnungen! Was habt ihr mit denen zu schaffen? Was liegt euch an ihnen? Wagt ihr es, andere Mein Gesetz zu lehren und es selbst zu entweihen? Welche Unverschämtheit, welche Blasphemie ist das! Selbst wenn ihr beansprucht, Söhne Levis zu sein, was bedeutet das? Eure Bosheit disqualifiziert euch und schließt euch von der Erbfolge aus. Das sollte euch zum Schweigen bringen und täte es auch, wäre Mein Volk so geistlich, wie Ich es gern hätte. Dann würden sie es ablehnen, auf euch zu hören und euch etwas zu geben, was nur Meinen wahren Dienern zusteht. Ihr bildet euch auf eure heiligen Tage etwas ein, ihr kämpft um Rituale, ihr streitet euch um Äußerlichkeiten und verachtet doch die gewichtigeren Dinge des Gesetzes!«

Welch schreckliches Übel, dass wir bis zum heutigen Tag Menschen sehen, welche die göttlichen Vorschriften verachten und sich zu christlichen Lehrern aufschwingen! Sie machen die Gnade zu einem Deckmantel der Sünden und halten sich selbst für gesund im Glauben, während sie ein verkommenes Leben führen. Wir brauchen die Gnade der Lehre genauso wie die Lehre von der Gnade, und ohne sie ist auch ein Apostel nichts als ein Judas, und ein nett daherredender Professor ist ein völliger Feind des Kreuzes Christi.

Die Sünder in Zion hatten ein Gesetz nach dem anderen gebrochen. Unter dem Mantel der Frömmigkeit verbergen sich jene, die ein unreines Leben führen. Selbst wir können das tun, wenn wir über unreine Witze lächeln, auf unfeine Reden lauschen und stillschweigend unzüchtiges Verhalten in unserer Gegenwart dulden. Und wenn wir so handeln, wie können wir es dann wagen, zu predigen oder öffentlich andere im Gebet zu leiten oder auch nur den Namen Christi zu tragen? Seht doch, wie der Herr die Gerechtigkeit zum Senkblei macht! Dies alles erklärt sehr deutlich, dass kein Mensch ohne Heiligkeit den Herrn schauen wird! Noch so viele zeremonielle oder theologische Richtigkeiten können Unehrlichkeit und Hurerei nicht bedecken; diese unreinen Dinge müssen entweder durch das Blut Jesu ausgelöscht werden, oder sie entzünden das Feuer des göttlichen Zorns, der bis in die tiefste Hölle hinab brennt. »Merkt doch dies!« Das ist eine Bitte; denn der Herr zögert, den Gottlosesten ins Verderben rennen zu lassen. Merkt doch auf, nehmt es zu Herzen, ihr, die ihr auf Rituale vertraut, und ihr, die ihr im Laster lebt; denn beides kommt daher, dass »ihr Gott vergesst«. Überlegt, wie wenig euch Gott anerkennen kann, und wendet euch zu dem Herrn. Seht, wie ihr den Ewigen verhöhnt habt, und tut Buße für eure Ungerechtigkeiten. Ihr habt den Mittler verworfen; seht euch vor, denn ihr werdet Ihn am Tag des Zorns bitter nötig haben, und dann wird niemand für euch eintreten. Wie schrecklich, wie vollständig, wie schmerzlich, wie zerschmetternd wird die Vernichtung der Gottlosen sein! Gott gebraucht keine süßen Worte, auch dürfen Seine Knechte dies nicht tun, wenn sie über den kommenden Zorn sprechen. Liebe Leser, beachtet das!


Autor: Wilhelm Busch (* 27.03.1897; † 20.06.1966) deutscher evangelischer Pfarrer, Prediger und Schriftsteller
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Es ist schon eine ernste Sache, wenn der Hausvater alle seine Arbeit liegen lässt und seinen Sohn besonders nimmt. Was geht in solchen Stunden in einem Vaterherzen vor, wenn er mit dem schuldig gewordenen Sohn allein ist? Wie ringen da miteinander Zorn, Enttäuschung, Schmerz und – Liebe! Auch in der Haushaltung Gottes gibt es solche Stunden. Unser Bibelwort stellt uns in diese Situation hinein. Versammelt mir meine Heiligen, die den Bund mit mir gemacht haben“ (V. 5), spricht der Herr.

Was hat der himmlische Vater an Seinen Kindern zu strafen? „Du hassest Zucht!" – Wie muss unser Gewissen diesem Vorwurf recht geben! Wir wollen wohl recht gern selig werden. Wir wollen auf Adlerflügeln uns tragen lassen. Wir wollen wohl „aus seiner Fülle nehmen Gnade um Gnade". Aber wir sträuben uns, wenn der Heilige Geist uns nach dem Bilde Jesu gestalten will. Der „alte Mensch", das „fleischliche Wesen" gewinnen so oft den Sieg. Unsere Gedanken spielen um verbotene Dinge. Unsere Worte sind ungeistlich, lieblos und fade. Unser Leben ist arm und ohne Liebe, ohne Frucht des Heiligen Geistes.

Ja, es ist wahr: Unser natürliches Herz hasst die Zucht des Heiligen Geistes. Wie haben wir den Vater erzürnt, enttäuscht, betrübt! Er straft uns, weil Er uns lieb hat. Lasst uns Ihm Recht geben und in Buße uns vor Ihm beugen, dass Seine Liebe sich über zerbrochene Herzen erbarmen kann! Amen.