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Predigten zu Psalm 55,22

"Wirf auf Jehova, was dir auferlegt ist, und er wird dich erhalten; er wird nimmermehr zulassen, daß der Gerechte wanke!"

Autor: Charles Haddon Spurgeon (* 19.06.1834; † 31.01.1892) englischer Baptistenpastor
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"Wirf dein Anliegen auf den Herrn, der wird dich versorgen."

Wenn Sorgen, auch wo sie sich auf erlaubte Gegenstände beziehen, uns über Gebühr gefangen nehmen, so sind sie vom Übel und eine Sünde. Die Mahnung, ängstliche Sorgen zu vermeiden, wird von unserm Herrn und Heiland immer und immer wieder eingeschärft; sie wird von den Aposteln wiederholt, und sie kann nicht außer acht gelassen werden, ohne dass dies eine Übertretung mit sich bringt; denn der tiefinnerste Grund ängstlicher Sorgen liegt darin, dass wir meinen, wir seien weiser als Gott. Wir massen uns an, an das zu denken, was Er nach unsrer törichten Einbildung vergessen könnte; wir mühen uns ab, unsre drückende Last auf den eignen Rücken zu nehmen, gleich als ob Er nicht imstande wäre, oder nicht den Willen hätte, es für uns zu tun. Dieser Ungehorsam gegen seinen klaren Willen, diese Missachtung seiner bestimmten Vorschrift, dieser Unglaube gegen sein Wort, diese Anmassung, dass wir uns in seine Angelegenheiten eindrängen wollen, ist ganz und gar sündlich. Ja, noch mehr als das, ängstliches Sorgen verführt oft zu sündlichen Handlungen. Wer sein Anliegen nicht ruhig in Gottes Hände übergeben kann, sondern seine Last selbst schleppen will, wird gar leicht versucht, sich zur Erreichung seines Zweckes ungerechter Mittel zu bedienen. Diese Sünde führt dazu, dass wir Gottes Rat und Weisheit verlassen und bei menschlicher Weisheit Hilfe suchen. Das heißt zu "löcherichten Brunnen" gehen, statt zum "lebendigen Wasser;" eine Sünde, die vor alters schon dem Volk Israel zur Last fiel. Sorgen erwecken in uns Zweifel an Gottes Güte und Freundlichkeit, und dadurch erkaltet unsre Liebe zu Ihm; wir fühlen Misstrauen und betrüben damit den Geist Gottes, so dass unser Gebet verhindert, unser Wandel, der andern voranleuchten sollte, befleckt, und unser Streben zur Selbstsucht wird. So führt uns Mangel an Vertrauen auf Gott weit von Ihm ab; aber durch den einfältigen Glauben an seine Verheißung werfen wir jede Last, die uns zufällt, auf Ihn, und "sorgen nichts", weil Er sich's angelegen sein lässt, für uns zu sorgen; das hält uns in seiner Nähe und stärkt uns gegen manche Versuchung. "Du erhältst stets Frieden nach gewisser Zusage; denn man verlässt sich auf dich. Darum verlasset euch auf den Herrn ewiglich; denn Gott, der Herr, ist ein Fels ewiglich."


Autor: Watchman Nee (* 04.11.1903; † 30.05.1972) chinesischer Prediger
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"Wirf dein Anliegen auf den Herrn, der wird dich versorgen."

Manche Christen können von Gott nicht für den Gebetsdienst gebraucht werden, weil sie mit Anliegen überlastet sind. Sie haben ihre Gebetsanliegen sich immer mehr anhäufen lassen, anstatt im Gebet Erleichterung zu suchen, und am Schluss sind sie von deren Gewicht so erdrückt, dass sie überhaupt nicht mehr beten können.

Stell dir vor, du wolltest jemanden bitten, dir bei einer bestimmten Aufgabe zu helfen, müsstest dann aber feststellen, dass er ohnehin schon alle Hände voll zu tun hat. Wäre es nicht zwecklos, ihn um Hilfe zu bitten? Genauso geht es auch bei den Gebetsaufträgen; wenn du durch die Anliegen, die Gott dir bereits anvertraut hat, zu Boden gedrückt bist, wie kann dir Gott dann noch weitere übertragen? Der Gebetsdienst verlangt einen Geist, der frei ist, anderenfalls ist deine Arbeit für Gott ernstlich behindert. Möchtest du ein Werkzeug für ihn sein, das immer für ihn bereitsteht, zum Gebrauch? Dann strebe nach dem geistlichen Freisein, das daraus entspringt, dass du die Last deines Anliegens auf den Herrn wirfst.