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Predigten zu Psalm 95,6

"Kommet, lasset uns anbeten und uns niederbeugen, lasset uns niederknien vor Jehova, der uns gemacht hat!"

Autor: Charles Haddon Spurgeon (* 19.06.1834; † 31.01.1892) englischer Baptistenpastor
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Die Ermahnung zur Anbetung wird erneuert und durch ein Motiv unterstützt, das für Israel damals und für die Christen heute besonders aussagekräftig ist; denn sowohl Israel als auch die Gemeinde kann man als Volk Seiner Weide beschreiben, und von beiden wird Er »unser Gott« genannt. Die Anbetung muss in Demut geschehen. Die Freudenrufe müssen von tiefster Ehrfurcht begleitet sein. Wir müssen Ihm in einer Weise dienen, die durch das Niederknien anzeigt, dass wir uns in der Gegenwart des ganz und gar herrlichen Herrn für nichts achten. »Er ist unser Gott.« Das ist der Hauptgrund für unseren Gottesdienst. Der HERR ist mit uns in einen Bund getreten, und Er hat uns aus der ganzen Welt ringsumher ausgesucht, Seine Erwählten zu sein. Wenn andere Ihm die Ehre verweigern, wollen wenigstens wir sie Ihm mit Freuden geben. Er ist unser, unser Gott; unser, und darum lieben wir Ihn; unser Gott, darum beten wir Ihn an. Glücklich ist jeder Mensch, der ehrlich glauben kann, dass dieser Satz auf ihn zutrifft. Wie Er zu uns gehört, so gehören wir zu Ihm; und wir sind Sein Volk, das Er täglich ernährt und beschützt. Wir sind Sein, so wie Schafe dem Hirten gehören, und Seine Hand ist unser Gesetz, unsere Leitung, unsere Regierung, unsere Zuflucht, unsere Quelle alles Guten. Israel wurde durch die Wüste geleitet, und wir werden durch »den großen Hirten der Schafe« durch dieses Leben geführt. Die Hand, die das Meer trocken machte und Wasser aus dem Felsen brachte, ist immer noch auf unserer Seite und wirkt die gleichen Wunder. Könnten wir uns weigern, »nieder[zu]knien«, wenn wir so deutlich sehen, dass dieser Gott für ewig unser Gott ist und uns führen wird bis in den Tod?

Aber warum die folgende Warnung? Leider war sie für Gottes altes Volk bitter nötig, und sie ist um kein Haar weniger bedeutsam für uns. Das bevorzugte Volk wurde taub für die Anordnungen des Herrn. Die Israeliten zeigten, dass sie nicht wirklich Seine Schafe waren, von denen geschrieben steht: »Meine Schafe hören Meine Stimme.« Sollte sich herausstellen, dass wir auch so sind? Gott bewahre uns davor! »Heute, wenn ihr Seine Stimme hört …« Ein schreckliches »Wenn«. Viele wollten nicht hören, sie gaben es auf, Ihn lieb zu haben, und forderten ihren Gott heraus. »Heute«, in der Stunde der Gnade, am Tag der Barmherzigkeit, werden wir gefragt, ob wir ein Ohr für die Stimme unseres Schöpfers haben. Über das Morgen wird nichts gesagt; Er drängt auf augenblickliche Aufmerksamkeit, um unseretwillen fordert Er sofortigen Gehorsam. Werden wir darauf eingehen? Der Heilige Geist sagt: »Heute«. Wer wollte Ihn durch Zögerlichkeit betrüben? Wir können unsere Herzen nicht weicher machen, wir können sie aber verhärten, doch wären die Folgen tödlich. Der heutige Tag ist zu schade, um ihn damit zu verbringen, unsere Herzen gegen unsere eigene Begnadigung zu verhärten. Wo doch die Gnade regiert, sollte sich die Verstockung nicht widersetzen. Lieber Leser, das gilt dir, auch wenn du sagen kannst: »Er ist unser Gott!«


Autor: Martin Luther (* 10.11.1483; † 18.02.1546) theologischer Urheber der Reformation
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Warum sollte ich beten?

Viele gleichgültige Leute sagen: »Warum sollte ich beten? Wer weiß überhaupt, ob Gott mein Gebet achten oder hören will? Bete ich nicht, so tut es ein anderer.« So kommen sie zu der Gewohnheit, gar nicht mehr zu beten. Als Ausrede sagen sie, wir warnten vor falschem und heuchlerischem Gebet, als lehrten wir, man solle oder dürfe nicht beten. Das ist allerdings wahr: Was man bisher in den Kirchen an Gebeten geplärrt und gemurmelt hat, das sind freilich keine Gebete gewesen. Denn solche äußerlichen Dinge mögen als Übung für ganz kleine Kinder, Schüler und Schwachsinnige gesungen und gelesen werden, aber das sind im eigentlichen Sinn keine Gebete. Das aber ist rechtes Bitten, wie es uns das zweite Gebot lehrt: Gott in allen Nöten anrufen. Das will er von uns haben, und es darf nicht von unserem Gutdünken abhängen. Wir sollen und müssen beten, wenn wir Christen sein wollen, so wie wir Vater und Mutter und der Obrigkeit gehorchen sollen und müssen. Denn durch das Anrufen und Bitten wird Gottes Name geehrt und nützlich gebraucht. Darum sollst du vor allen Dingen wissen, dass man solche Gedanken, die uns vom Beten abhalten und abschrecken wollen, zum Schweigen bringen muss.


Autor: Aiden Wilson Tozer (* 21.04.1897; † 12.05.1963) US-amerikanischer evangelischer Pastor und Autor (besser bekannt als A. W. Tozer)
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Mit ganzem Herzen den Gott suchen, den wir verehren

Ein altes Glaubensbekenntnis sagt: Wir beten den Gott an, der der allmächtige Vater, der Schöpfer Himmels und der Erde und alles Sichtbaren und Unsichtbaren ist. Wenn wir uns alle Eigenschaften Gottes vor Augen führten und alles aufzählten, was Er ist, so würden wir niederfallen auf unsere Knie und Ihn bewundernd anbeten. Die Bibel sagt uns, Gott wohne in einem unzugänglichen Licht und niemand habe Ihn gesehen, noch könne Ihn einer sehen und am Leben bleiben. Sie sagt, Gott sei heilig und ewig und allmächtig und allwissend und souverän, und schreibt Ihm tausend souveräne Eigenschaften zu. Und jede einzelne müsste uns demütig und klein machen! Ich bin dahin gekommen zu glauben, dass keine Anbetung Gott wirklich gefällt, solange in uns noch etwas ist, was Ihm missfällt. Ist in mir noch irgendetwas, was Gott nicht anbetet, dann gibt es nichts in mir, was Ihn in Wahrheit anbetet. Beachte, dass ich nicht sage, Gott müsse vollkommen angebetet werden, sonst würde er überhaupt keine Anbetung annehmen. So weit möchte ich nicht gehen, weil ich mich dann selbst ausschlösse. Aber ich meine sehr wohl, dass Gott uns ein Ideal vor Augen setzt: Wir sollen Ihn so vollkommen wie möglich anbeten. Glaube und Liebe und Gehorsam und Loyalität und ein hoher Anspruch an unsere Lebensführung – all dies müssen wir Ihm als Brandopfer darbringen! Ein wahrer Anbeter sucht Gemeinschaft mit Gott und ist aktiv bestrebt, den Abstand zwischen dem eigenen Herzen und dem von ihm geliebten Gott zu verringern. Das ist die beste Art der Anbetung, zu der wir fähig sind.


Autor: Aiden Wilson Tozer (* 21.04.1897; † 12.05.1963) US-amerikanischer evangelischer Pastor und Autor (besser bekannt als A. W. Tozer)
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Das Bild, das wir widerspiegeln

Fehlt uns in den Gottesdiensten unserer Gemeinde zurzeit ein wichtiges Element? Ich spreche von der echten, geheiligten Hingabe von uns selbst, wenn wir den Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus anbeten. Wir müssen uns dieser Frage stellen, selbst dann, wenn wir große Gotteshäuser und riesige Versammlungsgebäude errichten. Wir prahlen mit dem hohen Standard und reden von Erweckung. Aber sind wir uns als evangelikale gläubige Christen darüber im Klaren, welches Bild wir tatsächlich auf unsere Umgebung machen? Man kann es schlichtweg nicht leugnen, dass viele, die den Namen von Jesus Christus bekennen, dabei versagen, Seine Liebe und Barmherzigkeit weiterzugeben.

Es sollte uns zu denken geben, dass der vielzitierte Jean- Paul Sartre seine Hinwendung zur Philosophie und zur Hoffnungslosigkeit als eine Abkehr von einer säkularisierten Kirche beschrieben hat.

Das war seine Anklage: »Ich habe in dem modernen Gott, den man mir verkündigte, nicht den Gott gefunden, der auf meine Seele wartete. Ich brauchte einen Schöpfer - und man gab mir einen großen Geschäftsmann!«