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Predigten zu Römer 13,11

"Und dieses noch, da wir die Zeit erkennen, dass die Stunde schon da ist, dass wir aus dem Schlaf aufwachen sollen; denn jetzt ist unsere Errettung näher, als da wir geglaubt haben:"

Autor: Charles Haddon Spurgeon (* 19.06.1834; † 31.01.1892) englischer Baptistenpastor
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"Es ist Zeit, aufzustehen vom Schlaf, sintemal unser Heil jetzt näher ist, denn da wir gläubig wurden."

Mag man fragen: Wann ist der Christ am meisten zum Schlafen geneigt? Antwort: Er ist dem Schlaf am meisten ausgesetzt, wenn seine zeitlichen Verhältnisse alle gut stehen. Dann sagt mancher: "Du hast jetzt viele Güter auf viele Jahre aufgehäuft; ruhe jetzt, liebe Seele, iss und trink und sei guten Muts." Sagt mir, ob ihr nicht damals, als ihr in Nöten wart, und stündlich euch auf die Vorsorge Gottes verlassen musstet, als euch die Not zum Gnadenthron trieb - sagt mir, ob ihr nicht damals wachsamer gewesen seid als jetzt. Der Müller, dessen Rad ein immer fließender Strom treibt, geht schlafen, während der, welcher vom Wind abhängig ist, der bald stark, bald schwach weht, nicht schlafen darf, damit nicht etwa der starke Wind die Segel zerreiße, oder nicht genug Wind da ist, die Räder zu drehen. Wenige Menschen schlafen im Sturm; viele dagegen schlafen bei ruhiger Nacht.

Eine andere gefährliche Zeit ist, wenn im Geistlichen alles gut steht. Man liest nie in Bunyan's Pilgerreise, dass Christian geschlafen habe, dort wo Löwen zu fürchten waren; er schlief nie, wenn er durch den Todesbach ging, oder wenn er in der Burg des Riesen Verzweiflung war, oder wenn er mit Apollion stritt. Aber als er halbwegs den Hügel Schwierigkeit überstiegen hatte, und als er an eine schöne kleine Gartenlaube kam, da ging er hinein, setzte sich und las seine Rolle; er zog seine Schuhe aus und rieb seine müden Füße.

Es sagte daher ein alter Verfasser: "Ich liebe den brüllenden Löwen lieber als den schlafenden." Eine Versuchung ist nicht halb so schlimm, als wenn man gar nicht versucht wird. Eine betrübte Seele schläft nicht; nur eine selbst vertrauende und sichere Seele ist in Gefahr einzuschlafen. Sei daher auf deiner Hut, wenn du voll Freude bist. Die Jünger wollten schlafen, nachdem sie Christi Verklärung auf dem Berg gesehen hatten. Selige Zustände, o freudiger Christ, sind oft sehr gefährlich; denn gerade sie versetzen dich leicht in einen tiefen Schlaf.


Autor: Aiden Wilson Tozer (* 21.04.1897; † 12.05.1963) US-amerikanischer evangelischer Pastor und Autor (besser bekannt als A. W. Tozer)
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Eine schlafende Gemeinde kann ihren Feinden keinen Widerstand leisten

Eines Tages braucht die Gemeinde nicht mehr wachsam zu sein, kann sie ihre Wächter von den Mauern rufen und in Sicherheit und Frieden leben – aber jetzt noch nicht, noch nicht jetzt! Alles Gute in der Welt wird vom Bösen zur Zielscheibe gemacht und kann nur durch ständige Wachsamkeit und die gnädige Bewahrung durch den Allmächtigen aufrechterhalten werden. Die Gemeinde lebt in einer feindlichen Welt. Von innen und von außen kommen die Feinde, die sie nicht nur vernichten können, sondern das auch vorhaben. Da hilft nur, dass sie deren Macht eine größere Macht entgegensetzt. Der Christ würde durch den Druck von außen erdrückt werden, wenn ihn nicht ein ausreichender Druck von innen davor bewahrte. Die Kraft des Heiligen Geistes braucht man daher nicht nur hin und wieder, sondern sie ist lebensnotwendig. Ohne sie ist es den Kindern Gottes unmöglich, hier auf Erden ein himmlisches Leben zu führen. Die Hindernisse wären zu groß und zu vielfältig! Eine Gemeinde ist ein lebendiger Organismus und solchen Feinden ausgesetzt, die es auf Lebendiges abgesehen haben. Der menschliche Körper kann auch während des Schlafens seine Feinde abwehren – das kann die Gemeinde nicht. Sie muss wach und auf der Hut sein – oder sie kann nicht gewinnen. Sie muss ihre Feinde als solche erkennen und ihnen dann widerstehen: Unglaube, Trägheit, Selbstgerechtigkeit, Menschenfurcht, Wohlleben, heimliche Sympathie für die Welt, Selbstvertrauen, Stolz und unheilige Gedanken. Dies alles muss sie mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln bekämpfen, indem sie auf Jesus blickt, den Anfänger und Vollender des Glaubens!


Autor: Wilhelm Busch (* 27.03.1897; † 20.06.1966) deutscher evangelischer Pfarrer, Prediger und Schriftsteller
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Es gibt immer und zu allen Zeiten „Nachtvögel", die den lieblichsten und schönsten Morgen verschlafen. Draußen ist herrlicher Morgenglanz. Sie aber haben die Läden geschlossen und – schlafen. Sollte man da nicht ins Zimmer treten, die Fenster aufstoßen und rufen: „Die Stunde ist da, aufzustehen vom Schlaf!"?

Sieh, so macht's die Bibel: „Die Stunde ist da." Lange Zeit war die Stunde nicht da. Da hieß es: „Finsternis bedeckt das Erdreich und Dunkel die Völker." Da schien natürlich auch die Sonne, die den Tag regiert. Aber in die dunklen Herzen und in die beladenen Gewissen fiel kein Strahl erbarmender Gottesliebe.

Und dann traten in der Nacht Leute auf. Die verkündigten den kommenden Tag: ein Jesaja und all die anderen Propheten. Und wieder vergehen Jahrhunderte, nur Sekunden auf Gottes Uhr. Da tritt Johannes der Täufer auf: „Der Tag bricht an! Ich sehe schon den ersten Schimmer!" Und nun – nun ist der Tag da! Das helle Licht der Sonne scheint in die Finsternis hinein. Die Sonne ist Jesus, der Welt Heiland. „Ich bin das Licht der Welt!" ruft Er. Nun ist aber auch die Stunde da, aufzustehen vom Schlaf. O ihr, die ihr in der Sünde schlaft! O ihr Leute mit dem schlummernden Gewissen! O ihr, die ihr wie im Traum durchs Leben jagt oder tändelt! Wacht auf!

Es ist schrecklich und furchtbar, wenn ein Mensch den Heilstag Gottes, der in Jesus Christus angebrochen ist, verschläft. „Wache auf, der du schläfst, und stehe auf von den Toten, so wird dich Christus erleuchten!" Amen.