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Predigten zu Römer 4,20

"und zweifelte nicht an der Verheißung Gottes durch Unglauben, sondern wurde gestärkt im Glauben, Gott die Ehre gebend,"

Autor: Charles Haddon Spurgeon (* 19.06.1834; † 31.01.1892) englischer Baptistenpastor
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"Stark im Glauben."

Christ, habe wohl acht auf deinen Glauben; denn bedenke, dass der Glaube der einzige Weg ist, auf dem du Gnade und Segen empfangen kannst. Haben wir ein Bedürfnis nach göttlichen Segensgaben, so sind sie allein dem Glauben erreichbar. Das Gebet erlangt keine Erhörung vor dem Throne Gottes, es sei denn das ernstliche Gebet des Gläubigen. Der Glaube ist der himmlische Botschafter zwischen der Seele und dem verherrlichten und verklärten Herrn Jesus. Fehlt uns dieser Bote, so können wir weder unsre Gebete emporsenden, noch können wir von oben Erhörung empfangen. Der Glaube ist der Telegraphendraht, der zwischen Erde und Himmel ausgespannt ist und welchen Gottes Liebesverheißungen so schnell durchlaufen, dass, ehe wir rufen, so antwortet Er, wenn wir noch reden, so hört Er uns. Wenn aber diese telegraphische Verbindung zerrissen ist, wie können wir dann noch die Verheißung empfangen? Bin ich etwa in großer Trübsal? Ich kann Hilfe empfangen in meiner Not durch den Glauben. Werde ich vom Feinde bedrängt? Meine Seele findet eine sichere Zuflucht und Schutzwehr bei Ihm durch den Glauben. Nimm aber den Glauben weg, so schreie ich umsonst zu Gott. Es ist sonst keine Straße mehr zwischen meiner Seele und dem Himmel. Im tiefsten Winterfrost ist der Glaube eine Straße, auf welcher die feurigen Rosse des Gebets laufen können, und zwar umso besser, je ärger die Kälte schneidet; lasst euch aber einmal die Straße versperren und seht dann, wie ihr noch mit dem großen König verkehren könnt? Der Glaube verknüpft mich mit der Gottheit. Der Glaube kleidet mich mit der Kraft des Herrn. Der Glaube führt die Allmacht Jehovahs in meinen Dienst. Der Glaube nimmt jede göttliche Eigenschaft zu meinem Schutz und Schirm in Anspruch. Er steht mir bei im Kampf gegen die höllischen Mächte. Er führt mich siegreich über die Leichen meiner Feinde. Wie aber kann ich ohne Glauben irgend etwas vom Herrn empfangen? "Wer da zweifelt, der ist gleich wie die Meereswoge, die vom Winde getrieben und gewebt wird; solcher Mensch denke nicht, dass er etwas von dem Herrn empfangen werde!" Darum, o Christ, wache sorgsam über deinen Glauben, denn durch ihn kannst du alles erlangen, und seist du auch noch so arm; aber ohne denselben bekommst du nichts. "Wenn du könntest glauben! Alle Dinge sind möglich dem, der da glaubt."


Autor: John F. MacArthur (* 19.06.1939) US-amerikanischer Pastor, Prediger, Theologe und Autor
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GLAUBST DU GOTT WIRKLICH?

So zu tun, als glaube man Gott, ist viel einfacher, als ihm tatsächlich zu vertrauen. Viele Menschen stimmen beispielsweise darin überein, dass „Gott aber alles, wessen ihr bedürft, erfüllen wird nach seinem Reichtum in Herrlichkeit in Christus Jesus“ (Phil 4,19). Sobald sie aber in finanzielle Engpässe kommen, sind sie voller Angst und Unruhe.

Die Bibel lehrt uns außerdem: Wer bereitwillig und von Herzen gibt, wird von Gott dafür belohnt werden (Mt 6,3-4). Viele behaupten, an dieses Prinzip zu glauben und tun sich dann doch unheimlich schwer, wenn sie es in die Praxis umsetzen sollen. Viele Christen fürchten auch den Tod – und das, obwohl Gott uns in der Stunde des Todes die nötige Gnade verheißen hat und uns anschließend in den Himmel aufnehmen wird.

Gott zu glauben, bedeutet, seine Herrlichkeit anzuerkennen, die die Summe all seiner Vollkommenheiten und der Fülle seiner Majestät ist. Wenn er wirklich der ist, der er behauptet zu sein, dann muss ihm Glauben geschenkt werden. Du wirst geistlich wachen, wenn du dich Gott mit folgender Haltung näherst: „Wenn dein Wort es sagt, will ich es glauben; wenn dein Wort es verheißt, will ich es beanspruchen, und wenn dein Wort es gebietet, will ich gehorchen.“


Autor: Jakob Kroeker (* 1872; † 12.12.1948) wichtigster Vertreter des freikirchlichen russländischen Protestantismus
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"Abraham zweifelte nicht an der Verheißung Gottes, sondern ward stark, indem er durch den Glauben Gott die Ehre gab und völlig überzeugt war, dass was Gott verheißen habe, das sei Er auch mächtig zu tun. Darum wurde es ihm auch als Gerechtigkeit angerechnet."

Wiedergeburt ist auch eine Hingabe des Glaubens und zwar an die Botschaft Gottes, die zuvor zum Menschen gesprochen hat. Das große Erlebnis Abrahams von der Verheißung Isaaks diente dem Apostel Paulus Jahrtausende später als Beleg aus der alttestamentlichen Heilsgeschichte für jenes Rechtfertigkeitsevangelium, dass nämlich die Gottesgerechtigkeit allein auf Grund des Glaubens dem Menschen zugesprochen wird. Alle Gesetzeswerke fließen aus dem Vermögen der menschlichen Kraft und aus dem Geiste der menschlichen Frömmigkeit. Vor Gott ist aber jeder Mensch infolge des Falles tot in Sünden und Übertretungen. Was daher vom Menschen kommt, kann zwar Bedeutung für den Menschen und dessen Umgebung, nicht aber vor Gott haben. Alles Menschliche bleibt dem Geiste und dem Wesen Gottes fremd, weil es aus dem Geiste und dem Wesen des von Gott gelösten Menschen floss. Daher gibt es für Paulus keine Rechtfertigung auf Grund menschlicher Werkgerechtigkeit. Der Weg zur Gottesgerechtigkeit führt allein durch Erlösung.

Als Menschen, die verzweifelt sind an aller naturhaften Frömmigkeit und aller rein menschlichen Religion, verstehen wir den Apostel in seinem Evangelium von der Neuschöpfung und von der Rechtfertigung durch den Glauben. Gott kann niemals rechtfertigen, was dem innersten Wesen und der tiefsten Geistesrichtung nach wider Gott ist. Auch in Abram erklärte Gott nicht etwas für Gerechtigkeit, was Er in Abram vorfand, sondern allein jenes Vertrauen, dass Er durch seine Offenbarung in ihm wecken konnte. Es war nicht ein Glaube, wie er jedem natürlichen Menschen innewohnt, den Gott bei Abram als Gerechtigkeit erklärte, sondern allein den von seiner Offenbarung geschaffenen. Nur dieser ist von der Art, dass er sich eins machen lässt mit der Offenbarung und daher Gott zur Basis seines weiteren Wirkens dienen kann.

Zwar schuf sich der Mensch je und je eine Religion, welche zwischen Gott und Mensch vermitteln sollte. Nie kam aber eine Religion über eine Selbstgerechtigkeit und letzthin Selbsterlösung hinaus. Bei jeder Selbsterlösung bleibt alles, "wenn auch nicht, wie es war, so doch dasselbe, was es war" (Gogarten).

Vermitteln zwischen Gott und Mensch kann nur die Offenbarung. Was daher in der Menschheit als Wahrheit, als Gemeinschaft mit Gott, als Dienst am Reich Gottes oder an ewigem Leben sichtbar wurde, war niemals des Menschen Weg zu Gott, sondern Gottes Weg zu den Menschen, nicht die Frucht menschlicher Religion, sondern das Wunder der göttlichen Erlösung.


Autor: Carl Olof Rosenius (* 03.02.1816; † 24.02.1868) schwedischer Laienprediger und Initiator einer neuevangelischen schwedischen Erweckungsbewegung

"Er (Abraham) zweifelte nicht an der Verheißung Gottes durch Unglauben, sondern ward stark im Glauben und gab Gott die Ehre."

Abraham hat damit "Gott die Ehre gegeben", dass er nicht an Seiner Verheißung zweifelte, sondern fortfuhr, an ihre Erfüllung zu glauben und sie zu erwarten, wie übel es auch vor Menschenaugen aussah. Dies ist ein sehr bedenkenswertes Wort. Wer unter schweren Glaubensprüfungen dennoch fortfährt zu hoffen, wo keine Hoffnung ist, und tut dies nur deshalb, weil Gott die Verheißung gegeben hat, der gibt Ihm die Ehre. Dieser Mensch erkennt im Ernst, dass Gott allmächtig und wahrhaftig ist. Luther sagt dazu: "Gott dem Herrn Seine rechte Ehre zu geben, ist nichts anderes, als Ihn für einen treuen und wahrhaftigen, weisen, barmherzigen und allmächtigen Gott zu halten, kurz, Ihn als den zu erkennen, der allein alles Gute schafft und gibt."

Solches tut der Glaube, während wir durch unsern Unglauben Gott Seine Ehre rauben und Ihn zu einem schwachen, ohnmächtigen und treulosen Wesen machen, wie Johannes sagt: "Wer dem Zeugnis Gottes nicht glaubt, der macht Ihn zum Lügner", was ja ganz erschrecklich ist. Aber so ist der Unglaube. "Darum", sagt Luther wiederum, "fordert unser Herrgott nichts Höheres von uns Menschen, als dass wir Ihm Seine Ehre geben und Ihn für unseren Gott halten; das ist, dass wir Ihn für keinen eingebildeten und leeren Götzen halten, sondern für einen rechten, wahrhaften Gott, der sich unser annimmt, unsere Gebete hört, sich über uns erbarmt und uns in aller Not hilft. Wenn Er das von uns erhält, dann hat Er Seine Gottheit ganz und unverletzt, ja, dann hat Er alles, was ein gläubiges Herz Ihm zu geben vermag. Gott von Herzen solche Ehre zu geben, ist darum gewiss eine Weisheit über alle Weisheit, eine (menschliche) Gerechtigkeit über alle (menschliche) Gerechtigkeit, ein Gottesdienst über alle Gottesdienste, ein Opfer über alle Opfer."

Wenn wir solches recht bedächten, dann würden wir wohl etwas mehr nach der Gnade des Glaubens trachten, als es gewöhnlich geschieht; denn es würde uns doch wohl eine Lust sein, Gott etwas Ihm recht Wohlgefälliges zu geben. Das tun wir, wenn wir Seinen Worten und Verheißungen wirklich glauben und Ihm darin die Ehre zu geben bereit sind.

Wie Abraham durch den Glauben Gott die Ehre gab, zeigt der Apostel, indem er hinzufügt: "Und wusste auf's allergewisseste, das, was Gott verheißt, das kann Er auch tun." Er wusste "auf's allergewisseste", er war überzeugt und durchdrungen von der Wahrheit, dass Er, der die Verheißung gegeben hatte, sie auch erfüllen würde. Gott hatte mit der Frage: "Sollte dem Herrn etwas unmöglich sein?" Abraham zu tiefem Nachdenken über den Umstand gebracht, dass der Herr das, was immer Er auch verheißen hatte, auch erfüllen konnte, weil Er der Schöpfer, der Allmächtige war. Ihm konnte ja nichts unmöglich sein. Durch ebendiese Bemerkung wurde die Jungfrau Maria dazu gebracht, der wundersamen Verkündigung zu glauben, dass sie, die "von keinem Manne wusste", die Mutter des Sohnes Gottes werden sollte, als der Engel sprach: "Denn bei Gott ist kein Ding unmöglich."

Wir merken hier, dass der Glaube auf der Allmacht Gottes ruhen muss. Der Glaube muss so hohe und aller Vernunft unfassliche Dinge vor sich haben, dass nichts Geringeres als die Allmacht Gottes ihn beruhigt. Denn das ist kein Glaube, wenn man das Verheißungswort so beschränkt und deutelt, dass wir armen, ohnmächtigen und blinden Wesen es fassen könnten, wie seine Erfüllung zugehen soll. Das hiesse ja im Gegenteil Gottes Allmacht und Weisheit nach unserer eigenen Vernunft bemessen, Gott also uns gefallenen, ohnmächtigen Toren gleichzumachen, was geradezu eine Lästerung wäre. Wenn ich nur ein Wort von dem allmächtigen Gott habe, dann lasse ich mir dies genug sein. Der Glaube hält sich dann nicht mehr mit den Fragen der Vernunft auf: "Wie ist es möglich?", sondern er schneidet alle solche Überlegungen mit der einzigen Gegenfrage ab: "Sollte dem Herrn etwas unmöglich sein?"

Gerade mit diesen Sprüchen und unseren Textworten stärkten sich auch Luther und seine Mitkämpfer im Streite für die rechte Lehre von den Sakramenten gegen diejenigen, die in dieselben nur soviel hineinlegen wollten, wie die Vernunft erklären kann. - Alle Gläubigen müssen sich auf solche Prüfungen bereiten, sowohl für den Glauben an die gegenwärtige Gnade während aller fühlbaren Sünde, Versuchung und Anfechtung, als auch für den Glauben an die Gebetserhörung Gottes und Seine Hilfe in jeder Not während der Wanderung - auf solche Prüfungen, dass zur Aufrechterhaltung des Glaubens nichts Geringeres hinreicht als die Macht der eigenen Stärke Gottes. Der Herr wird selbst dafür sorgen, dass wir solche Prüfungen erhalten, weil es Seine Ehre und unsere Vervollkommnung in der Gnade gilt. Je härter wir geprüft werden, so dass wir aus innerer und äußerer Not rufen und schreien und dennoch durch Ihn errettet werden, um so mehr wird Seine Macht und Treue verherrlicht, wie Er selbst spricht: "Ich will vor dir hergehen und die. Höcker eben machen. Ich will die ehernen Türen zerschlagen und die eisernen Riegel zerbrechen usw., auf dass man erfahre von der Sonne Aufgang bis zu der Sonne Niedergang, dass außer Mir keiner sei. Ich bin der Herr und keiner mehr!"

Selig, ja, selig ist der zu nennen, Des Hilfe der Gott Jakobs ist; Welcher vom Glauben sich nicht lässt trennen Und hofft getrost auf Jesum Christ. Wer diesen Herrn zum Beistand hat, Findet am besten Rat und Tat. Halleluja!


Autor: Frederick Brotherton Meyer (* 08.04.1847; † 28.03.1929) englischer Baptistenpastor

Er zweifelte nicht an der Verheißung Gottes durch Unglauben

Es war eine staunenswerte Verheißung, dass jenes kinderlose Ehepaar einen Sohn haben, und die Stammeltern eines so großen Volkes werden sollten, dass die Sterne am Himmelsgewölbe und die Sandkörnchen am Meeresstrande an Zahl es nicht übertreffen würden. Wahrlich, daran hätte man wohl zweifeln können; aber Abraham zweifelte nicht. Wie kam das? Die Schwierigkeiten, die der Erfüllung im Wege standen, ließ er nicht unbeachtet. Er hätte es tun können. Sobald die natürlichen Hindernisse ihm in den Sinn kamen, hätte er sie beseitigen können. Aber das war nicht seine Weise, wie es nach dem Grundtexte, aus dem Zusammenhang hervorgeht. Mit klarem Bewusstsein überdachte er ruhig die ungeheuren Schwierigkeiten, die dem göttlichen Plan im Wege standen, und trotzdem „zweifelte er nicht“. Sein unwandelbarer Glaube kam von der Hochachtung her, die er für Ihn hegte, der die Verheißung gegeben hatte. Beständig sagte er sich: „ Er kan n es auch tun; Er kann es auch tun." Er wusste, dass Gott nichts versprach, was Er nicht halten könnte. Er wusste, dass der Gott der Natur auch Herr war über diese Natur. Er nährte seinen Glauben durch den Gedanken an die unerschöpfliche Fülle der Kraft Gottes. In seinem Herzen hörte Er beständig das Wort des HErrn: „Ich bin der allmächtige Gott!“ Es ist wunderbar, wie Gott dem Abraham immer neue Einblicke in sein göttliches Wesen gewährte. Mit jeder Probe des Gehorsams war eine neue, tiefere Offenbarung verknüpft. Dieses stärkte seinen Glauben und gab ihm unwandelbare Kraft. O Kind Gottes, nähre deinen Glauben durch die Verheißung. Für jeden Blick auf die Schwierigkeiten, die dir im Wege stehen, blicke zehnmal aus die Liebesmacht deines Gottes.