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Predigten zu Römer 5,6

"Denn Christus ist, da wir noch kraftlos waren, zur bestimmten Zeit für Gottlose gestorben."

Autor: William MacDonald (* 07.01.1917; † 25.12.2007) US-amerikanischer Prediger der Brüdergemeinden
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"Denn Christus ist, als wir noch kraftlos waren, zur bestimmten Zeit für Gottlose gestorben."

Jesus Christus ist nicht gekommen, um Gerechte zu berufen, und Er ist auch nicht für die guten Menschen gestorben. Für die anständigen, ehrbaren, feinen Leute ist Er nicht ans Kreuz gegangen. Er ist vielmehr für die Gottlosen gestorben. Natürlich ist die gesamte Menschheit von Gottes Standpunkt aus gesehen gottlos. Wir sind alle in Sünden geboren und voller Ungerechtigkeit. Wie verlorene Schafe sind wir in die Irre gegangen, und jeder hat nur auf seinen eigenen Weg geachtet. In Gottes Augen stehen wir verdorben, unrein und widerspenstig da. Und unsere höchsten Anstrengungen, das Gute zu tun, sind vor Ihm nichts weiter als stümperhafte Versuche. Das Traurige daran ist nur, dass die meisten Menschen nicht bereit sind zuzugeben, dass sie gottlos sind. Sie vergleichen sich mit den kriminellen Elementen in ihrer Gesellschaft, und dann meinen sie, sie wären doch ganz gut für den Himmel geeignet. Sie sind so wie eine vornehme ältere Dame aus besten Kreisen, die stolz auf ihre sozialen Tätigkeiten und ihre großzügigen und mildtätigen Spenden war. Als ein christlicher Nachbar ihr von seinem Glauben erzählte, meinte sie, sie hätte es nicht nötig, errettet zu werden; ihre guten Werke würden doch ausreichen. Sie erzählte, dass sie Mitglied einer Kirchengemeinde sei und von einer langen Ahnenreihe von "Christen" abstammte. Der Nachbar nahm ein Stück Papier, schrieb darauf in großen Buchstaben GOTTLOS, gab der Dame das Papier zurück und fragte: "Hätten Sie etwas dagegen, wenn ich das außen an Ihrem Haus befestigen würde?" Als sie das Wort sah, standen ihr die Haare zu Berge: "Und ob ich was dagegen hätte!" sagte sie. "Niemand soll von mir sagen, dass ich gottlos bin!" Er erklärte ihr dann, dass die Heilstat Christi für sie keine Gültigkeit haben könnte, solange sie sich weigerte, ihre sündige, verlorene, hoffnungslose Lage zuzugeben. Wenn sie nicht bekennen wollte, dass sie in Wahrheit gottlos war, dann war Christus auch nicht für sie gestorben. Und wenn sie nicht verloren war, dann konnte sie auch nicht gerettet werden. Wenn sie sich gesund fühlte, dann hatte sie ja den großen Arzt gar nicht nötig. In einer großen Stadthalle fand einmal eine besondere Feier statt. Sie wurde extra für Kinder veranstaltet, die an irgendwelchen körperlichen Behinderungen litten. Sie kamen in Rollstühlen und auf Krücken oder wurden an der Hand hereingeführt. Während die Feier in vollem Gange war, fand ein Wächter draußen auf der Treppe vor dem Gebäude einen kleinen Jungen, der laut weinte. "Warum weinst du denn?" fragte er mitleidig. "Weil sie mich nicht reinlassen."Und warum lassen sie dich nicht rein?"Der Kleine schluchzte:"Weil ich so gesund bin."Genauso ist es auch mit dem großen Fest des Evangeliums. Wenn mit uns alles in Ordnung ist, dann können wir nicht hereinkommen. Wenn wir überhaupt Zugang haben wollen, müssen wir erst beweisen, dass wir Sünder sind. Wir müssen anerkennen, dass wir gottlos sind. Denn für die Gottlosen ist Christus gestorben. Roger Munger hat dazu gesagt:"Die Kirche ist der einzige Verein in der Welt, in dem die Vorbedingung für die Mitgliedschaft darin besteht, dass der Kandidat völlig unwürdig ist.


Autor: Dora Rappard (* 01.09.1842; † 10.10.1923) Schweizer Missionarin und evangelische Kirchenlieddichterin

"Christus ist für uns Gottlose gestorben."

Ein junges Mädchen trat in den Dienst eines christlichen Hauses. Die Mutter merkte bald, wie unwissend die junge Frau in göttlichen Dingen war und gab ihr etwas Unterricht.

So sollte sie eines Sonntags einige Sprüche aus dem Römerbrief auswendig lernen. Nach einer Weile kam sie ganz bleich vor innerer Erregung zu ihrer Frau ins Zimmer und sagte: "In dieser Bibel ist ein Fehler. Es steht da, Christus sei für die Gottlosen gestorben. Das kann doch nicht richtig sein. Ist er nicht für die Gläubigen gestorben?" - Das gab eine kostbare Gelegenheit, der jungen Seele das Evangelium vom Sünderheiland zu sagen. Sie nahm es kindlich gläubig auf und durfte etliche Jahre später Diakonisse werden, hat auch zu ihrem Einsegnungsspruch kein anderes Wort gewählt als dieses: Christus ist für uns Gottlose gestorben. In Kraft dieses Glaubens ist sie aus treuem Dienst selig heimgegangen. Ja, Gott sei gepriesen! Es ist kein Druckfehler, sondern eine wunderbare Wahrheit, dass Christus für uns, von Gottlosen Menschen gestorben ist, damit wir, durch den Glauben, mit Gott vereint und ewig selig würden. So tief stieg er zu uns herab; so hoch führt er uns auch hinauf.

Nicht mein Wollen und mein Tun Hat den Himmel mir erworben; Nur auf Einem kann ich ruhn: Christus ist für mich gestorben!


Autor: Ludwig Hofacker (* 15.04.1798; † 18.11.1828) deutscher evangelischer Pfarrer
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Wer waren denn wir, als der Heiland Tod und Marter für uns am Kreuz erduldete? Waren wir Freunde, Verehrer Gottes und Christi? Trachteten wir mit allen Kräften nach dem Reiche Gottes und nach seiner Gerechtigkeit? War es uns ein Anliegen, als Gott wohlgefällige Kinder unsern himmlischen Vater zu lieben und ihm gehorsam zu sein? Nein. Darum preiset Gott darin seine Liebe gegen uns. Uns, seine Feinde, hat er also geliebt; für boshafte Sünder hat er sein Leben gelassen, für sie unter tausend Schmerzen sein kostbares Blut vergossen. Das heißt Liebe. O große Lieb', o Lieb' ohn' alle Maße, die dich gebracht auf solche Marterstraße! Ich lebte mit der Welt in Lust und Freuden, und du mußt leiden! - Wer diese Liebe recht anerkennt, wenn es lebendig ins Herz geschrieben ist, was der Herr für ihn getan, daß er ihn, daß er dich und mich, daß er uns alle, die wir von Natur Feinde und Kinder des Zornes sind, so unaussprechlich liebte und uns mit solcher Liebe zuvorkommt, wer das recht anerkennt, der wird dann auch das Gebot des Heilandes: »So sollt auch ihr euch untereinander die Füße waschen« wohl verstehen und auch üben. Aber freilich, so lange man noch kalt, lau und gleichgültig nebendraußen steht, wenn von den ewigen Heilswahrheiten in Christo und von der großen Liebe und Barmherzigkeit Gottes gehandelt wird, und bloß denkt, es kann so sein, im übrigen aber sich dadurch nicht anfassen und angreifen läßt, solange noch kein göttlicher Funke der Dankbarkeit und Liebe gegen den Heiland ins Herz gefallen ist, so lange wird man auch nicht wissen und begreifen, was es heißt, den Bruder lieben als sich selbst und seinem Nächsten die Füße waschen, ja man wird ein elender, eigennütziger, nur auf seinen Vorteil und Ge- winn und Bequemlichkeit bedachter Mensch sein und bleiben. Nun, ich kann nicht viel geben in diesem armen Leben, eins aber will ich tun: Es soll dein Tod und Leiden, bis Leib und Seele scheiden, mir stets in meinem Herzen ruhn. Ich will's vor Augen setzen, mich stets daran ergötzen, ich sei auch, wo ich sei. Es soll mir sein ein Spiegel, der Unschuld und ein Siegel der Lieb und unverfälschten Treu.

Ich will daran erblicken, wie ich mein Herz soll schmükken mit stillem, sanftem Mut; und wie ich die soll lieben, die mich so sehr betrüben, mit Werken, so die Bosheit tut.


Autor: Aiden Wilson Tozer (* 21.04.1897; † 12.05.1963) US-amerikanischer evangelischer Pastor und Autor (besser bekannt als A. W. Tozer)
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Der Mensch ist schuldig; aber ihm wird die Barmherzigkeit Gottes angeboten

Von entscheidender Bedeutung für unser Selbstverständnis und das unserer Mitmenschen ist es, an das zu glauben, was in der Bibel über die menschliche Gesellschaft geschrieben steht: Sie ist gefallen, gottentfremdet und im Aufruhr gegen Seine Gebote! Es gibt in Gottes Wort viele Hoffnung machende Verheißungen, aber keine Schmeicheleien und kein Schulterklopfen – und was Gott über den Menschen zu sagen hat, sind wahrlich keine Komplimente. So betrachtet ist die Bibel ein Verdammungsbuch. Es verurteilt alle Menschen als Sünder und erklärt, dass die Seele des Sünders sterben wird. Überall spricht sie erst Gerichte über die Menschheit aus, bevor sie Gnade anbietet. Und wenn wir nicht die Gültigkeit des Urteils anerkennen, werden wir auch nicht die Notwendigkeit der Gnade einsehen! Das Kommen Jesu Christi in die Welt ist so ins Sentimentale gezogen worden, dass es mit der biblischen Lehre überhaupt nichts mehr zu tun hat. Mildes menschliches Mitleid hat Gottes Gnade in den Herzen von Millionen verdrängt – ein Mitleid, das schon lange zu Selbstmitleid pervertiert ist. Der Tadel über den Zustand des Menschen wurde auf Gott verschoben, und Christi Sterben für die Welt wurde in eine Art Bußhandlung Gottes verdreht. In dem Erlösungsdrama wird die Menschheit als Aschenbrödel betrachtet, das lange unterdrückt und misshandelt, durch die Heldentat des besten unter den Erdensöhnen befreit wird und nun anfängt, ihre strahlende Schönheit zu zeigen und als Königin einherzuschreiten. Das ist Humanismus – romantisch mit Christentum bemalt!