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Predigten zu Römer 5,8

"Gott aber erweist seine Liebe gegen uns darin, dass Christus, da wir noch Sünder waren, für uns gestorben ist."

Autor: Watchman Nee (* 04.11.1903; † 30.05.1972) chinesischer Prediger
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"Christus ist für uns gestorben, als wir noch Sünder waren."

Wenn wir sehen, um was für einen Preis uns Christus erkauft hat, wie können wir dann etwas anderes tun als uns ihm überlassen! "Bei den Erbarmungen Gottes ermahne ich euch" , sagt Paulus in Römer 12. In den voraufgehenden elf Kapiteln hat er sie alle aufgezählt, die vielen Erweise seines Erbarmens. Aus Liebe ist Christus für uns gestorben, damit wir in Neuheit des Lebens wandeln könnten. Und dieselbe Liebe zieht uns wieder zu ihm zurück. Angesichts einer so völlig selbstlosen Liebe ist es eigentlich schwerer, sich ihm zu versagen als sich ihm darzugeben. Dass einer jahrelang Christ sein kann, ohne sich Gott ganz zu eigen zu geben, ist eigentlich kaum zu verstehen; denn wir sind doch für einen unermesslichen Preis erkauft worden. Deshalb befolgen wir bereitwillig Paulus' Ermahnung, Gott an unseren Leibern und an unserem Geist zu verherrlichen, "welche sind Gottes" (1. Korinther 6,19 f.). Dass wir dies tun, darauf hat er ein Anrecht, es ist keine Gefälligkeit, die wir ihm erweisen. Ich bin nicht mein eigen - werde ich mich vermessen, ihm etwas, was sein ist, zu stehlen? "Herr, was ich habe und bin und erhoffe - alles ist dein!"


Autor: Carl Olof Rosenius (* 03.02.1816; † 24.02.1868) schwedischer Laienprediger und Initiator einer neuevangelischen schwedischen Erweckungsbewegung

"Darum preiset Gott Seine Liebe gegen uns, dass Christus für uns gestorben ist, da wir noch Sünder waren."

Gott "preiset Seine Liebe", sagt der Apostel, "Er stellt Seine Liebe dar", d. h., Er erklärt und erweist sie der Welt und "macht sie so groß und so gewiss und offenbar, dass ein Mensch, der diesen Liebesbeweis recht bedenkt, unmöglich daran zweifeln könnte" (Luther). Wer noch immer voller Zweifel an der Liebe Gottes, voller Gewissensunruhe über die Sünde und voller Angst vor dem Zorn Gottes ist, muss bei diesem Beweis doch anfangen, etwas von der Herzensgesinnung Gottes zu ahnen und muss einsehen, dass Gott bei Seinem heiligen Eifer gegen die Sünde dennoch in Seinem Herzen eine unendliche Liebe und Barmherzigkeit gegen die Sünder haben muss. Wir hätten es nie denken können, wenn Gott es uns nicht durch diesen klaren Beweis offenbart hätte.

Er preiset darin seine Liebe zu uns; wie auch Christus nur diesen Beweis anführt, wenn Er uns die Liebe Seines Vaters zu uns erklären will: "Also hat Gott die Welt geliebt, dass Er Seinen eingeborenen Sohn gab." Auch Johannes sagt, dass dies der eigentliche Beweis ist: "Daran haben wir die Liebe erkannt, dass Er Sein Leben für uns gelassen hat." Und abermals: "Daran ist erschienen die Liebe Gottes gegen uns, dass Gott Seinen eingeborenen Sohn gesandt hat in die Welt, dass wir durch Ihn leben sollen." Wir hätten nie solches von der Herzensgesinnung Gottes denken können. Wenn wir jemanden lieben, dann muss es ein Freund oder wenigstens ein guter, liebenswürdiger Mensch sein. Wenn wir dagegen etwas Verhasstes an einem Menschen sehen oder denselben für unseren Feind oder Verleumder halten, dann pflegen wir einen solchen nicht zu lieben, sondern zu hassen. So ist unsere Liebe der Natur nach. Gott aber, der den größten Hass gegen die Sünde hat und uns zudem allesamt voller Sünde sieht, hat dennoch eine solche Liebe zum Sünder, dass Er lieber Seinen geliebten Sohn in den Tod gab, als dass Er den Tod des Sünders sehen wollte.

Wenn wir das nun recht bedenken, was der Apostel so oft wiederholt hat, nämlich, dass Gott dies für Gottlose, für Sünder, für Feinde tat, dann müssen wir wohl mit großer Verwunderung fragen: "O, du milder Gott, woher hast Du doch eine solche Liebe? Ist es wahr, dass Du so liebst? Und was hat Dich zu einer solchen Liebe bewogen?" Ein alter, zum Himmelreich gelehrter Diener Gottes bekennt, dass er sich lange in die Frage vertieft habe, was die eigentliche Ursache und der Beweggrund für die Liebe Gottes zum Sünder sein könnte. In dieser Frage sei er schließlich zu dem Ergebnis gekommen: "Gott liebte, darum liebte Er." Die Ursache lag gerade in der eigenen Liebe Gottes. Er hatte ein solch liebevolles Herz, darum liebte Er. Er hat Seine Liebe mit dem Bild der Liebe einer Mutter erklärt. Wenn du eine Mutter mit unermüdlicher Liebe ihr krankes Kind Tag und Nacht tragen und pflegen siehst, wo andere Menschen schlafen, ebenso unverdrossen an dessen Bett wachen oder es auf ihren Armen tragen siehst, ein Kind, das doch nichts anderes tut, als mit seiner ganzen Hilfsbedürftigkeit der Wartung und Pflege seine Mutter zu ermüden, und du dann fragen würdest, weshalb sie es noch so liebhabe, so kann sie dir keinen anderen Grund angeben, als dass sie es so im Herzen fühle. Sie wird sich über deine Frage wundern und sagen: "Es ist ja mein Kind." Dass sie ihr Kind liebhat, ist ein Naturgesetz für eine Mutter. Sie braucht sich's nicht aufzuerlegen - sie ist ja eine Mutter. Und diese Natur des Mutterherzens ist so mächtig, dass, selbst wenn das Kind auch ein solches Sorgenkind würde, dass es wegen seiner Vergehen gar den Händen der bürgerlichen Gerechtigkeit verfiele und bestraft werden müsste, die eigene Mutter keineswegs mit Gleichgültigkeit daran denken, sondern dabei das bitterste Leiden empfinden kann.

Das ist die Natur des Mutterherzens. Bedenke, wenn Gottes Herz auch so ist! Bedenke, wenn Gott eine ebenso tiefe Liebe zu uns hat, wie eine Mutter sie zu ihrem Kind hat! Er sagt aber, dass Er eine noch tiefere Liebe zu uns hat. "Kann auch eine Frau ihr Kindlein vergessen, dass sie sich nicht erbarme über den Sohn ihres Leibes? Und ob sie seiner vergässe, so will Ich doch deiner nicht vergessen." Und "daran haben wir erkannt die Liebe, dass Er Sein Leben für uns gelassen hat".

Aber hierdurch haben wir doch noch einen Umstand berührt, der die Liebe Gottes zum Menschen erklären kann. Sie ist eine Liebe zum Kind. Das deutet der Herr damit an, dass Er, indem Er von sich selbst redet, fragt: "Kann auch eine Frau ihr Kindlein vergessen?" Wie tief gefallene und jämmerlich entartete Kinder wir auch sind, und wie weit wir in Sünde und Gottlosigkeit weggekommen sind, so kann Gott doch nicht vergessen, dass der Mensch dennoch Sein Kind ist. Er sagt, dass Er die Liebe einer Mutter zu uns habe. Er hat uns doch zu Seinen Kindern und Erben erschaffen. Als der Teufel uns verführte, wollte Gott ihm nicht den Raub überlassen. Er wollte etwas tun, um das Kind zu erretten. Dies kann die sonst unbegreifliche Liebe Gottes einigermassen erklären, dass Christus für uns sterben musste, als wir noch Sünder waren.

Für uns ward Er das Opfer aller Plagen;
Wer kann ein Beispiel solcher Liebe sagen?
Nicht für Gerechte, nicht für gute Freunde,
Nein, für die Feinde.
Wer bat Ihn drum? Und was hat Ihn gezwungen?
Er Selbst, Sein hebend Herz hat Ihn gedrungen;
Kein Mensch hat das geringste für sein Leben
Zuvor gegeben.


Autor: Aiden Wilson Tozer (* 21.04.1897; † 12.05.1963) US-amerikanischer evangelischer Pastor und Autor (besser bekannt als A. W. Tozer)
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Gott liebt uns – um Jesu willen

Niemals, solange die Sterne schweigend am Firmament glühen, kann jemand sagen, Gott liebe die Sünde in den Sündern. Niemals darf jemand sagen, der heilige Gott liebe Unheiliges – und doch liebt Gott Sünder! Gott liebt die Sünder um deswillen, was Er in ihnen von Seinem verlorenen und gefallenen Ebenbild sieht. Er liebt alles um Seiner selbst willen. Daher bist du von Gott geliebt – aber du bist von Gott um Jesu willen geliebt! Gott liebt verlorene Menschen, nicht weil Er gleichgültig ist oder weil Er keine moralischen Maßstäbe hat, sondern weil Er einst dastand und sagte: »Lasst uns Menschen machen in unserem Bild!« Der Mensch ist nach dem Bilde Gottes geschaffen, und obwohl die Sünde ihn ruiniert und zum ewigen Tod verdammt hat, wenn er nicht durch das Blut Jesu Christi gerettet wird, ist er »nur ein wenig unter die Engel erniedrigt«.

Aber Gott weiß, dass die Sünde wie ein Krebsgeschwür in eben diesem Menschen ist. Obwohl er einst nach dem Bilde Gottes erschaffen wurde, ist er jetzt ein sterbendes Wesen, geistlich todkrank, wegen des Giftes der Sünde. Aber entferne nur diese Sünde, und das Ebenbild Gottes ist wieder da! Und Jesus Christus war das Ebenbild Gottes, denn Er war ein Mensch ohne Sünde. Gott sieht in Christus, was du gewesen wärst! Er sieht Seine vollkommene Menschlichkeit, nicht Seine Göttlichkeit. Denn du und ich könnten in diesem Sinne niemals Gott gleich sein. Christus kam zu uns, er nahm den Leib eines Menschen an, ohne sich dessen zu schämen oder eine Veränderung vorzunehmen. Denn der Mensch ist das Bild des Gottes, der ihn geschaffen hat.


Autor: Hermann Bezzel (*18.05.1861; † 08.06.1917) deutscher lutherischer Theologe
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Darum preiset Gott seine Liebe gegen uns, dass Christus für uns gestorben ist, da wir noch Sünder waren.

Diese langmütige und freundliche Liebe, nie gereizt und nie erbittert, die im Zorn die Tränen des Erbarmen und in der Welt des Ernstes heiliges Mitleid hat, die allen nachging und alle pflegte, die Liebe ist jetzt daheim am Thron der Ehren, einst aber hat sie dich und mich und all die Unseren auf ihrem Opfergang sie begleiten heißen und hat sich dann zu uns gewandt und hat unsere Sünden in ihre Arme geschlossen und ist für uns gestorben. Sie hat hinaufgesehen in die fernsten Zeiten, hineingeblickt in die nächtlichen Tiefen, in die Versuchung und ihre Qual und hat gelitten draußen vor dem Tor. Sie ist geschmäht worden und hat gebetet, sie ist verachtet worden und hat geliebt, sie ist verstoßen worden und ist geblieben. Sie hört nimmer auf. Und nun fordere ich dich und mich selber auf: „Lasst uns mit ihm ziehen, dass wir mit ihm sterben!