Du lässt den Tag, o Gott, nun enden    

1) Du lässt den Tag, o Gott, nun enden
und bereitest Dunkel übers Land.
Wir waren heut in deinen Händen,
nimm uns auch jetzt in deine Hand.

2) Die Erde kreist dem Tag entgegen,
wir ruhen aus in deiner Nacht.
Wir danken dir für Schutz und Segen
wie jeder Mensch der betend wacht.

3) Wenn uns der Schein der Sonne schwindet
und Licht den fernen Ländern bringt,
wird dein Erbarmen dort verkündet,
viel tausendfach dein Lob erklingt.

4) Denn wie der Morgen ohne Halten
als Leuchten um die Erde geht,
scheint auf in wechselnden Gestalten
ein unaufhörliches Gebet.

5) Dein Reich, o Gott, ist ohne Grenzen.
Auch da, wo Menschenmacht regiert,
wird neu der große Tag erglänzen,
zu dem du alle Menschen führst.

6) Wir wissen weder Tag noch Stunde,
wann du uns heimführst in dein Licht,
vertrauen deinem Neuen Bunde,
der uns verheißt dein Angesicht.

7) Am Abend unsrer Lebenswende
geleite uns aus Raum und Zeit,
geborgen fest in deine Hände,
ins Morgenlicht der Ewigkeit.

Gotteslob 2013, Nr. 96. Rechte: staeko.net

Englische Übersetzung: The day thou gavest, Lord, is ended

Zur Musik und zum Text: In England zählt „The day Thou gavest, Lord, is ended“ bis heute zu den beliebtesten Hymnen. In Deutschland sind entgegen der Tendenz zu ökumenischen Liedfassungen seit 1989 drei verschiedene Text-Übertragungen im Gebrauch:
1. „Der Tag ist um, die Nacht kehrt wieder“, 1958, von Karl Albrecht Höppl, bis heute Schlusslied beim ökumenischen Weltgebetstag der Frauen, jedes Jahr im März; mit anderer Melodie im Evangelischen Gesangbuch (EG) als Nr. 490.
2. „Der Tag, mein Gott, ist nun vergangen“, 1964, von Gerhard Valentin, im EG als Nr. 266 (mit der Originalmelodie).
3. „Du lässt den Tag, o Gott, nun enden“, 1989, von Raymund Weber, im Gotteslob (2013) als Nr. 96 (ebenfalls mit der Originalmelodie von Scholefield, 1874).

Der Text lebt von der originellen Idee des Autors, das täglich um die Erde kreisende Licht der Sonne mit dem um die Erde wandernden Aufsteigen von Gebeten in Analogie zu setzen. Angeregt durch die eschatologische Ausweitung in der letzten Strophe des englischen Originals fügt R. Weber zwei weitere Strophen an, in denen er die Sicht auf einen Tag des Lebens zur Sicht auf das Leben als einen Tag vor Gott ausweitet (vgl. Ps 90,4: Denn tausend Jahre sind für dich wie der Tag, der gestern vergangen ist, / wie eine Wache in der Nacht.). Wie der gläubige Mensch sich aus dem Licht des Tages durch die dunkle Nacht von Gott in das Licht des neuen Tages geführt weiß, so betet er, dass er auch von Gott aus der Helle des Lebens durch das Dunkel des Todes „ins Morgenlicht der Ewigkeit“ geleitet wird.

Dieser Info-Text stammt von Raymund Weber und Peter Deckert aus dem AK SINGLES Liedblatt Nr. 77/78

Text: (1989)
Melodie: Der Tag, mein Gott, ist nun vergangen

Das Lied "Du lässt den Tag, o Gott, nun enden" ist in 17 Liederbüchern enthalten:

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