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Predigten zu 1. Korinther 2,2

"Denn ich hielt nicht dafür, etwas unter euch zu wissen, als nur Jesum Christum und ihn als gekreuzigt."

Autor: Charles Haddon Spurgeon (* 19.06.1834; † 31.01.1892) englischer Baptistenpastor
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"Denn ich hielt mich nicht dafür, dass ich etwas wüsste unter euch, als Jesum Christum allein, und ihn als gekreuzigt."

Das ist das eine Ding, das wir alle - obwohl unvorsätzlich - in unsere Predigten und Reden hereinbringen, und womit wir uns und andere verfinstern - nämlich, die große Wahrheit, dass es nicht das Gebet, nicht der Glaube, nicht unser Tun, nicht unser Gefühl ist, worauf wir ruhen müssen, sondern nur auf Christus, und auf Ihm allein. Wir bedenken nicht genug, dass wir es nicht mit unserem eigenen Selbst zu tun haben, sondern allein mit Christus. O liebe Seele, die du manchen Kampf hast, wenn du dein Herz nur allein auf Jesus heften, und alles andere für gleichgültig halten - wenn du nur deine guten Werke verachten und ganz und einfach auf Christus sehen könntest - ich sage dir, Satan würde es bald aufgeben dich niederwerfen zu wollen, denn du würdest dann auf Christus fallen, und würdest stärker als vorher wieder aufstehen. Lass mich dich bitten, o du vom Teufel versuchte, in Dornen, Disteln und Dickicht herumgezogene Seele. Siehe, ich bringe dir heute einen Krug mit Wasser und ein Stück Brot in dein Gefängnis, in dem du so an Händen und Füßen angebunden bist, dass du dich nicht bewegen kannst. Ich bitte dich, siehe nur auf Christus allein; nie erwarte Rettung von dir selbst, vom Satan, von Predigern, oder von Mitteln irgendeiner Art, abgetrennt von Christus; richte dein Auge einfach nur auf Christus; lass dir seinen Tod, seinen Kampf, seine Seufzer und Angst, seine Leiden, sein Verdienst, seine Herrlichkeit, seine Fürbitte immer frisch im Gemüt sein; wenn du morgens erwachst, so blicke auf Ihn; wenn du dich abends niederlegst, so schaue auf Ihn. Lass weder deine Hoffnung, noch deine Furcht zwischen dich und Christus hineinkommen; suche du nur Christus und sage: "Was du willst, Herr, versage mir, Nur die Schuld erlasse mir, Hingestreckt zu deinen Füßen Soll ich lieber liegen müssen, Gib mir Christus und sonst nichts; Lieber Tod, als Jesus nicht."


Autor: Charles Haddon Spurgeon (* 19.06.1834; † 31.01.1892) englischer Baptistenpastor
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"Denn ich hatte mir vorgenommen, unter euch nichts anderes zu wissen, als nur Jesus Christus, und zwar als Gekreuzigten."

Worauf beschränkte sich Paulus, solange er den Korinthern predigte? Der Gegenstand war die Person und das Werk unseres Herrn Jesus Christus. Paulus predigte Christus in all seinen Eigenschaften, aber er verweilte ganz besonders bei ihm als dem Gekreuzigten.

Es war keine Zweideutigkeit bei Paulus zu finden, wenn er von Jesus von Nazareth sprach. Er stellte ihn als einen wirklichen Menschen dar, als den, der gekreuzigt, gestorben und begraben war und wiederum von den Toten auferstanden in einem wirklichen körperlichen Dasein. Niemand konnte daran zweifeln, wenn er Paulus hörte, dass Paulus an die Gottheit und Menschheit unseres Herrn Jesus Christus glaubte und ihn als wahren Gott verehrte. Der Apostel sprach ebenso klar über des Erlösers Werk und legte besonderen Nachdruck auf seinen Tod.

"Entsetzlich!" sagte der Jude. "Wie kannst du einen Mann rühmen, der den Tod eines Missetäters starb und verflucht war, weil er am Holz hing!"

"Ach", sagte der Grieche, "sage uns nichts mehr von deinem Gott, der starb! Schwatze nicht länger von Auferstehung. Wir werden niemals eine solche Torheit glauben."

Aber Paulus schob darum diese Dinge nicht in den Hintergrund und sagte etwa: "Meine Herren, ich will damit beginnen, Ihnen Jesus Christus als Vorbild vorzustellen. Ich hoffe, Ihnen dadurch klarzumachen, dass etwas Göttliches in ihm war und er eine Sühne für unsere Sünde gebracht hat." Nein, er begann mit seiner heiligen Person und beschrieb den Herrn Jesus so, wie der Heilige Geist es ihn gelehrt hatte, und stellte die Kreuzigung in den Mittelpunkt. Ja, er beschloss nicht nur, in seiner Predigt nichts zu ändern, sondern er sagt sogar aus, nicht einmal irgend etwas anderes zu wissen. Unbegrenzte Liebe für die Seelen der Verlorenen ließ sein Zeugnis in den einen Mittelpunkt von dem gekreuzigten Jesus zusammenfließen.


Autor: John F. MacArthur (* 19.06.1939) US-amerikanischer Pastor, Prediger, Theologe und Autor
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DAS WAHRE BILD

Wenn die Menschen an die Person Jesus Christus denken, verbinden sie damit die unterschiedlichsten Vorstellungen. Einige sehen ihn als Baby in einer Krippe – als den Christus der Weihnachtszeit. Andere stellen sich vor, wie er als Kind im Hause eines Zimmermanns lebte und die religiösen Führer Jerusalems verwirrte. Viele malen sich aus, wie er als mitfühlender und mächtiger Heiler die Kranken gesund machte und die Toten auferweckte. Wieder andere erkennen in ihm den vollmächtigen und feurigen Prediger, der den großen Massen das Wort Gottes verkündigte. Dann gibt es auch solche, die in ihm den vollkommenen Menschen sehen – ein Vorbild an Güte, Freundlichkeit, Sympathie, Fürsorge, Sanftmut, Vergebung, Weisheit und Verständnis.

Es gibt aber noch etwas, das all diese Vorstellungen bei weitem übertrifft: Jesus Christus am Kreuz. Christus als den Gekreuzigten zu kennen, bedeutet, ihn als Anfänger und Vollender deines Glaubens zu kennen – das echteste und wahrste Bild seiner Person und seines Werkes. Die Leiden Christi am Kreuz bilden das Herzstück des christlichen Glaubens. Dort erkennen wir seine Göttlichkeit, seine Menschlichkeit, sein Werk und sein Leiden am deutlichsten.


Autor: Carl Olof Rosenius (* 03.02.1816; † 24.02.1868) schwedischer Laienprediger und Initiator einer neuevangelischen schwedischen Erweckungsbewegung

"Ich hielt mich nicht dafür, dass ich etwas wüsste unter euch, als nur Jesus Christus, den Gekreuzigten."

Du fragst: Hat die Heilige Schrift ein auszeichnendes Merkmal für das Reich Christi hervorgehoben, wodurch "die rechte Gnade Gottes", die einzig rechte Geistlichkeit sich von allen falschen Wegen unterscheidet?"Ja, wäre es möglich, dass Gott, der alle kommenden unterschiedlichen Meinungen über die rechte Auffassung des Christentums, seine Merkmale und sein Geheimnis sah, nicht ein solches Kennzeichen gegeben haben sollte? Gott sei Dank, es gibt ein solches, deutlich und handgreiflich hervorgehoben. Diejenigen, die schon zur Wahrheit gekommen sind und geöffnete Augen haben, finden es überall in der Schrift. Sie sehen nämlich, dass alles von einer einzigen Sache abhängt. Es ist der auszeichnende Zug, das Geheimnis und die Hauptsache alles wahren Christentums, dass Christus allein für das Herz alles in allem geworden ist und dass man in Wahrheit mit dem Apostel Paulus sprechen kann:"Alles, was mir Gewinn war, das habe ich um Christi willen für Schaden und für Dreck geachtet gegen die überschwengliche Erkenntnis Christi Jesu, meines Herrn. - Ich starb, aber Christus lebt in mir; denn was ich jetzt lebe im Fleisch, das lebe ich in dem Glauben des Sohnes Gottes usw. Ich hielt mich nicht dafür, dass ich etwas wüsste unter euch, als nur Jesus Christus, den Gekreuzigten". Sie betrachten es als unumstößlich entschieden:"Wer den Sohn Gottes hat, der hat das Leben; wer den Sohn Gottes nicht hat, der hat das Leben nicht." Das finden die Gläubigen überall in der Schrift. Was hier gesagt werden soll, ist darum für sie nichts Neues.

Es wird aber doch manches Herz erfreuen, nicht nur zu schauen, was das Geheimnis und der auszeichnende Zug des Christentums ist, sondern auch, dass der Geist des Herrn davon als von einem Schibboleth gesprochen, es als ein solches hervorgehoben hat, all denen zur ernstlichen Selbstprüfung und Berichtigung, die es sonst nicht sehen wollen. Wir lesen Offb. 14. von dem neuen Lied, das von der versiegelten Schar auf dem Berge Zion vor dem Lamme, das in der Mitte stand, gesungen wurde, und wir lesen ausdrücklich die Worte: "Niemand konnte das Lied lernen, nur die hundertundvierundvierzigtausend, die erkauft sind von der Erde." Hier sieht ein jeder, dass der Geist des Herrn gerade dieses Lied zum Kennzeichen des Volkes Zion setzen wollte.

Worin aber bestand denn dieses Lied, und was war das, was niemand lernen konnte, außer den Versiegelten? Johannes sagt: "Sie sangen vor dem Lamm: Du bist erwürgt und hast uns Gott erkauft mit Deinem Blut." Sie sangen von dem Verdienst des Lammes und unserer Erlösung in Seinem Blut! Dürfte nun jemand sagen, er könnte nicht davon singen? Und wer wüsste nicht, dass dieses das Größte und Preiswürdigste im Himmel und auf Erden ist? Aber bedenke, was die Heilige Schrift meint, wenn sie sagt, dass sie nur dieses sangen, sowie, dass niemand das Lied lernen konnte, außer den Versiegelten. Es handelt sich nicht darum, dies zu wissen, zu erkennen, zu bekennen und mit dem Mund zu singen. Die Schrift lehrt nicht Heuchelei. Wer sich darum nicht vorsätzlich selbst betrügen will, muss auf die Meinung der Schrift achten.

Lasst uns bedenken, was das enthält, dass sie in diesem auszeichnenden Liede nur von dem Verdienste des Lammes und nicht von allerlei Wohltaten Gottes sangen. Gewiss ist, dass die versiegelte Schar auf dem Berge Zion vor anderem alle gewaltigen Werke Gottes, sowohl die der Schöpfung als auch die der Vorsehung, kennen und erkennen wird, vor allem auch die teuren Gaben des Geistes und Sein preiswürdiges Werk im Herzen der Menschen. Was kann es bedeuten, dass sie in diesem Schibboleth zur Ehre des Lammes und Seines Versöhnungswerkes singen: "Du bist erwürgt und hast uns Gott erkauft mit Deinem Blut?" Ja, was bedeutet es anderes als nur dasselbe, was Paulus meinte, als er sagte, nichts anderes wissen zu wollen als Jesus Christus, den Gekreuzigten. Dieses allein ist des Herzens Trost, Freude, Schatz und Ruhm, und das Versöhnungsopfer des Lammes ist der einzige Gegenstand des Glaubens, des Herzens, seines Hungers und Durstes, seiner Hoffnung und Befriedigung. Dieses ist gerade das, was die Schrift als das Bemerkenswerte des wahren Glaubens und der rechten Geistlichkeit hervorhebt. Wir sollen nämlich nicht in irgend etwas, was bei uns gefunden wird, unseren Trost haben, nicht einmal in dem Werk des Geistes, auch nicht in unserem Glauben, viel weniger in einigen Glaubensfrüchten, wie z. B. in der Liebe und der Gottesfurcht, sondern nur im Opfer des Leibes Christi, wie Jesus selbst sagt: "Mein Fleisch ist die rechte Speise, und Mein Blut ist der rechte Trank" - So ist es das Kennzeichen aller wahren Christen, dass das Lamm, das erwürgt ist, ihr einziger Trost ist, dem in ihren Herzen nichts zur Seite steht. All ihr eigenes Tun und alle Erfahrungen des Werkes des Geistes, wenn auch an und für sich noch so gut und herrlich, können sie doch nie befriedigen, sondern nur das Lamm, das erwürgt ist und uns Gott erkauft hat mit Seinem teuren Blut.

Sagt mir anders nichts als Jesum, Der mein Heiland worden ist, Und Sein Blut gab zur Erlösung, Welche nun mein Herz geniesst.

Nichts als Jesu Christi Gnade, Nichts als Sein Verdienst allein, Lässt mich arme sünd'ge Made Gut, gerecht und selig sein.


Autor: Dora Rappard (* 01.09.1842; † 10.10.1923) Schweizer Missionarin und evangelische Kirchenlieddichterin

"Ich hielt mich nicht dafür, dass ich etwas wüsste unter euch, ohne allein Jesum, den Gekreuzigten."

Es ist ungemein interessant, die Episteln Pauli an die verschiedenen Gemeinden zu vergleichen mit den Erzählungen, die uns Lukas in der Apostelgeschichte über die Gründung der betreffenden Gemeinden gibt. So erfahren wir, dass der Apostel in der üppigen Weltstadt Korinth eine Zeit so großen Zagens hatte, dass sein göttlicher Meister ihn stärken musste mit der besonderen Zusicherung seiner Hilfe. Da war es, dass der Entschluss in ihm reifte, nicht mit Worten hoher Weisheit die göttliche Predigt zu verkündigen, sondern nichts anderes zu wissen als Jesum den Gekreuzigten. Das ist auch die Predigt, die zu allen Zeiten Herzen zerschmelzen und Menschen zum Heiland ziehen kann, wie er ja selbst gesprochen hat: Wenn ich erhöht sein werde von der Erde (am Kreuze), will ich sie alle zu mir ziehen (Joh. 1 2, 32, 33).

Ein zehnjähriges Mägdlein in Italien hatte seine Tante öfters in den evangelischen Gottesdienst begleitet. Der Herr tat ihr das Herz auf, dass es in Jesu seinen Heiland fand. Als nun die Kleine schwer erkrankte, drängten die katholischen Verwandten sie zum Beichten, damit sie die Absolution erhalte. Aber das sterbende Kind hatte nur die eine Antwort: "Mi basta Gesu!" (Jesus genügt mir!)

Ja, gekreuzigter Jesu, Du genügst dem sündenkranken Herzen. Du heilst es und gibst ihm durch deinen Tod ein neues Leben. Mi basta Gesu!


Autor: Adolf Schlatter (* 16.08.1852; † 19.05.1938) schweizer evangelischer Theologe und Professor fürs Neues Testament
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Den Glanz des großen Denkers und des hinreißenden Redners tat Paulus mit bewusstem Entschluss auf die Seite, obwohl er ihn leicht erreicht hätte. In Korinth hat er seine Wirksamkeit unter die Regel gestellt: Ich weiß nur eines, dieses weiß ich aber mit gesicherter Gewissheit, und dieses eine ist, dass der Christus gekommen und dass er gekreuzigt worden ist. Wenn wir unser Denken anspornen, dass es in die Weite fährt, oder uns dem künstlerischen Trieb hingeben, überschreiten wir immer die Grenzen unseres Wissens. Jeder Philosoph hat unvermeidlich viel mehr gesagt als er wusste, und die Redner erliegen derselben Gefahr. Sowie wir aus unserer Erkenntnis etwas Ganzes machen wollen, füllen wir ihre Lücken mit unseren Vermutungen aus, erfinden zu dem, was uns gezeigt ist, Hintergründe und begleiten das, was geschieht, in seine verborgenen Anfänge. Das verschafft uns aber nicht mehr ein Wissen, sondern stellt uns zur Schar der Dichtenden. Paulus dagegen entschloss sich, streng bei dem zu bleiben, was er wusste. Denn sein Ziel war, in seinen Hörern Glauben zu erwecken. Zum Glauben gelangen wir nur durch eine Wahrnehmung, die uns Gewissheit gibt. Wer in der bunten Fülle seiner Gedanken glänzt und sie mit dichterischer Kraft verschönt, wird Bewunderung ernten, den Menschen aber nicht da fassen, wo die Entscheidung über sein ganzes Denken und Wollen erfolgt. Soll ich fürchten, Paulus mache sein Evangelium eng und klein, wenn es nur aus dem Einen bestehen soll, was Er weiß? Christus kennen, das ist nichts Enges, das ist die gewusste Gnade Gottes in ihrer alles neu machenden Größe, und nun erst noch wissen, dass Christus des Kreuz getragen hat, das ist ein Lichtquell, der alles beleuchtet. Nun weiß ich, was Gerechtigkeit und was Gnade ist, weiß, was Sünde und was Vergebung ist, weiß, was Gehorsam und was Liebe ist. Welch ein Reichtum von Erkenntnissen ist mir damit geschenkt! Sie sind so reich, dass mir durch sie die Kraft und die Pflicht zum Glauben gegeben sind.

Deine Weisheit, Herr Gott, reicht uns dar, was uns heilsam ist. Ich erkenne mit großem Dank, wie Deine Hand befestigt, was in uns schwankt. Den eitlen Drang, der ins Geheimnis führt, bändigst Du. Die Unruhe, die da nicht stille stehen will, wo Du Dich offenbarst, nimmst Du uns weg, und heilst das trübe Auge, das sich nicht zum Kreuze unseres Herrn erheben mag. Du gibst uns die Gewissheit, die uns trägt, das Ziel, das uns bewegt, die Kraft, die Dir uns unterwirft. Amen.