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Predigten zu Jakobus 1,17

"Jede gute Gabe und jedes vollkommene Geschenk kommt von oben herab, von dem Vater der Lichter, bei welchem keine Veränderung ist, noch eines Wechsels Schatten."

Autor: John F. MacArthur (* 19.06.1939) US-amerikanischer Pastor, Prediger, Theologe und Autor
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GOTTES GÜTE

Was von Gott kommt, ist gut und vollkommen. Gott könnte nie etwas Böses tun, weil sein Wesen gut ist. Er ist vielmehr der Ursprung alles Guten und schafft unendlich viel Gutes. Wir hingegen besitzen die Fähigkeit zu sündigen – Gott kann nicht sündigen. Warum nur versuchen wir uns mit bösen Dingen, die zum Tod führen, zu befriedigen, wenn Gott doch alles Gute, was wir uns überhaupt nur wünschen könnten, im Übermaß für uns bereithält? Nur ein Narr würde sich da in eine Falle locken lassen, steht uns doch die ganze Güte Gottes durch seine Gnade offen. Im Gegensatz dazu ist unser Fleisch ein stinkender Tümpel mit verseuchtem Wasser. Es ist geradezu grotesk, wenn wir meinen, dass dieses Wasser unseren Durst stillen könnte. Wir haben Zugang zum Brunnen, der überfließt mit lebendigem Wasser, woher wir jede gute Gabe und jedes vollkommene Geschenk empfangen.


Autor: John F. MacArthur (* 19.06.1939) US-amerikanischer Pastor, Prediger, Theologe und Autor
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GOTTES BESTÄNDIGKEIT

Jakobus nannte Gott „den Vater der Lichter“ – was ein alter jüdischer Ausdruck ist, der Gott als den Schöpfer beschreibt –, weil diese Bezeichnung gut zu seiner Illustration passte.

Zu den Lichtern zählen die Sonne, der Mond und die Sterne – die von Gott geschaffenen Himmelskörper. Von unserem Standort aus betrachtet, bewegen sich die Gestirne, sie kommen und gehen, ändern ihre Form und ihren Lichtglanz – ihr Nutzen für uns ist mal so, mal so. Doch bei Gott gibt es keine Veränderung und keinen Wechsel. Gott verändert sich nicht von einem Zustand in einen anderen, und er gleicht auch nicht dem ständig wandernden Schatten, den die Sonne wirft. Das strahlende Licht seiner Herrlichkeit und gnädigen Güte wird nie schwächer. Seine Gnade ist beständig und wird nie dunkel. „Gott ist Licht, und gar keine Finsternis ist in ihm“ (1Jo 1,5). „Nein, ich, der Herr, ich habe mich nicht geändert“ (Mal 3,6).

Gottes Barmherzigkeit hat kein Ende. Nichts kann seine Güte und seine Gutmütigkeit auslöschen. In Anbetracht dieser Tatsache gilt: Verschlucke nicht den Köder des Teufels, der nur Sünde und Tod gebiert, sondern empfange all das Gute, das Gott dir schenken möchte.


Autor: Martin Luther (* 10.11.1483; † 18.02.1546) theologischer Urheber der Reformation
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Die vier letzten Bitten

In den vier letzten Bitten geht es um uns selbst und um die Nöte, die uns täglich in diesem armen, schwachen, zeitlichen Leben betreffen. Darum bitten wir zunächst, dass er uns heute unser tägliches Brot gebe. Das schließt alles ein, was wir zur Erhaltung unseres Lebens bedürfen: Nahrung, Gesundheit, gutes Wetter, Haus, Beruf, Frau, Kind, eine gute Obrigkeit, Friede und dazu noch Sicherheit vor Krankheit, Seuchen, Hungersnot, Krieg, Aufruhr und dergleichen. Danach bitten wir um Vergebung unserer Schuld und Undankbarkeit. Wir bitten um Vergebung, weil wir mit den guten und reichlichen Gaben Gottes nicht so umgehen, wie wir sollten, und weil wir als Christen, die wir seine Kinder heißen, mithin nicht so leben, wie es ihm wohlgefällt. Drittens: Wir sind mitten unter allerlei Anfechtungen und Ärgernissen, mit denen man uns von allen Seiten zusetzt – nicht allein durch die Welt und den Teufel, sondern auch durch unser eigen Fleisch und Blut. Wir können also nicht leben, wie wir wollen. Weil wir also nicht einen Tag zu bestehen vermögen, so bitten wir, dass Gott uns in all diesen Gefahren erhalte, damit wir nicht zu Fall kommen. In der letzten Bitte geht es darum, dass unser Leben ein Ende hat und dass Gott uns endlich ganz und gar aus allem Unglück retten möge. Und dass er uns, wenn unser Stündlein kommt, ein gnädiges, seliges Ende beschere.


Autor: Martin Luther (* 10.11.1483; † 18.02.1546) theologischer Urheber der Reformation
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Der Geber aller Gaben

Mit Gottes Gaben ist es so, wie wenn der reichste und mächtigste Kaiser einem armen Bettler befehlen würde, er solle ihn um etwas bitten – einerlei, um was es sei. Dazu würde er ihm noch versprechen, er wolle ihm wirklich ein großes, kaiserliches Geschenk machen. Welch ein Narr wäre der Bettler, wenn er nur um eine armselige Suppe bäte! Würde man ihn nicht zu Recht für einen Bösewicht halten, der mit dem kaiserlichen Befehl Hohn und Spott treibt und nicht wert wäre, dem Herrscher vor die Augen zu treten? So gereicht es auch Gott zu großer Unehre, wenn wir sein Angebot verachten oder uns nicht trauen, es anzunehmen, und kaum um ein Stück Brot zu bitten wagen. Dabei hat er uns so viele Güter von unaussprechlicher Größe angeboten und zugesagt. Das ist alles die Schuld des schändlichen Unglaubens, der Gott nicht einmal so viel Gutes zutraut, dass er uns den Bauch ernähre, geschweige denn, dass wir die ewigen Güter ohne Zweifel von ihm erwarten dürfen. Darum sollen wir uns gegen den Unglauben stärken und dies das Erste sein lassen, um das wir bitten; dann werden wir freilich alles andere auch reichlich haben, wie Christus lehrt: »Trachtet am Ersten nach dem Reich Gottes, so wird euch alles andere zufallen.« Denn sollte er uns an zeitlichen Gütern Mangel leiden lassen, während er uns das Ewige und Unvergängliche verheißt?


Autor: Hermann Bezzel (*18.05.1861; † 08.06.1917) deutscher lutherischer Theologe
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Alle gute Gabe und alle vollkommene Gabe kommt von oben herab, von dem Vater des Lichts, bei welchem ist keine Veränderung noch Wechsel des Lichts und der Finsternis.

Dieser Vater der Lichter hat in seinem ganzen Wesen einen Zug, den ihr im Wechsel der Tage, im Wandel der Tagesmeinungen nicht hoch genug schätzen könnt. Er ist sich selbst treu, bleiben wir nicht treu, so bleibt doch er treu, er kann sich selbst nicht leugnen, bei ihm ist kein Wechsel. Hunderte von Jahren haben ihn den Vater der Lichter geheißen, welcher Zeit war es gestattet bei ihm einen Wandel seines Wesens zu finden? Ja der Stunde, in der er sein Wesen wandelt, hört er auf, der ewige Gott zu sein, löst sich in Begriffe, Begriffe in Schatten und dann Schatten in Träume auf. Bei ihm ist keine Veränderung des Lichtes noch der Finsternis, keine Überschätzung und Trübung, spricht Jakobus, der Apostel. Welten gehen vorüber, Jahrhunderte streichen vorbei, Menschenleben sinken dahin. Wie unsere Väter zu ihm flehten, zu dem Vater der Lichter, so heben wir unsere Hände auf zu ihm, dem rechten Vater über alles, was Kinder heißt im Himmel und auf Erden, und schauen ängstlich in sein gnadenreiches durch Jesum Christum entwölktes Gesicht: Hast du einen andern Zug jetzt in dir? Bist du durch die Forschungen der Neuzeit geändert worden? Ja, sie haben in dein heiliges Bild fremde Züge eingegraben und in deine ewige Treue ihre Anschauungen hineingeprägt. Aber diese Zeichnungen verwittern, ehe der Griffel der zeichnenden Hand entsinkt, und diese Bilder vergehen, ehe ihre Bildner zu Grabe steigen, und unverändert und ewig treu leuchtet das Angesicht des Erbarmers.