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Predigten zu Kolosser 3,2

"Sinnet auf das, was droben ist, nicht auf das, was auf der Erde ist;"

Autor: John F. MacArthur (* 19.06.1939) US-amerikanischer Pastor, Prediger, Theologe und Autor
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DIE RICHTIGEN PRIORITÄTEN

Wo liegen deine Prioritäten? Konzentrierst du dich auf die Dinge dieser Welt, oder auf diejenigen geistlicher Natur? Würde es deine Pläne durcheinander bringen, wenn Jesus morgen zurückkommen würde? Unglücklicherweise hoffen einige Christen, dass er seine Wiederkunft noch etwas hinauszögert.

Das ist traurig, aber wahr! Wenn du es vorziehst, auf dieser Erde zu bleiben und nicht viel lieber jetzt schon bei Christus in den himmlischen Örtern wärst, dann liebst du seine Erscheinung nicht wirklich. Es betrübt den Herrn, wenn wir nicht in der freudigen Erwartung seiner Wiederkunft leben und stattdessen in den alltäglichen Dingen des Lebens und dieser Welt gefangen sind.

Wo ist dein Herz? Es ist an der Zeit, dass du deine Prioritäten richtig ordnest. Wenn Dankbarkeit für die von Gott geschenkte Errettung dein Herz erfüllt, dann lebst du in der Fülle und Erwartung der zukünftigen und vollkommenen Errettung. Lass Johannes’ Wunsch auch dein eigener sein: „Amen, komm, Herr Jesus!“ (Offb 22,20).


Autor: Carl Olof Rosenius (* 03.02.1816; † 24.02.1868) schwedischer Laienprediger und Initiator einer neuevangelischen schwedischen Erweckungsbewegung

"Trachtet nach dem, was droben ist, nicht nach dem, was auf Erden ist!"

Der Apostel will gleichsam sagen: "Hier seid ihr nicht zu Hause, sondern nur Pilger und Wanderer in einem fremden, ja, einem feindlichen Land, wo euer Herr oder die anderen aus unserem geistlichen Geschlecht niemals Ruhe oder Heimat gehabt haben, sondern das sie nur als gejagte Flüchtlinge durchzogen haben. Darum muss alles Gute, das euch auf Erden gegeben wird, für euch dasselbe sein wie dem Pilger eine angenehme Nachtherberge, in der er nicht bleibt oder sich niederlässt, weil das Ziel seiner Reise ein ganz anderes ist.

Einem jeden, der sich dessen bewusst ist, dass er ein elender Sünder, ermüdet und verzweifelt, ja, durch das Gesetz getötet worden ist, der aber seinen Trost, seine Gerechtigkeit und sein Leben in Jesus Christus erhalten hat und der jetzt in einem solchen Glauben und einem solchen Leben lebt, dass er in der Welt und in der Sünde nicht Ruhe haben kann - einem jeden, der sich dessen bewusst ist, gilt diese liebliche Ermahnung: "Trachte nach dem, was droben ist, da dein Christus ist!" Lass dich nimmermehr dadurch betrügen, dass du dir ein Paradies auf Erden zu bereiten suchst! Es ist nur ein Betrug der Einbildung, wenn ein Christ hier auf Erden oder in etwas Irdischem eine grössere Freude zu finden hofft, nachdem er einmal seine Freude in Gott erhalten hat. Wenn etwas anderes zu seiner grösseren Lust und Freude wird, dann leidet sogleich das Gnadenleben. Willst du darum ein friedvolles und seliges Leben auf Erden haben und die Liebe des Vaters behalten, so suche nur mehr und mehr himmlisch gesinnt zu werden, allen anderen Gewinn und alle andere Lust zu vergessen und nur nach dem zu trachten, was droben ist, da Christus ist. Denn solange der Same Gottes in dir bleibt und du das wahre Leben in Gott führst, bringen irdisches Glück und irdische Freude dich sowohl in Furcht als auch in Gefahr. Sofern das Leben des Geistes in dir bleibt, bekommst du nie Ruhe, solange du mehr Lust und Zufriedenheit in etwas anderem als in Gott hast. Kannst du im Irdischen ein grösseres Vergnügen, einen lieberen Schatz und eine grössere Befriedigung als in Gott und Seiner Freundschaft haben und trotzdem ruhig und froh sein, dann steht es nicht wohl mit deinem Leben in Christus. Arbeiten und Wandeln musst du auf Erden, das Irdische haben und brauchen musst du auch, dies aber nur dem Leibe nach. Das Herz muss im Himmel sein, da Christus ist. Der Liebeseifer deines Bräutigams um deine Liebe fordert es. Wenn Gott dir etwas Liebliches gibt, so nimm es an mit Dankbarkeit, zugleich aber auch mit Furcht, damit dein Herz davon nicht eingenommen werde. Alles, was nicht Gott und Seine Gnade ist, darf auch nicht des Herzens Schatz und Trost sein. Ein gutes irdisches Durchkommen, Reichtum, Bequemlichkeit, Ansehen und Ehre oder geistliche Gaben, Erkenntnis, Erfahrung, guter Wandel, Vertrauen der Brüder alles sind gute Gaben Gottes, für die du danken musst, dies aber mit Ernst, damit sie nicht deines Herzens vornehmlichste Lust und Zuflucht werden.

Wenn ein Christ also in allen Fällen doch in Gott seine höchste Lust und Befriedung haben muss, so ist es wahrlich nicht wert, irdisches Glück und irdische Befriedigung zu suchen. Denn gewinne ich es, dann ist es meine Gefahr, gewinne ich es nicht, dann ist es meine Plage. Wenn etwas Irdisches meinem Herzen zu grösserem Glück und grösserer Freude wird als diejenige, die ich in Gott habe, dann wäre das ja mein ewiges Verderben; würde es dagegen keine grössere Freude und Befriedigung sein als diejenige, die ich schon in Gott habe, dann ist es - wir sagten es schon - wirklich nicht der Mühe wert, danach zu trachten, weil ich ja schon im voraus eine weit grössere Freude und Glückseligkeit habe.

Da nun hierzu kommt, dass das Menschenherz einen unendlichen Durst danach hat, einen anderen Schatz und eine andere Freude als die in Gott zu erhalten, dann muss man den Worten des Prätorius recht geben: "Das größte Glück der Christen ist, kein Glück hier auf Erden zu haben." Dann muss derjenige, der wirklich den Himmel einnehmen will, bald dahin kommen, dass er Armut mehr als Reichtum, Verachtung mehr als Ehre, Leiden mehr als Genuss, ja, den Tod mehr als das Leben liebt. Das mag wohl heißen: "Ihr seid gestorben und gekreuzigt mit Christus." - Ach, eine dem Fleisch allzu bittere Sache!

Hier wird ein jeder merken, wie notwendig es für den ist, der solchen Gesetzen folgen will, zuerst mit Christus auferstanden zu sein, und damit ein anderes Leben als nur das der Natur zu haben, von Gott geboren und in Gott glücklich zu sein, ja, das Himmelreich im Herzen zu haben, so dass Christus unser Leben, unser Schatz und unsere Freude ist. Denn sonst wird es uns allzu unerträglich - ja, unmöglich - in Wahrheit und beständig nach dem zu trachten, was droben ist, und nicht nach dem, was auf Erden ist. Das menschliche Herz trachtet doch nach dem, was auf Erden ist, nach eigener Ehre und Reichtum, solange man nicht Freude im Herrn oder Leben und Zufriedenheit in Gott hat. Zwar haben auch rechte Christen ein irdisches, sündiges Fleisch voller Lüste und Begierden, sie sind aber doch mit Christus gekreuzigt. Asaph bekennt, dass es ihm wehetat und in die Nieren stach, sehen zu müssen, dass der Gottlose alles Glück habe, während der Gerechte viel leiden müsse, er fügte aber hinzu: "Dennoch bleibe ich stets an Dir, Herr. Wenn ich nur Dich habe, so frage ich nichts nach Himmel und Erde. Wenn mir gleich Leib und Seele verschmachten, so bist Du doch, Gott, allezeit meines Herzens Trost und mein Teil."

Du selber mich bewahre, Mein Heiland Jesu Christ, Bis einstens ich mit Freuden Dich schaue, wie Du bist.


Autor: Dora Rappard (* 01.09.1842; † 10.10.1923) Schweizer Missionarin und evangelische Kirchenlieddichterin

"Trachtet nach dem, das droben ist, nicht nach dem, das auf Erden ist."

Das Wort trachten drückt ein sehnendes Verlangen, ein ernstes Streben aus. Darauf sinnen, heißt es in einer andern Übersetzung, und dies Wort gibt uns eine bedeutsame Mahnung. Denn unsere Gedankenwelt ist die Atmosphäre, in der wir leben. Wohin gehen unsere Gedanken am häufigsten und natürlichsten? Das ist ein Prüfstein für unser inneres Leben. Wo unser Schatz ist, da ist unser Herz, und da sind auch unsere Gedanken.

Was ist das, was droben ist? Vor allem unser Herr Jesus selbst, der herrliche Heiland. Das Vaterhaus ist da mit seinen vielen Wohnungen, die Erlösten mit ihren weißen Gewändern und goldenen Harfen. Heiligkeit ist da, Friede, Vollkommenheit, unvergängliche Seligkeit. Diese Dinge liegen nicht erst in der Zukunft. Sie sind da, und wer danach trachtet, hat hier schon den Vorgeschmack davon.

Diesem Trachten stellt sich das Trachten nach dem, was auf Erden ist, entgegen. Viel Köstliches ist ja hier, was uns des himmlischen Vaters Liebe schenkt, und was wir fröhlich und dankbar geniessen dürfen. Aber irgendetwas Irdisches zum Ziel des brennenden Verlangens machen, ist für die Himmelsbürger eine Gefahr. Es füllt die Gedanken aus und lässt das Herz leer. Excelsior! Höher hinauf!

Ewigkeit, in die Zeit leuchte hell hinein, Dass uns werde klein das Kleine Und das Große groß erscheine, Sel'ge Ewigkeit!


Autor: Aiden Wilson Tozer (* 21.04.1897; † 12.05.1963) US-amerikanischer evangelischer Pastor und Autor (besser bekannt als A. W. Tozer)
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Christentum ist das, was Christus sagt, dass es sei

Niemand, der weiß, worum es im Neuen Testament geht, wird bestreiten, dass das Christentum zu einer anderen Welt gehört. Natürlich tut es das – und genau da liegt seine Kraft! Das Christentum – der Glaube an Christus – ist das Vertrauen auf Seine Verheißungen und der Gehorsam gegenüber Seinen Anordnungen und ruht fest und sicher auf der Person Christi. Was Er ist, was Er tat und was Er tut – dies alles bildet die volle Garantie für die Zuverlässigkeit der Christenhoffnung. Das Christentum ist das, was Christus sagt, dass es sei. Seine Kraft beginnt in uns zu wirken, wenn wir Seine Worte als endgültig betrachten und wenn unsere Seelen zu glauben und zu gehorchen bereit sind. Christus braucht sich nicht zu rechtfertigen. Er bedarf keines Leumundszeugnisses, um Seine Vertrauenswürdigkeit aufzurichten! Er kam als der Ewige Gott in das niedrige Heiligtum dieser Zeitlichkeit. Er steht vor keinem menschlichen Tribunal. Aber alle Menschen stehen vor Ihm, jetzt schon und einmal im letzten Gericht. Wenn ein Mensch den Glauben Christi vor die Gerichtsschranken der menschlichen Meinung bringt, wenn er zu beweisen sucht, die Lehren Christi seien in Übereinstimmung mit dieser Philosophie oder jener Religion, dann verwirft er in Wirklichkeit Christus, auch wenn er Ihn verteidigen wollte! Möge sich niemand unwohl fühlen, weil er kräftig behauptet hat, dem Christentum läge die Lehre von der zukünftigen Welt zugrunde. Denn als Christus von den Toten auferstand und in den Himmel fuhr, schuf Er für alle Zeiten drei wichtige Fakten, nämlich: Diese Welt ist zum völligen Verderben verurteilt, der menschliche Geist besteht über das Grab hinaus, und es kommt tatsächlich eine neue Welt!


Autor: Aiden Wilson Tozer (* 21.04.1897; † 12.05.1963) US-amerikanischer evangelischer Pastor und Autor (besser bekannt als A. W. Tozer)
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Gott berührt unsere Gefühle

Ich habe Leute gehört, die meinten: »Nur Lehre ist wichtig! « Würden sie christlicher Erfahrungen keine Raum geben? Ich möchte hier als Beispiel auf den bekannten Jonathan Edwards hinweisen, den Gott bei der großen Erweckung in New England im 18. Jahrhundert so gewaltig benutzte. Du wirst vielleicht einwerfen: »Aber Jonathan Edwards war Calvinist!«

Das weiß ich - und genau das ist der Punkt. Edwards wurde gesellschafdich respektiert als einer der größten Intellektuellen seiner Zeit. Und dennoch dachte er über echte christliche Erfahrung so positiv, dass er ein Buch über religiöse Gefühle schrieb, um christliche Erfahrung zu rechtfertigen.

Als manche den Vorwurf erhoben, dass die Erweckten zu viel Gefühl hätten, stellte sich Edwards hin und erklärte, dass Männer und Frauen, die Gott begegnen und Seine Bedingungen akzeptieren, die Erfahrung machen, dass ihr Herz voll Begeisterung emporgehoben wird. Welch größeres Vorrecht könnte Menschen auf Erden gewährt werden, als in den Kreis der Freunde Gottes aufgenommen zu werden!


Autor: Adolf Schlatter (* 16.08.1852; † 19.05.1938) schweizer evangelischer Theologe und Professor fürs Neues Testament
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Droben ist unser Vater, droben unser Herr, droben das, was durch die vollendete Gemeinschaft mit Gott entsteht. Unten auf der Erde ist, was die Natur mir gibt, unser Leib und seine Triebe und die menschliche Gemeinschaft mit ihren Abhängigkeiten und ihrer Dienstpflicht. Um von diesen Mächten frei zu werden, bedarf es eines Sterbens; denn sie rühren mich nicht nur von außen an, sondern fassen mich im Grund meines Lebens. ich kann sie nicht von mir abstreifen und ohne sie weiter leben, sondern werde nur dadurch von ihnen gelöst, dass mein gegenwärtiges Leben endet. Dieses Ende ist mir dadurch bereitet, dass ich das Eigentum Jesu in. Das ist die Kraft, die mein Verlangen von allem wegzieht, was die Erde mir gibt. Dieses sterben ist kein Verlust und nicht die Wirkung des vergeltenden göttlichen Zorns, sondern es verschafft mir das Leben. Es ist in Gott für mich vorhanden, bei dem Christus ist. Darum ist es noch verborgen, nicht schon an mir sichtbar, nicht schon in meinem Leib und meinen irdischen Verhältnissen wirksam. Es ist deshalb mein eigen, weil Christus lebt und sein Heilandsamt an mir vollbringt und mir seine Gemeinschaft verleiht. Ich kann die Herrlichkeit des Lebens darum nicht durch meine Erfahrung beweisen und nicht durch mein Verhalten den anderen aufzeigen. Nur dadurch kann ich es zeigen, dass ich auf Christus hinweise, weil er unser Leben ist. Weil es aber bei Gott verborgen ist, ist es in guter Hut an einem sicheren Orte. Darum fort mit der Furcht und fort mit dem Zweifel. Nur das Eine ist notwendig, dass ich aufwärts sehe, nicht nur abwärts, und nicht an die Erde meinen Glauben hänge, sondern an den, der beim Vater ist.

Ich will nach dem Leben streben, lebendiger Gott. Bei Dir hast Du es uns bereitet, uns, die wir sterben, deren Himmel die Erde ist. Du stellst mich aber nicht darum auf die Erde, weil Du mir versagst, was droben ist. Gib mir den aufwärts gerichteten Blick, das aufgedeckte Angesicht, das nach oben gewendet ist. Amen.


Autor: Hermann Bezzel (*18.05.1861; † 08.06.1917) deutscher lutherischer Theologe
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Trachtet nach dem, das droben ist, nicht nach dem, das auf Erden ist!

Wer solche Sterbekunst gelernt hat, zu arbeiten und zu wachen, als ob er seine Seligkeit erwerben müsste, zu glauben aber, dass sie ihm aus Gnaden geschenkt wird, der reinigt sich und hält seine Fenster offen gen Jerusalem, dass Ewigkeitsluft durch sie ins Herz einziehe und der Strahl des ewigen Lichtes seinen Pfad erleuchte. Er wird in der Heiligung immer ernster, in dem Selbstgericht immer enger, immer mehr abgewandt dem Vergänglichen, immer mehr zugewandt dem, was ewig bleibt. – Schwer bleibt auch für den Christen der Gedanke an den Tod, schwerer noch die Bereitung auf den Tod, am schwersten die Todesstunde selbst. Aber in der Gewissheit, dass die Lösung aller Ängste des Lebens in der Erlösung ruht, traut er seinem Herrn, dass sein Hingang ein Heimgang wird, und ist gleich dem Wanderer, der die „Herberge nicht ungern verlässt.“