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Predigten zu Offenbarung 2,5

"Gedenke nun, wovon du gefallen bist, und tue Buße und tue die ersten Werke; wenn aber nicht, so komme ich dir und werde deinen Leuchter aus seiner Stelle wegrücken, wenn du nicht Buße tust."

Autor: Martin Luther (* 10.11.1483; † 18.02.1546) theologischer Urheber der Reformation
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Der Leuchter ist fort

Die Undankbarkeit der Welt ist so überschwänglich groß und wird alle Tage größer. Wenn nicht der Jüngste Tag dazwischenkommt, haben wir die Sorge, dass wir der schrecklichen Plage des göttlichen Zorns gewärtig sein müssen, durch den er uns sein Licht wieder entzieht und Finsternis über uns kommen lässt – ja, wir können sogar mit Sicherheit sagen, dass es so kommen wird. Und diese Plage hat die Mehrheit schon getroffen, weil fast der ganze Haufen Gottes Wort im Herzen verloren hat und es so ganz jämmerlich verachtet. Dagegen hängt er dem Abgott Mammon an und läuft ihm nach, als wollte ein jeder gern aller Welt Güter an sich reißen. Ihr seht, dass das liebe Wort Gottes nur noch auf der Kanzel durch die leibliche Stimme ein wenig leuchtet, obwohl auch solche Kanzeln selten geworden sind. Weil wir denn sehen und begreifen, dass das göttliche Wort in den Herzen schon erloschen ist, dann fehlt sicher nicht mehr viel, dass es auch auf der Kanzel erlischt. Denn wer nicht mit dem Herzen dabei ist, der wird auch nicht mehr lange Ohren und Mund dazu hergeben. Wenn aber die Kanzel nicht mehr leuchtet, dann hat die Welt, was sie haben soll und auch verdient, dass sich Gott nämlich abgewandt und sie dahingegeben hat.


Autor: Ludwig Hofacker (* 15.04.1798; † 18.11.1828) deutscher evangelischer Pfarrer
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Als der gewaltige Richter, der da tun kann was er will, spricht er hier, der Herr der Herrlichkeit, der Augen hat wie Feuerflammen. Den Leuchter will er wegstoßen von seiner Stätte, die Gemeine will er zerstreuen und die Beilage des Evangeliums will er von ihr nehmen. Dies ist zu Lebzeiten des Bischofs nicht eingetroffen; er muß Buße getan haben; aber nach einigen Jahrhunderten ist es doch eingetroffen. Der Leuchter der evangelischen Wahrheit ist daselbst umgestoßen, und Ephesus ist ein Schutthaufen geworden. Auch uns gilt das Wort: »Tut Buße, tut Buße!« »Wenn doch auch du erkenntest zu dieser Zeit, was zum Frieden dient! Aber nun isf s vor deinen Augen verborgen. « So sprach einst der Herr über die Stadt Jerusalem, und dabei gingen ihm die Augen über. Jerusalem aber hat seine Stimme nicht vernommen, darum ließ Gott seinen Zorn entbrennen und die Tage der Rache hereinbrechen. Es fällt mir hier ein, was Luther schreibt: »Hütet euch, ihr Deutschen, daß euch das Evangelium nicht genommen wird; die Juden haben's gehabt, nun ist es ihnen genommen; die Griechen haben's gehabt, jetzt haben sie den Türken; die Römer haben's gehabt, und jetzt haben sie den Papst; meinet ihr denn, ihr werdet's behalten, wenn ihr nicht Buße tut? Das sei ferne.« Ja, höret es, wer es hören kann, wer Buße tun will, der tue es bald, ehe der Leuchter der Wahrheit von seiner Stätte gestoßen, ehe die Türe verschlossen wird!

Herr Jesu, hilf dein Kirch erhalt, wir sind arg, sicher, trag und kalt; gib Glück und Heil zu deinem Wort, schaff, daß es schall an manchem Ort! Erhalt uns nur bei deinem Wort, und wehr des Teufels Trug und Mord. Gib deiner Kirche Gnad und Huld, Fried, Einigkeit, Mut und Geduld.


Autor: Wilhelm Busch (* 27.03.1897; † 20.06.1966) deutscher evangelischer Pfarrer, Prediger und Schriftsteller
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Ein Wort des erhöhten Herrn an eine Gemeinde! Hätten Menschen diese Gemeinde in Ephesus besichtigt, sie hätten alles in Ordnung gefunden. „Du kannst die Bösen nicht tragen; du hast die falschen Apostel entlarvt. Du beweist Geduld. Du trägst Lasten um meinetwillen. Du arbeitest unermüdlich." All das bescheinigt der Herr Jesus selbst dieser Gemeinde. Wenn doch einmal alle christlichen Gemeinden in Deutschland so aussehen wollten! Die Gemeinde in Ephesus ist ja doch geradezu vorbildlich. Und doch – ein Warnruf aus Jesu Mund: „Gedenke, wovon du gefallen bist." Wovon denn gefallen?

„Ich habe wider dich, dass du die erste Liebe verlässest." Tief verborgen im Innersten, keinem Menschen sichtbar, sitzt ein geheimer, tödlicher Schade: Die erste Liebe stirbt.

„Gedenke, wovon du gefallen bist!" Wie köstlich waren jene geistlichen Frühlingstage, als das Gewissen durch Jesu Gnade frei wurde vom Druck der Schuld; als Friede mit Gott wie ein neuer, heller Tag über dem Leben aufging; als die Liebe zu Jesus und die Freude am Herrn das beherrschende Motiv des Lebens war; als man die „Gemeinde" entdeckte und als die Bruderliebe brannte. Frühlingstage! Aber „es fiel ein Reif in der Frühlingsnacht". Es tut uns ab und zu Not, solch ein „Gedenken" abzuhalten. Gerade darum, weil die Gnade Jesu uns so hoch stellt, aus verlorenen Menschen Kinder des lebendigen Gottes macht, gerade darum können Christen so tief fallen.

„Tue Buße!" sagt Jesus. Das ist das Herrliche, dass wir wieder ganz neu anfangen dürfen, weil der Herr geduldig ist. Amen.