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Predigten zu Offenbarung 3,20

"Siehe, ich stehe an der Tür und klopfe an; wenn jemand meine Stimme hört und die Tür auftut, zu dem werde ich eingehen und das Abendbrot mit ihm essen, und er mit mir."

Autor: Charles Haddon Spurgeon (* 19.06.1834; † 31.01.1892) englischer Baptistenpastor
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"Wo jemand meine Stimme hören wird, und die Tür auftun, zu dem werde ich eingehen."

Was ist heute abend dein Verlangen? Ist's auf das Himmlische gerichtet? Sehnst du dich nach dem Genuss der erhabenen Lehre von der ewigen Liebe? Wünschest du einen freien und innigen Umgang mit deinem Gott? Strebst du nach der Erkenntnis der Höhe und Tiefe, der Länge und Breite? Dann musst du zu deinem Jesus kommen; du musst eine klare Anschauung von Ihm, seiner Köstlichkeit und Allgenugsamkeit zu erlangen suchen; du musst Ihn betrachten in seinem Werk, in seinem Amt, in seiner Person. Wer Christum erkennt, empfängt eine Salbung von dem Heiligen, wodurch er alle Dinge erkennt. Christus ist der große Hauptschlüssel aller Vorratshäuser Gottes; es gibt keine Schatzkammer Gottes, die sich nicht öffne und alle ihre Reichtümer darbiete, wenn eine Seele bei Jesu weilt. Wenn du seufzest: "Ach, dass es Ihm doch gefiele, in meinem Herzen Wohnung zu machen! dass Er doch in meiner Brust wohnen möchte ewiglich!" dann öffne die Tür, mein Lieber, so wird Er bei dir seinen Einzug halten. Er hat lange bei dir angeklopft und gewünscht, Abendmahl mit dir zu halten, und du mit Ihm. Er hält das Abendmahl mit dir, weil du das Haus und Herz dazu hast, und du mit Ihm, weil Er für das Mahl sorgt. Er könnte das Abendmahl nicht mir dir halten, wenn Er nicht in deinem Herzen Raum fände; noch du mit Ihm, wenn nicht Er für Speise und Trank sorgte, denn deine Vorratskammer ist leer. Darum mache die Türen deiner Seele weit auf. Er kommt mit der Liebe, die du zu empfinden dich sehnst; Er kommt mit der Freude, zu der sich dein armer, geängstigter Geist nicht empor zu schwingen vermag; Er bringt dir den Frieden, der dir fehlt; Er kommt mit seinem Wein und den lieblichen Äpfeln seiner Liebe, und herzt dich, bis dass du keine andre Krankheit mehr fühlst als "überschwengliche Liebe, göttliche Liebe." Nur tue Ihm die Tür auf, vertreibe seine Feinde, übergib Ihm dein Herz, so will Er bei dir wohnen ewiglich. "O, flösse Deine Liebe Tief in mein Herz hinein! Lass alle meine Triebe Dir, Herr, zum Opfer sein."


Autor: Carl Eichhorn (* 11.07.1810; † 08.02.1890) deutscher lutherischer Pastor
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"Der entscheidende Schritt Siehe, ich stehe vor der Tür und klopfe an! So jemand meine Stimme hören wird und die Tür auftun, zu dem werde ich eingehen und das Abendmahl mit ihm halten und er mit mir."

Man kann das Wesen der Buße nicht schöner darlegen, als es Jesus selbst in diesem Wort tut. Die Bekehrung besteht darin, dass man ihm die Herzenstür öffnet. Er steht vor der Tür. Vielmals fehlt lange das Auge für den, der so nahe ist. Daher sagt der Heiland: "Siehe!" Beachte es wohl! Er steht und wartet. Er denkt nicht: Fragst du nichts nach mir, so frage ich auch nichts nach dir. Er steht und wartet, gerade als brauche er uns, während wir doch auf ihn angewiesen sind. Er wartet wie ein bescheidener Bittsteller vor der Tür. Es ist noch eine trennende Wand zwischen der Seele und Jesus. Denn die Sünde scheidet von ihm und versperrt ihm den Eingang, solange sie nicht reumütig erkannt wird. - Der majestätische Gottessohn harrt geduldig, bis man ihm auftut. Er klopft einmal und wieder. Sein Anklopfen an die Herzen und Gewissen vollzieht sich durchs Wort. Aber lange vernimmt man's nicht. Andere Stimmen übertönen Jesu Stimme. Auch stopft der Mensch gern die Ohren zu und will nicht hören. Dann klopft Jesus wohl auch an durch mancherlei Schickungen, Züchtigungen und Demütigungen. - "Wenn jemand meine Stimme hören wird."Meine Stimme."Man hört wohl die Stimme des menschlichen Predigers, aber nicht die Stimme Jesu. Wenn er durch ernste Lebenserfahrungen redet, bleibt man oft lange bei der Außenseite stehen und erkennt nicht den Sinn und die Absicht solcher Schickungen. Suchen wir fleißig die Stille! Im Geräusch hört man Jesu Stimme nicht. Wer sie vernimmt, der fühlt sich betroffen, wird nachdenklich und geht auf die Knie. Die Antwort auf das Anklopfen des Heilands ist das Klopfen des Gewissens. - Nun kommt die Hauptsache bei der Bekehrung, nämlich, dass man die Tür auftut oder das Hindernis beseitigt, das von Jesus trennt. Dazu ist ein ganzer Entschluss nötig. Du selbst musst auftun. Der Heiland macht die Tür nicht gewaltsam auf. Es muss einmal heißen: Ich will Jesus haben um jeden Preis! Es koste, was es will, wenn nur der Weg für den Heiland frei wird! - Dann kommt er auch sofort herein. An ihm fehlt's nicht. Sobald freie Bahn ist, kehrt er in die Seele ein. Nicht er, sondern wir sind schwer zu gewinnen. Wenn er eintritt, bringt er Erquickung mit."Ich will das Mahl mit ihm halten."Es ist nicht das heilige Abendmahl gemeint, sondern die Speisung der Seele mit Leben und vollem Genüge. Zuvor ist die Seele verschmachtet. Jesus ist selbst das Brot und der Trank des Lebens. - Der Heiland setzt hinzu:"Und er wird mit mir das Mahl halten."Zuerst werden wir von ihm erquickt. Aber er will dann auch etwas von uns haben. Die Seele, die sich ihm öffnet, gewährt dem Heiland Sättigung oder tiefste Befriedigung."Nachdem seine Seele gearbeitet hat, wird er seine Lust sehen und sich sättigen." Es ist wahrlich der Mühe wert, eine Begegnung mit Jesu zu haben.


Autor: William MacDonald (* 07.01.1917; † 25.12.2007) US-amerikanischer Prediger der Brüdergemeinden
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"Siehe, ich stehe an der Tür und klopfe an; wenn jemand meine Stimme hört und die Tür öffnet, zu dem werde ich hineingehen und mit ihm essen, und er mit mir."

Zum Jahresschluss.

Jetzt sind wir wieder am Ende eines Jahres angelangt, und der geduldige Heiland steht noch immer an den Türen der Menschen und bittet um Einlass. Man hat Ihn schon lange Zeit draußen stehenlassen. Jeder andere hätte schon längst aufgegeben und wäre nach Hause gegangen. Aber nicht so der Heiland. Er ist langmütig und will nicht, dass irgendeiner verlorengeht. Er wartet in der Hoffnung, dass eines Tages die Tür aufgerissen wird und man Ihn drinnen willkommen heißt.

Eigentlich ist es erstaunlich, dass überhaupt irgendjemand nicht auf das Anklopfen des Herrn Jesus antwortet. Wenn es ein Nachbar wäre, würde die Tür sofort geöffnet. Wenn es ein Handelsvertreter wäre, würde man ihm wenigstens die Höflichkeit erweisen, die Tür aufzumachen und zu sagen: "Wir brauchen nichts!" Und wenn es sogar der Präsident oder der Bundeskanzler wäre, dann würde die ganze Familie darum wetteifern, wer das Recht hätte, ihn zu begrüssen. Und hier, wo der Schöpfer, Erhalter und Erlöser vor der Tür steht, da ist es doch höchst seltsam, dass man Ihn so kalt und schweigend behandelt.

Der Widerstand des Menschen ist noch unverständlicher, wenn wir erkennen, dass der Herr Jesus ja nicht kommt, um uns auszurauben, sondern um uns etwas zu schenken. Er kommt, um uns Leben in Fülle zu geben.

Ein christlicher Radioprediger bekam einmal spät abends einen Anruf von einem Hörer, der noch für einen kurzen Besuch bei ihm vorbeikommen wollte. Der Prediger versuchte es mit verschiedenen Entschuldigungen, um den anderen von seinem Vorhaben abzubringen, aber schließlich ließ er sich doch erweichen. Es stellte sich dann heraus, dass der Besucher mit einer großen Geldspende kam, mit der er die Radiosendungen unterstützen wollte. Nachdem er wieder gegangen war, sagte der Prediger: "Ich bin ja so froh, dass ich ihn doch noch hereingelassen habe!"

Joe Blinco beschrieb öfter die folgende Szene: Es ist gerade eine angeregte Unterhaltung im Wohnzimmer eines Hauses im Gange. Plötzlich klopft es an der Haustür. Jemand aus der Familie sagt: "Da ist einer an der Tür."

Ein anderer springt auf, geht zur Tür und öffnet sie. Dann fragt einer aus dem Wohnzimmer: "Wer ist es denn?" Von der Tür her kommt die Antwort. Und der Hausherr ruft zurück: "Sag ihm doch, er soll hereinkommen."

Das ist das Evangelium in Kurzfassung. Hör' nur! Da ist jemand an der Tür. Wer ist es? Es ist niemand anders als der Herr des Lebens und der Herrlichkeit, der Eine, der als Stellvertreter für uns gestorben und am dritten Tag wieder auferstanden ist, der Eine, der jetzt in Herrlichkeit zur Rechten des Vaters sitzt und der bald wiederkommen wird, um die Seinen zu sich heimzuholen. Sag Ihm doch, dass Er hereinkommen soll!


Autor: Dora Rappard (* 01.09.1842; † 10.10.1923) Schweizer Missionarin und evangelische Kirchenlieddichterin

"Siehe, Ich stehe vor der Tür und klopfe an."

Advent! Hell klingt dies Wort in unseren Ohren, wenn der Christmonat anbricht. Die Augen der Kinder leuchten. Sie denken an die nahende Weihnacht, an den Lichterbaum und die Geschenke. Sie sollen sich auch freuen, und wer das köstliche Kleinod eines kindlichen Gemüts bewahrt hat, freut sich mit.

Advent! Jesus kam hernieder zu uns von seiner Himmelsherrlichkeit, um uns zu erlösen und uns das Tor des verlorenen Paradieses wieder zu öffnen.

Advent! Jesus wird kommen in großer Kraft und Herrlichkeit, um seine Erlösten heimzuholen und Gericht zu halten über seine Feinde. Und zwischen dieser gnadenvollen Vergangenheit und dem großen Futur liegt ein bedeutsamer Präsens.

Advent! Jesus kommt noch heute durch seinen Geist in jedes Herz, das seine Stimme hört und ihm auftut. Wer diesen Advent erlebt hat, kann erst wahrhaft froh und selig Weihnacht feiern und kann ohne Furcht hinausschauen nach der zweiten Erscheinung des Herrn.

O Seele, hast du sein Klopfen schon vernommen? Hörst du es heute? Hast du ihm aufgetan? Hast du das Mahl mit ihm gehalten und er mit dir? Es gibt auf Erden kein grösseres Glück. Dies Glück ist dein in dieser Adventszeit!

Komm, o mein Heiland, Jesu Christ! Mein's Herzens Tür Dir offen ist. Ach, zieh mit Deiner Gnade ein! Dein Freundlichkeit auch mir erschein!


Autor: Ludwig Hofacker (* 15.04.1798; † 18.11.1828) deutscher evangelischer Pfarrer
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O, wer ein offenes Herz für ihn hätte und ihn einließe, wie selig wäre ein solcher Mensch! Wieviel Ursache zur Freude hätte ein solches Herz, nicht nur an seinen Festtagen, nicht nur in der Kirche, sondern zu Hause, in seiner Kammer, in seinen Geschäften, in seinen täglichen Umständen; denn allenthalben begegnet er den Seinigen. Er kommt immer; er kommt seit achtzehnhundert Jahren zu der Tochter Zion; er kommt in seinem Worte; er kommt in seinem Geiste; er kommt in seinem Abendmahl; er kommt zu den verschiedensten Zeiten, bei den verschiedensten Gelegenheiten; er kommt in guten und bösen Tagen, durch Leiden und durch Freuden; seine Gnadenstimme ist überall hörbar, auf der Gasse, auf dem Felde, wenn du im Schweiß deines Angesichts dein Brot issest so gut, als wenn du auf deinem Lager ausruhest; er begegnet uns oft in den geringsten Umständen; er kommt immer: Aber er kann nicht immer beikommen. Die Türen sind ihm oft verschlossen, weil sein Feind in dem Herzen haust; sein Anklopfen, der Fußtritt des Kommenden wird überhört; das inwendige Geräusch ist zu groß, das Geschrei ist zu groß, der Markt, der Sündenmarkt, der Markt mit Dingen dieser Erde ist zu groß im Herzen; der Sündenschlaf ist zu schwer, man kann ihn nicht hören; das Herz ist zu irdisch, zu stolz; es will den demütigen Menschensohn, der als Friedenskönig in der Niedrigkeit einziehen will, nicht anerkennen. Jerusalem hatte einen herrlichen Tempel und schöne Gottesdienste darin und vornehme Priester und Hohepriester und einen großen Stolz; darum verachtete es den Jesus von Nazareth, der nicht mit Heereskraft und Herrlichkeit, sondern in Niedrigkeit kam; einen solchen König und ein solches Messiasreich wollten sie nicht. Und so geht es jetzt noch den armen Menschenherzen. Aber werde nur still; laß dich nur klein machen und dein Herz in den Staub beugen; verabscheue nur alles in dir, was sich aufblähen will und dem Sinne Jesu entgegen ist, so wirst du den Ruf des Geistes »Dein König kommt zu dir!« vernehmen und ihm mit Freuden dein Herz öffnen, und dein König wird zu dir kommen und herrschen in deinem Herzen. Komm, o mein Heiland Jesu Christ, meins Herzens Tür dir offen ist. Ach zieh mit deiner Gnade ein; dein Freundlichkeit auch uns erschein. Dein Heilger Geist uns führ und leit den Weg zur ewgen Seligkeit. Dem Namen dein, o Herr, sei ewig Preis und Ehr.


Autor: Aiden Wilson Tozer (* 21.04.1897; † 12.05.1963) US-amerikanischer evangelischer Pastor und Autor (besser bekannt als A. W. Tozer)
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Das Wesen wahrer Anbetung: Ganz und gar geistlich

Eine der befreiendsten Erklärungen des Neuen Testaments ist diese: »Es kommt aber die Stunde und ist jetzt, da die wahren Anbeter den Vater in Geist und Wahrheit anbeten werden; denn auch der Vater sucht solche als seine Anbeter. Gott ist Geist, und die ihn anbeten, müssen in Geist und Wahrheit anbeten« (Johannes 4,23.24). Hier wird das Wesen der Anbetung als ganz und gar geistlich beschrieben. Wahre Religion ist Speisen und dem Halten von Tagen, Talaren und Zeremonien entrückt und dahin gebracht, wohin sie gehört – in die Vereinigung des menschlichen Geistes mit dem Geist Gottes! Vom menschlichen Standpunkt aus betrachtet, bestand der tragischste Verlust durch den Sündenfall darin, dass der Geist Gottes das innerste Sein des Menschen verlassen hatte. Dort, in seinem tiefstverborgenen Inneren ist ein Ort, den der Dreieinige Gott bewohnen wollte. Dort hatte Er vor, zu ruhen und ein moralisches und geistliches Feuer zu sein. Der Mensch verspielte durch seine Sünde dieses unbeschreiblich wunderbare Privileg und muss dort nun alleine hausen. Weil dieser Ort so intim und privat ist, kann ihn kein Geschöpf betreten. Nur Christus kann hineinkommen. Aber Er will es nur tun, wenn wir Ihn im Glauben dazu einladen! »Siehe, ich stehe vor der Tür und klopfe an; wenn jemand meine Stimme hören wird und die Tür öffnet, zu dem werde ich hineingehen und mit ihm essen, und er mit mir.«


Autor: Wilhelm Busch (* 27.03.1897; † 20.06.1966) deutscher evangelischer Pfarrer, Prediger und Schriftsteller
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Es war einst ein fröhlicher Student. Wie die meisten Studenten hatte er nicht viel Geld. Und doch hätte er gern ein paar liebe Freunde eingeladen. Da fand er einen famosen Ausweg: Er lud sie ein zu einer Abendbewirtung. Aber er bat zugleich, sie möchten doch alles, was sie essen und trinken wollten, mitbringen. Nun, es wurde ein feines Fest. Sie waren fröhlich zusammen, und es ging nach der Weise: „Ja, wenn sich Freunde schauen / bis tief ins Herz hinein / es liegen Perlen drunten / und manch ein Edelstein."

Zu solch einer Bewirtung will der Herr Jesus sich bei uns einstellen. Er will gern das Abendmahl mit uns halten. Darum kommt Er zu uns. Aber Er kennt unsere Armut. Er weiß, daß wir nichts haben. Und darum bringt Er alle Bewirtung mit. E r deckt den Tisch. Und Er deckt reichlich und herrlich.

Kurz — ohne Bild gesagt —: Der Herr Jesus will Herz und Gewissen erquicken und erfreuen. Er will die Freude, die Er selbst genießt, in unser Herz hineingießen. Er will uns den Frieden schenken, der höher ist als alle Vernunft. Ja, das ist derselbe Herr, der so schreckliche und gewaltige Dinge sagt: Man solle sein Auge ausreißen, wenn es aufhält auf dem Weg zum Leben; oder: Wer Ihn nicht lieber habe, als alle Menschen, der sei Sein nicht wert; ja, wer Ihm nachfolgen wolle, müsse bereit sein, mit Ihm zu sterben. Derselbe Herr ist es, der sich bei uns einstellt und die freundliche Bewirtung mitbringt. Der so gewaltig fordert, kann auch gewaltig erquicken. Amen.


Autor: Wilhelm Busch (* 27.03.1897; † 20.06.1966) deutscher evangelischer Pfarrer, Prediger und Schriftsteller
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Wir Menschen machen oft sehr viel überflüssige und unnötige Worte. Der Herr Jesus aber nicht. Und wenn Er nun sagt: „Ich will das Abendmahl mit ihm halten und er mit mir", — dann soll ja keiner meinen, da sei eben zweimal dasselbe gesagt. Wir dürfen mit I hm das Abendmahl halten. Das heißt: Er will uns bewirten. Aber Er sagt auch, Er wolle mit uns das Abendmahl halten. Und das will sagen, daß auch w i r Ihn bewirten sollen; und daß wir Ihm auftragen dürfen; und daß Er sich an uns erquicken und ergötzen will.

So ist es in der Tat. Der Herr Jesus kehrt im Geist bei uns ein. Und da will Er sich erfreuen an unserem Glauben und an unserer Liebe und an unserem Gehorsam und an unserer Hoffnung. Damit dürfen wir Ihn bewirten. Aber — ach — wie geht's da bei uns so armselig her! Unser Herz ist ja eine leere Vorratskammer. Unser Glaube ist so klein. Unsere Liebe zu Ihm ist erbärmlich. Unser Gehorsam ist jammervoll. Und unsere Hoffnung kann sich schon gar nicht sehen lassen. Das gibt eine armselige Bewirtung. Das gibt" ein trübseliges Festmahl, bei dem mit nichts aufgewartet werden kann. Oder nur mit Verdorbenem.

Aber dafür gibt's nun auch Rat und Hilfe. Der Herr Jesus hat ja volle Vorratskammern. Und die stehen uns offen. Da dürfen wir frei und umsonst holen, was wir brauchen. Ja, da wollen wir uns holen: Glauben und Liebe und Gehorsam und Hoffnung. Der Herr nimmt's nicht übel, wenn wir Ihn mit Seinem Eigenen bewirten. Im Gegenteil! So ist's Ihm am liebsten. Amen.