10.800 biblische Andachten und Predigten von Spurgeon, MacArthur, MacDonald, Christlieb, Eichhorn, Hofacker, Zinzendorf, Luther uvm.

Predigten zu Psalm 119,9

"Wodurch wird ein Jüngling seinen Pfad in Reinheit wandeln? Indem er sich bewahrt nach deinem Worte."

Autor: Charles Haddon Spurgeon (* 19.06.1834; † 31.01.1892) englischer Baptistenpastor
Zitate von Charles Haddon Spurgeon anzeigen

Für keinen Menschen hat es jemals eine wichtigere Frage gegeben; und nie gibt es eine passendere Zeit, sie zu stellen, als am Anfang des Lebens. Es ist durchaus keine leichte Aufgabe, die sich der Kluge hier vorgenommen hat. Die Schwierigkeiten sind folgende: Erstens: Wie fängt man richtig an? Und dann: Wie kann man immer das Richtige herausfinden? Und schließlich: Wie schafft man es, das Richtige so lange fortzuführen, bis man die Vollkommenheit endlich erreicht hat? Das ist für jeden sehr schwierig, wie will ein »Jüngling« das schaffen? Der Weg oder das Leben eines Menschen muss von den Sünden der hinter ihm liegenden Jugend gereinigt werden und vor den Sünden bewahrt bleiben, die der Versucher auf seinen Weg legen wird; darin liegt die Arbeit, das sind die Schwierigkeiten. Kein ehrenvolleres Streben kann es für einen jungen Menschen geben, keines aber auch, zu dem er so eindeutig berufen ist, andererseits keines, bei dem er größere Schwierigkeiten zu überwinden hat. Trotzdem sollte er nicht vor dieser herrlichen Herausforderung, ein reines und gesegnetes Leben zu führen, zurückschrecken, vielmehr sollte er nach dem Weg fragen, auf dem er alle Hindernisse überwinden kann. Niemals darf er denken, die Straße zum leichten Sieg zu kennen, noch davon träumen, er könne sich durch eigene Klugheit selbst darauf halten. Er tut gut daran, wenn er dem Psalmisten folgt und mit ganzem Ernst zu fragen beginnt, wie er seinen Weg rein erhält. Er muss ein praktizierender Schüler des heiligen Gottes werden; denn nur Er kann ihn lehren, die Welt, das Fleisch und den Teufel zu überwinden, diese Dreieinigkeit des Verderbens, durch die schon manches hoffnungsvolle Leben ruiniert wurde. Er ist jung und kennt die Straße nicht; ach, wenn er sich doch nicht schämen möchte, den nach dem richtigen Weg zu fragen, der bereit und in der Lage ist, ihn zu unterweisen! Junger Mensch, die Bibel muss deine Landkarte werden, und du musst große Wachsamkeit aufbringen, damit dein Weg ihren Anweisungen folgt. Du musst auf deine tägliche Lebensführung genauso achten wie auf das Bibelstudium, und du musst deine Bibel studieren, damit du Acht auf deine tägliche Lebensführung haben kannst. Trotz größter Sorgfalt kann ein Mensch abirren, wenn seine Landkarte falsch ist; aber auch mit der besten Karte kann er seinen Weg verfehlen, wenn er sie unbeachtet lässt. Den »schmalen Weg« trifft man niemals zufällig, und kein Unachtsamer kann je ein heiliges Leben führen. Sündigen können wir ohne nachzudenken, wir brauchen nur die große Errettung auszuschlagen und unsere Seelen zu ruinieren; aber dem Herrn zu gehorchen und in Aufrichtigkeit zu wandeln, erfordert unser ganzes Herz, unsere ganze Seele und unseren ganzen Verstand. Möchten doch die Sorglosen daran denken: Gottes Wort ist der beste Schutz davor, Gott zu beleidigen, denn es sagt uns, was Seine Absicht und Sein Wille ist, und es bringt unseren Geist dazu, mit dem göttlichen Geist übereinzustimmen. Kein Heilmittel gegen die Sünde in unserem Leben ist mit dem Wort Gottes zu vergleichen, wenn es in unserem Leben, in unserem Herzen Raum hat.


Autor: John F. MacArthur (* 19.06.1939) US-amerikanischer Pastor, Prediger, Theologe und Autor
Zitate von John F. MacArthur anzeigen

Gottes Hass auf das Böse entspringt Seiner Liebe.

"Wodurch hält ein Jüngling seinen Pfad rein? Indem er sich bewahrt nach deinem Wort ... In meinem Herzen habe ich dein Wort bewahrt, damit ich nicht gegen dich sündige" Ps. 119,9.11

Die Schrift ist die Quelle geistlicher Siege.

Viele Christen leiden unter geistlichen Niederlagen oder Wiederholungssünden, weil sie nicht gelernt haben, biblische Grundsätze auf die spezifische Situation anzuwenden. Vielleicht wissen sie überhaupt nicht, was Gott von ihnen will, weil sie so unerfahren in Seinem Wort sind. Vielleicht wissen sie auch, was Er von ihnen erwartet, und sie schlagen Seinen Rat in den Wind. In beiden Fällen ist das Ergebnis dasselbe.

Jesus selbst wehrte die Angriffe Satans ab, indem Er Schriftstellen zitierte, die sich auf die bestimmte Versuchung bezogen (Mt. 4,1-11). Er kannte das Wort, glaubte daran und wollte dessen Grundsätze nicht abschwächen. Damit zeigte Er uns den Weg, dem wir zu folgen haben.

In bildlicher Sprache beschreibt der Apostel Johannes die Wichtigkeit des Wortes, wenn er drei Stufen geistlicher Reife mit "Kindern", "jungen Männern" und "Vätern" bezeichnet. In 1. Johannes 2,14 sagt er: "Ich habe euch geschrieben, Kinder, weil ihr den Vater erkannt habt." Geistliche Kinder haben noch keinen ausgewachsenen Glauben; aber sie wissen, wer ihr himmlischer Vater ist. Sie wissen, dass sie zu Gott gehören.

Dann fährt Johannes fort: "Ich habe euch, ihr jungen Männer, geschrieben, weil ihr stark seid und das Wort Gottes in euch bleibt und ihr den Bösen überwunden habt" (Vers 14). Geistliche junge Männer sind gesund, voll Tatkraft und Kampfesmut, weil das Wort bei ihnen bleibt - es wohnt in ihren Herzen. Sie überwinden den Bösen, weil ihre Lehre in Ordnung ist und sie daraus geistliche Weisheit und Erkenntnis gesammelt haben (Phil. 1,9). Sie durchschauen Satans Lügen und weisen sie ab.

In 1. Johannes 14 steht auch: "Ich habe euch, Väter, geschrieben, weil ihr den erkannt habt, [der] von Anfang [ist]." Geistliche Väter leben in einer tiefen, reifen Beziehung zu Gott, die aus langen Zeiten des Bibellesens und Betens erwachsen ist.

Welches dieser Bilder beschreibt dich am besten? Bist du ein geistliches Kind, ein junger Mann oder ein Vater? Was kannst du heute konkret unternehmen, damit dein Christenleben reifer und siegreicher wird?


Autor: John F. MacArthur (* 19.06.1939) US-amerikanischer Pastor, Prediger, Theologe und Autor
Zitate von John F. MacArthur anzeigen

DAS FLEISCH GEFANGEN NEHMEN

Der fromme Wandel, der zu geistlicher Standhaftigkeit führt, hängt von deinem Gehorsam gegenüber dem Wort Gottes ab. Das Wort bewirkt eine Gott wohlgefällige Einstellung und ebensolche Gedanken und Taten und bewahrt dich in Zeiten der Versuchung und Anfechtung.

Folgende Analogie soll dir dabei helfen, das Zusammenspiel zwischen Einstellung, Denken und Tun zu verstehen. Wenn ein Polizist jemanden sieht, der im Begriff steht, das Gesetz zu übertreten, wird er ihn verhaften. In ähnlicher Weise wird eine gottesfürchtige Haltung – ein Ergebnis des Wortes Gottes in deinem Leben – das Fleisch verhaften, bevor es eine Straftat gegenüber dem Maßstab des Wortes Gottes begehen kann. Ist sie aber gerade nicht im Dienst, dann kann das Fleisch nicht dingfest gemacht werden und ist frei, die Gesetze Gottes zu brechen.

Wir stellen also fest, dass die richtige Einstellung und die richtigen Gedanken die Grundlage für richtiges Handeln sind. Paulus war sich bewusst, dass der Kampf gegen das Fleisch nur mit geistlichen Waffen gewonnen werden kann (2Kor 10,4). Wenn du die richtigen Waffen einsetzt, kannst du „jeden Gedanken gefangen nehmen unter den Gehorsam Christi“ (2Kor 10,5).


Autor: Watchman Nee (* 04.11.1903; † 30.05.1972) chinesischer Prediger
Zitate von Watchman Nee anzeigen

"Wie wird ein Jüngling seinen Pfad rein erhalten? Wenn er sich hält nach deinem Wort."

Die Pharisäer reinigten das Äußere der Schüsseln, aber das Innere ließen sie voller Unreinheit. Jesus tadelte sie, dass sie äußere Dinge so hoch einschätzten und die inneren vernachlässigten, und viele von uns leiten daraus die Folgerung ab, wenn wir betonten, dass geistliche Wahrheit innerlich sei, dann sei alles in Ordnung. Aber Gott verlangt beides, sowohl innere als äußere Reinheit. Die äußere ohne die innere haben, ist geistlicher Tod, aber die innere ohne die äußere besitzen, bedeutet nichts Besseres, als dass man das Leben vergeistigt. Denn etwas umgehen durch Vergeistigung ist keine geistliche Gesinnung. "Diese Dinge hätte ich tun und jene nicht unterlassen sollen" (Matthäus 23,23). So geringfügig ein Gebot Gottes auch scheinen mag, es ist Ausdruck seines Willens. Auch den geringsten seiner Wünsche können wir nicht ungestraft missachten.