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Predigten zu Psalm 23,5

"Du bereitest vor mir einen Tisch angesichts meiner Feinde; du hast mein Haupt mit Öl gesalbt, mein Becher fließt über."

Autor: Charles Haddon Spurgeon (* 19.06.1834; † 31.01.1892) englischer Baptistenpastor
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"Du bereitest vor mir einen Tisch im Angesicht meiner Feinde" Ps. 23, 5

Der gute Mensch hat Feinde. Er wäre seinem Herrn nicht ähnlich, wenn er keine hätte. Wäre jedermann mit uns gut Freund, so hätten wir wohl Ursache, zu fürchten, dass wir nicht zu Gottes Freunden gehören; denn der Welt Freundschaft ist Gottes Feindschaft (Jak. 4,4). Sieh aber, wie ruhig der Gottesfürchtige trotz seiner Feinde, ja angesichts derselben ist. Wie erquickend ist es, diese ruhige Tapferkeit wahrzunehmen! "Du bereitest vor mir einen Tisch": Wenn der Krieger die Feinde vor Augen hat, lässt er die Speise unberührt, oder wenn er isst, verschlingt er doch nur hastig einen Bissen und eilt wieder in den Kampf. David aber sagt: "Du bereitest" vor mir einen Tisch - gerade wie in stiller Friedenszeit die Magd zu einem häuslichen Fest ein Damasttuch auf dem Tisch ausbreitet und die Tafel zurichtet. Da ist keine Eile, keine Verwirrung, keine Störung. Der Feind ist vor der Tür; dennoch bereitet Gott den Tisch, und der Christ setzt sich an Gottes Tafel und geniesst die Speise, als ob alles lauter Friede wäre. Wie köstlich ist die Seelenruhe, die der treue Bundesgott den Seinen auch inmitten der trübsten Umstände verleiht! Mag die ganze feindliche Welt in Waffen starren, in den Hütten der Gerechten ist der Friede Gottes.


Autor: Charles Haddon Spurgeon (* 19.06.1834; † 31.01.1892) englischer Baptistenpastor
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"und schenkest mir voll ein". Ps. 23, 5

... und mehr als das; denn der Grundtext lautet wörtlich: Mein Becher ist Überfluss. David hatte nicht nur genug, sondern mehr als genug; sein Becher war nicht nur voll, er floss über. Das kann sowohl der Arme sagen, der an Gottes Tisch sitzt, wie der Reiche.

Und mag einer noch so reich sein - ist er unzufrieden, so kann sein Becher doch nicht überlaufen, denn er hat einen Sprung und leckt. Zufriedenheit ist der Stein der Weisen, der durch seine Berührung alles in Gold verwandelt; glücklich, wer ihn gefunden hat! Zufriedenheit ist mehr als ein Königreich; es ist ein anderes Wort für Glückseligkeit.


Autor: Watchman Nee (* 04.11.1903; † 30.05.1972) chinesischer Prediger
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"Du deckst mir den Tisch im Angesicht meiner Feinde; du salbst mein Haupt mit Öl und schenkst mir den Becher voll ein."

Unser Bruder Paulus hat in seinem Brief an die Philipper eine großzügige und noble Aussage getan. Zu den Philippern, die fast die einzigen waren, die ihn materiell unterstützten, wagte er zu sagen: "Ich habe alles und habe Überfluss" . Er machte keine Andeutung, dass er etwas brauche, sondern gab sich wie das mit allem versehene Kind eines reichen Vaters; er hatte keinerlei Angst, er könne die Philipper hierdurch davon abbringen, ihm auch weiterhin Unterstützung zu senden.

Wenn wir einen lebendigen Glauben an Gott haben, werden wir immer mit Gott prahlen.


Autor: Wilhelm Busch (* 27.03.1897; † 20.06.1966) deutscher evangelischer Pfarrer, Prediger und Schriftsteller
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Da ist Jahrmarkt! Die Händler haben ihre Tische aufgebaut und ihre Waren ausgebreitet: „So, ihr Leute, nun kommt und glaubt, dass all die ausgebreiteten Waren auserlesene Herrlichkeiten sind!"

Machen wir es nicht auch so? Wir bauen gleichsam einen Tisch auf und breiten darauf aus alle unsere Vorzüge und guten Werke: „Ich glaube an Gott", und „Ich tue recht und scheue niemand." Wir breiten aus unsere Verdienste um unser Volk. Wir breiten aus unsere Mildtätigkeit und alles das, was wir für andere getan haben. Es ist eine ganze Menge, was wir so auszubreiten wissen. Wir Menschen haben untereinander, einen stillen Vertrag geschlossen, dass wir uns gegenseitig unsere Auslagen anerkennen wollen. So meinen wir schließlich, Gott müsse unseren „Tisch" auch anerkennen.

Aber – das ist das Furchtbare – Er denkt nicht daran. „Ihr Tisch werde vor ihnen zum Fallstrick" (Psalm 69, 23), sagt Sein Wort so ernst. Er stößt uns unseren Tisch um und zieht ans Licht, was wir hinter dem Tisch verborgen haben: all unsere Sünde und Schuld und Flucht vor Gott.

Wäre es nicht viel besser, wir würden auf dieses ganze Spiel mit unserem Tisch verzichten? Wir können Gott ja doch nicht damit betrügen. Wer es aufgibt, seinen „Tisch" aufzustellen, der erlebt: „Du bereitest vor mir einen Tisch." Da liegen nicht mehr unsere Vorzüge und unsere Verdienste. Da ist etwas Besseres: Da sind die guten Werke und Verdienste unseres Herrn und Heilandes. Und dieser „Tisch", den Gott selbst bereitet hat, der hat ewige Geltung. Amen.