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Predigten zu Römer 13,8

"Seid niemand irgend etwas schuldig, als nur einander zu lieben; denn wer den anderen liebt, hat das Gesetz erfüllt."

Autor: John F. MacArthur (* 19.06.1939) US-amerikanischer Pastor, Prediger, Theologe und Autor
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DIE TIEFE DER LIEBE

Als Christ schuldest du jedem Menschen Liebe. Jesus sagte: „Daran werden alle erkennen, dass ihr meine Jünger seid, wenn ihr Liebe untereinander habt“ (Joh 13,35). In erster Linie gilt unsere Liebe den Geschwistern in Christus.

Einander zu lieben umfasst jedoch auch die Ungläubigen – alle Ungläubigen, nicht nur die angenehmen und freundlichen. Jesus lehrte: „Ich aber sage euch: Liebet eure Feinde, segnet, die euch fluchen, tut wohl denen, die euch hassen, und betet für die, die euch beleidigen und verfolgen“ (Mt 5,44). Der Apostel Paulus sagte: „Lasst uns also nun, wie wir Gelegenheit haben, allen gegenüber das Gute wirken, am meisten aber gegenüber den Hausgenossen des Glaubens“ (Gal 6,10).

Liebe sollte zu den Hauptmerkmalen deines Lebens zählen. Du schuldest jedermann Liebe, also bemühe dich darum, alle zu lieben, so dass du bekannt wirst für deine Liebe. „Da ihr eure Seelen durch den Gehorsam gegen die Wahrheit zur ungeheuchelten Bruderliebe gereinigt habt, so liebt einander anhaltend, aus reinem Herzen“ (1Petr 1,22).


Autor: William MacDonald (* 07.01.1917; † 25.12.2007) US-amerikanischer Prediger der Brüdergemeinden
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"Seid niemand irgend etwas schuldig, als nur einander zu lieben."

Wir brauchen diesen Vers nicht als Verbot jeder nur möglichen Art von Schulden auffassen. In unserer Gesellschaft lassen sich Telefon-, Gas-, Strom- und Wasserrechnungen nun einmal nicht vermeiden. Unter bestimmten Umständen kann es auch mehr dem Gedanken der Jüngerschaft entsprechen, ein Haus auf Hypothek zu kaufen und somit gleichzeitig den entsprechenden finanziellen Wert aufzubauen, als den gleichen monatlichen Betrag an Miete auszugeben. Und es ist heute unmöglich, ein Geschäft zu führen, ohne gelegentlich Schulden zu machen.

Aber der Vers verbietet ganz gewiss andere Praktiken. Er verbietet uns, Schulden zu machen, wenn von vornherein geringe Aussicht auf Rückzahlung besteht. Er verbietet Kreditaufnahme zum Erwerb einer Ware, die an Wert verliert. Er verbietet, mit Zahlungen in Rückstand zu geraten. Er verbietet Kreditaufnahme zum Kauf von nicht notwendigen Dingen. Er verbietet, uns unüberlegt in Schulden zu stürzen, indem wir der Versuchung zur Kontoüberziehung erliegen, nur weil wir Kreditkarten haben. Er verbietet die Vergeudung des Geldes des Herrn, indem wir überhöhte Zinsen für unser überzogenes Konto zahlen.

Dieser Vers ist dazu bestimmt, uns vor Kredithaien zu bewahren, vor Eheproblemen, die durch überhöhte Ausgaben verursacht werden, und vor Konkursverfahren. Alles das zerstört unser Zeugnis als Christen.

Im allgemeinen sollten wir verantwortungsvoll mit unseren Finanzen umgehen, indem wir bescheiden und im Rahmen unserer Mittel leben und immer daran denken, dass der Schuldner Sklave des Gläubigers ist (Sprüche 22,7).

Die eine Schuldigkeit, die dem Christen immer obliegt, ist die Verpflichtung, einander zu lieben. Wir sind schuldig, die Nichtbekehrten zu lieben und ihnen das Evangelium mitzuteilen (Römer 1,14). Wir sind schuldig, die Brüder zu lieben und unser Leben für sie darzulegen (1.Johannes 3,16). Diese Art von Schuldigkeit wird uns niemals mit dem Gesetz in Konflikt bringen. Sie ist vielmehr, wie Paulus sagt, die Erfüllung des Gesetzes.


Autor: Dora Rappard (* 01.09.1842; † 10.10.1923) Schweizer Missionarin und evangelische Kirchenlieddichterin

"Seid niemand nichts schuldig, denn dass ihr euch untereinander liebet."

Es ist ein ganz praktisches Thema, das uns heute zur Betrachtung vorliegt, eines der vielen klaren Worte Gottes, denen wir als gehorsame Kinder nachkommen müssen. Manche junge Christen haben sich ihren Lebensweg verderbt durch die Nichtbeachtung dieses schlichten Gebots. Um etwas zu erlangen, wozu das vorhandene Geld nicht reichte, haben sie geborgt. Aus der ersten Schuld entstand eine zweite, und daraus wurde eine Kette, die den Fuß lähmte, nicht nur für den äußeren Gang durch das Leben, sondern auch für den Pilgerlauf nach oben. "Ach", wendest du vielleicht ein, "es ist ja eine so kleine, unbedeutende Sache." Antwort: Es ist nichts klein und unbedeutend, was ein Ungehorsam ist gegen Gottes Wort.

Denn seine Befehle sind lauter Güte. Junge Leute lassen sich manchmal aus Leichtsinn und Eitelkeit überreden, eine Schuld zu machen. In jungen Ehen ist die Gefahr noch naheliegender. Wohl dem Gotteskind, das sich im Herzen vornimmt, seinen Gang in allen Dingen zu richten nach Gottes Wort, auch in diesem Stück.

Die einzige Schuld, die Gott gefällig ist, die wir auch als eine tatsächlich zu bezahlende Schuld anerkennen wollen, ist die: dass wir uns untereinander lieben.

Deinem Willen nachzuleben, Deinem Vorbild nur allein, Lass mein feuriges Bestreben, Jesu, bis ans Ende sein!


Autor: Adolf Schlatter (* 16.08.1852; † 19.05.1938) schweizer evangelischer Theologe und Professor fürs Neues Testament
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Jede Rechtspflicht läßt sich erfüllen. Denn es gibt keinen Menschen, der so über mich Herr wäre, daß ihm mein ganzes Leben und meine ganze Kraft gehörte. Der Anspruch, den ein Mensch an mich hat, ist immer begrenzt. Ich kann ihn daher befriedigen und ihm bezahlen, was er von mir zu fordern berechtigt ist. Aber über dem Recht steht die Liebe und sie hat kein Maß. Ihr Anspruch endet nicht, verpflichtet immer neu und füllt mir jeden Tag wieder frisch mit ihrem Werk. Man liebt nie genug. Weil die Liebe nicht aufhören kann, ist sie größer als das Recht; sie ist aber nicht gegen das Recht, sondern erfüllt das Gesetz. Das ist das allererste, was sie tut. Sie schafft vor allem Gerechtigkeit und gibt dem anderen das, was ihm gehört. An dieser Stelle scheiden sich die unechte und die echte Liebe. Wenn ich dem anderen im Namen der Liebe zumute, daß er auf sein Recht verzichte, so habe ich mit häßlicher Unwahrhaftigkeit meinen Eigennutz mit dem Namen „Liebe“ verschönt. Was tut denn die Liebe? Nimmt sie oder gibt sie? Sie gibt. Sie gibt dem anderen seine Ehre und erniedrigt ihn nicht. Sie hilft ihm, zu erwerben, und saugt ihn nicht aus. Wie sie ihm seinen natürlichen Besitz sichert, so schützt sie auch sein geistiges Eigentum. Sie raubt dem anderen nicht den eigenen Willen und verbietet ihm die eigene Ueberzeugung nicht. Sie hält ihre Hände rein von aller Gleichmachtung; denn sie ist das Kind der Freiheit und kann deshalb nicht knechten, sondern befreit. Sie sinkt nicht unter das Gesetz hinab, sondern bewegt sich nach oben und fährt über das Gesetz hinauf und ist mit dem, was das Gesetz verlangt, noch nicht zufrieden, weil sie nach der ganzen Gemeinschaft begehrt. Das ist ihre Art, die ihr nicht fehlen kann, weil sie mein eigener Wille ist, nicht von außen in mich hineingetragen, nicht von einer fremden Macht mir auferlegt, sondern meines eigenen Ichs innerste Bewegung, eins mit meinem Leben und darum in mir vorhanden, solange ich lebendig bin.

Weil du, Vater, uns die Liebe gibst, gönnst du uns einen Blick in deine Herrlichkeit. Die Liebe hört in uns nicht auf; denn sie endet nicht in dir. Sie hat in dir die Fülle, aus der Gnade um Gnade zu uns kommt, den nie erschöpften Reichtum, der Ewigkeiten mit immer neuem Leben füllt. Amen.