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Predigten zu Markus 10,14

"Als aber Jesus es sah, wurde er unwillig und sprach zu ihnen: Lasset die Kindlein zu mir kommen [und] wehret ihnen nicht, denn solcher ist das Reich Gottes."

Autor: Charles Haddon Spurgeon (* 19.06.1834; † 31.01.1892) englischer Baptistenpastor
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"Da das Jesus sah, ward er unwillig und sprach zu ihnen: Lasset die Kindlein zu mir kommen, wehret es ihnen nicht; denn solcher ist das Reich Gottes!"

Manche haben Kinder daran gehindert, zu Jesus zu kommen, weil sie den Wert des Kindes nicht erkannten. Der Preis einer Seele hängt aber nicht vom Alter ab.

"Ach, es ist nur ein Kind!" - "Kinder sind lästig!" - "Kinder stehen immer im Wege!" Diese Reden hört man oft. Gott vergebe denen, welche die Kleinen verachten.

Werdet ihr sehr zornig sein, wenn ich sage, dass die Errettung eines Jungen wertvoller ist als die eines Mannes? Es ist eine unendliche Barmherzigkeit Gottes, diejenigen zu erretten, die schon siebzig sind; denn sie können mit dem Rest ihres Lebens nicht mehr viel Gutes anfangen. Wenn wir fünfzig oder sechzig sind, so sind wir beinahe abgenutzt; und wenn wir unser Leben bis dahin mit dem Teufel zugebracht haben, was bleibt dann noch für Gott übrig? Aber aus den Jungen und Mädchen kann noch etwas werden. Wenn sie sich jetzt Christus hingeben, so können sie noch lange ein glückliches und heiliges Leben führen, in dem sie Gott mit ihrem ganzen Herzen dienen. Wer weiss, welche Ehre Gott noch von ihnen bekommen wird? Vielleicht werden heidnische Länder durch sie gesegnet. Ganze Völker können durch sie erleuchtet werden.

Wenn ein berühmter Lehrer gewohnt war, vor seinen Jungen den Hut zu ziehen, weil er nicht wusste, ob einer von ihnen vielleicht einmal Premierminister werden würde, so sollten wir mit Ehrfurcht auf bekehrte Kinder blicken; denn wir wissen nicht, wie bald ihr Licht unter den Menschen scheinen wird.

O Brüder und Schwestern, lasst uns Kinder nach ihrem wahren Wert einschätzen! Dann werden wir sie nicht zurückhalten, sondern eifrig sein, sie sogleich zu Jesus zu führen.

Gebe Gott, dass wir uns bei den Kindern heimisch fühlen, dass wir auf ihre ersten Befürchtungen und Hoffnungen eingehen und an ihrem knospenden Glauben und ihrer sich entfaltenden Liebe teilhaben.


Autor: William MacDonald (* 07.01.1917; † 25.12.2007) US-amerikanischer Prediger der Brüdergemeinden
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"Lasset die Kindlein zu mir kommen, und wehret ihnen nicht, denn solcher ist das Reich Gottes."

Der Tod von Kindern ist immer eine besonders schwere Prüfung für den Glauben des Volkes Gottes, und es ist wichtig, dass wir einige fest biblische Fundamente haben, an denen wir uns in solchen Zeiten festhalten können.

Die allgemeine Auffassung unter den Christen ist, dass Kinder, die sterben, ehe sie moralische Entscheidungen treffen können, durch das Blut des Lammes gerettet sind. Die Schlussfolgerung sieht in etwa so aus: Das Kind selbst hatte niemals die Fähigkeit oder Möglichkeit, den Herrn als Heiland anzunehmen oder zu verwerfen, deshalb rechnet ihm Gott den vollen Wert des Werkes Christi am Kreuz zu. Es ist gerettet durch den Tod und die Auferstehung des Herrn Jesus, wenn es auch selbst niemals die rettende Wirkung dieses Werkes verstehen konnte.

Was nun das Alter betrifft, ab welchem ein Kind zu moralischen Entscheidungen fähig ist, so weiss Gott allein, wann das ist. Sicher liegt jeder Fall anders, da manche Kinder früher reif sind als andere.

Wenn es auch keine Schriftstelle gibt, die eindeutig sagt, dass Kinder, die vor dem Alter moralischer Entscheidungsfähigkeit sterben, in den Himmel kommen, gibt es doch zwei Linien in der Schrift, die diese Ansicht unterstützen. Die erste finden wir in unserem Vers für heute: "Lasset die Kindlein zu mir kommen, und wehret ihnen nicht, denn solcher ist das Reich Gottes" (Markus 10,14). Der Herr Jesus sprach von Kindern als Er sagte: "... solcher ist das Reich Gottes." Er sagte nicht, dass sie erwachsen werden müssten, um ins Reich Gotes eingehen zu können, sondern dass sie selbst charakteristisch sind für diejenigen, die im Reich Gottes sind. Dies ist ein sehr starkes Argument für die Errettung der kleinen Kinder.

Eine andere Linie der Beweisführung ist folgende: Als Jesus von Erwachsenen sprach, sagte Er: "Denn der Sohn des Menschen ist gekommen, zu suchen und zu erretten, was verloren ist" (Lukas 19,10). Aber als Er von Kindern sprach, sprach Er nicht vom "Suchen" . Er sagte einfach: "Denn der Sohn des Menschen ist gekommen, das Verlorene zu erretten" (Matthäus 18,11). Hier wird angedeutet, dass die Kinder nicht in die Irre gegangen sind wie die Erwachsenen, und dass der Herr sie zur Zeit ihres Todes in souveräner Macht zu Seiner Herde hinzufügt. Obwohl sie niemals das Werk Christi gekannt haben, kennt Gott es, und rechnet ihnen die ganze rettende Kraft dieses Werkes zu.

Wir sollten nicht die Vorsehung Gottes in Frage stellen, wenn Er Kinder von uns nimmt. Jim Elliot schrieb: "Ich darf es nicht für seltsam halten, wenn Gott diejenigen schon in ihrer Jugend zu sich nimmt, die ich gerne auf der Erde gelassen hätte, bis sie älter gewesen wären. Gott bevölkert die Ewigkeit, und ich darf Ihn nicht auf alte Männer und Frauen beschränken."


Autor: Martin Luther (* 10.11.1483; † 18.02.1546) theologischer Urheber der Reformation
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Für die ungeborenen Kinder

Diese Zusage Christi geht noch weiter, sodass Eltern oder auch andere, die ihnen nahestehen, dies Kindlein mit Danksagung Christus anbefehlen dürfen und sollen, auch wenn es noch im Leib der Mutter ist. Sie sollen es im Gebet Gott darbringen und dabei so oder so ähnlich sprechen: »Lieber himmlischer Vater, wir sagen Dir Dank, dass Du uns mit diesem Kind gesegnet hast, das wir nun erwarten. Lieber Herr Jesus Christus, lass dies Kind Dein sein, wie Du gesagt hast: ›Lasset die Kindlein und wehret ihnen nicht, zu mir zu kommen; denn solcher ist das Himmelreich.‹13 Auf Deine Zusagen hin bringen wir dies Kind im Gebet zu Dir. Und wenn es geboren und unseren Händen anvertraut wird, so wollen wir es Dir gerne bringen und es dir zutragen, damit Du es segnen mögest.« Das Gebet kann auch wohl mit anderen Worten geschehen. Daran liegt nichts, wenn es nur der Zusage Christi an die Kindlein entspricht. Dann dürfen wir gewiss glauben, Christus nehme das Kind an, selbst wenn es nach dem unerforschlichen Ratschluss Gottes frühzeitig sterben sollte.


Autor: Dora Rappard (* 01.09.1842; † 10.10.1923) Schweizer Missionarin und evangelische Kirchenlieddichterin

"Lasset die Kindlein zu mir kommen und wehret ihnen nicht; denn solcher ist das Himmelreich."

Sollte ein Kindlein diese Worte lesen oder hören, so freue es sich hoch, dass der große Heiland seine Liebe zu den Kleinen, und damit auch zu ihm, so deutlich bekundet hat. Sollten einer Mutter Augen auf diesen Zeilen ruhen, so danke sie aus vollem Herzen ihrem Herrn, dass sie auch ihr Kleinod ihm zum Segnen bringen darf. Wie lieblich wird sein Tun geschildert: Er herzte sie, und legte die Hände auf sie, und segnete sie! So eingehend, so zart, o Mutter, liebt er auch dein Kind.

Sollte jemand, der zur Erziehung der Jugend berufen ist, an diesen Ausspruch kommen, so gehe er nicht daran vorbei. Der christlichen Erziehung höchstes Ziel ist es, die Kinder zu Gott zu führen. Lasst sie kommen! Wehret ihnen nicht, weder durch Wort noch Beispiel! Helft ihnen zu ihrem wahren Glück!

Und was soll ich weiter sagen? Sollte ein müdes, krankes, sturmgepeitschtes Herz das Evangelium von Jesu Kinderliebe hören, so möge dieses wunderliebliche Bild ihm zurufen: Werde auch du ein kleines Kind! Jesus nimmt auch dich an. Lass dich lieben, lass dich segnen! Komm, nimm das Himmelreich an als ein Kind!

Du großer Kinderfreund, ich bringe Dir heute die Lämmer Deiner Herde dar, sowohl die Kinder betender Eltern als auch die vielen, vielen, für die niemand betet. Segne sie!


Autor: Adolf Schlatter (* 16.08.1852; † 19.05.1938) schweizer evangelischer Theologe und Professor fürs Neues Testament
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Da Jesus vom Himmelreich spricht, versinkt alle menschliche Größe, auch alle apostolische Erhabenheit mit dem herrlichen Bewusstsein der besonderen Sendung und dem Hochgefühl der mannhaften Liebe, die zu jeder Leistung und zu jedem Leiden fähig ist. Himmelreich, das wird nicht erarbeitet und errungen und nicht durch Menschenhand aufgebaut. Das Himmelreich ist Gottes schaffende Gnade, Gottes strömendes Geben, Gottes den Menschen zu sich holender Griff. Warum gibt es Gott den Kindern? Weil sie Kinder sind, Menschlein. Diese Menschlein beschenkt, beschützt und regiert er deshalb, weil sie Menschlein sind. Kleine Menschlein sind sie, sind aber dadurch von Gott nicht weiter entfernt als die hohen Apostel. Vielmehr steht der Mensch, wenn er in seinen Augen groß geworden ist, in der Gefahr, dass er fern von Gott ist. Denn Gott zerbricht die Größe, die der Mensch sich gibt. Die Kinder sind noch unfähig zum Glauben; denn sie können noch nicht hören und verstehen. Meine ich etwa, dass mein Glaube Gottes Reich an mich ziehe? Sei kein Narr! Nicht dein Glaube gibt Gott sein Reich, sondern sein Reich gibt dir deinen Glauben. Die Kinder werden noch sündigen. O ja! Was aus ihren Herzen kommt, macht sie gemein. Aber wie sieht es mit meinem reif und reich und groß gewordenen Herzen? Was kommt dort heraus? Meine ich, das Lamm Gottes trage zwar die Sünde der alten Männer und Weiber weg, aber nicht die der Kinder? Solche Blindheit zeigten die Jünger, als sie meinten, Kinder seien für Jesus keine passende Gesellschaft, und solche Blindheit zeigte die Christenheit, als sie sich über die Kinder- oder Glaubenstaufe stritt. Beide Teile, ob wir Gottes Reich in unsere Gläubigkeit oder in das Taufwasser einfassen wollen, wissen nicht, was Gottes Reich ist. Dazu ist aber Jesus gekommen, damit wir sehen und begreifen, was Gottes Reich, Gottes Herrschaft, Gottes uns begabende Gnade sei.

Hättest Du, Herr Jesus, vor Gottes Reich eine Schranke aufgerichtet, so käme niemand hinein. Ich bin in Gottes Reich und Gnade nur deshalb, weil Du auch die Kinder in Gottes Reich hineingestellt hast. Weil Du der Heiland der Kinder bist, bist Du auch der meine. Sei hochgelobt in Ewigkeit. Amen.