Info über Johannes Petzold
| Name: | Johannes Petzold |
| Gelebt von: | * 1912 - † 1985 |
| Weitere Infos: | https://de.wikipedia.org/wiki/Johannes_Petzold |
Johannes Petzold (* 24. Oktober 1912 in Plauen im Vogtland/Königreich Sachsen; † 19. Mai 1985 in Eisenach) war ein deutscher Kirchenmusiker, Komponist, Kirchenliedautor und Dozent. Petzold wurde als Sohn eines Musterzeichners in der Spitzen- und Gardinenindustrie seiner Heimatstadt geboren und war evangelisch-lutherischer Konfession. Er studierte in den Jahren zwischen 1932 und 1935 in Leipzig Pädagogik mit dem Hauptfach Musik. Einen Monat nach seiner Immatrikulation wurde er Mitglied im Neuen Sächsischen Lehrerverein und gehörte damit infolge der Gleichschaltung der Lehrervereine ab 1. Mai 1933 dem Nationalsozialistischen Lehrerbund an. Nach dem Studium arbeitete er als Volksschullehrer in Dörfern des Vogtlandes und Erzgebirges. Im Jahr 1933 wurde er Mitglied der SA; 1937 der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei. Schon am Beginn seines Studiums kam er in Kontakt mit der Singbewegung und nahm an Singwochen mit Alfred Stier und Hugo Distler teil. Die lebenslange Freundschaft und Zusammenarbeit mit Samuel Rothenberg (1910-1997) begann im Herbst 1932 mit einer gemeinsamen Chorfahrt durch Sachsen. Frühe Kompositionen und Texte Petzolds wurden bis 1945 in dessen Selbstverlag veröffentlicht. Am 26. März 1940 heiratete Petzold die Gemeindehelferin Hiltrud Schaale, die selbst komponierte und Lyrik verfasste und der Bekennenden Kirche nahestand. Mit ihm hatte sie in den folgenden Jahren fünf Kinder, von denen zwei in jungen Jahren starben. Petzold wurde im Februar 1940 zum Wehrdienst einberufen, wurde 1941 aber wegen einer Tuberkuloseerkrankung entlassen. Aus dem gleichen Grund endete im März 1942 seine Tätigkeit als Lehrer. Die folgenden Jahre brachte Petzold immer wieder in Krankenhäusern und Heilstätten zu, bis er nach einer erfolgreichen Thorax-Operation begrenzt arbeitsfähig war und 1952 Kantor in Bad Berka in Thüringen wurde. An der Franz-Liszt-Hochschule für Musik in Weimar bildete er sich als Gasthörer im Fach Tonsatz und Orgelspiel weiter. Im Jahr 1957 wurde ihm die Dienstbezeichnung Kirchenmusikdirektor verliehen. Im November 1961 erfolgte die Berufung an die Thüringer Kirchenmusikschule Eisenach als Dozent für Tonsatz, Musikgeschichte und Gehörbildung, wohin die Familie umzog. Neben seiner Lehrtätigkeit wirkte er bei Singwochen, Chortreffen und Gemeindeveranstaltungen mit. Er wurde im Jahr 1977 pensioniert. Sein Werk umfasst Melodien, Kanons, Chor- und Bläsersätze, Orgelvorspiele, Motetten und Kantaten, die größtenteils in Sammlungen veröffentlicht wurden. Seine Melodien finden sich vor allem in christlichen Gesangbüchern in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Japan und Skandinavien. Zu seinen bekanntesten Werken gehört die Melodie zu Jochen Kleppers Adventslied Die Nacht ist vorgedrungen, das u. a. im Evangelischen Gesangbuch (EG) von 1993 steht, zwei seiner dort zu findenden Lieder hat er getextet. Petzolds jüngster Sohn Dietrich (* 1954) ist Geiger, Komponist und Hörbuchregisseur, der Sohn Michael war langjährig Flötist in der Meininger Hofkapelle und Christoph Petzold hält die Erinnerung an seine Eltern durch eine eigene Internetseite wach.
